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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Zusammenführen aller Elemente

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Diese Bildanalyse zeigt: Bereits für sich allein hat jedes gestalterische Element starke Wirkung – führt man Elemente zusammen, entstehen Wunderwelten.

Transkript

Nun möchte ich ein Bild, das ich fotografiert habe, komplett auf seine gestalterischen Mittel analysieren. Warum habe ich diese Mittel eingesetzt und wie untermalen sie die Bedeutung? Dieses Bild mit dem Titel "Trugbild" entstand auf meinem ersten Workshop zum Thema Bildgestaltung, in dem es darum geht, gezielt Bildgestaltung einzusetzen, um Bilder zu erschaffen, die eine Geschichte erzählen und eben nicht einfach nur schön sind. Die Idee kam mir ganz spontan am Abend vor dem Kurs, als ich eine alte Spiegeltür in unserer Location entdeckte. Das Trugbild, eine Person, zwei Persönlichkeiten, gefangen zwischen Wirklichkeit und Traumwelt. Wendet sie den Blick vom Spiegelbild ab oder klammert sie sich daran? Das sieht man an der Haltung der Hände und der Mimik. Was zeigt das Spiegelbild, Realität oder Wunschdenken? Eine Gelehrte, eine Königin? Das eine mag das andere nicht ausschließen, doch warum hält sie die Perlen in der Hand? Suggeriert sie damit ihren Reichtum und ihre Macht? Oder ist es doch nur das Vanitas-Symbol und es weist auf die Vergänglichkeit alles Irdischen hin? Darauf dass alles vergeht, Schönheit, Reichtum, und auch die Macht. Ein Zwiespalt in einer unheimlichen Nachtszenerie festgehalten. Der Spiegel, der zerspringt und damit die Frage stellt, welches der beiden Bilder die Realität ist. Kann das Spiegelbild Realität werden oder ist alle Hoffnung des Mädchens, das sich verzweifelt daran klammert in Tausend Scherben zersprungen? Weiß ist die Farbe der Jungfräulichkeit und der Unschuld. Doch steht sie hier im Kontrast zur sie umgebenden, zunehmenden Dunkelheit, der Bote von Unheil in Bezug auf das Vanitas-Symbol. Trotzdem scheinen beide Welten nicht voneinander abgeneigt zu sein. Sie wirken harmonisch zueinander wegen des Goldenen Schnitts, in dem sich das Hauptmotiv befindet. Sie stehen in einer Abhängigkeit miteinander, was man gut an den Linien und der Blickführung des Bilds sehen kann. Körper und Geist, Licht und Schatten, Gut und Böse. Vielleicht würde das eine ohne das andere nicht existieren. Das waren meine Gedanken, als ich diese Bildidee entwickelt habe. Aber es sind immer auch andere Interpretationsmöglichkeiten da, da vieles auch auf eigenen Erfahrungen beruht, oder durch Dinge, die wir erlernt haben, zum Beispiel indem wir Bücher lesen. Man muss schon sagen, dass es sich um ein düsteres Werk handelt. Aber es entstand im Winter unter Einfluss von anhaltendem Dauerregen. Und so kann es auch mal etwas schwermütiger und düsterer bei mir werden. Wir sehen also, setzt man alle Elemente, die die Bildschnitt uns bietet, in Kombination, sind uns und unseren Ideen in der Umsetzung kaum Grenzen gesetzt. Nun möchte ich Ihnen das Bild nochmal in einer besseren Auflösung zeigen, damit sie alle Details nochmal auf sich wirken lassen können. Wir beginnen hier oben mit dem Bilderrahmen und der Krone, die das Spiegelbild trägt, dem Buch, das übrigens mein Konzeptbuch eigentlich ist. Ich habe ja gesagt, es ist schön und sehr fotogen. Die Perlenkette. Das Model, das sich klammert oder anlehnt an den Spiegel. Das weiße Gewand. Und der Nebel, der Rauch, der die Nachtstimmung und die Farbigkeit wirklich nochmal perfekt macht. Wir sehen also, mit Bildgestaltung ist wirklich einiges möglich. Wir müssen die Regeln kennen. Dann dürfen wir sie natürlich auch gekonnt brechen. Wenn wir zum Beispiel Chaos erschaffen wollen, würde ich ein Bild nicht unbedingt in den Goldenen Schnitt setzen.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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