Azure: Basiswissen für Administratoren

Was ist IaaS?

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Zu Anfang grenzt der Trainer die Begriffe SaaS, PaaS und IaaS voneinander ab. Im Wesentlichen geht es um die unterschiedlichen Ebenen, die man benötigt, um eine Anwendung betreiben zu können. Je nachdem, ab welcher Ebene man selbst verantwortlich für den Betrieb sein möchte, trifft man seine Auswahl.
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Transkript

Bei Infrastructure as a Service geht es darum, eine sofort nutzbare Computing-Infrastruktur über das Internet zu beziehen. Der Vorteil ist im Wesentlichen, dass man keine Anfangsinvestitionen tätigen muss, das heißt, es muss nichts eingekauft werden für mehrere zehn oder hunderttausend Euro. Es fallen lediglich Nutzungsgebühren beziehungsweise Betriebskosten an. Grundsätzlich kann man bei Cloud-Services drei unterschiedliche Ebenen unterscheiden, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind. Bei Software as a Service angeboten zielen wir in erster Linie auf Endbenutzer ab, weil gehostete Anwendungen von einem Anwender bereitgestellt werden. Der Bereich Platform as a Service zielt in erster Linie auf Programmierer beziehungsweise Entwickler ab, die im Wesentlichen einen Punkt beziehungsweise eine Plattform benötigen, um ihren Code bereitstellen und dort laufen lassen zu können. Was für Entwickler weniger interessant und deswegen abstrahiert ist, wie viel Arbeitsspeicher wird zu Verfügung gestellt beziehungsweise findet eine Datensicherung oder Wiederherstellung statt, das findet auf einer anderen Ebene statt, nämlich auf der Ebene der Infrastuktur. Bei Infrastruktur sprechen wir im Wesentlichen über virtuelle Maschinen, über virtuelle Netzwerke und virtuellen Storage beziehungsweise Speicherkapazität. Und auch das kann ich mir in einem sogenannten Infrastructure as a Service-Szenario von Microsoft hosten lassen. Geschäftliche Einsatzszenarien für Infrastructure as a Service können so aussehen, dass ich gerade, wenn ich mit Azure noch keine Erfahrungen habe, mit das Thema Dev/Test beziehungsweise Tests und Entwicklungen erst einmal anschauen sollten, um die Plattformen kennenzulernen. Das bedeutet, ich kann typische Testszenarien, wie ich möchte auf einer VM kurz etwas ausprobieren beziehungsweise ich möchte auf einer VM Visual Studio laufen lassen, um dort Code kompilieren zu können an Azure outsourcen. Sprich, das, was ich vorher auf meinem Client beziehungsweise meinem Laptop lokal virtualisiere, das kann ich an Azure outsourcen. Ein anderes schönes Beispiel, was jetzt hier nicht aufgelistet ist, ist das Thema Branch offices beziehungsweise Zweigstellen. Wenn Sie eine Zweigstelle beispielsweise in New York City eröffnen würden und Sie haben dort bisher keine Infrastruktur, gibt es die Möglichkeit, eine solche Infrastruktur in Form von virtuellen Computern, virtuellen Netzwerken und virtuellem Storage aus dem nächstgelegenen Azure Datacenter zu beziehen. Wenn nun dieses Branch Office nicht erfolgreich arbeiten sollte und es muss nach einem Jahr wieder geschlossen werden, können Sie die benötigen Ressourcen einfach abschalten und zahlen anschließend kein Geld mehr dafür, ohne etwas verkaufen oder entsorgen zu müssen. Betriebswirte sprechen bei den sogenannten Investitionsausgaben von Capex beziehungsweise Opex. Capex bedeutet in dem Fall Capital expenditure, ist also die Anfangsinvestition, die erst einmal im Rahmen des Einkaufs getätigt werden muss, um eine Applikation überhaupt abbilden zu