Photoshop für Illustratoren: Malen

Vordergrund ausmalen

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Der klassische Workflow beim digitalen Malen besteht aus zwei Teilen: mit der Pipette Farbe aufnehmen und mit einem Pinsel auftragen. Wie Sie mit dieser Technik den Vordergrund des Bilds kreativ herausarbeiten können, sehen Sie in diesem Video.
15:50

Transkript

So, wir werden jetzt einmal schauen, welcher Pinsel dafür geeignet ist, hier ein bisschen in der Szene zu malen und da ist glaube ich der expressive Borstenpinsel genau der richtige Kandidat. Und jetzt setze ich ein in einen Workflow. Ich hebe einmal gerade für die Ebene die geschützte Transparenz auf, denn jetzt möchte ich die Freiheit haben, überall zu malen. Der klassische digitale Workflow beim Malen sieht immer wieder so aus, dass man eine Kombination aus Farbauftrag und Farbaufnahme mit der Farbpipette durchführt. Zu dem Zweck habe ich mir die Tastaturkürzel für das Aktivieren der Farbpipette, das ist normalerweise die Alt-Taste. Damit kann ich also jetzt hier irgendwo aus dem Bild Farbe rausnehmen und damit dann malen. Und dieses Tastaturkürzel habe ich mir auf die Stifttaste gelegt, auf die hintere Stifttaste in diesen Fall von meinem Grip Pen. Dadurch kann ich während des Malens jederzeit eine Farbe aufnehmen. Das ist sehr praktisch. Wie man hier jetzt schon sieht, ich steige direkt ein in das Thema. Es ist ein ständiges Farbaufnehmen und Mit-der-Farbe-Arbeiten. Da es, wie gesagt, so häufig passiert, dass man Farbe aufnimmt, lohnt es sich wirklich, diese Farbpipette, die man dann immer wieder drückt, leicht zugänglich zu machen. Hier kann man eigentlich auch schon ganz gut erkennen, welchen Sinn letztendlich die ersten Arbeitsschritte gemacht haben, in denen wir mit unserer abstrakten Farbkomposition uns auf die Suche nach dieser Szene gemacht haben. Es findet sich jetzt in diesem Bild schon eine Vielzahl an Farben, an Schattierungen, die wir nur noch aufzunehmen brauchen und dann einfach diese weiter in dem Bild verarbeiten müssen. Diese Vielzahl an Farben haben wir sehr schnell erzeugt durch diese - ja durch diese Happy-Accident-Methode könnte man sagen - und das macht uns jetzt wenig Mühe, dieses Bild weiter aufzubauen, basierend auf den Elementen, die schon da sind. Und da übernehmen wir auch solche Dinge wie z.B. die Hell-Dunkel-Verteilung. Es hat sich jetzt einfach so ergeben, dass auf der linken Seite dieser Wurzel, da war ein sehr heller Grünton. Das habe ich so interpretiert, dass von dort das Licht kommt. Diesen hellen Ton habe ich jetzt einfach aufgenommen, um auch den restlichen Teil dieser Wurzel auf der linken Seite mit dieser hellen Farbe auszuarbeiten, um dort anzudeuten, dass da das Licht herkommt. Das macht auch auf dieser Wurzel hier Sinn, wobei hier bin ich direkt schon Opfer meiner eigenen Unordentlichkeit geworden. Wir haben ja verschiedene Ebenen, da muss ich darauf achten, auf welcher ich jetzt malen kann. Diese Wurzel liegt auf einer höheren Ebene, da sieht man, da ist mein Pinselstrich durch verdeckt worden. Ich werde jetzt sowieso einmal folgendes tun: Ich werde die drei Ebenen, die hier oben liegen, zusammenfassen. Über "Shift" alle Ebenen auswählen, Strg+E. Jetzt haben wir hier eine grobe Trennung unserer Illustration in eine Vordergrundebene mit diesen Wurzeln und eine Hintergrundebene und das reicht mir völlig aus, um zu arbeiten. Ich brauchte die Aufteilung in diese verschiedenen Wurzelelemente gar nicht mehr und diesen Vorschlag würde ich generell jedem machen. Alle Ebenen, die nicht mehr unbedingt notwendig sind zur Arbeit, einfach auch ab einem bestimmten Punkt zu löschen bzw. nicht zu