Panoramafotografie: Sphärische Panoramen mit PTGui

Vorbereitung in Lightroom

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Einige grundsätzliche Vorbereitungen der Bilder in Lightroom kann man ganz pauschal vornehmen. Dazu gehören die Beseitigung der chromatischen Aberration und die Grundschärfung.

Transkript

Beginnen wir nun mit der Ausarbeitung der Bilder, das heißt, einfach mit der Bildbearbeitung selbst in Lightroom. Dazu gibt es gleich mal ein paar Vorbemerkungen. Wir haben hier eine Panoramaserie, das heißt, alles was wir hier sehen, muss immer exakt gleich bearbeitet werden. Ausnahme sind eben zum Beispiel solche Bilder, wie dieses etwas zu dunkel geratene oder diese Bilder, das machen wir erst so ganz am Schluss. Bevor wir da wirklich am Schluss noch eingreifen, wird einmal alles gemeinsam behandelt. Also, der erste Schritt ist immer, dass man mit cmd oder Apfel+A hier einmal die ganzen Bilder markiert, und dann in das Entwickeln-Modul wechselt, das geht einmal mit einem Klick hier auf Entwickeln oder einfach mit der Taste D für develop, das kann man sich ganz gut merken. Und jetzt wird ein einzelnes Bild angezeigt, üblicherweise das erste einer Reihe, netterweise auch gleich das mit dem Colorchecker, den werden wir dann eh' bald brauchen. Und zunächst einmal muss man einige Vorkehrungen treffen. Standardmäßig steht im Lightroom hier unten ein kleiner Button mit einem Schalter, und da steht Synchronisieren drauf. Wenn ich den klicke, dann werden alle Entwicklungseinstellungen, also alles was ich hier mache in dieser ganzen Batterie an Reglern auf der rechten Seite, die dafür zuständig ist, wie das Bild letzten Endes ausschaut, also die gesamte RAW-Entwicklung. Wir haben es ja hier auch mit RAW-Files zu tun, also JPEG ist im Bereich der Panoramafotografie bis auf ganz ganz wenige spezielle Ausnahmen eigentlich ein No-Go, weil wir brauchen einfach diesen größeren Dynamikumfang den ein RAW gegenüber JPEG hat, und die höhere Anzahl an Tonwerten, durch die viel höhere Anzahl an Bits mit denen aufgezeichnet wird, als nur die 8 Bit beim JPEG - brauchen wir unbedingt RAW-Files, das hier an dieser Stelle sei noch mal erwähnt. Und wir müssen alles, was wir machen gleichzeitig machen, damit wir nicht jedes mal, nach jeder Handlung synchronisieren drücken müssen, kann man diesen kleinen Schalter hier umlegen, und jetzt steht das Ding auf automatisch synchronisieren, das heißt, alle Bilder die hier unten ausgewählt sind, und die bleiben die ganze Zeit auch ausgewählt, was mir vorher mit cmd+A gemacht haben, wir können trotzdem in der Auswahl noch herumklicken, man sieht das da nur ein Bild zwar auch ausgewählt ist, aber noch etwas heller gekennzeichnet wird als die anderen, das heißt, alles was ich jetzt tue wird parallel immer auf alle Bilder exakt gleich angewendet. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung, dass wir diese Serien wirklich panoramatauglich machen, da gibt es dann sonst irgendwie keine Ausreißer, sondern die werden wirklich alle exakt gleich bearbeitet, ganz wichtige Grundvoraussetzung. Beginnen wir dann einmal einfach mit den Dingen, die man pauschal regeln kann, die eigentlich mit Bildbearbeitung noch nichts zu tun haben, sondern die einfach mal nur eine Vorbereitung sind, und zwar geht es da in erster Linie mal um Linsenfehler, und um die grundsätzliche leichte Unschärfe, die Bilder aus einer Digitalkamera haben, und dazu fahre ich mal ein bisschen nach unten, ich mache mal das Histogramm zu, dann haben wir ein bisschen mehr Platz hier, da geht es zunächst