Mitarbeiter motivieren

Zu viel Arbeit, zu wenige Ressourcen – Überlastung als Demotivator

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Wer überarbeitet ist, dem fehlt Zeit zur (Selbst-)Reflexion und er verliert den Blick für den Wert seiner Arbeit – ein wichtiger, die Motivation von Mitarbeitern senkender Faktor.

Transkript

Das laufende Projekt ist noch nicht abgeschlossen, da kommt schon das nächste auf Sie und Ihre Mitarbeiter zugerollt. Und obwohl ein Kollege längerfristig krank ist und die Urlaubszeit ansteht, müssen Sie trotzdem ran. Die Zeit, wie sollte es anders sein, ist wie immer viel zu knapp bemessen. So oder ähnlich geht das vielen Beschäftigten Tag für Tag. Kritisches Hinterfragen, Selbstreflektion oder einfach einmal Zeit, um Luft zu holen und nachzudenken. All das bleibt auf der Strecke Die Konsequenz dessen ist, dass die Mitarbeiter das Gefühl für den Wert ihrer Arbeit verlieren. Sie denken, ich kann mich anstrengen wie ich will, es genügt sowieso nie. Damit sind nicht kurzfristige Phasen von Mehrbelastung angesprochen, sondern eher strukturelle Organisationsdefizite. Ich versuche das noch ein bisschen anschaulicher zu machen. Wenn Sie beispielsweise drei Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie mit Urlaubs- und anderen Ausfallzeiten rechnen. So dass die letzten Endes im Durchschnitt auf die Arbeitskraft von lediglich zwei Personen zurückgreifen können. Wenn sie also ein Projekt, nehmen wir einmal an, mit einem Jahr Laufzeit vor sich haben, das ein Mann je Arbeitsleistung fordert, dann wissen Sie, dass Sie nur noch ein weiteres Mann-Jahr zur Verfügung haben. Zwei weitere Projekte der gleichen Größenordnung sind also ausgeschlossen. Viele Unternehmen und Führungskräfte führen sich Rechnungen wie diese aber nicht vor Augen. Sie tun so, als wären drei Mitarbeiter verfügbar, die allesamt mit voller Kraft fünf Tage pro Woche am Projekt arbeiten. Die Mitarbeiter erkennen die Situation oft viel besser. Wenn der Vorgesetzte falsch gerechnet hat, dann geht ihre Motivation völlig in den Keller, eben weil sie keine Chance sehen, das Ziel auch nur annähernd zu erreichen. Wenn in Ihrem Unternehmen eine solche Situation entsteht, dann sollten bei Ihnen als Führungskraft alle Alarmglocken läuten. Aber wie können Sie derartigen Motivationsfallstricken aus dem Weg gehen? Im Prinzip nur durch zweierlei. Gründliche, ehrliche Planung und bestmöglichen Einsatz Ihrer Mitarbeiter. Analysieren Sie vor der Entscheidung über ein Projekt wie viel Leistung Sie tatsächlich an Bord haben. Berücksichtigen Sie, wie viel Zeit Sie und Ihre Mitarbeiter mit administrativen Tätigkeiten verbringen. Denken Sie aber nicht nur über die Zeit nach, die das Projekt in Anspruch nimmt. Fragen Sie sich außerdem, wie Sie Ihre Mitarbeiter in dem Projekt so einsetzen können, dass jeder sein bestes Ergebnis liefern kann. Diese Hinweise mögen Ihnen banal erscheinen. Aber bedenken Sie, in vielen Fällen werden genau diese Fragen nicht beantwortet bevor neue Projekte beschlossen werden. Und dieses Versäumnis rächt sich dann später während der Projektphase. Denn sein Ausgleich kostet Ressourcen in Form von Zeit und Geld, die ursprünglich nicht eingeplant waren. Eine weitere Möglichkeit Überlastung zu vermeiden besteht darin, für begrenzte Zeit zusätzliche Kräfte zu rekrutieren, beispielsweise freie Mitarbeiter. Natürlich bedeutet das zusätzliche Kosten. Es hat aber einen entscheidenden Vorteil. Sie können frei entscheiden, welche Tätigkeiten Sie von außen beziehen wollen und Sie können ganz gezielt jemanden auswählen, dessen Kernkompetenz in genau dem Bereich liegt, der bei Ihnen im Haus nicht ausreichend vertreten ist. Damit sind Sie viel effizienter als Sie es mit Ihrem bestehenden Team sein können. Selbst wenn Sie den Aufwand für die Einarbeitung einer neuen Kraft mit einrechnen. Als letztes schließlich, wenn nichts mehr geht, sollten Sie in der Tat auch darüber nachdenken, das Projekt abzulehnen. Wenn Sie von vornherein wissen, dass Ihr Team das Projekt nicht erfolgreich wird abschließen können, weil dazu die Mittel nicht ausreichen, dann sind Sie sogar dazu verpflichtet, nein zu sagen. Als Führungskraft tragen Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber Verantwortung und müssen Sie schützen. Das alles funktioniert nur unter einer Voraussetzung. Die Topmanagement-Ebene muss ein Bewusstsein dafür entwickeln, wenn Überlastung droht. Sie muss wissen, dass Sie als Führungskraft das Thema offen und ehrlich behandeln. Nur so haben Sie überhaupt eine Chance die Unterstützung des Topmanagements zu bekommen. Die brauchen sie nämlich, wenn Sie gegen strukturelle Überlastung in Ihrem Wirkungsbereich etwas tun möchten. Aber es lohnt sich. Nicht nur wegen der positiven Motivationseffekte.

Mitarbeiter motivieren

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1 Std. 33 min (20 Videos)
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Erscheinungsdatum:25.04.2016

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