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Photoshop CS6: Retusche & Restaurierung

Workflow für Porträtretusche entwickeln

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Analysieren Sie mit dem Trainer diverse Bilder, um anschließend einen Workflow zu entwickeln. Jedes Bild benötigt einen anderen Workflow und Sie erfahren, worauf bei dieser strukturierten Arbeitsweise besonders zu achten ist.
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Transkript

Analysieren Sie mit mir Bilder, um anschließend einen Workflow zu entwickeln, denn jedes Bild benötigt einen anderen Workflow. Es gibt nicht den Gewinner-Workflow, sozusagen. Ich zeige Ihnen, worauf Sie bei dieser strukturierten Arbeitsweise achten müssen. Ich habe hier jetzt einmal zwei sehr unterschiedliche Bilder ausgewählt, zum einen ein relativ normales Paarporträt, vor einer weißen Wand aufgenommen und dann ein Beauty-Bild von einem professionellen Model, mit Studiolampen ausgeleuchtet. Und ich denke, wenn man die zwei hier vergleicht, dann sieht man schon die zwei unterschiedlichen Charaktere, die Eigenschaften dieser zwei Fotos. Hängt natürlich auch sehr stark von der gewählten Beleuchtung hier ab. Aber anhand dieser zwei Beispiele hier kann man sehr gut deutlich machen, wie unterschiedlich ein Workflow sein kann und dass man ihn jedes Mal wieder aufs Neue an ein Foto anpassen muss. Wie plane ich also einen Workflow bei einem relativ normalen Porträt wie dem hier. Nun, zuallererst dupliziere ich mir immer die Hintergrundebene mit Strg+J beziehungsweise Apfel+J, um schon einmal auszuschließen, dass ich hier nicht auf der Hintergrundebene arbeite. Die benenne dann auch gleich um in "Kopie". Somit bin ich da schon mal auf der sicheren Seite. Dann lege ich mir meistens eine Leere an und erstelle mir so eine Art Farbplan, der ist ganz persönlich für mich, und da schaue ich mir das Foto jetzt oft fünf Minuten oder länger an und versuche herauszufinden, was muss ich an dem Foto eigentlich retuschieren, beziehungsweise, was hat mir der Kunde vielleicht auch bei dem Fotoshooting gesagt, was möchte er denn gern verbessert haben. Als allererstes fällt mir hier auf, dass z. B. dieser Finger hier links, der steht so richtig abgespreizt, und ich fände es viel schöner, wenn man den hier anlegen könnte. Also nehme ich mir hier mal einen Pinsel und mit roter Farbe markiere ich mir das hier auf dieser leeren Ebene. Das sind einfach so schnelle Merker für mich,  dass ich später nicht mehr suchen muss: "Was wollte ich eigentlich noch alles an dem Bild machen? Habe ich jetzt wirklich alles oder habe ich irgendwas vergessen?" Darum lass ich mir hier bei dieser Farbplan-Ebene wirklich Zeit. Dann als nächstes könnte ich mir vorstellen, dass man hier die Zähne noch etwas aufhellt, also markiere ich mir das als Nächstes. Dann zoome ich hier mal etwas näher ran. Wenn mein Kunde jetzt zum Beispiel gesagt hat: "Ich hätte gerne, dass die Fältchen hier um die Augen etwas abgemildert werden", dann markiere ich mir das hier natürlich. Beim Mann kann ich das ebenso machen, sollte man in der Regel aber nicht zu sehr wegnehmen, ich denke, das verfälscht auch den Charakter von so einer natürlichen Aufnahme, wenn plötzlich alle Menschen hier faltenfrei dargestellt werden. Dann möchte ich vielleicht hier die Augen noch etwas zum Strahlen bringen, und hier könnte ich mir vorstellen, könnte ich etwas verflüssigen und die Kontur hier etwas ansprechender gestalten. Je länger ich auf dem Foto herumschaue,  ich finde eigentlich gar nicht mehr so viele Kleinigkeiten, die jetzt noch unbedingt hier in dieser Farbplan-Ebene aufnehmen müsste. Aber das wären so die gröbsten Geschichten, vielleicht