können. Dafür brauche ich eine Infrastruktur. Ich brauche virtuelle Maschinen, ich brauche Storage, ich brauche Netzwerk Devices. Die müssen geliefert, eingebaut werden. Das kostet Geld, das kostet vor allem Zeit, bis ich überhaupt einmal anfangen kann, die Applikationen zu entwickeln beziehungsweise zu testen oder Qualitätsmanagement zu machen. In Azure konzentrieren und fokussieren wir uns auf sogenannte Operational Expenditures, das heißt, die Kosten, die im Laufe des Betriebes entstehen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass in der IT-Branche die Bereitstellung einer Software deutlich zu lange gedauert hat. Dies betrifft natürlich auch den Beschaffungsprozess von Hardware beziehungsweise Infrastruktur. Hier sehen wir einen Blogbeitrag aus dem TechNet aus dem Jahre 2013, aus der Zeit, als Microsoft Azure noch Windows Azure hieß. Hier sehen wir ein sehr schönes schematisches Beispiel, wo noch einmal abgegrenzt wird, was der Unterschied ist zwischen On Premise, Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software as a Service mit entsprechenden Applikations- oder Plattformbeispielen. Anhand dieses immer gleich aufgebauten Stapelmodels sehen wir, welche Schichten benötigt werden, um eine Applikation betreiben zu können. Ich brauche Daten, ich brauche eine sogenannte Runtime-Umgebung, eine Middleware, ein OS, also ein Betriebssystem, eine Virtualisierungsumgebung. Ich brauche Server, ich brauche Storage und ich brauche Netzwerke, damit die Server miteinander sprechen können. Wenn ich jetzt eine Applikation über die Cloud abbilden möchte oder ich möchte Services aus der Cloud in meine Applikation miteinbinden, hat sich die Best Practice eingestellt, dass man erst einmal versuchen sollte, über Software as a Service den sogenannten Business Need abzubilden, sprich, das, was die Abteilung braucht, um effizient arbeiten zu können. Da gibt es im Bereich Office 365 beispielsweise unterschiedliche Applikationen, die man nutzen kann für informelle Zusammenarbeit, die aber teilweise nicht besonders stark anpassbar ist. Das bedeutet, wenn sich herausstellt, dass das, was Office365 auf der Software as a Service- Ebene bietet, nicht zu dem passt, was Sie benötigen, oder nicht gut genug ist für das, was Sie benötigen, gibt es die Möglichkeit, eine eigene Applikation zu entwickeln auf der Platform as a Service-Ebene. Das bedeutet, Sie sind verantwortlich für die Applikation und für die Daten. Alles andere wird von Microsoft gehostet, das heißt, Sie sind nicht verantwortlich dafür, ob die Runtime beziehungsweise das Betriebssystem oder die Virtualisierungsumgebung unter der Haube zur Verfügung steht beziehungsweise betriebsbereit ist. Das sehen Sie auch nicht, das ist gekapselt. Sollte Ihr Szenario Infrastruktur miteinschließen, das heißt, Sie möchten oder müssen Zugriff haben auf das, was auf der Betriebssystem- oder Middleware-Ebene passiert, müssen Sie auf die Infrastructure as a Service-Ebene heruntergehen, das heißt, dort betreiben Sie wieder eigene virtuelle Maschinen beziehungsweise Storage beziehungsweise virtuelle Netzwerke, sind dann aber natürlich wieder für den Betrieb und das Patching und auch die Sicherung von diesen Ebenen verantwortlich. Wenn Sie sich aus Kostengründen entscheiden, eine Applikation On Premise zu betreiben oder beispielsweise gegenüber Ihren Kunden eine Selbsterklärung unterschrieben haben, dass Sie Daten nicht an einen Cloud-Provider auslagern, dann gibt es natürlich immer noch die Möglichkeit, eine Applikation On Premise zu betreiben mit