einmal um das Schärfen. Ich gehe jetzt mal einfach hier irgendwo mit 100 % rein, und man sieht das, auf den ersten Blick schaut das schon ganz gut aus, aber die allermeisten Spiegelreflex- und Systemkameras, bis auf wenige Ausnahmen, haben einen sogenannten optischen Tiefpassfilter vor dem Sensor, der einfach mit etwa 1 Pixel weichzeichnet, um zu verhindern, dass ganz feine Strukturen im Bild, wie zum Beispiel kleinkarierte Kleidung, Hochhausfassaden, Gitter, und ähnliche Gemeinheiten, dass die in irgendeiner Form eine Interferenz eingehen mit dem Pixelraster, da kommt dann etwas raus was unter Moiré bekannt ist, und was relativ scheußliche orange-blaue Streifen produziert im Bild, die relativ schwer zu retuschieren sind, und um das zu vermeiden haben die meisten Kameras einfach diesen Tiefpassfilter, diesen optischen Tiefpassfilter, und man muss sich das so ganz laienhaft als so eine Art Milchglasscheibe vorstellen, die das Bild ganz leicht unscharf macht, und das ist meistens etwa 1 Pixel, und man sieht das also, wenn man hier so ein bisschen in die Feinheiten reingeht, sieht man das auch, man kann hier den Ausschnitt wählen, und hier ist das noch etwas vergrößert, da kann man 1:1 oder 2:1 nehmen, und man sieht jetzt hier, dass da so eine ganz leichte Unschärfe im Spiel ist. Und diese Unschärfe, die kann man jetzt rausregeln, und zwar, das kann man ganz pauschal machen, das gilt für das gesamte Bild, das ist auch völlig unabhängig vom Objektiv, und ich mache dafür normalerweise Folgendes, ich gehe mal mit meinem Vorschauviereck im Navigator irgendwohin, wo ich gleichzeitig feine Details und auch glatte Flächen habe. Das ist nämlich relativ wichtig und jetzt drehe ich in der Regel die Schärfe, um etwa auf einen Wert 50 bis 70, man sieht jetzt hier in der Vorschau und hier auch im Lupenfenster, aber hier auch, dass jetzt das Rauschen, das Bildrauschen, ein bisschen nach oben kommt. Also, wenn wir das ein bisschen vergleichen, das ist noch relativ glatt, und so 50 bis 70 - ich mache meistens so in dieser Gegend zwischen 50 und 70, dann sieht man, dass das Rauschen ziemlich gut hochkommt, und dann gibt es einen Regler, mit dem man das Rauschen wieder zurückdrängen kann, und das ist ganz unten der Maskierungsregler, den kann man jetzt einfach herumziehen, dann sieht man schon, dass das Rauschen verschwindet sehr viel besser funktioniert das aber, wenn man die Alt-Taste drückt, und dann diesen Regler schiebt, dann sieht man genau, was weiß ist wird geschärft und was schwarz ist wird nicht geschärft, und dann dreht man den so weit rein, das ist ein bisschen unterschiedlich, je nach Kamera und Chip und auch wie viel ISOs man reingedreht hat, und hier sieht man also jetzt, es sollte auf den Flächen nicht mehr geschärft werden, dann wird das Rauschen auch nicht mehr hochgeholt, sondern nur noch die Konturen und dann schaut das schon relativ brauchbar aus. Das ist schon eine Vergrößerung hier, aber man sieht jetzt, dass das ein bisschen besser ausschaut. So, das ist das Erste was man ganz pauschal zunächst einmal machen muss, wenn man bei den allermeisten Kameras - es gibt einige Kameras, die diesen Tiefpassfilter nicht haben, also zum Beispiel Sony A7R, die Nikon D800E, so viel ich weiß, und einige wenige und dann gibt es noch ein paar Astro-Versionen von bestimmten Canon-Modellen, die das auch nicht haben, weil bei diesen Sujets halt zum Beispiel überhaupt keine - da kann kein Moiré entstehen, wenn man Sterne fotografiert. Es gibt wenige Ausnahmen, aber die allermeisten haben diesen Tiefpassfilter, und hier