noch ein bisschen Glanz hier oben in die Haare bringen, aber das war es dann auch schon. Also, jetzt habe ich mir die Sachen schon mal markiert, die ich unbedingt korrigieren möchte, die mir wichtig waren. Und als nächstes, bevor ich überhaupt loslege, dann setze ich mir persönlich immer eine Gradationskurve hinein. Das erinnert mich daran, dass ich vielleicht mal schauen könnte: Was kann ich hier am Kontrast noch drehen? Und ich leg mir auch immer eine Tonwertkorrektur rein, denn hier kann ich schon mal sehen, dass die Lichter hier beschnitten sind. Also, das müsste ich hier noch ergänzen. Das sind so Standardsachen, die eigentlich in jedem Workflow am Anfang, am Ende vorkommen können. Dann lege ich mir hier auf meiner Farbplanebene eine leere Ebene an und benenne die in "Retusche" um. Hier wird also die Hautretusche z.B. durchgeführt, oder die Falten abgemindert. Ich lege mir also auf jeden Fall auch noch eine leere Ebene an und benenne die in "Glanz" um, vielleicht besser in "Haarglanz". Dann brauche ich auf jeden Fall noch eine Ebene, wo ich den Finger hier korrigieren muss. Wenn ich das nun alles habe, dann geh ich hier oben auf die letzte Ebene, schnappe mir dann hier bis zum Farbplan bzw. sogar bis zur Hintergrundkopie alle Ebenen bei gedrückter Umschalttaste und gehe dann hier oben auf den Befehl "Ebene neu - Gruppe aus Ebenen". Jetzt wird mir das alles zusammengefaltet, sonst wird das vielleicht zu unübersichtlich. Diese Gruppe, die benenne ich dann eigentlich immer in "Retusche" um. Da steckt später dann bei mir alles drin, was ich hier retuschiert hab, so ist das Ganze immer aufgeräumt - und erst wenn ich das hier aufklappe, dann sehe später, was ich hier alles gemacht habe, und kann auch nicht destruktiv hier auf alles wieder zugreifen und kann hier Änderungen durchführen. Das wäre also mein persönlicher Workflow zu diesem Bild. Ich erstelle mir also zuerst eine Hintergrundkopie, um nicht auf der Hintergrundebene, auf dem Original, zu arbeiten. Dann erstelle ich mir eine leere Farbplanebene, markiere mir mit irgendeiner Farbe, die auffällig ist und nicht im Bild vorkommt, meistens passt da rot ganz gut, die Stellen, die ich auch jeden Fall hier retuschieren möchte, die ich auf keinen Fall vergessen darf. Ja und dann geht es auch schon los: Ich richte mir eine Retuscheebene ein für Hautunreinheiten oder für die Hautweichzeichnung, in dem Fall jetzt hier noch eine für den Haarglanz, da möchte ich den Finger hier noch retuschieren, und eine Tonwertkorrektur und eine Gradationskurve sind obligatorisch immer mit dabei in meinem Workflow bei der Porträtretusche. Und dann kann ich loslegen. Im Vergleich dazu möchte ich Ihnen jetzt zeigen, wie anders der Workflow bei einem Beauty-Porträt ist, das einen ganz anderen Workflow hier erfordert. Auch hier erstelle ich  mir zuerst wieder eine Hintergrundkopie, über die ich dann eine leere Ebene setze, die ebenso hier "Farbplan" genannt wird. Ja und auch hier markiere ich mir jetzt die Sachen, aber mein Hauptaugenmerk wird bei dem Foto auf jeden Fall viel, viel mehr auf feinen Details im Gesicht liegen. Also das muss richtig sauber und strahlend werden und da zoome ich jetzt auch schon mal auf 50 oder 100 Prozent ran und schaue mir an, was es hier zu retuschieren gibt. Dann fällt mir hier als erstes auf: Hier sind noch so kleine Äderchen im Augenweiß, die markiere ich mir, die hätte ich schon mal gerne weg. Dann hier oben fehlt das Make-up, das möchte ich gerne ergänzen. Dann schaue ich mal weiter hier auf die Nase, die hat hier so einen kleinen Hügel, der muss auf jeden Fall korrigiert werden, den möchte ich begradigen. Die Fältchen hier unter den Augen, die stören