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Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Y Waveform Videoscope

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Das Y-Waveform-Messgerät zeigt die Helligkeitsinformationen eines Bildes an und wird stets zu Beginn der Farbkorrektur angewendet.

Transkript

Das Y-Waveform Messgerät zeigt uns ausschließlich die Helligkeitsinformationen eines Bildes. Also, wo die dunklen und hellen Stellen liegen und welche Helligkeit sie haben. Der Buchstabe Y steht dabei für die Helligkeitsinformation Luma, nicht zu verwechseln mit der Leuchtdichte, der Luminanz. Das Wort Luma wurde 1953 von dem National Television System Committee, kurz NTSC eingeführt. Die YC Variante des Waveformmessgeräts misst hingegen auch noch die Chrominanz, also die Farbigkeit, aber bei den meisten Messgeräten kann man die Chrominanz abschalten, da wir die Farbeinformationen mit anderen Messgeräten messen werden. Das Y-Waveform sieht ziemlich science-fiction-mäßig aus, es ist aber ein sehr wichtiges Messgerät, also machen wir uns ein wenig damit vertraut. Wenn wir waagrecht daraufschauen, passt es von links nach rechts exakt zu unserem Videobild. Achten Sie also bitte darauf, wo im Bild ein Bereich liegt, bevor Sie auf das Messgerät schauen. Wenn wir senkrecht daraufschauen, sehen wir die Helligkeitsinformationen. In unserem Beispiel messen wir nach der US-amerikanischen NTSC-Norm, mit Schwarz auf 0 IRE-Einheiten und Weiß auf 100 IRE-Einheiten. Die Abkürzung leitet sich von der ehemaligen Organisation des Institute of Radioengineers ab. 0 IRE entspricht nach der NTSC-Norm einer elektrischen Spannung von 0 Volt. Wenn wir in den USA ein Fernsehprogramm senden wollen, müssen wir unsere schwärzesten Bereiche auf 7,5 IRE einstellen, was als sendetauglich eingestuft wird. Im europäischen PAL-System werden die IRE hingegen anders verteilt, sodass 0 IRE in Europa einer elektrischen Spannung von 0 Millivolt und 100 IRE einer Spannung von 0,7 Millivolt entspricht. Auch hier gilt, die schwarzen Bereiche dürfen nicht unter 0 IRE und nicht über 100 IRE liegen, damit das Videosignal als sendetauglich gilt. Nachdem wir nun wissen, was waagerecht und senkrecht passiert, schauen wir uns ein paar Bereiche im Bild genauer an und korrigieren sie. Zur Information, das Bild hier ist bereits farbkorrigiert, deswegen sieht es schon ziemlich gut aus. Später werden wir das unkorrigierte Bild messen und entsprechend selbst einstellen. Okay, das erste und meistens Wichtigste sind die Hauttöne. Auf der linken Seite können wir sie an der waagrechten Position erkennen und daran, dass Sie sich sehr stark auf einen kleinen Bereich konzentrieren. Grundsätzlich sollte die Helligkeit von Hauttönen immer zwischen 60 und 80 Prozent liegen. Das sieht in diesem Beispiel ziemlich gut aus. Wie sieht es aber mit den restlichen Bereichen aus? Hier liegen die dunklen Bereiche der Pflanzen und hier die hellen Bereiche und der Himmel und hier liegen die Werte von der Wand hinter ihr. Am Ende hat Lenas T-Shirt eine ungefähre Helligkeit von circa 40 Prozent. Egal, welche Software Sie benutzen, die Belichtungsregler sind in jeder Software nahezu identisch. In der Regel finden wir überall eigene Regler für die Schatten, die Mitteltöne und die Lichter. In Avid Media Composer werden die Schatten mit Setup, die Mitteltöne mit Gamma und die Lichter mit Gain geregelt. In Final Cut Pro X finden Sie die einzelnen Regler für Schatten, Mitteltöne und Lichter, in einem eigenen Belichtungspanel, wo Sie links auch einen Regler für die globale Einstellung haben. In der RGB-Welt werden die Schatten, die Mitteltöne und die Lichter bei 8-Bit auf die Werte 0 bis 255 verteilt, bei 10-Bit auf