allen Verantwortlichkeiten und allen Kosten, die natürlich daran hängen. Das bedeutet, wenn es hier einen Ausfall gibt, sind Sie erst einmal dafür verantwortlich, dass dieser Ausfall vorkommt, und haben natürlich entsprechenden Zeitdruck diesen Ausfall schnellst möglich beheben zu können. Natürlich lässt sich der Betrieb von einer On-Premise-Infrastruktur mit Infrastructure as a Service vermischen, das heißt, wir reden dann über einen sogenannten Mischbetrieb oder über ein sogenanntes Hybridszenario. Das kann dann so aussehen, dass bestimmte virtuelle Server On Premise laufen. Bestimmte andere virtuelle Server laufen auf der Infrastructure as a Service-Ebene bezogen aus einer bestimmten Azure Region. Und diese Sourcen können Sie dann miteinander sprechen lassen über ein sogenanntes Site-to-Site VPN. Das bedeutet, es ist im Endeffekt eine Verlängerung Ihres eigenen Datacenters oder Ihrer eigenen Infrastruktur, und Sie können entscheiden, welche virtuellen Maschinen Sie nach draußen geben möchten und welche Sie innerhalb Ihrer eigenen Data-Center Infrastruktur in der sogenannten Private Cloud betreiben wollen. Das bedeutet, Sie haben hier eine Verlängerungs- oder Erweiterungsmöglichkeit für Ihre eigene Infrastruktur. Wenn Sie besondere Anforderungen an Latenz beziehungsweise Performance an Ihrer Applikation haben, die Sie betreiben möchten, spielt es natürlich eine wesentliche Rolle, wie weit das Datacenter, was Sie benutzen, von Ihrem eigenen Standort entfernt ist. Wenn Sie jetzt beispielsweise in Frankfurt oder Magdeburg stationiert sind, haben Sie gute Karten, denn dort befindet sich ein Datacenter beziehungsweise eine sogenannte Azure Region. Wenn Sie beispielsweise in Neuseeland ein Branch Office oder eine Zweigstelle betreiben, haben Sie es relativ weit bis zum nächsten Datacenter, in dem Fall sind das die Regionen Australia East und Australia South East, aus denen Sie dann entsprechende Cloud-Services beziehen können. Aber wir sehen hier eine spürbare räumliche Trennung, die zu einer spürbaren Latenz führen kann, wenn Sie eine Applikation betreiben möchten, die beispielsweise Realtime business intelligence zur Entscheidungsunterstützung in Form von Reports abbilden soll. Das heißt, um diese Lücke zu füllen, bräuchten wir eine Möglichkeit, das Objektmodell von Microsoft Azure, auch On Premise in einem eigenen Datacenter, sprich in der Private Cloud betreiben zu können, aber eben dort, wo sich die Zweigstelle oder die Niederlassung befindet. Für das Betreiben einer privaten Azure Region beispielsweise in Neuseeland oder in Zentralafrika oder in Zentralrussland, je nachdem, wo sich Ihr Unternehmen befindet, gibt es die Möglichkeit, über eine Hardware Appliance, die geliefert wird von Dell, Lenovo, Hewlett-Packard oder Cisco, ein Produkt zu nutzen, namens Azure Stack. Dieses Produkt gibt Ihnen die Möglichkeit, bestimmte Basisdienste, wie virtuelle Maschinen, Datenbanken, Storage zu betreiben in Ihrer Private Cloud unter Nutzung des gleichen Objektmodells, wie es im sogenannten Azure Ressource Manager ebenfalls verwendet wird. Dieses Video hat also einen ersten Einblick gegeben, worum es sich bei Infrastructure as a Service handelt und welche Nutzungsszenarien denkbar sind.

Azure: Basiswissen für Administratoren

Lernen Sie das Wichtigste, was Sie als IT-Adminstrator über die Möglichkeiten von Azure wissen müssen.

4 Std. 2 min (31 Videos)
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Erscheinungsdatum:07.09.2017

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