Photoshop-Tipps: Jede Woche neu

Zerstörungsfreie Hochpassschärfung

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

In diesem Video der Woche möchte ich Ihnen einige Tipps und Tricks zum Hochpassfilter geben, der meiner Meinung nach eine der besten Schärfungsmethoden für Einsteiger als auch Fortgeschrittene darstellt. Die Hochpassschärfung ist eine sehr gute Schärfung, weil es damit fast unmöglich ist, ein Bild kaputt zu machen, solange Sie in der Füllmethode Weiches Licht bleiben. Ja, und deshalb ist diese Schärfungsmethode auch vor allem für Einsteiger sehr gut geeignet, obwohl es natürlich einige Schritte erfordert, damit zu schärfen. An sich ist die Hochpassschärfung auch nicht besser oder schlechter als die anderen Scharfzeichnungsmethoden, zum Beispiel der selektive Scharfzeichner ist zwar deutlich leistungsfähiger, bietet mehr Einfluss auf das Ergebnis, aber den müssen Sie auch schon deutlich besser verstehen. Sie müssen mehr dazu wissen über Photoshop und Sie können das Bild damit natürlich sehr schnell kaputt machen, wenn Sie die Regler auf Anschlag nach rechts ziehen. Und das ist beim Hochpassfilter wie gesagt nicht so leicht möglich, und Fortgeschrittene, die können vor allem beim Hochpassfilter davon profitieren, dass man Gradationskurven und mit weiteren Filteranwendungen das Schärfungsergebnis noch weiter beeinflussen kann. Ja, aber darum soll's heute mal gar nicht gehen. Ich möchte Ihnen nur einmal die grundsätzliche Vorgehensweise für die Hochpassschärfung zeigen und dann möchte ich Ihnen zeigen, wie das Ganze nicht-destruktiv mit einem Smartfilter machen können. Und die folgende Vorgehensweise, die bietet sich vor allem dann an, wenn Sie ein Bild fürs Internet schärfen. Also da arbeiten Sie vor allem mit kleinen Radien und die Vorgehensweise ist immer die Gleiche. Duplizieren Sie zunächst mal die Ebene, die Hintergrundebene und dann wählen Sie den Filter und den finden Sie unter Sonstige Filter. Hier ist er auch schon Hochpass. Und Sie haben hier im Prinzip nur eine Einstellung, und das macht ihn so interessant für Einsteiger. Sie brauchen jetzt hier nur den richtigen Radius finden. Ein höherer Radius betont vor allem die Form so wie das hier jetzt sehen, also diese einzelnen Nieten, die kommen hier wunderbar zur Geltung, wenn Sie das möchten, dann nehmen Sie einen hohen Radius. Wenn Sie aber schärfen möchten fürs das Internet, dann sollte der Radius sehr klein sein, also möglichst unter einem Pixel. Ich würde hier sagen, ein Pixel ist dann wirklich das Maximum. Wenn Sie für den Druck schärfen, okay, dann können Sie auch höhere Werte nehmen, aber fürs Internet würde ich Ihnen fast empfehlen, zwischen 0,5 und 1 zu bleiben. Ich nehme jetzt hier mal einen Wert von 0,8 und Sie sehen auch sofort, welche Kanten und welche Details dadurch betont werden. Ich klicke dann hier auf OK und muss jetzt hier nur noch die Füllmethode ändern. Und hier gibt es jetzt verschiedene Füllmethoden, die mit dem Hochpassfilter zusammen gut funktionieren, zum Zweck der Schärfung und das sind lneinanderkopieren, Weiches Licht Hartes Licht, Strahlendes Licht und Lineares Licht. Ich nehme mal hier Lineares Licht und da sehen Sie gleich, was das für ein extremen Einfluss hat. Das würde ich jetzt schon als Überschärfung bezeichnen. Das sollten Sie nur benutzen, wenn Sie wirklich ein extrem scharfes Ergebnis möchten und hier die Deckkraft vielleicht noch etwas senken oder die einzelnen Säume mithilfe von Gradationskurven etwas abmildern. Das ist etwas sehr Fortgeschrittenes und deshalb würde ich Ihnen empfehlen, bleiben Sie hier auf jeden Fall bei diesen beiden Füllmethoden also entweder lneinanderkopieren oder Weiches Licht. Mit Weiches Licht machen Sie eigentlich nie was verkehrt. So, und jetzt sieht das erst mal aus, als wenn es nicht geschärft wurde, natürlich im Vergleich zum eben überschärften Ergebnis. Aber wenn ich mal einen Vorher-Nachher-Vergleich mache, das ist vorher und das ist nachher. Also subtil, aber achten Sie mal hier auf diese kleinen Details bei dem Gestänge oder hier auf die Nieten oder auf die Treppe hier unten, nachher, vorher, nachher, das ist wirklich eine sehr schöne Schärfung. Eins müssen Sie noch beachten. Das ist zwar bei diesen kleinen Radien nicht so wichtig, aber bei den größeren Radius dann doch, dass Sie diese Ebene entsättigen müssen, weil sonst kommt es zu Farbverschiebungen. Wenn Sie jetzt, wie gesagt, einen Radius von unter einem Pixel haben, dann spielt es überhaupt keine Rolle. Aber ich zeige es Ihnen das noch mal, ich dupliziere die Ebene und wende den Hochpassfilter einfach noch mal an. Hier, das war der falsche Filter. Ich nehme mal hier oben noch mal den Hochpassfilter, so. Wenn ich jetzt einen hohen Radius nehme, dann sehen Sie, wie hier noch Farbanteile