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Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Farbe

Wie kommt Farbe aufs Papier? – Die Euroskala

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Hier erklärt der Trainer das Farbsystem CMYK und zeigt, wie Sie sich die subtraktive Farbmischung zunutze machen. In diesem Zusammenhang erfahren Sie auch, weshalb dabei das "K" addiert werden muss. Daneben lernen Sie mehr über die im Print-Bereich eingesetzte Euroskala und die dort benutzten Sonderfarben.

Transkript

Jetzt haben Sie schon sehr viel über Farben erfahren. Woher Farbe überhaupt kommt, wie sie entsteht, welche Farben in welchen Medien verwendet werden. Sie haben über die Bedeutung der Farbkontraste gehört, den Farbkreis, das Verhalten von farbigen Flächen und Formen, Schriftfarben, transparenten Farben. Sie haben erfahren, wie ein einfacher Farbindex entworfen wird, wie Sie Farblärm vermeiden. Sie haben den Unterschied zwischen Licht- und Objektfarben kennengelernt und den Zusammenhang von additiven und subtraktiven Farben. Und genau hier möchte ich nochmals einhacken. Denn es nicht nur wichtig zu wissen, sondern auch sehr spannend, wie sich Farbe auf Papier verhält. Ich rede hier von Druckfarben, nicht wie ein Künstler seine Farben aufträgt, sondern von modernen Druckprozess. Schließlich liegt es nah, dass Sie Ihre Entwürfe publizieren möchten analog und digital. Und da sollten Sie wissen, wie das funktioniert und was Sie beachten müssen. Sie erinnern sich sicherlich noch an die additiven und subtraktiven Farben. Das Wichtigste: Die digitalen Medien müssen mit Lichtfarben bedient werden, also den additiven Farben und die analogen Medien, hier wird es meistens das Bedrucken von Papier gemeint, mit Objektfarben, also den subtraktiven. Denn alle Bedrucktstoffe sind Objekte, die nicht aus sich selbst herausleuchten, sie können lediglich die Farben ihrer Oberflächenbeschaffenheit reflektieren. Das was uns die Natur der Farben vorgibt, haben findige Drucker aufgegriffen und technisch umgesetzt. Hierzu müssten sie keine neue Farblehre entwerfen, sondern sie bedienen sich dessen, was ohnehin schon lange bekannt war, nämlich den subtraktiven Farben. Schauen wir uns nochmals die Grundfarben der subtraktiven Farben an. Das sind Cyan, Magenta und Gelb. Überlagern sich alle drei Grundfarben vollständig, subtrahieren sie sich zum Sinneseindruck Schwarz. Überlagern sich nur zwei der Farben, entstehen die komplementären Grundfarben der additiven Farbmischung die für den Druckprozess nicht relevant sind. Die lassen also hier beiseite. Bleiben wir bei den subtraktiven Farben Cyan, eine Art Blaugrün, Magenta, eine Art Purpur, Gelb und nun ergänzt durch die komplette Überlagerung, das Schwarz als Kontrastverstärker. Es entstehen also vier Grundtöne und diesen vier Grundtöne bedient sich der sogenannte Vierfarbdruck, der auch 4C, für four colours, oder CMYK genannt wird. C steht für Cyan, M für Magenta, Y für yellow, also Gelb und K für key, den Kontrast, das Schwarz. Die Drucktechnik macht sich also ganz einfach die subtraktive Farbmischung zunutze, mit deren Grundfarben in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen nahezu alle Farbtöne erzeugt werden können. Dieses normierte Druckfarbensystem nennt sich Euroskala. Hier habe ich die beiden Grundfarben der Euroskala Cyan und Geld in zehnprozentiger Abstufung miteinander gemischt und es entstehen 100 Farbfelder unterschiedlicher grünblau Tönung bis hin zum reinen Grün, wenn beide Farben in hundertprozentiger Überlagerung übereinander liegen oben rechts. Würde ich die Farben Cyan und Gelb in einprozentiger Abstufung mischen, entstünden schon 10.000 unterschiedliche grünblaue Töne. Dasselbe habe ich hier mit den Farben Cyan und Magenta gemacht. Es entstehen die Purpur- und Blauetöne bis hin zum reinen Blau wieder im 100 % Überlagerung oben rechts. Würde ich die Grundfarben Magenta und Gelb miteinander mischen, entstünden alle Orangentöne bis hin zum reinen Rot. Und hier habe ich alle Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb miteinander kombiniert, wobei ich das Gelb volltönig, also 100 % unterlegt habe. In der völligen Überlagerung alle drei Farben subtrahieren sie sich zum Sinneseindruck Schwarz wieder oben rechts. Wie sagt man so schön: Grau ist alle Theorie. Das trifft auch leider auf die Drucktechnik zu. Denn rein theoretisch müssten aus den nur drei Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb sämtliche Farben des subtraktiven Farbspektrums erzeugt werden können. Das funktioniert aber nicht, weil es immer zu technischen Ungenauigkeiten kommt und vor allem Ding zu Wahrnehmungsfehlern, die unser Gehirn beschert. Einige davon haben Sie schon kennengelernt, Farbflimmern und solche Sachen. Und aus diesem Grund behilft man sich in der Drucktechnik, indem man den drei Grundfarben in einer leichten Beimischung den Kontrast Schwarz hinzufügt. Eben 4C. Mischen wir nun alle vier Druckfarben in einprozentiger Abstufung miteinander, kommt die Euroskala schon auf 100 Millionen Farbtöne. Ein perfektes System. Rein theoretisch ist das natürlich möglich, aber das menschliche Auge kann ungefähr 5 Millionen Farben unterscheiden. Immerhin! Manche Tiere müssen sich mit dem Schwarzweiß-Eindruck ihrer Umwelt zufrieden geben. Es gibt auch Farben, die sich durch die Farbseparation nach Euroskala nur unzureichend oder überhaupt nicht darstellen lassen, zum Beispiel Schmuckfarben wie Gold-, Kupfer oder Silbertöne. Oder Leuchtfarben, die in der natürlichen Welt so gut wie gar nicht vorkommen oder solche, die sich nach anderer Normierung richten. Für solche Fälle gibt es Farben, die nicht per Euroskala gemischt werden, sondern als exakt vorgefertigte Farbtöne zu haben sind. Das sind die sogenannten Sonderfarben. Da gibt es zum Beispiel den großen amerikanischen Herrsteller Pantone, der eine Vielzahl von Farben zur Verfügung stellt, die den Farbtönen der Euroskala in Sachen Klarheit und Brillanz überlegen sind. Oder auch die HKS-Normierung, die eine Sonderfarbpalette deutscher Hersteller anbietet. Und besonders schöne und vielfältige Metaliktöne gibt es von K&M. Das Hinzufügen einer Sonderfarbe bedeutet in der Regel, eine verbesserte Wiedergabe bestimmter Farbelemente, es ist aber auch immer mit höheren Druckkosten verbunden.

Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Farbe

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