Muse CC Grundkurs

Unterschiede zwischen Print und Internet – Teil 1

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Die Darstellung von Inhalten unterscheidet sich zwischen Print-Bereich und Internet grundlegend. Daher müssen sämtliche Texte, Farben sowie Seitengrößen für eine Website aufbereitet werden.

Transkript

Die Firma Adobe gibt sich bei der Software Muse wirklich die allergrößte Mühe, dass Sie sich um die technische Umsetzung bei der Erstellung von Webseiten nicht kümmern müssen. Sie müssen beispielsweise kein HTML, CSS oder Javascript beherrschen, um mit Adobe Muse ansehnliche Webseiten zu erstellen. Vielleicht kommen Sie genauso wie ich aus dem Printbereich, kennen sich im Printbereich gut aus, können vielleicht sogar Adobe InDesign bedienen, und wollen jetzt mit diesem Wissen Webseiten erstellen. Auch wenn Sie sich um die technischen Details bei den Webseiten mit Adobe Muse nicht kümmern müssen, so sollten Sie trotzdem grundlegend den Unterschied zwischen Webseiten und Druckerzeugnissen kennen. Möglicherweise sitzen Sie jetzt auch zu Hause und sagen: Moment mal, ich hab' weder Ahnung vom Druck noch vom Web, möchte aber eben mit Adobe Muse Webseiten erstellen. Dann sollten Sie sich trotzdem dieses Video genau anschauen, denn gerade wenn man zwei Technologien in den Kontrast setzt, kann man möglicherweise die eine Technologie besonders gut verstehen. Denn auch, wenn Sie keine Ahnung vom Print, vom Druck haben, so benutzen Sie ja Druckerzeugnisse, seit Sie lesen können. Sie haben jahrelange Erfahrung im Lesen von Magazinen, von Druckerzeugnissen, und auch dieses Wissen ist schon ausreichend, um zu verstehen, wo die Unterschiede zwischen dem Web und dem Druck liegen. Genug der Vorrede - wollen wir anfangen. Ich fange hier mal mit einer Binsenweisheit an, und zwar: Web ist nicht Print im Internet. Bitte machen Sie diesen Fehler nicht, dass Sie jetzt mit Ihrer Berufserfahrung aus dem Print, aus dem Druckbereich kommen und sagen: Ach, genau, das kann ich jetzt eins zu eins auch im Web machen. Möglicherweise wird Ihnen das am Anfang so vorkommen, weil sich Adobe Muse sehr, sehr ähnlich wie InDesign bedient, aber es ist ein anderes Medium mit anderen Spielregeln, mit anderen Gesetzmäßigkeiten. Dabei ist nicht nur die technologische Seite zu beachten, sondern auch die Inhalte. In diesem Video werd' ich Ihnen die technologische Seite erklären, aber ganz zu Anfang möcht' ich auch mal kurz auf die Inhalte eingehen. Wenn Sie beispielsweise zu Hause auf der Couch sitzen und sich den Leitartikel aus dem Wochenmagazin "Die Zeit" durchlesen, dann haben Sie in der Regel dafür Zeit, Ruhe, Muße, vielleicht auch eine Tasse Kaffee oder Tee neben sich stehen. Sie nehmen sich dann die halbe Stunde Zeit, um sich hier dieses Produkt eines klassischen Printerzeugnisses durchzulesen. Glauben Sie mir, auf einer Webseite wird man sich in der Regel nicht dieser Muße hingeben und ein derart umfangreiches Produkt wie den Leitartikel von der "Zeit" lesen. Sie müssen also Ihre Inhalte ebenfalls anpassen. Wenn "Die Zeit" Artikel auf der Webseite veröffentlicht, dann sind die in der Regel kompakter, kleiner, kürzer. Eben weil man im Web, wenn man an seinem Schreibtisch sitzt, wenn man in den Bildschirm hineinschaut, eben nicht diese Ruhe und Muße hat, wie man sie zu Hause auf der Couch hat, und dementsprechend müssen auch die Inhalte angepasst werden. Dies ist eine Sache, die häufig verkannt wird bei dem Erstellen von Webseiten, also: die Inhalte dürfen nicht eins zu eins übernommen werden. Es gibt aber natürlich vor allem technologische Unterschiede zwischen dem Web und dem Print. Und wie gesagt, auch wenn Sie am Anfang das Gefühl haben, dass die Software sehr, sehr ähnlich zu bedienen ist, so sollten Sie diese technologischen Unterschiede immer im Blick behalten. Fangen wir dabei mal mit dem Umgang mit Text an. Im Druck ist beim Umgang mit Text das Ergebnis exakt festlegbar. Derjenige, der das Druckerzeugnis produziert, kann die Schriftart beispielsweise genau festlegen. Derjenige kann auch die Abstände zwischen den Zeichen exakt festlegen. Wenn Sie mit InDesign arbeiten, geben Sie sich möglicherweise sehr, sehr viel Mühe bezogen auf die Mikrotypographie. Also beispielsweise den Abstand zwischen einer Ziffer und dem Euro-Zeichen. Oder Sie geben sich sehr, sehr viel Mühe damit, welche Striche denn erscheinen; soll ein Halbgeviertstrich kommen, ein Achtelgeviertstrich, soll ein Geviertstrich kommen? All derartige Dinge, da geben Sie sich sehr, sehr viel Mühe mit, für diese Mikrotypographie. Im Web sind diese Ergebnisse häufig nicht exakt vorhersagbar. Bei den Strichen, da kann man noch sagen: Okay, auch da möcht' ich einen großen und einen kleinen haben; das geht auch noch im Web. Aber bleiben wir mal beim Beispiel der Schriftart. Wenn Sie sich bei der Gestaltung der Website auf eine gewisse Schriftart