löschen, sondern die entsprechenden Ebenen zusammenzufassen. Wir malen jetzt hier mit diesem expressiven Pinsel und lassen uns ein bisschen inspirieren von dem, was hier schon ist. Wir bauen das Konzept der wuchernden Wurzeln noch ein bisschen aus. Lassen sie noch ein bisschen mehr wuchern, arbeiten einfach einmal intuitiv und überlegen uns gar nicht so viel, sondern nehmen Elemente auf, denken sie ein bisschen weiter. Gerade in diesem Bereich ist es glaube ich erst sehr schön, wenn diese Wurzeln wirklich sich aufteilen, verzweigen und wirklich ein Wirrwarr aus Wurzeln entsteht. Und da muss man letztendlich auch irgendwann eine Entscheidung treffen, welches Detail man auf welche Art erzeugt. Es wäre ja auch durchaus denkbar gewesen, jetzt noch weitere Bildteile auszuschneiden und zu transformieren und auf dem Wege zu all diesen Elementen zu kommen, aber das ist im Grunde bei jedem Element - immer wieder kann man sich diese Frage von neuem stellen, welche Technik jetzt gerade am besten geeignet ist, um dieses Element umzusetzen. Was man natürlich nicht vergessen darf ist, dass, je mehr man kopiert, desto häufiger - oder besser gesagt desto stärker - wiederholen sich dann die Elemente im Bild. Da muss man dann letztendlich doch sowieso noch einmal drüber arbeiten, damit das Ganze nicht zu wiederholend wird. Und dann kann man oft auch direkt schon das Ganze malerisch umsetzen. Wir verfeinern jetzt auf malerischem Wege diesen Baum, diese Baumwurzel. In dieser Arbeit kann man sich auch regelrecht vertiefen. Das ist jetzt wirklich ein Arbeitsschritt, in den man sehr viel Zeit investieren kann und man kann auch durchaus noch vielleicht mit dem Bildschirmmodus ein bisschen experimentieren. Das hier ist z.B. -- jetzt hab ich nochmal "F" gedrückt. Wir erinnern uns vielleicht, das ist der Standardbildmodus. Einmal "F" drücken, dann wird das Ganze schon ein bisschen freier und wenn wir nochmal "F" drücken, dann werden auch alle Bedienelemente ausgeblendet und jetzt kann man eigentlich ganz ungestört mit seiner Kreation sich hier beschäftigen und sich wirklich in die Arbeit versenken. Also hier kann man jetzt stundenlang arbeiten auf diese Art und Weise. Wir werden das jetzt hier nicht ausarten lassen, aber wir wollen uns schon ein bisschen Mühe geben mit unserem Motiv. Es soll ja am Ende auch nach etwas aussehen. Hier kommt mir jetzt der Gedanke, diese Silhouette dieses Astes ein bisschen aufzulockern. Da im Schatten hängen ein paar Moose und Flechten runter, vielleicht wächst hier ein bisschen Efeu, ein paar Ranken. Die Blätter könnte man jetzt einzeln malen, aber das werde ich mir für einen späteren Zeitpunkt noch zurückhalten, denn da schwebt mir vor, noch eine bestimmte Technik anzuwenden, die das Ganze noch erheblich erleichtert. Ich beschränke mich jetzt daher erst einmal darauf, ein paar, vielleicht so ein paar Äste anzudeuten, die hier wachsen. Richtig schön urig soll das Ganze aussehen, verwachsen. Und hier möchte ich es auch wirklich dunkel haben, damit es richtig schön aussieht, als würde man hier unter dieser Wurzel in einen schattigen Bereich hineingeraten. Diese Szene fängt schon richtig an, mir Spaß zu machen. Jetzt werde ich hier ein bisschen auf den Steinen so ein bisschen Moos andeuten, das nicht nur auf dem Baumstamm wächst, sondern auch auf den Steinen hier. Dem Vordergrund hier wollen wir jetzt einmal wirklich ein bisschen Aufmerksamkeit schenken und da ein bisschen Detail reinsetzen. Jawohl. Hier brauchen wir jetzt auch noch ein bisschen mehr Detail und hier arbeiten wir immer mit Hell und Dunkel, je nachdem, wo wir das Gefühl haben, wo das Licht aktiv wird und wo wir doch vielleicht eher