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SQL Server Analysis Services im mehrdimensionalen Modus Grundkurs

Unterschiede im Feature-Set von multidimensionalen und Tabellenmodus

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Eine Reihe von fortgeschrittenen Design-Konzepten, die seit vielen Jahren in OLAP-Cubes realisiert werden, sind mit den tabellarischen Modellen nicht so gut umsetzbar. Hier gibt der Trainer einen kurzen Überblick, ohne ins Detail zu gehen.
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Transkript

Die Analysis Services multidimensional gibt es seit 1998, als sie zum ersten Mal dem SQL Server 7 beilagen. Der Tabellenmodus ist relativ neu. Den gibt es überhaupt erst seit SQL Server 2012. Da würde man sich wundern, wenn er bereits den vollen Feature-Reichtum der multidimensionalen Cubes erreicht hätte. Und dem ist natürlich nicht so. Wir wollen jetzt mal kurz uns die Features ansehen, die beim Tabellenmodus noch fehlen, denn vielleicht sind es ja genau die Features, die bei Ihnen dringend gebraucht werden, weshalb Sie sich für multidimensional entschieden haben. Für fast alle dieser Features gibt es noch Einzelvideos, aber hier nochmal ein kurzer Überblick mit der Erklärung, was das jeweilige Feature grundsätzlich kann. Beginnen wir mit den sehr populären Translations oder Übersetzungen. Das ist die Möglichkeit, dass, wenn zum Beispiel ein französischsprachiger User auf unser Modell zugreift, dass ihm das Modell in Französisch erscheint. Die Dimensionen sind Französisch, die Namen der Kennzahlen sind Französisch, und nur bei multidimensional, das andere geht im Tabellenmodus auch, bei multidimensional werden auch die Inhalte Französisch, das heißt, wenn ich ein Produkt zum Beispiel verkaufe, und habe den französischen Produktnamen hinterlegt, weil er von dem deutschen oder englischen abweicht, dann wird mir auch nur in diesem französischen Produktnamen geantwortet, wenn ich Franzose bin. Also, diese spezielle Erweiterung gibt es nur in multidimensional. Nicht so häufig genutzt sind die Report Actions, oder Aktionen, das heißt, wenn man in seinem OLAP-Browser direkt zum Beispiel ein Ladengeschäft gefunden hat, das sehr hohe Umsätze gemacht hat, kann man direkt draufklicken und sich zum Beispiel gleich automatisch eine Webseite öffnen lassen, die Webseite dieses Ladengeschäfts oder so. .NET-Stored Procedures, das wird vielleicht nicht jeden interessieren. Aber das ist eine wahnsinnige, offene Möglichkeit für die Leute, die .NET entwickeln können, dass sie eigene gespeicherte Prozeduren entwickeln und diese Assemblys davon auf dem Analysis Services Server ablegen, und dann kann man diese eigenen Prozeduren direkt im Cube mit MDX aufrufen. Damit könnte man zum Beispiel sehr komplexe, schnellere Rechnungen realisieren als sie mit MDX vielleicht gehen, oder Berechtigungsmodelle, die mit dem normalen Cube vielleicht nicht abbildbar sind. Ein sehr sehr viel häufiger genutztes und demzufolge auch beim Tabellenmodus sehr fehlendes Feature ist das Zurückschreiben, das Writeback. Das braucht man eigentlich immer bei einer Unternehmensplanung, zum Beispiel. Wenn ich also zum Beispiel von verschiedenen Abteilungen oder von verschiedenen Produkten Planwerte einsammeln will, um einen Unternehmensplan zu erstellen, dann möchte ich die am besten gleich in den Cube schreiben, und das geht so nur multidimensional. Und dabei kann man sogar so komplexe Dinge konfigurieren wie das "Splashing", das heißt ich schreibe einen Planwert zum Beispiel für ganz Deutschland, und mein Cube ist so schlau, dass er das automatisch in die Bundesländer und vielleicht sogar bis in die einzelnen Städte runterbricht, jeweils mit dem korrekten Anteil. Writeback und Zurückschreiben ist also sicherlich ein stark vermisstes Feature beim Tabellenmodus. Aber damit ist die Liste der fehlenden Features noch lange nicht komplett. So gibt es zum Beispiel auch nicht das enorm populäre Default-Member-Feature. Das sind so eine Art Standardeinstellungen für einen Nutzer, wenn er sich mit einem Cube verbindet, der ihn beispielsweise default-mäßig auf den letzten Monat einschränkt. Natürlich kann er den Filter ändern, aber er hat zunächst einmal eine Konzentration auf das, was ihn auf den ersten Blick interessiert. So ähnlich ist es auch mit den Named Sets, oder Benannten Mengen. Das ist ein Konzept, wo man zum Beispiel eine Abfrage abspeichert, die zum