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Grundlagen der User Experience: Basiswissen

Was ist die User Experience?

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User Experience oder UX ist das Gesamterlebnis des Benutzers. Das beginnt bei seiner Vorstellung von Ihrer Website oder App, geht weiter mit seinen ersten Eindrücken und der ersten Bedienerfahrung und endet noch nicht bei dem, was er danach macht.
09:25

Transkript

Kunden, die eine neue Website wollen, die sagen mir oft, sie wollen eine gute Website. Wenn ich danach frage, was eine gute Site überhaupt ausmacht, dann entsteht erstmal eine Pause. Früher fielen nach kurzen Nachdenken Schlagwörtern wie modern, beeindruckend, zeitgemäß oder stylish. Immer häufiger jedoch höre ich erfreulicherweise etwas wie: Eine gute Website ist eine, die funktioniert. Von hier aus kann man loslegen mit der Konzeption. Was dieses Funktionieren genau ist, das arbeite ich in der Grobkonzeption zusammen mit dem Auftraggeber heraus. Wir legen also die Ziele der Site fest. Meist soll die Site Informationen bereitstellen, das Unternehmen und seine Dienstleistungen oder Produkte präsentieren und im Idealfall zur Kontaktaufnahme animieren. Manchmal soll die Site auch direkt verkaufen. Oder die Kunden sollen hier Hilfe bei Problemen finden. Schnell wird allen Beteiligten klar, eine gute Website ist eine, mit der die Benutzer umgehen können, die dort finden was sie brauchen und die ihnen bestenfalls auch noch Spaß macht. In den folgenden zwei Stunden geht es viel um Websites. Falls alles gilt aber genauso für Apps auf Mobilgeräten, für Programme oder sogar für nicht elektronische Produkte. Sehen wir uns mal Beispiele aus der Praxis an. Als Erstes möchte ich Ihnen eine App zeigen, die ich sehr gerne mag, die ich viel verwendet habe. In letzter Zeit nicht mehr ganz so häufig. Sie werden das gleich sehen, Paper heißt die App. Und die dient dazu Skizzen zu machen. Und ich habe hier hübsche kleine Notizbüchleien. Sehen Sie, hier kann ich mich hin und her bewegen dazwischen Kann auch ein von diesen öffnen. Und kann dann auch hier durch hin und her bewegen, die verschiedenen Seiten blättern. Das alles ist wunderschön animiert. Sieht für mich sehr gut aus die App und hat auch hervorragend Kritiken bekommen, weil sie einfach schön aussieht und das Wichtigste damit lässt sich einfach wunderschön zeichnen. Wenn ich jetzt hier mit + eine neue Seite anlege, kann ich die mit einem Tip auf die Seite eröffnen, dann kann ich jetzt hier loslegen. Unten sehe ich schon, da sind Stiften. Ich kann mir denken, na gut hier probiere ich einfach mal aus, wie dieses Stift funktioniert und fange damit anzuzeichnen. Ist jetzt ein wunderschönes helles Gelb. Wenn mir jetzt einfach nicht so gefällt, ich mach mal liebe ein Schwarz. Dann sieht man das sehr viel besser. Und was Sie hier auch gleich sehen, ich habe einen etwas zittrigen Strich, aber die App macht mir das relativ schön in gerade Striche. Sie wandelt es um und das Ergebnis sieht eigentlich immer viel besser aus, als wenn ich es von Hand zeichnen würde. Und das ist alles eben eine hervorragende App, die gut programmiert ist, die Spaß macht, die gut ausschaut. Sie hat aber ein paar Tücken. Wenn ich jetzt etwas rückgängig machen will, zum Beispiel diese beide Striche wieder weg haben, dann schaue ich auf mein User Interface also meine Benutzeroberfläche und stelle fest: Rückgängig-Button gibt es nicht. Aber ich habe vorher das Einführungsvideo gesehen und daher weiß ich, rückgängig mache ich mit zwei Fingern. Wenn ich meine zwei Finger drauflege, muss ich eine Kreisbewegung machen und wenn den Kreis zu klein mache, dann male ich hier bloß irgendwelche klein Kritzel hin. Das heißt, ich muss hier so ein bisschen versuchen einen größeren Kreis zu beschreiben. Dann kommt diese Rewind-Funktion, die an sich sehr schick ist, dann kann ich nämlich hier so Stück für Stück meine ganze Zeichnung wieder rückgängig machen oder sie wieder herholen. Und sozusagen hier in der Zeit zurückgehen von meiner Zeichnung. Das ist eine tolle Idee, es ist nur wahnsinnig frickelig. Und hier den richtigen Punkt zu treffen, an dem man wirklich hin möchte, das ist gar nicht so einfach. Das heißt, die Idee ist super, die Umsetzung ist einfach ein bisschen schwierig und es gibt einfach weitere Funktionen bei dieser wunderschöne App, die sich nicht ganz erschließen. Weiteres Beispiel ist zum Beispiel dieses Ding hier. Der kleine Stift. Wenn ich darauf tippe, sagt mir die App, ich soll jetzt bitte Bluetooth aktivieren. Das kann ich akzeptieren oder ich kann zu den Einstellungen gehen. Abbrechen kann ich das erstmal nicht. Von der Usability her ist das alles also nicht so ganz perfekt. Aber die User Experience ist so hervorragend, diese Stifte funktionieren so gut und so schön und die Ergebnisse sind so gut, dass die Leute das gerne in Kauf nehmen und man merkt, das Ding ist schon durchdacht und es ist nicht immer so, dass man sagen kann: Na ja, dann macht es doch so. Viele Sachen sind gar nicht so einfach zu verbessern