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Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Weißabgleich

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Weil Licht nicht gleich Licht ist, sondern in wechselnder Farbtemperatur daherkommt, muss die Kamera "erfahren", welches Weiß das "echte" Weiß ist - dann stimmen auch die restlichen Farben. Lernen Sie mehr in diesem Video!

Transkript

Willkommen im warmen Umfeld, ihr seht das Lächeln, der Hut, das sommerliche Umfeld. Wir haben mal ein bisschen die Temperatur hoch getrieben und es ist auch schon richtig warm hier drinnen geworden. Vielleicht denken wir das Ganze einfach mal ein bisschen ab und schauen mal wie gut das funktioniert. Es wird schon ein bisschen-- besser ist es auf jeden Fall. Ging ganz schön schnell. Was ist passiert? Worüber reden wir jetzt eigentlich? Wir reden momentan über Farbtemperaturen. Licht ist nicht gleich Licht. Licht hat verschiedene Farbtemperaturen, Licht hat also eine Bandbreite, die wir sehen oder nicht sehen können. Ihr wisst das vom Spektrum her, was wir selber sehen - und das ist eigentlich bei der Kamera nichts anderes. Deswegen gibt es an der Kamera den berühmten Weißabgleich. Das heißt also, wir definieren der Kamera, was ist weiß. Warum ist das wichtig? Kleines Beispiel: Wir hatten einmal im Büro, im Künstlerörtchen Worpswede - wunderschön gelegen - die gesamte eine Seite des Büros war eine große Glasfront die nach draußen zum Wald hin zeigte, und wenn dann Licht erschien dann fiel vom Wald aus eher grünes Licht ins Büro herein, und es färbte alles ins Grünliche. Man selber, der man natürlich die ganze Zeit dort arbeitet, kriegt das gar nicht mit. Das heißt, wenn ich ein weißes Blatt Papier in die Hand nehme, dann sagt mein Gehirn, das ist ein weißes Blatt Papier - für die Kamera aber, die das fotografiert, ist das nach wie vor lindgrün, nämlich überhaupt nicht weiß. Das heißt, ich muss der Kamera in diesem Fall sagen, dieses Blatt Papier ist weiß. Also sozusagen meine Referenz angeben, was ist weiß, was ist nicht weiß. Warum erwähne ich das überhaupt? Wir haben das ganz häufig gerade abends, wenn sozusagen die Party stattfindet oder meinetwegen die Location erreicht wird, die in so ambitioniertes Licht getaucht wird - vielleicht in wunderschönem orange oder rot oder grün - auf einmal der ganze Raum in einer ganz anderen Farbstimmung ist. Unser Brautkleid aber demzufolge auch. Also eben gerade, als ihr gesehen habt, als mein Hemd eigentlich eher ein Orange hatte, in Wirklichkeit aber ein Cremeton ist, das heißt, das passiert bei dem Brautkleid ganz genauso. Und das, was die Braut eigentlich nicht sehen möchte, ist, dass ihr Brautkleid gar nicht weiß war. Sie möchte das eben schon in Weiß sehen. Manchmal, wenn es schön aussieht, dann lassen wir es, aber in den meisten Fällen nehmen wir es raus. Und gerade für uns ist das Problem, wenn wir abends fotografieren und die Leute, die tanzen, die sind ausgelassen, die fangen an zu schwitzen, das heißt, die Haut, die rötet sich - wenn ich dann auch noch so ein ambitioniertes oranges Licht dazu habe, dann bekomme ich ein super krebsiges Gesicht rein, und das wirkt auf den Bildern dann auch nicht mehr charmant. Das heißt also, in solchen Fällen muss ich der Kamera eine neue Referenz setzen. Wenn ich es vergesse, müsste ich es in der Nachbearbeitung machen - aber denkt immer daran, die Bilder, die ihr fotografieren könnt, im Vorfeld, die müsst ihr nicht mehr nachbearbeiten, und das spart einfach Zeit. Das ist ein wesentlicher Faktor. Das, was ich schon richtig fotografieren kann, was ich richtig machen kann, das mache ich auch richtig, weil nachher ist es Zeit, die um ein Vielfaches mehr Aufwand bedarf und auch mehr Zeit verschlingt, als wenn ich es gleich richtig mache. Früher haben wir das so gemacht, dass wir häufig ein Papiertaschentuch genommen haben - Papiertaschentuch, sage ich jetzt einfach mal so, weil es immer verfügbar ist - irgendjemand hat immer eins dabei, meistens ich selber auch. Zum anderen ist es so, dass das Verfahren, in dem diese Papiertaschentücher hergestellt wird, das Bleichen, das nimmt die Farbe