die Werte 0 bis 1024. In Premiere Pro finden Sie die Einstellungsmöglichkeiten in dem neuen Lumetri-Panel unter der einfachen Korrektur. In Premiere Pro und in Avid Media Composer können Sie die Werte zudem viel differenzierter über Kontrollpunkte in den Gradationskurven einstellen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie in Ihrem Programm die einzelnen Helligkeitsbereiche, Schatten, Mitteltöne und Lichter getrennt voneinander bearbeiten können. Das ist für eine korrekte Einstellung enorm hilfreich. Die Regler Helligkeit und Kontrast wirken hingegen immer global auf das ganze Bild und es lässt sich daher nicht so genau und fein einstellen, wie wenn ich die drei Bereiche unabhängig voneinander bearbeiten kann. Die Regler für Helligkeit und Kontrast wirken hingegen immer global auf das ganze Bild und es lässt sich daher nicht so genau und fein einstellen, wie wenn ich die drei Bereiche unabhängig voneinander bearbeiten kann. Also lassen Sie besser die Finger von allen Reglern, die eher alles in einem machen und benutzen Sie stattdessen die, die Ihnen differenziertere Einstellungsmöglichkeiten bieten. Ok, schauen wir uns das Bild von Lena im unkorrigierten Zustand an. Anhand des Messgeräts können wir sehen, wie die Werte mit dem Bild zusammenhängen. In Zukunft wird Ihnen das viel einfacher von der Hand gehen, aber zum Anfangen sollten wir erst einmal alle Bereiche des Bildes per Hand einstellen, damit wir wissen, wo wir stehen. Wenn wir Lena so anschauen, fällt sofort auf, dass Sie in mehreren Bereichen sowohl in der Farbe und der Helligkeit ein wenig Nachhilfe braucht. Starten wir zuerst mit dem Schwarzwert. Für das Beispiel verwende ich hier Premiere Pro als Software, aber in den anderen Programmen funktioniert das Ganze im Prinzip genau gleich. Ich wechsle zum Arbeitsbereich für die Farbkorrektur und setze hier den Schwarzwert auf den entsprechenden Wert ein. Dazu stelle ich vorher das Messgerät von RGB-Waveform auf YC, das wäre das mit der Chrominanz und in dem Fall brauche ich das nicht, auf YC ohne Chrominanz ein. Auf der rechten Seite sehe ich das neue Lumetri-Panel und hier kann ich unter der einfachen Korrektur den Schwarzwert direkt anpacken und verschieben. Dabei achte ich auf mein Messgerät und wenn das Schwarz dann ungefähr bei 0 liegt, stelle ich die Weißwerte ein und schiebe Sie ein wenig nach oben. Achten Sie dabei darauf, dass die Schatten und die Mitteltöne dabei relativ unberührt bleiben. Für den Weißwert müssen wir allerdings vorher entscheiden, welche Bereiche wir überhaupt weiß haben möchten. Da es aber nichts wirklich weißes im Bild gibt, lassen wir die Weißwerte bei ungefähr 90 Prozent liegen und steuern nicht voll aus. Sobald ich die Weißwerte nach oben schiebe, werden natürlich auch meine Schwarzwerte ein bisschen beeinflusst, sodass ich danach noch mal eventuell nachregeln muss, um entsprechend hier ein sattes Schwarz zu behalten. Dann habe ich auf der rechten Seite hier noch zwei zusätzliche Regler wie die Schatten und die Glanzlichter und hier kann ich zum Beispiel noch mal speziell in den Schatten arbeiten, und in den Glanzlichtern, wobei mir jetzt hier auch auffällt, dass die Hauttöne, auf die wir besonders viel Augenmerk legen sollten, ja ungefähr zwischen 60 und 80 Prozent liegen sollten. In dem Fall hier, das sieht man also schön: 70, 60, 70, 80 Prozent und damit bin ich jetzt doch relativ zufrieden. Ja, mal schauen. Okay, das sieht ganz gut aus. Falls Sie bereits Erfahrungen in Photoshop oder Lightroom oder anderweitigen Fotobearbeitungsprogrammen mit der Farbkorrektur gemacht haben, dann wird Ihnen auffallen, dass hier auf der rechten Seite in diesem Panel diese ganzen Regler ziemlich identisch sind mit