auf dieser Hochpassebene liegen, Wenn Sie jetzt aneinander grenzende Farbflächen haben, dann kann es sein, dass die Farbe, die Komplementärfarbe jeweils auf die andere Farbfläche übergreifen. Das sieht dann einfach schön aus, das heißt in so einem Fall müssen Sie die Hochpassebene dann noch entsättigen. Das machen Sie der Einfachheit halber über Bild Korrekturen und Sättigung verringern beziehungsweise über den Shortcut Shift+Cmd+U beziehungsweise auf dem PC Shift+Strg+U. Ja, und so muss das Ganze dann aussehen und um diese Ebene soll's uns mal gar nicht gehen, aber ich kann vielleicht mal den Effekt noch mal zeigen, hier mit lneinanderkopieren. Das würde jetzt mehr die Formen betonen. Also, das wird alles recht plastisch. Vielleicht nehme ich hier auch nur Weiches Licht und dann sehen Sie, wie hier die sehr hellen und sehr dunklen Säume etwas subtiler ausfallen. Also Vorher-Nachher und das können Sie natürlich auch kombinieren, jetzt mit der Schärfungsebene darüber. Und dann haben wir ein Vorher-Nachher-Ergebnis, das wirklich knackig wird und ich würd sagen, da mir das so gefällt, lassen wir einfach diese formbetonende Ebene drin, wir müssen aber hier oben die Ebene auch noch entsättigen. Ich hab's mir einfach angewöhnt, eine Hochpassebene immer zu entsättigen beziehungsweise als Smartfilter im Luminanz-Modus zu verwenden. Dazu kommen wir gleich. Also hier diese Ebene mit Shift+Cmd+U entsättigt und dass wäre jetzt die Schärfung, die Sie mit dem Hochpassfilter erfolgreich durchgeführt haben. Wie geht das Ganze jetzt nicht-destruktiv? Wenn Sie da nur mal etwas herumprobieren möchten, verschiedene Varianten erzeugen und diese dann vielleicht im Browser vergleichen, um zu sehen, wie Ihr Foto dann im Internet wird, dann benutzen Sie den Hochpassfilter als Smartfilter. Und dazu lösche ich mal diese beiden Ebenen, dupliziere wiederum den Hintergrund und verwandle die Kopie jetzt in ein Smartobjekt, mit einem Rechtsklick und ln Smartobjekt konvertieren. Dann auf diese Ebene können Sie jetzt den Hochpassfilter wiederum anwenden, also Filter Sonstige Filter Sieht erst mal alles wie gehabt aus. Und wir machen das mal wiederum mit zwei Filtern, einmal mit diesem hier, mit dem Radius von 5,4 in diesem Fall, OK. Und da nehme ich einfach noch mal eine Hochpassebene und zwar mit den anderen Einstellungen, also mit einem Radius von 0,8 zur Schärfung. Ja, das sieht gut aus, ich klicke auf OK. Und ja, oh Schreck, jetzt haben wir nun dieses Ergebnis. Jetzt kann ich zwar hier die Füllmethode ändern auf Weiches Licht, habe dann aber nur den Effekt der oberen Hochpassfilterebene. Und das möchte ja nicht, ich möchte ja beide kombinieren und ich muss ja zusätzlich noch diese Ebenen irgendwie entsättigen oder die Sättigung loswerden. Wie gehen Sie da jetzt vor? Zunächst einmal lassen Sie diese Ebene in der Füllmethode Normal. Wir kommen gleich später dazu, warum Sie diese doch noch ändern sollten und für die Hochpassfilter, da ändern Sie die Effekteinstellung auf die entsprechende Füllmethode um. Dazu klicken Sie hier auf dieses kleine Symbol am Ende der Filterebene und dann kommt hier ein kleiner Hinweis, den Sie sich mal in aller Ruhe durchlesen, den ich hier nicht wieder sehen möchte, klicke auf OK und kann jetzt hier die Füllmethode ändern, auf Weiches Licht. So, das war jetzt für den einen Filter, klick auf OK und Sie sehen, Sie können auch hier die Deckkraft noch abstimmen und so weiter, also, das ist ganz praktisch. Ich klicke hier also auf OK, gehe dann in den anderen Filter, weil der muss ja auch in eine andere Füllmethode versetzt werden und da nehme ich wiederum Weiches Licht. Und jetzt haben wir hier unser kombiniertes Schärfergebnis. also Vorher-Nachher, aber wir hätten jetzt auch, was man bei diesem Bild vielleicht nicht so sieht, weil die Farben doch recht einheitlich sind, wir hätten hier diese Farbverschiebung und die zu vermeiden, müssen Sie nur eins tun. Sie müssen die Ebene, an die Sie die Hochpassfilter gehängt haben, in die Füllmethode Luminanz setzen. So, und dann haben Sie keine Farbverschiebung, da sind Sie auf der sicheren Seite und haben eine schöne Schärfung durchgeführt. Und jetzt können Sie herumspielen beispielsweise diese Datei hier exportieren, über Speichern unter oder über Exportieren für Web speichern und dann können Sie verschiedene Varianten einfach mal vergleichen, indem Sie hier reingehen und zum Beispiel mal einen höheren Radius nehmen für die Formenbetonung und einen noch kleineren Radius für die Schärfung. Ja, und dann können Sie einfach mal schauen, was Ihnen besser gefällt, indem Sie diese Bilder dann vergleichen. Und beim Entdecken der Möglichkeiten und beim Entdecken der feinen Schärfe, die Sie mit dem Hochpassfilter erzeugen können, wünsche ich Ihnen viel Spaß.