sozusagen raus, und wir haben damit einfach die Geschichte, dass es einem reinen Weiß am ehesten entspricht. Warum nehme ich nicht das Brautkleid oder das Hemd vom Bräutigam? Ganz klar, ähnlich wie bei mir, ich trage kein weißes Hemd - das hat jetzt einen leichten Cremeton - das ist bei den meisten Brautkleidern auch der Fall, also rein Weiß bei Bräuten ist eher selten, das hängt damit zusammen, dass ein rein weiß zu unserer Haut meistens ein bisschen zu extrem wirkt, und dadurch wirkt man so ein bisschen kränklich. Deswegen hat man sehr häufig wirklich diese Creme, Champagnertöne - das heißt, die sehen einfach charmanter aus, und deswegen ist das Brautkleid in den wenigsten Fällen weiß. Deswegen kann ich das als Referenz doch eher schlecht nehmen, das heißt auch nachher in der Nachbearbeitung ist das immer ein echtes Problem - da muss ich dann irgendwo gucken, was ist eigentlich weiß. Das heißt, im Vorfeld Papiertaschentuch nehmen. Dieses einmal über die Linse stülpen, die Kamera in die Hand nehmen, ins Licht photographieren und das Bild hinten, was dann sozusagen dargestellt wird, das als "Weiß" deklarieren. Dann weiß die Kamera: "OK. Das was jetzt gerade - welcher Ton auch immer da ist - der ist eigentlich mein eigentliches Weiß," und sie rechnet dann die gesamten Bilder - die dann erstellt werden - um, mit diesem Weiß als Referenz. Dadurch verändern sich natürlich dann auch die anderen Farben halt. Da muss man halt eben, wie gesagt, gucken wie das dann nachher aussieht. Aber, der Part an der ganzen Sache - Ihr seid erstmal auf der Sicheren Seite. Ein anderer Teil, der gerade jetzt bei den moderneren Kameras sehr gut funktioniert und zwar speziell dort die einen Video-Modus haben. Da gibt es nämlich einen "Live-View" - das heißt ich sehe direkt was ich photographieren kann. Aber viele Kompaktkameras haben das auch. Ein Modus, wo ich eigentlich gar nicht mehr durch den Sucher gucke, sondern einfach hinten auf dem Display schon das Bild angezeigt bekomme. Ich mache das mal an. Ich habe jetzt hier ein Flimmern, das hängt jetzt mit der Kamera zusammen. Es ist jetzt bei euch auch zu sehen auf dem Video. Aber es ist, wie gesagt, nicht von dem Video kommend, sondern es kommt von der Kamera; aber darum geht es auch gar nicht. Sondern, was wir jetzt einmal, ich geh mit dem Finger drauf, zeigen wollen. Hier unten gibt es einen Punkt - Profikameras haben das immer schön brav draußen-- das ist herrlich, weil wir hin und wieder daran müssen. Nicht so extrem wie die Videographen, die das auf jeden Fall vorher einstellen müssen. Wir fotografieren die meiste Zeit - also wirklich fast immer - im Automodus des Weißabgleichs, das heißt, die Kamera erkennt es sehr gut selber, was weiß ist. In den wenigsten Fällen müssen wir das umstellen. Das sind wieder diese Spitzen, wo wir abends in einer Location sind, wo das Licht sehr stark eingefärbt ist, da legen wir Hand an und verändern selber den Weißabgleich. Warum habe ich den Live-View angemacht? Ganz einfach, weil ich das jetzt verändern kann. Ich denke mir, dann sieht man schon sehr schön, was dadurch passiert. Da kann ich drauf klicken, und wenn ich jetzt hier drehe, wird hier gerade-- Ich komme von meinem "A" auf das etwas ältere Symbol, das ist halt hier die Glühlampe, die wir heute gar nicht mehr haben, aber sie war lange Zeit natürlich halt eben allgegenwärtig. Diese Innenraumfotografie-- und wenn ich jetzt einmal weiterdrehe, einfach damit man es besser sieht, hier auf das Kunstlicht, die Leuchtstoffröhre, die wir hier sehen. Ich klicke noch einmal zurück, einfach damit man sieht wie der Unterschied sich auswirkt, d. h. also hier sehen wir jetzt auch schon am Monitor sozusagen die Farbverfremdungen, die Temperaturveränderungen, die in dem Licht von der Kamera erkannt werden. Ich gehe einmal weiter, nach dem Kunstlicht kommt hier jetzt die Sonne - das Draußen-Fotografieren - und die Kamera stellt hier um. Das Bild wirkt per se ein bisschen-- ja, ich würde jetzt mal so tippen so oranger halt, gelblicher, also das sind halt eben so Nuancen, die Sie einfach schon in den Presets von der Kamera vornimmt. Ich komme hier weiter, das ist