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Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Was macht ein Schwarzweiß-Bild aus?

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Maike Jarsetz und Eberhard Schuy diskutieren, was ein Schwarzweiß-Bild charakterisiert und in welchen fotografischen Szenarien welche Bildwirkungen zu erwarten sind – unter anderem auch, was wann funktioniert und was nicht.

Transkript

Schauen wir doch einfach mal, was die Schwarzweiß-Fotografie oder Schwarzweiß-Umsetzungen in den einzelnen Genres der Fotografie für eine Bedeutung haben. Beginnen wir mal mit der People-Fotografie und da sieht man schon, Farbe ist gar nicht so unbedingt wichtig. (M. Jarsetz) Also vor allem in der Umsetzung nicht unbedingt wichtig. Du siehst es vom fotografischen Standpunkt her, ich oft in der Umsetzung, dass man ein People-Bild, das in Schwarzweiß umgewandelt wird, eigentlich kaum noch weiter bearbeitet. Es ist ja auch so, dass die Person, egal ob Sie farbig oder schwarzweiß dargestellt ist, in jedem Fall perfekt zu erkennen ist. Also wir können hier fast schon die Haarfarbe erkennen und ahnen, wir wissen, dass sie helle Haut hat, dass sie helle Augen hat. Also vieles in der People-Fotografie wird auch im Schwarzweiß vollkommen klar. Ja, es ist uns vertraut und wir sehen genau das, was wir erwarten und wir müssen es nicht ablenken durch Farbe; durch Augenfarben, durch Lippenfarben, Kleiderfarben, die wir natürlich hier in der Entwicklung noch weiter rausarbeiten könnten, aber nicht müssen. - Anders ist es in der Food-Fotografie. - Das stimmt. Also da kann ich aus eigener Erfahrung und eigenem Leid berichten, dass gerade so Pralinen nicht unbedingt immer in Schwarzweiß funktionieren, weil wenn ich dich jetzt frage: "Vollmilch, Zartbitter, was ist da oben drauf?" Wirst du, da du die Pralinen nicht kennst, ziemlich aufgeschmissen sein. (M. Jarsetz) Genau, du müsstest es mir sagen und ich müsste versuchen, es in der Bildbearbeitung herauszuarbeiten. Das heißt, da ist ein bisschen mehr gefordert, da müssen wir in die Farben reingehen, da müssen wir bestimmte Farben herausarbeiten, andere zurückdrängen und auch sehr viel mit Kontrasten arbeiten, damit wir mit Chance die Stimmung einfangen, die wir in der Farbe, in der sanften Farbgebung, auch hatten. Mit Hinblick, dass es nicht unbedingt immer gelingen kann. - Genau. - Weil es einfach auch Motive gibt, die sind nicht Schwarzweiß geeignet. Anders in der Architektur-Fotografie. Da gibt es sicherlich auch Motive, die nicht geeignet sind, aber es ist einfach ein dankbares Thema. Architektur besteht aus Linien, besteht aus Bögen, Geraden, einfach Symmetrien, Geometrien, die durch Licht und Schatten gebildet werden. Das ist ja genau das, was wir in Schwarzweiß haben, wir spiegeln das Licht und den Schatten wider und können deshalb mit einer Schwarzweiß-Umsetzung uns in der Architektur-Fotografie genau auf das konzentrieren, was wir da auch sehen wollen. Farbe lenkt meistens nur ab. Ja, und wenn da noch so tolle Strukturen im Bild sind, dann ist es eigentlich klar, hier braucht es keine Farbe. Genau. Hier versucht man natürlich immer noch zu optimieren, also gerade Architektur-Fotografie wird oft in der Schwarzweiß-Umsetzung übersteigert. Mit sehr starken Kontrasten wird gearbeitet. Es wird leicht entfremdet mit Schwarzweiß-Kontrasten gearbeitet, die vielleicht in der Realität gar nicht da waren. Aber genau das bringt halt, das Technische, die Architektur, die Form erst richtig zur Geltung. Ja. Dann kommen wir zur Landschaftsfotografie. (M. Jarsetz) Ja, da möchte man natürlich eigentlich in der Realität bleiben, also das abbilden, was man auch sieht und die Landschaftsfotografie besticht ja eigentlich durch Farben: blauer Himmel, blaues Wasser, grüne Bäume, Blüten, die bunt sind. Und meistens, wenn man das Schwarzweiß umwandelt, ist man nicht so zufrieden, weil man irgendwie die Stimmung nicht rüberkriegt. Und dann muss man einfach zurückdenken an analoge Zeiten, wo man auch mit Filtern gearbeitet hat. Wo man zum Beispiel mit Orangefiltern den Himmel dunkler gemacht hat, oder mit Gelb- und Grünfiltern das Blattwerk weiter rausgebracht hat und das ist dann die Aufgabe der Schwarzweiß-Umsetzung, wenn man mit Landschaften arbeitet, die Stimmung des Bildes erstmal so herauszuarbeiten, wie man es gesehen hat und dann aber auch so zurückzudrängen, damit wir wirklich in diesem klassischen Schwarzweiß-Genre wieder landen, was wir alle kennen. Naja, das Problem ist ja, dass es sehr viele Farbnuancen gibt, sehr viele Grüntöne, Blautöne, hier im Wasser noch die Spiegelung dazu und es ist eben da nicht besonders einfach, mal schnell ein Schwarzweiß zu konvertieren, sondern durch die vielen Farbtöne, die Nuancen, wenn man die nicht wirklich trifft im Schwarzweiß, sieht das Schwarzweiß auch flach und langweilig aus. Ja, und da gibt es eigentlich in all diesen vier Themenbereichen, die wir gerade angesprochen haben, immer solche und solche Beispiele, wo man mal auf den ersten Blick -- oder auf den ersten Klick -- eine sehr perfekte Schwarzweiß-Umsetzung hat und bei anderen, wo man ein bisschen mehr arbeiten muss und auch wiederum andere, die sich überhaupt nicht eignen. Ich denke, das gucken wir uns als Nächstes an, dass wir einfach mal ein paar Motive gegenüberstellen und dabei zeigen, welche eignen sich für Schwarzweiß-Umsetzungen und welche nicht.

Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Lernen Sie, was die Schwarz-Weiß-Fotografie ausmacht – von der Bildgestaltung über die richtige Motivsuche und Aufnahme bis hin zur Bildbearbeitung.

2 Std. 15 min (25 Videos)
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