Muse CC Grundkurs

Unterschiede zwischen Print und Internet – Teil 2

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Weitere Unterschiede zwischen Print-Bereich und Internet betreffen die Art der Navigation, die Wichtigkeit der Dateigröße sowie die Möglichkeit, Inhalte barrierefrei anzubieten.

Transkript

Nachdem ich Ihnen im ersten Teil Web versus Druck erklärt habe, wo die Unterschiede im Bereich Text, Farbe und der Seitengröße liegen, geht es diesmal um die Navigation, Dateigröße, Barrierefreiheit und - ganz wichtig - den Qualitätscheck. Fangen wir erst einmal mit der Navigation an. Im Navigationsbereich, im Printbereich, das kennen Sie, die Navigation, seit Sie Printprodukte in die Hand genommen haben. Klassische Navigationselemente sind die Seitenzahlen, man hat ein Inhaltsverzeichnis, man hat einen Index, man hat Querverweise. Und, naja, letztendlich gibt's auch schlicht und ergreifend die Konstellation, dass man ein Magazin in die Hand nimmt und wie bei einem Daumenkino einfach mal durchblättern kann, um sich einen groben Überblick zu verschaffen, was ist denn da drin. Also das, was man beispielsweise am Zeitungskiosk macht, um einfach mal schnell reinzuschauen. Derartige Navigationsmöglichkeiten gibt es bei einem Webprodukt natürlich nicht. Dort haben wir Menüs und Querverweise. Querverweise werden im Web letztendlich als Link bezeichnet, und das Web lebt natürlich davon, dass man Querverweise hat. Und die Menüs sind letztendlich nichts anderes als eine besonders schöne Anordnung von diesen Querverweisen. Aber das Menü ist DAS Navigationsmittel, mit dem Sie dem Benutzer helfen können, sich zurechtzufinden, um zwischen den einzelnen Bereichen hin- und hernavigieren zu können. Sie können ihn dann noch unterstützen durch sowas wie ein Farbleitsystem, dass Themengebiete mit bestimmten Farben versehen sind. Aber das sind letztendlich die Navigationselemente, die Sie haben. Sie sehen, das sind von dem eigentlichen Prinzip her deutlich weniger, als man das aus dem klassischen Printprodukt kennt. Demzufolge, da wir weniger haben, müssen wir hier ein besonderes Augenmerk drauf richten, dass sich der Benutzer zurechfindet. Schauen wir uns mal das Thema Dateigröße an. Bei der Dateigröße ist es im Printbereich so: Quality comes first. Dateigröße spielt im Alltag nahezu keine Rolle. Irgendwann ist Ihr PDF-Dokument, welches in die Druckerei gehen soll, mal fertig. Ob das dann 100 Megabyte, 200, 300 Megabyte hat, das spielt heutzutage eigentlich kaum noch eine große Rolle. Die Internetverbindungen sind, zumindest, um die Dateien in die Druckerei zu bringen, in der Regel groß genug. Und in allerhöchster Not kann man die Daten einfach immer noch - auch im Jahre 2014 -, auf eine CD brennen oder auf einen USB-Stick kopieren und sie per Boten in die Druckerei bringen. Also, hier ist wirklich das Prinzip: Das, was zählt, ist die Qualität, und die Dateigröße, das interessiert meistens nicht. Im Web ist das eine ständige Abwägung zwischen Qualität und Dateigröße. Sie müssen auch im Jahre 2014 immer noch dran denken, dass Sie möglicherweise eine Webseite gestalten, die von einer Person abgerufen wird, die irgendwo auf dem Land lebt, wo es keine sehr, sehr schnelle Internetverbindung gibt. Sie haben in der Stadt vielleicht eine DSL-Verbindung mit 16.000, 25.000, 50.000, aber auf dem Land haben wir zum Teil noch Verbindungen von nur 1.000. Also nur einem Sechzehntel, einem Zwanzigstel. Auch diese Person soll ja irgendwie einigermaßen in der Lage sein, sich Ihre Webseite anschauen zu können. Und vielleicht kann man davon ausgehen, dass die Zahl derer, die sich Webseiten mit einer langsameren stationären Verbindung auf dem Land anschauen, hoffentlich in Zukunft immer geringer wird. Aber auch auf Mobilfunkgeräten, dort haben wir die gleiche Konstellation. Auch dort haben wir die Situation, dass wir zwar einen ständig wachsenden Ausbau des Funknetzes haben, mit höheren Datenübertragungsraten, aber auch die Leute, die diese höheren Datenübertragungsraten nutzen, ständig zunehmen, sodass man davon ausgehen muss, dass auch, wenn man unterwegs ist, man eigentlich nicht immer und ununterbrochen eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit hat. Naja, und dann gilt es eben abzuwägen: Wollen Sie eine hohe Bildqualität haben oder vielleicht eine nicht ganz so hohe Bildqualität, dafür aber eine niedrigere Dateigröße. Naja, ein weiteres Problem hier im Web beziehungsweise im Print, ist die Barrierefreiheit. Im Printbereich spielt, wenn man ganz ehrlich ist, Barrierefreiheit eigentlich keine Rolle. Außer bei PDF-Dokumenten. Aber ein klassisches Printprodukt, wie man es im Zeitschriftenhandel bekommt, ist letztendlich für einen Blinden nicht