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Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Was ein Mensch sieht

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Menschen sehen durchaus etwas anderes, als ein fotografisches System erfasst. Der menschliche Gesichtssinn ist unvollkommen, doch Mediengestalter müssen lernen, damit umzugehen.

Transkript

Sichtbares Licht, so wie wir Menschen es wahrnehmen, ist ein Teil des elektromagnetischen Spektrums. Wellenlängen von etwa 400 bis 700 Nanometern bilden den kontinuierlichen Bereich der unser Gehirn über die Augen als Sensoren zur Unterscheidung von Farben stimuliert. Was wir als Sehen bezeichnen ist weitgehend die erlernte Interpretation, der über die Augen wahrgenommenen Sinneseindrücke. Etwas das groß und kontrastreich ist, ist wahrscheinlich etwas, was uns physisch nah ist. Etwas, das wir als klein und unscharf und kontrastarm sehen, ist wahrscheinlich räumlich etwas weiter entfernt. So lernen wir schon als Kind uns zu orientieren. Dass wir durch das Gehirn optische Reize aus der dreidimensionalen Raum analysieren können, hilft uns, uns selbst in diesem Raum zu positionieren. Für mich ist das ein faszinierendes Handwerk, diese dreidimensionale Erfahrungswelt in zweidimensionalen Bildern zu transformieren. Dabei funktionieren Fotografie und Sinematografie nur deshalb, weil ein Mensch eine fotografische Aufnahme mit selbstgemachten Erfahrungen abgleicht. Für synthetisch erzeugte Bilder sind wir daher sehr empfindlich und erkennen es meist sofort, wenn etwas nicht aus der realen Welt zu stammen scheint. Wie sehr uns eigene Erfahrungen leiten, zeigt uns eins der frühen filmischen Werke der Brüder Lumière. Ein Zug kommt an aus dem Jahre 1895. In Unkenntnis der Situation sollen Zuschauer erschreckt aus dem Filmtheater gestürzt sein, weil sie nicht vom Zug überrollt werden wollten. Genau da ist die Hürde erkennbar, die wir bei der Komposition von Chromakeys und auch anderen Special Effekts nehmen müssen. Das Ergebnis unserer Arbeit muss glaubhaft sein. Und das hat zunächst nichts zu tun mit Betrachtungen zur Auflösung Farbtiefe und so weiter. Wenn ein Pferd an uns vorbeigaloppiert, können wir seine Bewegung nicht in, sagen wir mal, 200 Phasen aufteilen, um zu analysieren, ob es zu irgendeinem Zeitpunkt kein Bein mehr auf der Erde hat. "unverständlich" hat diese Frage mit Hilfe der Fotgrafie gelöst. Damals reichten schon 18 Bewegungsphasen, um die frühen Kinobesucher glaubhaft eine flüssige Bewegung wahrnehmen zu lassen. Mit steigender Bildauflösung und einer immer besser werdenden Farbwiedergabe auf Bildschirmen steigt auch die erforderliche Bildfrequenz. Es mag daher sehr gut sein, dass wir und schon in sehr naher Zukunft mit höheren Bildwechselfrequenzen in den Medien auseinander setzen müssen, als bisher. Unser Gehirn liefert uns genau so viele Informationen, wie wir sie auch verarbeiten können, ohne dabei überfordert zu werden. Technisch betrachtet ist das nicht immer ein perfekter Prozess, weil das Gehirn die Wahrnehmungen unserer Sinne permanent in den Kontext gemachte Erfahrungen stellt. Wir kennen zahlreiche Beispiele, senorische Täuschungen, wie dieses wobei die meisten aus dem Feld der optischen Täuschungen stammen. Das zeigt und wie unvollkommen unser Gesichtssinn ist. Aber diese Umstand hat ebenso mehrfach die Medientechnik der vergangenen einhundert Jahre gerade zuerst ermöglichst. Zweig der Eigenschaften unseres Gesichtssinns sind direkt in die heute benutzte Technologie für Film- und Fernsehtechnik eingegangen. Erstens wir sehen nicht alle Farben des sichtbaren Spektrums gleich, zweitens nehmen wir die Helligkeitsanteile von Farben deutlich mehr wahr, als die Farben selbst. Unseren Gesichtssinn hat die Natur im Laufe der Evolution zu einem primären Schutzmechanismus entwickelt, der uns unter verschiedenen Bedingungen unterschiedlich sehen lässt. Grün ist die Farbe, die ein gesunder Mensch bei weitem am intensivsten wahrnimmt, sodass grün auch bei wenig Licht noch durchdrengt. Für rot und blau hingegen sind unsere Augen weitaus weniger sensibel. nachts sind alle Katzen grau, sagt der Volksmund, will heißen bei wenig Licht schwindet unsere Farbwahrnehmung bisschen unter zu fast reinen Schwarz-Weiß-Sehen. Der Verlauf der Wahrnehmung von Helligkeitseindrücken ist bei menschen nicht linear. Unsere Augen und unser Gehirn bevorzugen die dunkleren und mittleren Tonwerte. Am anderen Ende der Tonwertsskala, in den Lichtern, können wir Tonwertunterschiede deutlich schlechter voneinander trennen. Was heißt das nun in unserem Kontext? Beim Einrichten eines Chromakey-Hintergrundes ist die Überbetonung von Grün in unserer Wahrnehmung eher hinderlich. Da die Überstrahlung dem Gehirn signalisiert, die Irre ist zu schließen. Damit nehmen wir andere Farben dunkler wahr, was zu einer Vieleinschätzung des Gesamteindrucks führt. Daher ist auch die Einrichtung eines Blue-Screens insgesammt für die Augen entspannter. Ein weiterer physiologischer Effekt ist, dass das Gehirn einen permanenten Farbausgleich praktiziert. Wenn wir einen Gegenstand in leichtfarbigem Licht wahrnehmen, von dem wir wissen oder annehmen können, dass er selbst keine Farbigkeit hat, dann sehen wir auch nach kurzer Zeit keine Farbigkeit mehr. Wir sehen den Gegenstand dann als weiß oder grau an. Obwohl der Farbstrich messtechnisch defakto vorhanden ist. Die natur hat den Chromakey-Effekt nicht auf dem Plan gehabt. Und unsere Augen sind daher nicht als absoute referenztauglich, wenn die aber geeignete Messgeräte einsetzen, können wir die Messwerte recht gut mit dem Augenschein abgleichen.

Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Lernen Sie, wie Sie Greenscreen-Aufzeichnungen optimieren, sodass die Nachbearbeitung rasch von der Hand geht.

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