der Klassiker, das ist das Blitzlicht. Der Blitz hat ja sein eigenes Licht, also eigentlich versucht man immer bei dem Blitz möglichst ein Reinweiß zu bekommen, und bei den modernen Blitzen  ist es auch so. Bei den ganzen TTL-Blitzen, also diese "Through the lens"-Blitzen, dass sie halt eben selber messen und daher verwenden wir dieses - wenn wir einen Blitz aufstecken - nicht das Blitzsymbol, sondern wir bleiben weiterhin bei unserem Auto-Modus. Das hat sich sehr gut bewährt, also das funktioniert ganz hervorragend, da muss ich nicht extra umstellen. Ich gehe hier mal weiter, jetzt haben wir das Bewölkt-Symbol, ihr wisst das sicherlich, ihr kennt das, bewölkt draußen, im Gegenzug dazu meinetwegen das gleißende Sonnenlicht, hier verändern sich eben die Farben, ja auch für uns draußen betrachtenderweise und demzufolge auch ganz klar für die Kamera. Ich gehe jetzt einfach weiter und komme hier dann zu einem Punkt, der für uns ganz wichtig ist, das ist der Kelvin-Wert. Der Kelvin-Wert ist der Wert für die Farbtempteratur. Was ist das tolle am Kelvin-Wert? Das ist letztendlich die Tatsache, dass wir hier ganz dezidiert einstellen können, ganz fein einstellen können. Wir haben gerade so einen Kelvin-Wert, wenn ich draufklicke, ihr seht es, bei 8000 und ich kann hier  am Rad drehen. Der Kelvin-Wert wird verstellt. Ich laufe jetzt gerade runter - 7000, 6000. Ihr seht halt einfach, das Bild verändert sich hier die ganze Zeit, bis ganz runter zum Kelvin-Wert von 2500. Das wäre halt eben der Wert, der das Bild dann tatsächlich in so einem ganz starken Blau darstellt. Wenn ich jetzt weiter drehe, springt er hoch und wir haben wieder das ganz orange Bild. Insofern, wir können natürlich den Kelvin-Wert sehr dezidiert umstellen. Daher ist es dann gerade jetzt, wenn man einen "Live-View" hat, eine ganz herrliche und einfache Angelegenheit, in der Location sich selber seine Farbtemperatur - seine Farbstimmung - festlegen zu können. Es ist eine tolle Sache. Wie gesagt, wenn ich rein weiß bin, aber es nicht rein Weiß haben will, wo ich einfach sage: "Mensch, eigentlich sieht es noch ein bisschen charmanter aus, wenn ich ein bisschen von dieser rötlichen Stimmung zeige oder vielleicht muss ich es so ein bisschen stärker in diese Blau rein treiben." Dann kann ich das in diesem "Live-View" direkt sehen und er macht es halt sozusagen. "What you get is what you see". Dieses Bild macht er dann auch und das ist natürlich für mich wesentlich leichter. Deswegen verwenden wir das Taschentuch nicht mehr, aber wenn ich keinen "Live-View" habe, ist es immer noch eine super Option. Wie gesagt, es erspart mit unendlich viel Arbeit, wenn ich im Vorfeld den Weißabgleich gut getroffen habe; dann brauche ich im Nachhinein nichts mehr daran zu machen und bin auf der sicheren Seite. Aber ein bisschen im Kopf behalten: Die Kamera "resettet" den Weißabgleich nicht, das heißt, wenn ich die jetzt ausmache - ihr habt den "Shutter" gerade gehört, den Live-View hat er ausgemacht. Ich mache die Kamera wieder an und - ich zeige mit dem Finger darauf hier unten - der Kelvin ist weiterhin eingestellt, das heißt, sie geht nicht automatisch auf das Normale, diesen Automodus, den wir meistens verwenden, zurück. Das heißt, ich muss erst wieder darauf gehen und muss wieder zu meinem "A" zurück, damit ich das eingestellt habe, weil sonst habe ich genau das negative Gegenteilige. Das heißt, ich fotografiere die nächsten Bilder, vielleicht am nächsten Tag, dann in der Stimmung - der Farbe - die ich am Abend zuvor gewählt habe. Das wiederum kann natürlich ganz böse nach hinten losgehen, dann habe ich nämlich wieder mehr Arbeit, weil ich dann im Nachhinein diese Bilder korrigieren muss. Immer ein bisschen im Kopf behalten: Wenn ich den Weißabgleich am Abend verändert habe - bevor ihr die Kamera in die Tasche packt, wenn es dann fertig geschossen ist - denkt daran, den Weißabgleich zurückzustellen auf "Automatik". Dann passiert am nächsten Tag kein Fauxpas und die Bilder werden auf jeden Fall gut.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

5 Std. 51 min (52 Videos)
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