Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Was bedeutet ein digitales Schwarzweiß-Bild?

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Die beiden Trainer besprechen hier die einzelnen Faktoren, die man aus der analogen Schwarzweiß-Fotografie in die moderne, digitale Schwarzweiß-Technik übertragen muss.

Transkript

Was bedeutet jetzt eigentlich ein digitales Bild oder ein digitales Scharzweiß-Bild? Eberhard, wir beide kommen noch aus der analogen Fotografie. Wir haben noch mit Schwarzweiß-Filmen gearbeitet. Aber auch da haben wir natürlich auf verschiedene Sachen geachtet: auf Kontraste, auf Gradation, auf Tiefen, die wir rausarbeiten wollten und jetzt müssen wir das digital übertragen. Aber was sind das für Sachen, die wir vielleicht in die digitale Welt übertragen wollen? Es sind im Prinzip alle Faktoren, die wir damals noch wirklich bei der Aufnahme, also bei der Belichtung beachten mussten und es gab Tricks, die wir ja auch schon angewandt haben. Also dass der Himmel ruhig ein bisschen blauer werden konnte und wir gesagt haben: "Wie geht das?" Also ich hatte den Trick, einfach auf Kunstlichtmaterial zu arbeiten. Der wurde wiederum mit einem Orangefilter auf Tageslicht im Prinzip konvertiert, so dass der nur Tageslicht empfangen hat. Und bei diesem Umfiltern über das Orangefilter war es immer so, dass der blaue Himmel nicht ganz 100 Prozent mitgefiltert wurde. Das heißt, er wurde viel blauer, wie er das eigentlich war. Das was wir heute hier alle ganz gerne in der Nachbearbeitung machen. Wir haben extrem weich entwickelt, also wir hatten einen super Ausgleichsentwickler, nannte der sich. Ein Metol-Sulfid-Entwickler, der zwar unheimlich viel Empindlichkeit gekostet hat, also durchaus mal so 6, 7, DIN war das damals noch, gingen da weg. Aber wir haben sehr ausgleichende Negative bekommen. Also wirklich Zeichnung in allen Bereichen und das konnte man nachher wieder beim Vergrößern härter, weicher machen, Zeichnungen holen. All das sind Dinge, die damals nicht besser waren. Also nicht, dass man mich da falsch versteht. Es war eine andere Arbeitsweise und heute geht das ganz genau noch so, das machst du ja auch tagtäglich. Es ist nur ein bisschen angenehmer, weil man es am Rechner macht und im Zweifelsfall die Tasse Kaffee daneben steht. - Ja, fehlt hier es gerade aber... - Gerade die jetzt nicht, aber ja. Ja, genau solche Sachen, es dreht sich eigentlich immer um die gleichen Sachen. Also wenn wir dieses Motiv jetzt anschauen, dann sehen wir, dass es auch vor Entwicklung, auch hier durch die harten Kontraste, musste man natürlich hier das Ganze weicher machen. Wir mussten es oft öffnen, deshalb sind die Tiefen halt hier geöffnet worden. Das macht man jetzt über einen Schieberegler und nicht über Chemie, über längere Entwicklungen, über die entsprechende Papiersorte. Wir haben, um das Ganze klarer zu machen, haben wir halt hier die Klarheit erhöht, also sprich den Detailkontrast. Noch haben wir ein Farbbild. Du hast über Filme geredet. Natürlich haben wir die Filmarten danach gewählt, was wir fotografieren wollten. Und auch hier kann man mittlerweile oder eigentlich schon sehr viel länger mit einem Kameraprofil sagen: "Ich habe einen bestimmten Fokus." Also zum Beispiel den Fokus Landschaftsfotografie, wo, du hast es von hinten durch die Brust ins Auge gemacht. Wir nehmen hier ein Landschaftsprofil, was einfach uns die Farben deutlich gesättigter zeigt. Und genauso ist es eigentlich mit der Schwarzweiß-Umsetzung. Wenn wir früher fotografiert haben auf Filmen, dann haben wir Rotfilter, Orangefilter benutzt, um den Himmel blauer zu machen. Wir haben Gelb-Grünfilter benutzt, um die Blätter heller zu machen. Und das können wir natürlich bei der Schwarzweiß-Umwandlung wunderbar machen. Wenn ich in Graustufen hier konvertiere, gibt es hier erstmal eine Standardmischung und ich habe hier jetzt über die Schieberegler die Möglichkeit, zu sagen, welche der Farben heller oder dunkler sein sollen. Und ich gehe da meistens direkt ins Bild rein, um dann hier zu entscheiden, oder mir zeigen zu lassen, sind es nur die Blautöne oder halt auch die angrenzenden Lilatöne. Ich mache es jetzt mal sehr extrem -- so zum Beispiel -- und ziehe meinetwegen die Gelbtöne und die Grüntöne bisschen nach oben und das ist das, wo ich hier praktisch eine doppelte Filterwirkung habe. Damals hätte ich es gar nicht so machen können, weil ich hätte nicht zwei konkurrierende Filter auf die Kamera tun können. Also