zu lesen, nicht zu fassen. Mit PDF-Dokumenten sieht das ein bisschen anders aus. Dort kann man dann mit Screenreadern arbeiten, die einem also auch dieses PDF-Dokument vorlesen. Allerdings, die meisten Leute machen sich darum in der Printproduktion keine Gedanken. Und es ist im Alltag, wenn man ganz ehrlich ist, auch nicht so wichtig. Es ist oft schade für diese Person, aber es spielt bei der Masse der Printproduktion eigentlich keine Rolle. Im Web sieht das anders aus. Im Web ist das sehr, sehr wichtig aus zwei Gründen. Zum einen, Sie sollten diese Leute mit dem Web, mit Ihren Webseiten schlicht und ergreifend nicht ausschließen. Mit dem Web haben auch Leute, die blind sind oder eine Sehbehinderung haben, endlich die Möglichkeit, auch an diesen Produkten, diesen Informationen teilzunehmen, und Sie sollten Ihnen diese Möglichkeit nicht nehmen, salopp gesagt, nur weil Sie zu faul sind. Das ist die eine Seite. Also bitte kümmern Sie sich um diese Barrierefreiheit. Aber auch aus einem sehr, sehr egoistischen Grund sollten Sie sich um die Barrierefreiheit kümmern. Grundsätzlich kann man nämlich sagen, eine Webseite, die barrierefrei ist, ist gleichzeitig auch schon für Suchmaschinen sehr, sehr optimiert. Weil eine Suchmaschine, technisch gesehen, nämlich genau das Gleiche macht, was auch ein Screenreader macht. Sie geht nämlich durch die Site und versucht zu unterscheiden, welche Informationen sind wichtig, welche Informationen sind unwichtig. Und wenn Sie über eine Optimierung bezogen auf die Barrierefreiheit einer Suchmaschine dabei helfen, dann wird die Suchmaschine Sie auch weiter oben ansiedeln, wenn jemand nach den Informationen sucht. Und das ist ja letztendlich das, was wir wollen. Wenn jemand in einer Suchmaschine einen Begriff eingibt und unsere Seite handelt genau von diesem Begriff, dann wollen wir möglichst weit oben bei den Treffern erscheinen. Im Idealfall auf der ersten Seite und nicht auf der dreitausendsiebenhundertachtzigsten Seite. Also: Barrierefreiheit ist wirklich sehr, sehr wichtig beim Erstellen von Webseiten. Last but not least kommt hier der Qualitätscheck. Im Printbereich ist das wichtig, aber auch einfach zu realisieren. Sie können es ausdrucken, können es überprüfen. Sie können, wenn Sie die Druckqualität überprüfen wollen, also die Farben, dann können Sie sich einen Proofdruck erstellen lassen, und Sie haben eine einfache Möglichkeit zu überprüfen, ob das Ergebnis so ist, wie es sein soll. Im Web ist das deutlich aufwendiger, aber nicht weniger wichtig. Sie müssen Ihre Webseite unter möglichst vielen unterschiedlichen Browsern testen, also im Internet Explorer, Firefox, Google Chrome und dem Apple Safari, um nur mal die vier wichtigsten zu nennen. Sie müssen sie auf den unterschiedlichsten Geräten ausprobieren, also einem normalen PC, einem Notebook, einem Tablet wie dem iPad oder aber auch auf den Android Tablets, auf einem mobilen Gerät wie dem iPhone oder aber auch dort auf den Android Smartphones. Auf all diesen Geräten müssen Sie Ihre Webseite letztendlich testen. Und das ist, wie Sie schon ahnen, sehr aufwendig, aber eben auch sehr wichtig. Denn Sie wollen sich ja nachher nicht den Vorwurf machen lassen, dass man Ihre Webseite auf dem einen Gerät wunderbar sehen kann, aber auf anderen Geräten nicht, und die Kunden sich bei Ihnen, naja, fast schon diskriminiert fühlen, weil man die Webseite vielleicht auf einem Apple iPad gut lesen kann, aber auf einem Android Tablet überhaupt nicht lesen kann und es dort zu Problemen kommt. Zum Glück generiert Adobe Muse im Hinblick auf die Lesbarkeit sehr, sehr ordentliche Webseiten, sodass Sie davon ausgehen können, dass die Webseiten, die mit Adobe Muse erstellt worden sind, auf sehr, sehr vielen unterschiedlichen Browsern, auf sehr, sehr vielen unterschiedlichen Geräten ganz ordentlich angezeigt werden können. Aber bitte verlassen Sie sich nicht drauf. Überprüfen Sie es selber und schauen Sie, ob hier die Qualität wirklich stimmt. Sie haben jetzt in diesem Video gesehen und gelernt, welche Sachen zu beachten sind, wenn man nicht mehr für den Printbereich produziert, sondern wenn man jetzt auch für das Web produziert. Dass es da einfach technische und inhaltliche Unterschiede gibt.

Muse CC Grundkurs

Lernen Sie mit Muse CC Websites zu erstellen, ohne HTML beherrschen zu müssen, und erfahren Sie alle Schritte von der Planung über den ersten Entwurf bis zur Veröffentlichung.

6 Std. 55 min (66 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 
Hersteller:
Software:
Exklusiv für Abo-Kunden
Erscheinungsdatum:23.07.2014

Dieses Training wurde mit dem Release von Muse CC aus dem Jahr 2014 aufgezeichnet.

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!