festlegen, dann kann es sein, dass diese Schriftart auf dem anderen System aber gar nicht verfügbar ist. Dann nimmt das andere System einfach eine andere Schriftart und ersetzt die von Ihnen festgelegte Schriftart. Demzufolge wird auch das Ergebnis ganz anders ausschauen. Die Umbrüche sind an einer ganz anderen Stelle. Möglicherweise bekommen Sie Wort- oder Satzumbrüche an Stellen, die nicht besonders schön sind. Nun gut, im Web ist das dann manchmal einfach so. Aber haben Sie das bitte einfach im Hinterkopf, dass die Ergebnisse beim Umgang mit Text im Zweifelsfall nicht exakt vorhersagbar sind. Das Gleiche gilt auch bei dem Umgang mit Farbe. Im Print, dort können Sie mit Ihren CMYK-Farben, mit den Sonderfarben, wie HKS oder Pantone, oder, wenn Sie in einem modernen Workflow arbeiten, auch mit RGB-Farben exakt festlegen, wie das Ganze ausschauen soll. Naja, Farbprofile helfen uns dabei. Wenn das Ganze später gedruckt wird und es Ihnen wichtig ist, und Sie auch bereit sind, dafür Geld auszugeben, dann können Sie mit der Druckerei exakt festlegen, der Ausdruck muss exakt so und so ausschauen. Man kann auch vertraglich festlegen, dass das, was nachher aus der Druckerei herauskommt, und das, was Sie hineingegeben haben, sich farblich nur um ein bestimmtes Delta verschieben darf, und wenn dieses Delta überschritten ist, dann nehmen Sie das Druckerzeugnis nicht ab und bezahlen es auch nicht. Im Web können Sie erstens NUR mit RGB-Farben arbeiten. CMYK, Sonderfarben - diese funktionieren im Web nicht. Zweitens: Die Ergebnisse, die sind eben nicht exakt vorhersagbar. Auch im Web können Sie mit Farbprofilen arbeiten, das Farbprofil hier ist sRGB, aber in der Regel wird der Bildschirm, auf dem Ihre Webseite angezeigt wird, eben nicht farbkalibriert sein, und daher können Sie sich auch nicht darauf verlassen, dass das Ganze so ausschaut, wie Sie sich das ausgedacht haben. Das geht sogar noch einen Schritt weiter. Möglicherweise haben Sie im dunklen Kämmerlein mit Ihrem farbkalibrierten Bildschirm sich Farbkombinationen ausgedacht, die bei Ihnen am Bildschirm genügend Kontrast haben, so dass die Schriftfarbe auf der Hintergrundfarbe gut lesbar ist. Wenn die Webseite aber nun auf einem anderen Gerät angezeigt wird, möglicherweise im Park auf einem mobilen Gerät, mit der Sonneneinstrahlung von hinten, dann ist der Kontrast vielleicht auf einmal nicht mehr groß genug. Derartige Dinge sollten Sie auf jeden Fall beachten, wenn Sie die Farbgestaltung für Ihre Webseite vornehmen, dass Sie immer genügend Kontrast haben, und Sie sich eben nicht darauf verlassen können, dass die Farben so, wie Sie sie eingestellt haben, beim anderen auch angezeigt werden. Beim Umgang mit Seitengrößen verhält es sich wieder sehr ähnlich. Im Print, klar, da ist die Seitengröße exakt festlegbar. Sie können sagen, im Print: Ich hab' hier eine DIN-A4-Seite, und eine DIN-A4-Seite ist nunmal 210 Millimeter breit und 297 Millimeter hoch. Sie können exakt festlegen, das kommt in das obere Drittel, in das mittlere Drittel, in das untere Drittel. Die Person nimmt die Seite in die Hand und hat in der Regel auch die gesamte Seite direkt im Überblick. Auch hier ist es im Web wieder anders. Die Seitengröße kann im klassischen Sinne im Web nicht festgelegt werden. Die Seitenbreite kann man noch so einigermaßen festlegen, aber auch da ist nicht 100 Prozent Verlass drauf. Spätestens bei der Seitenhöhe - naja, das ist dann eben sehr, sehr abhängig davon, wie groß der Bildschirm auf der anderen Seite ist. Vielleicht haben Sie zu Hause an Ihrem Arbeitsplatz einen 30-Zoll-Bildschirm und gestalten jetzt Ihre Webseite. Und bei dieser Webseite nehmen Sie vielleicht eine sehr wichtige Überschrift und setzen die aus gestalterischen Gründen in das untere Drittel Ihrer Webseite. Jetzt kann es Ihnen aber passieren, dass die Person, die sich die Webseite anschaut, von Ihrer Webseite aber nur das obere Drittel sieht, weil das Gerät eben viel, viel kleiner ist. Und weil Ihr Leser ungeduldig ist, findet er auf dieser Seite nicht die Information, die er haben möchte - schwuppdiwupp ist er auf einer anderen Webseite. Das gilt es natürlich zu vermeiden. Derartige Dinge sollten Sie also bei der Gestaltung Ihrer Webseiten im Hinterkopf behalten, dass Sie sich immer gut überlegen, was kommt auf der Seite wohin, und kann ich mich wirklich auf die Seitengröße verlassen? Nein, können Sie nicht - also beachten Sie das Ganze entsprechend.

Muse CC Grundkurs

Lernen Sie mit Muse CC Websites zu erstellen, ohne HTML beherrschen zu müssen, und erfahren Sie alle Schritte von der Planung über den ersten Entwurf bis zur Veröffentlichung.

6 Std. 55 min (66 Videos)
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Erscheinungsdatum:23.07.2014

Dieses Training wurde mit dem Release von Muse CC aus dem Jahr 2014 aufgezeichnet.

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