und die gesamt User Experience ist einfach eine ganz hervorragende. Ein weiteres Beispiel wir suchen jetzt mal im Web. Und zwar, nehmen wir das Beispiel: Ein Freund hat von den Bose Sport-Kopfhörer erzählt, die sollen teuer sein und gut. Ich möchte mir angucken, was hat es mit den auf sich und fange an hier mal zu recherchieren. Ich gehe einfach über Google, die Suchmaschine meiner Wahl in dem Fall. Es wird mir gleich angeboten hier. Wunderbar! Ich tippe das an. Ich sehe hier erstmal eine Menge Werbung, von bose.at, bose. de und von Amazon. Da konnte ich sie direkt gleich kaufen, sehe ich. Ich will aber doch erstmal ein bisschen mehr Informationen haben. Ich sehe die Bose Homepage, Amazon und ich sehe zum Beispiel Testberichte. Testberichte klingt gut. Ich schaue doch mal dahin. Ich sehe, ah ja, hier schöne große Werbung. Interessiert mich jetzt erstmal nicht. Ich kann jetzt hier aber Testberichte dazu nachlesen. Dann schaue ich mal, ja, ok, wunderbar testberichte.de, da muss ich die Testberichte wahrscheinlich kaufen aber ich sehe hier schon mal so kleine Ausschnitte aus verschiedenen Testberichten, die sich alle gar nicht so schlecht anlesen erstmal. Ich will jetzt aber doch erstmal ein paar schöne Fotos und denke mir, ich gehe doch mal auf die Website von denen selber und schaue mir dieses Gerät an. Wunderbar, da sehe ich das Gerät in Aktion von sportlichen Menschen getragen. Bilder von diesen Kopfhörern, da tippe ich hier mal drauf und nein, vergrößern kann ich die nicht. Ganz in groß sehen würde ich sie jetzt schon gerne. Doch, hier Fotos. Ich muss eine Weile suchen. Es zwar eigentlich relativ groß, wenn man es mal weiß, dass hier unten die Fotos zu finden sind, ist es kein Problem, aber erstmal habe ich ein bisschen rumgesucht. Die Seite hat doch sehr viele Elemente drauf, wo ich erstmal gucken muss. Was ist denn das da alles? Viel Menü... Es ist nicht sozusagen sofort offensichtlich gewesen für mich zumindest. Jetzt kann ich hier aber jede Menge Fotos sehen. Das ist genau das, was ich haben möchte. Ich kann mir die also angucken, vergrößern wenn ich richtig darauf tippe und sehe, so sehen die Dinger also aus. Wunderbar. Dann konnte ich jetzt hier weitere Informationen dazu lesen, was das alles für Details haben, konnte technische Daten mir angucken. Alles wunderbar. Und angenommen ich bin jetzt hier überzeugt und sage, die will ich haben, dann könnte ich hier gleich schon groß, in grün gleich gut zu sehen die bestellen. Ich könnte hier tatsächlich die direkt bestellen und habe so das Gefühl, wunderbar, die kriege ich jetzt hier, kann zahlen mit Kreditkarte, es sieht für mich alles gut aus, Versand kostet nichts. Ich sehe hier alles auf einem Blick. Es macht also für mich dann doch in der Summe einen ganz guten Eindruck. Und jetzt sehen wir uns etwas ganz anderes an. Wir gehen weg von dem elektronischen Ding. Es haben alle Dinger eine Usability. Und es haben alle Dinger eine User Experience. Wir sehen uns an eine Tafelschokolade. Ich möchte diese Tafelschokolade öffnen. Ich stelle fest, das ist so eine Pappschachtel. Es ist jetzt etwas ungewöhnlich aber bitte es soll hochwertig sein, sieht hochwertig aus. Ich stelle fest, ne, so normal, wie man so einen Karton öffnet, soll man das wohl nicht öffnen. Beschriftet ist nicht, es steht viel drauf aber nicht, wie man es öffnen soll. Ich bin sowieso ungeduldig und würde es nicht lesen. Wunderbar! Offen! Jetzt stellen wir fest, diese Schokolade lässt sich gar nicht so einfach auspacken. Die ist nämlich jetzt hier nicht einfach so, wie das früher war, diese Alufolie so, dass man sie einfach öffnen kann, wenn man das ordentlich auseinander legt, sondern die ist nochmal verschweißt, das heißt, ich muss hier anfangen irgendwie rumzuzerren und aufzureißen. Und hier reißt es schon ab. Besonders hübsch ist das nicht. Aber dafür ist die Schokolade sicher verpackt, und wird sicher keine Gerüche aufnehmen und hält sich besser und irgendjemand hat sich irgendwas gedacht, das so zu machen. Aber von der User Experience her muss man sagen, ist es jetzt nicht die alle beste Aktion, die Sie jetzt hier gesehen haben. Es sieht auch nicht so wahnsinnig hübsch aus und wahrscheinlich sollte man sie auch umdrehen, weil sie von der anderen Seite sowieso schöner aussieht. Also die User Experience konnte man meiner Meinung nach hier noch ein bisschen verbessern. Aber ich bin ja kein Schokoladen-Designer, deshalb das nur so mal als Demonstration, dass Sie sehen, alles hat ein User Experience, Sie müssen zugucken. Sie müssen am besten Menschen zugucken, die Dinge benutzen, dann wissen Sie schon, wie es funktioniert. Und genau das wollen wir jetzt in der nächsten Zeit hier in diesem Video-Training machen und uns das speziell für Websites angucken.

Grundlagen der User Experience: Basiswissen

Lernen Sie UX-Methoden kennen, mit Hilfe derer Sie herausfinden, was Ihre Nutzer wollen, Struktur und Oberfläche vorab testen und Usability-Tests erfolgreich einsetzen.

1 Std. 7 min (18 Videos)
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