Mitarbeitern Feedback geben

Vertrautheit und Vertraulichkeit

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Wenn ich meinen Mitarbeiter kenne und ihn gut einschätzen kann, kann ich Feedback gezielter geben. Außerdem braucht Feedback die Vertraulichkeit, die Sicherheit, dass das Besprochene nicht nach außen dringt.

Transkript

Feedback kann manchmal eine ganz schön schwierige Angelegenheit sein. Damit Feedback ankommt, brauche ich die richtigen Formulierungen. Abgesehen davon kann ich Feedback umso besser vermitteln, je besser ich meinen Mitarbeiter kenne. Ich habe drei Fragen für Sie zusammengestellt. Meine Antworten darauf sollen Ihnen bei der Einschätzung helfen. Frage Nummer eins: Wie gut ist mein Mitarbeiter generell in der Lage, Lob und Kritik aufzunehmen? Ist seine Haltung positiv, weil er Feedback immer als Chance sieht, sich weiter zu verbessern? Oder tut er sich schwer damit, weil er sich leicht angegriffen fühlt und in eine Verteidigungs- oder Rechtfertigungsposition zurückzieht? Das gilt übrigens auch für Lob. Es gibt Menschen, die mit Lob nur sehr schwer umgehen können. Das macht Feedback an dieser Stelle sehr schwierig, weil es den Blick für Erfolge verstellt. Wenn alles immer selbstverständlich und nicht lobenswert ist, kann das durchaus problematisch sein. Frage Nummer zwei: Welchen Erfahrungsstand hat mein Mitarbeiter? Diese Frage können Sie gleich doppelt interpretieren. Zum einen gilt es herauszufinden, wie berufserfahren Ihr Mitarbeiter ist. Stellen Sie sich jemanden vor, der bereits sehr lange den gleichen Job auf die gleiche Art erledigt und sehr wenig Erfahrungen mit Veränderungen hat. Diese Person wird gegenüber Feedback und Wünschen nach Verbesserung weniger offen sein als eine andere, die Ihren Aufgabenbereich erst vor Kurzem neu übernommen hat. Die zweite Interpretationsmöglichkeit: Welche Erfahrungen hat mein Mitarbeiter speziell mit Feedback gemacht? In Ihrem Unternehmen und auch anderswo. Eine in dieser Hinsicht unerfahrene Person, die womöglich mit Feedback sogar bereits Schiffbruch erlitten hat, wird weniger offen sein als jemand, der positive Erfahrungen gemacht hat. Und schließlich, Frage Nummer drei: Wie ist die aktuelle Situation meines Mitarbeiters beschaffen? Manchmal kommt Feedback einfach zum falschen Zeitpunkt. Wenn der Schreibtisch voll ist, eine Deadline die andere jagt und zu wenig Zeit für alles bleibt, häufen sich Fehler. Doch gerade dann, in einer angespannten Situation wie dieser wird Ihr Mitarbeiter wahrscheinlich für Feedback nicht besonders empfänglich sein. Oder er wird nur wenige Chancen sehen, das Feedback zu verarbeiten, weil ihm die Zeit dafür fehlt. Dann kann es besser sein, das Feedback aufzuschieben. Vertrautheit ist das Eine, Vertraulichkeit das Andere. Natürlich freut sich jeder, wenn er vor versammelter Mannschaft gelobt wird. Kritik und der Wunsch, Verhaltensweisen zu ändern, gehören dort aber nicht hin. Feedback genießt den gleichen Status wie ein formelles Mitarbeitergespräch. Das heißt, es erfolgt zwischen der Führungskraft und dem Mitarbeiter in einem geschützten Rahmen der Vertraulichkeit. Gerade dann, wenn es um die persönliche Weiterentwicklung geht, ist Vertraulichkeit ein wichtiger Faktor wirksamen Feedbacks. Natürlich werden Sie ein Training für einen Ihrer Mitarbeiter dem Team gegenüber kaum geheim halten können. Der Versuch wäre auch unsinnig. Aber zunächst gilt die Vertraulichkeit. Gemeinsam haben Sie natürlich die Freiheit, diese Regel aufzuheben. Nehmen wir an, Sie möchten ein Team weiterentwickeln und die Teammitglieder dazu anregen, sich gegenseitig Feedback zu geben. Ein 360-Grad-Feedback, also Feedbacks von allen Beteiligten, die miteinander arbeiten, können Sie nur erreichen, wenn alle untereinander offen kommunizieren. Doch Achtung: Die Vertraulichkeit wird dadurch nicht aufgehoben, sondern lediglich erweitert. Nämlich auf die Teammitglieder und die Leitung des Teams. Außerhalb dieser Einheit sollte niemand von den Ergebnissen erfahren. Erfolgreiches Feedback ist eine Frage des persönlichen Zusammenspiels zwischen demjenigen, der Feedback gibt, und dem, der es entgegennimmt. Funktioniert dieses Miteinander gut, so ist die Atmosphäre zwischen beiden nicht nur vertraulich, sondern auch vertrauensvoll und damit eine gute Grundlage für erfolgreiches Feedback.

Mitarbeitern Feedback geben

Lernen Sie, als Führungskraft wirkungsvoll Rückmeldungen an Ihre Mitarbeiter zu geben.

58 min (16 Videos)
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Erscheinungsdatum:29.08.2017

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