in Regionen kommen, wo es dunkler ist. Da setzen wir entsprechend das Licht ein und eine Sache, auf die ich wirklich ganz bewusst aufmerksam machen will, ist, dass wir bisher hier noch kein einziges Mal den Farbauswähler geöffnet haben. Also den Burschen hier haben wir bisher noch kein einziges Mal gebraucht, weil wir wirklich nur Farben verwenden, die wir hier im Bild schon vorfinden, weil wir in der vorangegangenen Phase Techniken angewandt haben - die Ebenen, die wir in verschiedenen Modi überlagert haben, die abstrakten Formen, die da quasi diese Szene fast von selbst gebildet haben - diese Technik hat dafür gesorgt, dass sich in unserem Bild schon unheimlich viele Farben befinden. Wir nehmen wirklich mit der Farbpipette immer nur diese Farben auf und verschieben sie noch so ein bisschen, bringen sie noch so ein bisschen an andere Stellen, wo sie vorher nicht waren. Und das hat den immensen Vorteil, dass die Farben dann auch immer zusammen passen. Ich hole mir jetzt hier so ein bisschen Braun, wo ich glaube, dass das die Farbe ist, die die Baumwurzel vielleicht hat und setze sie jetzt überall noch so zwischen diese Grünbereiche, so als würde da das Braun der Wurzel durchschimmern durch den Moosbewuchs, der dann doch nicht ganz so dicht ist und hier und da einfach einmal auch noch offene Stellen lässt. Doch hier wollen wir ein bisschen verwachsene Stellen andeuten. Was jetzt übrigens an dieser Stelle auch erwähnenswert ist, ist, dass ich die ganze Zeit mit voller Deckkraft arbeite. Das ist tatsächlich gar nicht so üblich. Häufig sieht man, dass mit einem Pinsel gearbeitet wird, dessen Deckkraft über den Stiftdruck dynamisch angepasst werden kann, aber ich wähle hier ganz bewusst die Variante, mit fester Deckkraft zu arbeiten, um mich auch ein bisschen auf die Dynamik dieser Pinselspitze zu konzentrieren, die ja dadurch, dass es ein Borstenpinsel ist, sich sehr stark verformen lässt und sehr interessante Ergebnisse erzielen kann. Und die Deckkraft, eine dynamische Deckkraft, würde mich jetzt in diesem Fall stören, weil ich dann immer sicherstellen müsste, fest aufzudrücken, damit ich überhaupt einen Farbauftrag erzeuge. Damit könnte ich dann die ganz kleinen, subtilen Formen hier gar nicht erzielen. Jetzt muss ich allerdings gegen ein Phänomen, das durch diese feste Deckkraft auf jeden Fall immer auftritt - gegen ein Phänomen muss ich jetzt vorgehen. Und zwar wirkt jetzt hier alles sehr hell und sehr flach, dadurch, dass hier keine Schattierungen vorkommen. Die setze ich jetzt aber nachträglich drauf. Ich blende mir dazu einmal wieder unser Interface ein, so. Ich nehme mir jetzt noch einmal unseren großen, weichen Pinsel und mache aus ihm einen kleinen, weichen Pinsel. Jetzt schalte ich wieder in den Multiplizieren-Modus, nehme mir hier so ein Blau und jetzt fange ich an, einige Bereiche, die ich hier gemalt habe, gezielt abzudunkeln. So als würden da sich die Elemente langsam in den Schatten verflüchtigen. Das wiederum ist eine Maßnahme, wodurch die Szene wieder modelliert wird sozusagen. Ich bestimme also wieder, wo Licht und Schatten sind und hier macht es Sinn, noch einmal die Ebenentransparenz zu schützen. Damit haben wir jetzt hier im Vordergrund eigentlich schon einen schönen Detailgrad erreicht, dagegen fällt der Hintergrund jetzt so ein bisschen ab, aber darum werden wir uns im nächsten Schritt kümmern.

Photoshop für Illustratoren: Malen

Unternehmen Sie eine Entdeckungsreise durch die bunte Vielfalt digitaler Maltechniken in Photoshop und verleihen Sie mit den entsprechenden Werkzeugen Ihren Ideen Form und Farbe.

2 Std. 6 min (18 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!