Excel 2013 VBA Grundkurs

Variablennamen

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Es ist sinnvoll, alle Variablen nach einem festen Schema zu benennen. Dann weiß auch bei späteren Korrekturen jeder, was jeweils gemeint ist. Das erspart nicht nur viele Programmkommentare, sondern vor allem manch langwierige Fehlersuche.

Transkript

Natürlich kann man Variablen einfach benennen, wie man möchte. Fast. Aber trotzdem gibt es nicht nur ein paar zwingende Regeln, sondern auch ein paar sinnvolle Regeln. Fangen wir mit den zwingenden Regeln an. Variablennamen müssen mit einem Buchstaben beginnen. Sie müssen auch, nämlich in ihrem Geltungsbereich, eindeutig sein. Das heißt, in unserem Fall, innerhalb eines Moduls dürfen sie nicht doppelt vorkommen. Wenn sie öffentlich sind, dürfen sie es auch nicht innerhalb der Datei doppelt vorkommen. Dann darf der Variablennamen maximal 255 Zeichen haben. Das habe ich noch nie erreicht, da ist also viel Reserve. Er darf nicht wie ein VBA-Schlüsselwort lauten. Also, z.B., nicht If oder Sub oder And oder sowas. Und darf, vor allem, keine Sonderzeichen enthalten. Dabei sind insbesondere zu nennen: die Leerzeichen, Punkte, Ausrufezeichen, oder immer wieder gerne benutzt das, was Sie für ein Bindestrich halten, und in Wirklichkeit ein Minuszeichen ist. All das sind Operatoren, oder sonst wie Steuerungszeichen. Kurz gesagt, keine Sauereien. Ein Text, vielleicht noch ein Text mit einer Zahl daran, aber alles andere würde ich vermeiden. Das gibt früh oder später Ärger. Es ist entweder direkt verboten oder es führt zu merkwürdigen Fehlverhalten. Das waren die zwingenden Sachen, jetzt kommen die empfehlenswertenden Sachen. Z.B., die so genannte "Kamel"-Schreibweise. Wenn Sie eine Variable haben, die beispielsweise heißt intanzdokumente, dann ist diese Schreibweise für die Integer-Variable mit der Anzahl der Dokumente eher schlecht lesbar. Wenn Sie das in dieser Form schreiben, int als Präfix klein, und dann Anz, Dokumente hier jeweils mit Großbuchstaben, ist das deutlich besser lesbar. Das ist das, was sich "Kamel"-Schreibweise nennt und zwar deswegen, weil das Kamel Höcker hat, sowie die Schreibweise hier auch, immer die Großbuchstaben dazwischen. Grundsätzlich können Sie natürlich auch den Unterstrich benutzen, der macht einfach nur mehr Mühe und macht das Wort länger. Trotz allem, auch wenn Sie das optisch schön schreiben, gibt es gute Namen und schlechte Namen. Das, z.B., ein Variablen-Name wie x ist ein schlechter Name. Der ist völlig nichtssagend und daher unbrauchbar. Wenn Sie diesen VBA-Code zwei Wochen später sehen, wissen Sie schon nicht mehr, was da gerechnet oder gespeichert wird, und jemand anders sowieso nicht. Selbst, die kleine Verbesserung in Anz, wo man vermuten kann, es geht um eine Anzahl, fragt man sich als nächstes: wessen Anzahl eigentlich? Vielleicht so? AnzDokumente - auch meinetwegen, AnzahlDokumente, wie viel Sie schreiben wollen, aber wenigstens was da gezählt wird. Ähnlich wenig hilfreich sind Variablen-Bezeichnungen, wie Dat1, Dat2, wo man sich direkt fragt: "Ja, wessen Datum eigentlich?" Warum nicht datStart, datEnde? Schon weiß man worum es geht. Diese Schreibweise, insbesondere so ein Präfix hier, welches sagt es ist eine Variable vom Datentyp Datum, nennt sich "Ungarische Notation". Das sind also, was wir hier erstellt hatten, teilweise Namen mit "Ungarischer Notation" gewesen. So würde eine typische Variable mit "Ungarischer Notation" aussehen, deren ersten drei Buchstaben hier also ich entnehmen kann. Es ist eine Integer-Variable. Und zwar, es werden Sie gleich sehen warum, eine lokale Variable, die nur innerhalb einer Prozedur gilt. Wenn sie den Zusatz im Unterstrich erhält, dann ist es eine Modul-öffentliche Variable, wobei sich auch ihre Deklaration dann ändert. Aber damit eben auch der Name. Und wenn sie gar Public, nämlich Datei-öffentlich ist, dann kennzeichne ich sie sogar mit P-Unterstrich. Also ungekennzeichnete Variablen gelten innerhalb der Prozedur, M-Unterstrich innerhalb des Moduls, P-Unterstrich überall in der gesamten Datei. Das liegt nicht an dem Namen, sondern an der Deklaration, aber ich passe die Namen entsprechend an. Wobei dieses Konzept nicht von mir ist, sondern es gibt einen Erfinder zu dieser so genannten "Ungarischen Notation". Der hat Pech gehabt, weil sein Name für amerikanische Zungen zu schwierig aussprechbar war. Ursprünglich hieß er nämlich Karoly Simonyi. Er war Ungar, deswegen "Ungarische Notation". Ist aber schon seit Jahrzehnten amerikanisiert und nennt sich dort eben jetzt Charles Simonyi. Er hat ursprünglich bei Microsoft gearbeitet, hat unter anderem, zum Beispiel, "Word" erfunden, entwickelt, wie man das sehen will. Aber Sie könnten ihn aus einem ganz anderen Zusammenhang kennen. Sehen Sie? Ganz links. Er war schon zweimal auf der ISS als Tourist und trotzdem ist er damit nicht berühmt geworden, mit seiner Notation auch nicht. Also die "Ungarische Notation" sagt vor allem: vor einer Variablen - eine Kennzeichnung. Die "Ungarische Notation" benennt Objekte, also mit einem Präfix, je nachdem, was für ein Objekttyp das hat. Beispielhaft hier: wenn Sie die Anzahl der Fehler in einer Integer-Variablen speichern wollen, dann würde die typischerweise intAnzahlFehler heißen, oder auch kürzer intAnzFehler. Wenn es einen Zähler gibt, der in einer Integer-Variablen gespeichert ist, dann hieß er intZaehler, dringend empfohlen ohne Umlaut. Und wenn Sie die Rechnungssumme in einer Double-Variablen speichern, dann eben dblSummeRechnung. Das Konzept geht durchgängig. Der Datentyp der Variablen oder allgemeiner des Objektes, werden Sie gleich sehen, steht hier vorne: Long, Double, Integer. Und das zieht sich sogar noch weiter in alle Benennungen. Sie haben das bei den Modulen schon gesehen. ModTest sagt auch: "Ich bin ein Modul", und habe deswegen das Präfix Mod. Diese "Ungarische Notation" ist nicht zwingend für die Programmierung, aber sehr sehr hilfreich, um ein Programm später noch zu verstehen, oder auch es jemand anderen erklären zu können.

Excel 2013 VBA Grundkurs

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