das so der erste Ansatz. Ja, so partiell war halt nichts möglich. Also nur ganz schwierig und das hat man dann auch so außerhalb des Studios auch nicht gemacht, weil man hat ja nicht unendlich viele Belichtungen gehabt und man musste immer auf Sicherheit belichten und da ging so etwas gar nicht, also das was du jetzt gemacht hast. Aber wir hätten damals auch den Himmel nicht so schwarz gemacht. Hätten wir auch nicht gekonnt. Wir hätten es auch nicht gewollt. (Lachen) Ich hätte es hier auch nicht gewollt, weil wenn wir uns das Histogramm anschauen, dann sehen wir, ich habe das so stark gemacht, dass halt hier wirklich die Blautöne in den Verriss reingehen, also in die beschnittenen Tiefen. Das würde ich also auch rein optisch, wenn ich es gern dunkel habe, ich hab es da ja immer ein bisschen, gern ein bisschen tiefer, als du es hast, würde ich das noch zurückfahren, aber wir können hier gerne uns auf einen natürlichen Himmel einigen. Aber du hast ja eben ein Stichwort genannt: "Partielle Entwicklung". Wenn man sich das Bild jetzt schwarzweiß anguckt, fallen einem schon noch ein paar Sachen auf. Also es fällt einem zum Beispiel auf, dass es im vorderen Bereich sehr absubbt und dass der Bereich hier um die Berggipfel rum, da kann schon noch mal ein bisschen mehr rein wahrscheinlich. Und jetzt guckt man, wie man es macht. Also ich würde jetzt generell nach dieser Umsetzung tatsächlich die Belichtung noch ein bisschen nachkorrigieren, weil es insgesamt ein Tick zu dunkel ist, also das noch ein bisschen hochziehen. Und dann kann man jetzt tatsächlich mal partiell über die Spiegelung hier gehen und zum Beispiel mit einem Verlaufsfilter arbeiten. Diesem Verlaufsfilter können wir jetzt alles Mögliche sagen. Auch dass es nur die Klarheit erhöht, dass er die Belichtung erhöht, vielleicht aber auch nur die Tiefen rauszieht. Machen wir es mal so, dass wir erst einfach mit einer leichten Belichtungskorrektur starten und das einfach hier rüberziehen. Und wir sehen, dass wir hier sehr schnell die Spiegelung sehr viel dominanter bekommen. Das kann ich auch noch nachsteuern, also ich kann hier auch noch die Klarheit so ein bisschen reinsetzen. Dann geht es in den unteren Bildbereich und da holen wir noch mehr raus. Was mich viel mehr stört bei der Aufnahme ist, oder bei der Schwarzweiß- Umsetzung ist jetzt, wir haben überall darauf geachtet, dass alles rauskommt, aber hier, wo man eigentlich am meisten raufguckt, da ist mir zu hell. Also da fehlt es so ein bisschen an Zeichnung. Da kann man natürlich schon reingehen und kann sich das genauer angucken; mit einer ganz klassischen Gradationskurve gucken, wie man dort den Kontrast noch setzt. - Es ist ganz einfach. - (E. Schuy) Es gehört zu dem Punkt. (M. Jarsetz) Das Schöne ist immer, man kann mit Cmd- oder Strg-Taste die Punkte festsetzen auf der Kurve. Ich klicke einmal und dann habe ich mir hier diesen Punkt gesetzt. Und weiß halt, diesen hier ziehe ich ein bisschen nach unten, um genau diese Lichter hier so diesen ganz kleinen Tick nach unten zu ziehen, der mir das Bild in dem Bereich halt einfach noch dunkler macht, aber nicht allgemein die Belichtung anhebt. Und so haben wir da die Spannung reingebracht. Toll. So haben wir im Prinzip ganz viele verschiedene Sachen, die wir alle kennen von der Schwarzweiß-Entwicklung, von der Bildentwicklung generell, auch im digitalen Bereich wiedergefunden. Was Neues ist da eigentlich nicht bei, das sind alles Prinzipien, die wir kennen. Nur, dass du es wirklich sehr kompakt in einem Arbeitsschritt machen konntest und wir hätten vorher bei der Aufnahme einen Teil berücksichtigt, indem wir sagen, wir achten z. B. auf die Blautöne, dass uns die gut erhalten gehen und dann vom Negativ zum Positiv, also bei der Vergrößerung hätten wir dann mit sehr viel Aufwand und Testerei diese partiellen Korrekturen vorgenommen. Insofern ist es zum Glück einfacher geworden und man sieht, dass es keine Ausreden mehr gibt, wenn Bilder nicht richtig ausgearbeitet sind. Wir können im Prinzip alle unsere Prinzipien wiederholen, die wir kennen. Und der Vorteil ist, wir können sie jetzt auch miteinander kombinieren und müssen uns nicht mehr zwischen diesen entscheiden.

Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Lernen Sie, was die Schwarz-Weiß-Fotografie ausmacht – von der Bildgestaltung über die richtige Motivsuche und Aufnahme bis hin zur Bildbearbeitung.

2 Std. 15 min (25 Videos)
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