anderen Programmen. Als Beispiel kann ich hier mal zeigen. In Photoshop, sollte man einen Camera Raw-Filter applizieren, finden wir auch hier wieder die gleichen Controls, nämlich den Schwarzwert, den wir kennen, und den Weißwert und auch hier haben wir die Tiefen und die Lichter. In Lightroom sieht es genauso aus. Auch hier haben wir unter "Entwickeln" auf der rechten Seite dieselben Controls, dieselben Regler. Auch hier sehen wir wieder Schwarzwert, Weißwert. Also, wenn man dieses System einmal verstanden hat und diese Zuordnung dieser Regler kennt, dann fällt es einem sehr viel leichter, in allen möglichen Programmen zu arbeiten und eine saubere Farbkorrektur zu erreichen. Wenn wir uns nun vorher und nachher anschauen, sehen wir, dass wir dieses Bild doch deutlich verbessert haben und wenn ich die Schwärzen zu weit nach unten ziehe, dann entsteht irgendwann mal der Moment, wo sie zu stark zusammengestaucht werden. Das gleiche passiert auch oben, wenn ich die Helligkeit zu stark verstärke und dadurch die weißen Bereiche zu stark nach oben gequetscht werden. Wenn ich dabei ohne Messgerät arbeite oder nicht genau darauf schaue, kann das auch dazu führen, dass die Highlights und die Shadows, also die weißen Bereiche und die schwarzen Stellen, zu starke gecrushed oder geclipped werden, also zusammengestaucht oder abgeschnitten werden und dadurch wertvolle Informationen in weißen und schwarzen Bereichen des Bildes verloren gehen. So, schauen wir uns noch ein anderes Bild an, zum Beispiel das hier. Da sehen wir, dass wir schon ein ganz anderes Problem haben und wir legen das mal hier dazu. Und dann suchen wir uns eine gute Grimasse aus. Das ist doch ganz nett, ok. So, dann schauen wir uns dazu auch wieder die Lumascopes an und hier sehen wir, dass wir ein schlecht belichtetes Bild haben, weil ein großer Bereich des Bildes oder des möglichen Belichtungsspielraums ungenutzt blieb. Also in dem Fall müssen wir sehr stark nach oben verstärken und je nachdem, wie stark wir verstärken, kann das Bild auch gut oder auch unnatürlich aussehen. Ich nehme jetzt mal die weißen Stellen, weil die Schwärzen liegen ja schon relativ weit unten und ziehe das mal so weit hoch, wie es geht. Wir schauen und sehen, da kommen wir gar nicht so weit hinauf, wie wir wollen und dafür müssen wir natürlich noch mal die Belichtung allgemein etwas nach oben ziehen und sehen wir auch schon, wie schnell Kompressionsartefakte auftauchen. Da haben wir natürlich jetzt ein Problem, mit dem wir nur bedingt klarkommen werden. Das ist einfach schon schlecht aufgenommen. Ich ziehe also nochmal hier den Belichtungsumfang ein wenig nach oben. Auch hier haben wir kein echtes Weiß im Bild, kein 100 Prozent Weiß. Die Hauttöne sollten ungefähr zwischen 70, 60 und 80 Prozent liegen. Das sind Sie hier in dem Fall. Wir gucken mal, wo sie liegen. Das sind Ihre Hauttöne hier. Ja, auch wenn es nicht ganz so aussieht, das hier rechts ist die Wand, linke Seite ist hier diese Wand, dann haben wir hier eine Spitze. Das ist das hier, hinter Ihrem Kopf und hier unten sehen wir den schwarzen Bereich für Ihre Jacke. So, das heißt, wir müssen also noch ein bisschen nach oben gehen, dass wir hier wieder die Zeichnung reinbekommen und zusätzlich müssen wir die Hauttöne noch einen Ticken nach oben ziehen, sodass sie wenigstens über die 60 Prozent kommen, gut. Als nächstes müssten wir natürlich diese Farbe ändern und den Farbstich anpassen und das können wir in dem Fall ganz einfach dadurch machen, indem wir die Farbtemperatur ein bisschen kühler ziehen. Aber wie das genau geht, schauen wir uns in einem anderen Video an.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
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