kommt man dem ein bisschen zu Leibe. Das Nächste was man vorab regeln muss, das ist ganz wichtig, dafür sucht man sich aus der Bildserie eine Aufnahme raus, ich gucke jetzt mal wo es am besten gehen sollte - ich nehme mal diese hier, wo wir in einer der Bildecken Kanten mit hohem Kontrast haben. Ich gehe mal hier oben in diese Ecke, und ich mache mal Folgendes - man sieht jetzt hier die Überbelichtung, die ist rot markiert, das sind diese beiden Häkchen, und das Blau sind die Tiefenstellen, also wenn das Blau ist, dann ist es schwarz abgesoffen, und wenn es rot ist, ist es weiß ausgefressen, und das kann man übrigens auch einfach mit der Taste J, oder Je auf Österreichisch, kann man das einfach hier abschalten, und ich muss das aber jetzt mal abschalten, damit ich das gescheit sehen kann, und wir sehen jetzt hier sehr deutlich an den vom Bildmittelpunkt ausgehenden dunkel-hell Kanten gibt es einen grünen Saum und vor der hell-dunkel Kante gibt es einen violetten Saum. Das ist die Chromatische Aberration und die kann man unter Objektivkorrekturen, mit diesem Häkchen rausschmeißen. Bei bestimmten Objektiven bleibt manchmal noch ein Saum übrig, den kann man dann noch separat rausmachen, der bleibt dann noch violett, das ist eine andere Sorte von der chromatischen Aberration, die geht genau quer zu dieser. Das ist optisch ein recht "finkeliger" Begriff der dahinter steckt, und ein bisschen kompliziert zu erklären, man sieht es hier oben ein bisschen, da ist ein ganz leichter violetter Saum, den könnte man noch entfernen, aber der ist so weit in der Ecke, der wird und beim Stitching nicht mehr wirklich stören, weil wir können ja immer davon ausgehen, dass der gesamte Bildrand, das ist einfach schon überblendet in das Nachbarbild, das heißt, was ganz am Bildrand passiert kann man meistens ignorieren was dort an Fehlern ist, das ist eigentlich auch ein bisschen dankbar muss man sagen, dann bei diesen Sachen, so! Das ist die chromatische Aberration, die man dann entfernen kann mit diesem einen Regler, da muss man nichts einstellen, das ist einfach eine Verschiebung in den Farbkanälen von der Mitte aus, das heißt, das Bild wir einfach in rot und grün sozusagen unterteilt, ganz grob gesprochen, und die Bilder werden dann praktisch gegengleich ein bisschen skaliert, so dass sich das genau aufhebt. Also, das ist mal so die Grundvorbereitung bevor es an die eigentliche Bildbearbeitung geht innerhalb von Lightroom. Das heißt einmal generell, die Unschärfe die durch den Tiefpassfilter vor dem Sensor entsteht, einfach mal global eliminieren bei allen Bildern und das Nächste ist die chromatische Aberration, die so zu den Ecken hin massiver wird, die einfach mit diesem Häkchen in Objektivkorrekturen entfernen. Das ist auch ganz wichtig, weil dieser Effekt sorgt auch in den Ecken für eine gewisse Unschärfe, und wenn wir das später im Panorama montieren, dann addiert sich das auch bei den benachbarten Bildern, weil dort der Effekt nämlich genau gegengleich ist, addiert sich dieser Fehler sogar und das ist dann nicht mehr retuschierbar später, das heißt, das muss man unbedingt vorher machen, ganz ganz wichtig. Gut, das also ein bisschen zur Vorbereitung der Bilder bevor die eigentliche Bildbearbeitung in Lightroom beginnt.

Panoramafotografie: Sphärische Panoramen mit PTGui

Lernen Sie, wie Sie von einem einfachen Panorama zu einer kompletten Rundumsicht von 360 x 180° kommen. Sehen Sie die Vorbereitung, Aufnahme und Nachbearbeitung in PTGui.

5 Std. 54 min (46 Videos)
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