Beispiel eine Liste der Top-10-Kunden nach Umsatz ergibt. Und dann kann man diese abgespeicherte Abfrageliste, ihr Ergebnis jedenfalls, verwenden wie eine unabhängige Dimension. Man kann das mit der Berechnungssprache DAX ungefähr nachbilden, aber bei weitem nicht so flexibel wie mit MDX. Und wo wir bei MDX und Flexibilität sind: Diese SCOPE-Berechnungen, das ist sicherlich die Königsklasse der MDX-Berechnungen, mit der man quasi seinen Cube mit einer zusätzlichen Schicht von Berechnungen überziehen kann, die in bestimmten Bereichen dann anders rechnet als in anderen. Und das ist etwas, was vom ganzen Konzept her im Tabellenmodus noch komplett fehlt, genauso auch wie das Konzept, dass man eben berechnete Elemente irgendwo hinsetzen kann, denn im Tabellenmodus sind berechnete Elemente immer zusätzliche Measures, zusätzliche Kennzahlen, wogegen man multidimensional diese auch in beliebige andere Dimensionen, an beliebige Punkte, hineinsetzen kann. Und dann noch eine Kleinigkeit: Das ist eigentlich nur die Tatsache, dass der Server eben auch die Formatierung vorgeben kann. Er kann zum Beispiel sagen, wenn dieser Wert positiv ist, der Finanzwert, dann wird er rot ausgegeben. Wenn wir uns über den Wert nicht sicher sind, dann wird er kursiv ausgegeben, und das kann dann der jeweilige Client umsetzen. Excel zum Beispiel macht das sehr gut. Und nun noch eine Reihe von besonders schmerzhaft vermissten Features, wie zum Beispiel den Parent/Child-Dimensionen. Da geht es nicht so sehr um die Dimension, sondern vor allem darum, dass man mit Parent/Child-Technologie jede noch so komplexe Struktur abbilden kann, auch vollkommen zerklüftete Struktur mit unterschiedlich langen Ästen in den verschiedenen Richtungen. Das geht auch mit DAX, kann nachgebaut werden, ist aber sehr sehr viel aufwändiger, wird viel viel besser unterstützt im multidimensionalen Modus. Oft kombiniert man Parent/Child mit den Account-Dimensionen. Und Account-Dimensionen, die sind sehr sehr spannend, weil sie enthalten quasi eine zusätzliche Liste von Kennzahlen mit jeweils eigenen Aggregationsfunktionen. Also, in dieser Konto-Dimension, so heißt sie auch, drin wäre zum Beispiel also eine Kennzahl "Umsatz", und die muss natürlich logischer Weise immer summiert werden. Da könnte aber auch eine Kennzahl "Headcount", oder "Mitarbeiterzahl" drin sein, und die darf eben nicht immer summiert werden. Die ist nur semi-additiv, denn ich darf die Mitarbeiter über zwei Standorte durchaus summieren, aber auf gar keinen Fall über zwei hintereinander liegende Monate summieren, und diese Logik kann man in einer Account-Dimension sehr schön unterbringen und verstecken. Wo wir gerade bei Logik sind: Hier geht es um das Verfahren, oder die Kooperation, die man anwendet, um von einer Liste von Kindknoten auf einen Summenwert im Elternknoten zu kommen. Ja, und normalerweise ist das eben die Summe. Deswegen sagte ich ja schon "Summenwert", aber mit Unary Operators kann ich in multidimensionalen Dimensionen diese Formeln auch beeinflussen, also dass es nicht Plus ist, keine Summe, sondern ein Minus, zum Beispiel dass man einen Knoten vom anderen abziehen muss, zum Beispiel Umsatz minus Kosten gleich Gewinn. Diese Berechnung kann ich bei Unary Operators direkt in meiner Dimension abbilden. Sollten diese simplen Dinge, Plus, Minus oder Ignorieren, das ist diese liegende Tilde, nicht ausreichen, gibt es sogar noch mehr. Es gibt Custom Rollups. Das sind eigene Formeln, die ich in der Dimensionstabelle hinterlege, MDX-Formeln. Und durch die Auswertung dieser Formeln ist vorgegeben, wie man von dem Kindknoten auf den Elternknoten kommt, wie da der Wert berechnet ist. Und das hat natürlich enorme Flexibilitätsmöglichkeiten, denn da kann ich jede beliebige Berechnung abbilden. Diese Features sind welche, die bei Finanzauswertungen, beim Financial Reporting, beim Nachbau von Ergebnisrechnungsstrukturen und so sehr sehr wichtig sind, und deshalb sage ich, dass noch für viele viele Jahre die multidimensionalen Cubes genau für solche Finanzauswertungen unabdingbar sein werden.

SQL Server Analysis Services im mehrdimensionalen Modus Grundkurs

Lernen Sie eigene OLAP-Cubes und -Lösungen mit dem multidimensionalem Modus der SQL Server Analysis Services zu erstellen.

3 Std. 57 min (54 Videos)
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Erscheinungsdatum:25.04.2017

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