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Grundlagen der User Experience: Basiswissen

User Experience - Modewort oder Heilsbringer?

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Manche mögen das englische Wort User Experience nicht. Doch es hat sich so weit durchgesetzt, weil es gut das beschreibt, was man wissen muss, um eine wirklich erfolgreiche Site oder Anwendung zu konzipieren.
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Transkript

Kurz ein paar Worte zum Begriff User Experience abgekürzt UX, amerikanisch ausgesprochen. Ich habe dazu den Kommentar auf dem Blog bekommen, UX ist eine verschwurbelte Worthülse, hinter der sich Manager und Werbung verstecken können. Dieser Leser hat was ausgedrückt, was viele Leute fühlen. Nämlich irgendwie dieser Begriff User Experience, das ist irgendwie modisch und englisch und modern und das ist nicht unbedingt positiv besetzt bei allen. Beim Wort Usability, da ist es einfacher, das lässt sich noch ganz gut übersetzen mit Benutzerfreundlichkeit. Das ist jetzt auch kein kurzes Wort, aber das ist verständlich und gut und daher auch relativ üblich. Bei der UX dagegen das kann man übersetzen mit Nutzererfahrung, das klingt aber sehr abstrakt und es ist deshalb auch gar nicht üblich. UX ist also etabliert - oder User Experience und deshalb bleibe ich jetzt hier bei diesem Begriff und werde ihn weiterverwenden hier. Der Begriff User Experience ist schon 1995 von Don Norman verwendet worden, er ist eben ein Pionier im Bereich der Usability und der nutzerzentrierten Anwendungen. Erst in den letzten Jahren hat er sich aber durchgesetzt für alles rundum erfolgreiche Anwendungen, die dem Benutzer eben in dem Mittelpunkt stellen und nicht die Technik. Grundlegende Disziplinen sind aber schon viel älter, also Disziplinen, auf den die UX aufbaut. Das ist zum Beispiel die Ergonomie und das Human Factors Engineering, was eigentlich auch Ergonomie ist bloß ein bisschen mit einem anderen Schwerpunkt. Und das entstand alles schon so langsam mit der industriellen Revolution und so richtig in Schwung gekommen ist es in den 1940er Jahren. Der Grund ist mit der industriellen Revolution gab es Maschinen, die waren groß und mächtig und hatten ein riesiges Unfallpotential. Da gab es viele Gliedmaßen, die abgetrennt wurden und auch tödliche Unfälle. Und als Flugzeuge aufkamen, da gab es auch Fehlbedienungen von Instrumenten und in der Folge Abstürze. Das heißt, man hat gesehen, es ist wirklich wichtig, dass die Maschinen so konstruiert werden, dass die Menschen damit umgehen können. Und diese Disziplin nennt sich erstmal Ergonomie. Die Human-Computer Interaction oder HCI, die kam mit den ersten Computern auf. Das Interface-Design kam Mitte der 1980er Jahren als sich Computer in der Arbeitswelt und auch in der Freizeit langsam durchsetzten. Und gelegentlich hört man auch noch den Begriff User-centered Design also UCD. Das Unterscheiden manche vom User Experience Design. Ich finde es aber ein bisschen akademisch. Ich bleibe wie gesagt einfach bei der User Experience und dem User Experience Design. Das ist alles einfacher und wenn Sie das machen, dann sind Sie sowieso auf der sicheren Seite. Entscheidend ist das die User Experience umfassender ist. Umfassender als die anderen Disziplinen, es integriert sie sozusagen. Ganz wichtig ist die Usability. Es ist die Informations- Architektur wichtig. Die Kognitionswissenschaft, also die Psychologie. Da auch die Verkaufspsychologie. Das Marketing, Grafikdesign ist wichtig, Informatik, Texten. Also alles das kann Teil der User Experience sein. Sie merken schon, das ist ein bisschen schwammig, aber schwammig ist alles, was mit Menschen zu tun hat. Viele Faktoren spielen hiermit und wenn es darum geht, ob wir etwas gerne benutzen oder nicht, dann kann man nicht einfach sagen: Das muss gut bedienbar sein und das funktioniert. sondern alle diese Faktoren spielen da mit rein. Nehmen wir mal ein Beispiel. Ich kaufe ein physisches Produkt. Es gibt ein Image von der Firma und von dem Produkt, eine Vorstellung, die ich davon schon habe. Vielleicht habe ich eine Empfehlung bekommen von einem Freund oder Bekannten. Die Website, auf der ich gehe um über dieses Produkt mich zu informieren, die hat eine Ästhetik, die macht einen visuellen Eindruck auf mich. Die hat eine Usability, ich kann mit ihr gut umgehen oder nicht so gut. Das Produkt hat natürlich ein Preis, auch ganz wichtig. Es gibt Konditionen, zu den ich bestellen kann zum Beispiel. Es gibt die Usability beim Bestellprozess. Wie muss ich meine Kreditkarte eingeben oder meine Bankverbindung? Geht das alles gut? Habe ich das Vertrauen, dass die Daten da auch sicher aufgehoben sind oder nichts Schlimmes passiert? Wie sieht es aus mit der Lieferzeit? Klappt es mit dem Liefern? Der Lieferdienst ist so, wie ich möchte und liefert sie Sachen wirklich zu mir oder gibt das nicht irgendwo beim Nachbarn ab oder liegt es in dem Hausflur? Ich habe da natürlich eine Erfahrung beim Öffnen der Kartons, beim Auspacken. Das Produkt hat natürlich auch eine Haptik, es fühlt sich irgendwie an. Es ist glatt, es ist kalt, es ist weich, wie auch immer. Diese ganzen Faktoren spielen eben da mit rein und die bestimmen die User Experience des Produkts. Ein anderes Beispiel ist das iPhone. Das iPhone 1 hier, das erste Gerät, das hat sehr viel Medienecho gekriegt und wurde sehr hochgelobt, aber das war nicht nur die Usability, sondern ein ganz wichtige Teil des Erfolgs dieses Geräts lag außerhalb des Geräts. Das war nämlich das, dass dieses Gerät nur verkauft wurde zusammen mit einem Datenvertrag. Das war deshalb so wichtig, weil nur so war ich überhaupt in der Lage im Internet zu surfen und konnte diese große Funktion, die das Gerät mitbrachte im Internet zu surfen, nutzen. Und dieser Datenvertrag war sozusagen deshalb ein ganz integrale Bestandteil der User Experience. Weil wenn ich das Gerät kaufe und habe ich diesen Vertrag gar nicht dabei, dann kann ich eben eine wichtige Funktion des Geräts nicht nutzen und habe deshalb vielleicht auch so das Gefühl, na, mir fehlt da was. Das macht das Produkt natürlich teurer aber insgesamt ist es von der User Experience her besser. Wer also User Experience-Design macht, der geht immer über seine eigentliche Aufgabe hinaus. Er denkt auch psychologisch, er denkt wirtschaftlich, er denkt, kurz gesagt, einfach umfassend.

Grundlagen der User Experience: Basiswissen

Lernen Sie UX-Methoden kennen, mit Hilfe derer Sie herausfinden, was Ihre Nutzer wollen, Struktur und Oberfläche vorab testen und Usability-Tests erfolgreich einsetzen.

1 Std. 7 min (18 Videos)
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