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Grundlagen der User Experience: Basiswissen

Usabilty-Messung und A/B-Tests

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Nicht nur Zahlenfans profitieren von etwas Statistik. Einige wenige Parameter können Sie bei praktisch jedem Test erheben. Mit Hilfe von A/B-Tests oder Multivariate Tests können Sie auch noch Daten erheben, wenn Ihre Site online ist.
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Transkript

Wenn ich einen klassischen Usability-Test mache, habe ich immer nur eine sehr kleine Gruppe von Leuten, die diesen Test macht. Statistische Daten sind damit schwer zu erheben, aber dennoch Zahlen sind was schönes, Zahlen können sehr überzeugen, zahlen sind aber auch tückisch. Man muss da immer kritisch bleiben, ob die Zahlen, die man erhebt, auch tatsächlich irgendwas aussagen. Und im Zweifel, wenn Sie nicht wissen, ob Ihre Statistik sinnvoll ist, dann lassen Sie sie lieber bleiben und beschreiben Sie die Probleme. Usability-Tests sind also meist qualitativ nicht quantitativ. Sie geben Ihnen nur ein Gefühl für die Probleme und das Ziel ist eigentlich nie eine Statistik zu machen. Und trotzdem kann man mit jedem kleinen Test auch ein bisschen Statistik zumindest machen. Es ist sinnvoll zumindest zu erheben, wie hoch der Anteil der erfolgreich abgeschlossenen Testaufgaben ist. Dann kann ich feststellen, wie lange ist die durchschnittliche Bearbeitungszeit pro Aufgabe und was ist die durchschnittliche subjektive Zufriedenheit. Die Zufriedenheit, die erheben Sie durch eine kurze Befragung nach Abschluss des Tests. Da verwenden Sie eine feste Skala zum Beispiel Schulnoten, damit Sie vergleichbare Zahlenwerte bekommen und nicht nur am Ende ein Gefühl des Benutzers, der sagt: Ja, fand ich jetzt so ganz nett, sondern dass Sie wissen, er gibt eine 2 für diese Funktion oder für dieses Website. Eine der einfachsten und bewerteten Tests ist der A/B-Test. Dazu gibt es eine schöne Erfolgsgeschichte. Der Amazon-Programmierer Greg Linden, der hat ihn in den frühen Tagen von Amazon popularisiert. Er hat damals eine Funktion entwickelt, die dem Kunden ausgehend von den Sachen, die er gerade in seinen virtuellen Warenkorb gelegt hat, dazu passende andere Waren empfohlen hat. Sein Chef meinte damals: Ach, das senkt die Käufer nur ab, da wissen die gar nicht mehr, ob sie die richtige Wahl getroffen haben und sie brechen den Kauf ab. Deshalb hat er gesagt: Ne, wird nicht umgesetzt. Linden hat dann aber gegen den Willen seines Chefs einen eigenen Versuch aufgesetzt. Einige Tage lang wurde einer bestimmten Anzahl von Besuchern diese Amazon-Site mit einem automatischen Test präsentiert. Die Hälfte der Testpersonen sah den Standard Einkaufswagen. Die andere Hälfte der Testpersonen sah den Einkaufswagen zusammen mit den neuen Empfehlungen. Und nach Versuchsende war klar, die Empfehlungen verbesserten den Umsatz so dramatisch, dass Lindens Chef es gar nicht schnell genug gehen konnte, dass diese neue Funktion umgesetzt wurde. Seitdem setzt Amazon solche A/B-Tests in großem Umfang ein. Und begründet darauf auch ein Teil seines großen Erfolges. Voraussetzung, dass Sie auch selbst so einen A/B-Test machen können ist, dass Sie genügend Besucher haben. Sonst erreichen Sie keine statistische Signifikanz und es hängt sehr stark von der Stärke der Unterschiede ab, ob diese Signifikanz erreicht wird. Das heißt, wenn Sie zwei Funktionen haben, die sehr gut sind und beide ähnlich gut ankommen, dann werden Sie nur sehr kleine Unterschiede sehen und da brauchen Sie sehr viele Testpersonen, damit Sie überhaupt eine Aussage treffen können, was denn jetzt wirklich besser funktioniert. Als Faustregel gilt, mehrere hundert Besucher brauchen Sie, aber die genauen Zahlen, die schwanken eben von Fall zu Fall, aber die Tools die A/B-Tests machen, die unterstützten Sie auch dabei. Ein wichtiger Tipp bei A/B-Tests ist: Bilden Sie immer saubere Hypothesen, bevor Sie loslegen. Also überlegen Sie sich genau, was Sie denn machen wollen mit dem Test. Wollen Sie wissen, ob der rote Button besser funktioniert oder der grüne Button? Wollen Sie wissen, ob die Seite mit Bild besser funktioniert oder ohne Bild? Das müssen Sie sich vorher ganz genau Überlegen und dann können Sie loslegen. Wichtig ist es auch, dass Sie keine rein ästhetischen Fragen, etwas die Schriftart, die Farbgebung oder die Form eines Logos testen. Und mehrere Varianten gleichzeitig sollten sie auch nicht unbedingt testen. Das nennt sich dann Multivariate-Tests. Die sind nur für Sites mit sehr vielen Besuchern geeignet. Bleiben Sie lieber bei den einfachen A/B-Tests. Die sind kompliziert genug, aber wenn man die mal verstanden hat und die an ein paar Beispielprojekten umgesetzt hat, dann sind sie sehr hilfreich, um die Site im laufenden Betrieb weiter zu optimieren.

Grundlagen der User Experience: Basiswissen

Lernen Sie UX-Methoden kennen, mit Hilfe derer Sie herausfinden, was Ihre Nutzer wollen, Struktur und Oberfläche vorab testen und Usability-Tests erfolgreich einsetzen.

1 Std. 7 min (18 Videos)
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