mich und die Tränensäcke, die kann man hier auch gleich mitmachen. Die Hautunreinheiten, die sind obligatorisch  die markiere ich mir nicht mehr. Dann stört mich hier auf jeden Fall, dieses einzelne, lange Haar. Dann schaue ich gleich mal, ob hier noch ein paar so Querschläge mit dabei sind. Das hier passt auf jeden Fall auch nicht mit rein. Hier an der Augenbraue, das darf ich nicht vergessen, da ist so eine kleine Störung. Was mir auffällt, je länger ich das Bild anschaue, hier oben, die Stirn, die ist relativ hoch und das möchte ich auf jeden Fall anders schneiden. Also, ich ziehe mir hier einfach mal so eine grobe Linie, die soll mich daran erinnern, ich möchte das Bild noch beschneiden. Das kann ich auch ganz zum Schluss noch machen, wenn meine Retusche hier beendet es. Aber dann denke ich, zieht der Blick nicht zu sehr auf die Stirn und wird tief in mir wieder auf die Augen gelenkt. Dann schaue ich mir hier mal den Hals noch näher an. Auch da gibt es manchmal so unschöne Falten, die man wegretuschieren kann. Hier haben wir so eine, wenn auch nur ganz ganz leicht. Den Lippenglanz möchte ich intensivieren. Hier, außen, muss ich die Lippe noch etwas  korrigieren. Dann bin ich hier eigentlich ganz glücklich damit. Dann kommt hier auch noch etwas Glanz auf die Haare drauf. Das Weiß im Hintergrund, das gefällt mir eigentlich so ganz gut, dann schaue ich mir die Arme noch an, ob hier irgendwelche Auffälligkeiten sind. Der Boden, das ist alles sehr sauber. So denke ich, kann man dann retuschieren. In die Augen möchte ich vielleicht noch etwas Glanz hineinlegen, auch das markiere ich mir noch. Also Sie sehen, hier liegt der Fokus viel mehr auf kleinen Details, die dann das Bild letztendlich stimmig machen sollen. Hier werde ich auf jeden Fall eine Ebene für Weichzeichnung brauchen. Eine weitere Ebene brauche ich dann für die Augen, da wollte ich ja einiges machen. Dann brauche ich noch mal eine, wo ich hier das Augenweiß korrigiere. So geht das immer munter weiter: den Lippenglanz, den Glanz in den Haaren. Wenn Sie sich fragen: Wieso macht man das hier alles auf verschiedenen Ebenen? Man könnte doch alles zu auf eine Retusche-Ebene zusammenfügen. Das könnte man theoretisch schon, und es wäre sogar auch nicht destruktiv, wenn ich auf einer leeren Ebene arbeite. Allerdings, wenn ich dann zum Schluss meiner Retusche die Deckkraft dieser Ebene reguliere, dann reguliere ich alle diese ganzen Effekte, die ich jetzt hier aufgeteilt habe, die reguliere ich dann auf dieser einen Ebene, und ich habe nicht mehr die Möglichkeit zu sagen: Die Haare sollen 20 Prozent weniger glänzen, aber die Augen 80 Prozent mehr, oder die Lippen 40 Prozent weniger. Darauf habe ich dann keinen Einfluss mehr, und darum muss ich das alles hier so aufsplitten, wie ich mir das alles markiert habe. Und Sie sehen, das können schnell mal 10-15 Ebenen werden, bis man hier fertig ist. Aber es ist die Arbeit auf jeden Fall wert, weil Sie später, wenn Sie dann daran arbeiten, die absolute Kontrolle über Ihr Bild haben. Sie haben also gesehen: Unterschiedliche Bilder erfordern unterschiedliche Workflows. Analysieren Sie die Bilder relativ genau, nehmen Sie sich wirklich Zeit dafür. Fünf Minuten Bildanalyse spart Ihnen später eine halbe Stunde Retusche oder mehr. Arbeiten Sie, wann es geht, nicht destruktiv, damit Sie im Nachhinein noch leicht alles verändern können.

Photoshop CS6: Retusche & Restaurierung

Lernen Sie vielfältige Korrekturmöglichkeiten kennen und verschaffen Sie sich das notwendige Know-how, um Ihre Bilder mit Photoshop perfekt zu retuschieren oder zu restaurieren.

5 Std. 3 min (47 Videos)
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