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Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Unscharf maskieren

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Unscharf maskieren ist der Brot-und-Butter-Scharfzeichnungsfilter in Photoshop. Diesen sollten Sie unbedingt kennen und verstehen.
08:03

Transkript

Wenn mich ein Einsteiger fragt, mit was man sein Bild gut schärfen kann und ich dann antworte mit dem Filter "Unscharf maskieren…", dann gibt es sehr oft irritierte Blicke, denn warum soll etwas unscharf maskiert werden, wenn man es doch nur schärfen will. Dieser Begriff hat im Prinzip nur ein historischen Hintergrund. In der analogen Dunkelkammer wurde eine unscharfe Bildkopie quasi mit einer scharfen Kopie verrechnet, also unscharf maskiert. So war der Sprachjargon, und dadurch hat man ein besseren Schärfeeindruck erzielen können. Nach diesem Prinzip funktioniert nicht nur der "Unscharf maskieren…"-Filter, sondern zum Beispiel auch der "Selektive Scharfzeichner", und sogar der "Hochpass…"-Filter funktioniert nach diesem Prinzip. Wie gehen Sie da am besten vor? Ich würde Ihnen empfehlen, entweder auf einer Ebenenkopie zu arbeiten oder ein Smartobjekt anzulegen, und dann "Unscharf maskieren…" als Smartfilter anzulegen. Das können wir einfach mal machen, ich klicke mit der rechten Maustaste einmal auf die Ebene und wähle dann "In Smartobjekt konvertieren…". Jetzt kann ich über Filter Scharfzeichnungsfilter Unscharf maskieren…, das ist dieser, den gleichnamigen Filter aufrufen. Hier haben Sie dann die Möglichkeit, einmal im Bild zu klicken, um ein Vorschaubereich zu definieren. Dann nehme ich hier mal den Schnabel. Entweder können Sie hier in diesem Bereich arbeiten oder auch im Bild selbst. Im Prinzip ist der Filter mittlerweile so schnell auf aktueller Hardware, dass man auf diese kleine Minivorschau verzichten könnte, und alles nur noch direkt hier im Bild sichtbar machen kann. Ich zoome hier mal auf 100% und gehe mal hier zum Adlerkopf. Sie sehen, das ist gnadenlos überschärft, deshalb schauen wir uns zunächst die Optionen an, die Sie hier haben. Das sind im Prinzip nur drei Regler, und die setze ich zunächst alle auf ein Minimum. Was können Sie damit machen? Mit dem Radius bestimmen Sie die Breite der Helligkeitssäume. Wenn ich hier zum Beispiel sechs Pixel nehme, dann habe ich hier an den Kanten einen Helligkeitssaum in beide Richtungen von sechs Pixeln. Mit der Stärke bestimmen Sie, wie stark diese Säume sein dürfen. Wenn man das nicht allzu hoch wählt, dann sieht man diese Säume kaum, wir haben aber trotzdem schon mal einen verbesserten Schärfeeindruck. Wenn ich mal die Stärke auf ein Maximum setze, dann sehen wir sofort diese fiesen Säume hier im Bild, die dann entstehen, die sind dann auch noch mit einem Farbstich versehen, den Sie zum Glück mit einer Füllmethode wieder entfernen können, aber solche Säume sollten Sie natürlich auf jeden Fall vermeiden. Deshalb ist es ein guter Tipp, wenn Sie hier bei einer hohen Stärke nur geringe Radien verwenden. Bei so einer Stärke von 500 sollten Sie niemals über etwa 0,3 gehen. Dann haben Sie ein Schärfungsergebnis, das für das Internet vielleicht geeignet ist, aber in diesem Fall eben auch noch nicht, weil das Bild nicht skaliert ist, und bereits eine leichte Vorschärfung aufweist. Das heißt so eine Schärfung wie hier zum Beispiel 0,2 und 500, die sollten Sie erst dann anwenden, wenn Sie ein Bild verkleinert haben, das dadurch vielleicht etwas weicher geworden ist. Umgekehrt können Sie auch höhere Radien benutzen, dafür aber mit einer geringeren Stärke, wenn Sie die Formen eines Bildes hervorheben möchten. Wenn ich hier mal einen Radius nehme von etwa 30 und die Stärke auf einen Maximalwert von 500 setze, dann ist das natürlich nicht zu gebrauchen. Wenn dieser Wert sehr klein ist, haben wir dagegen eine subtile Kontrasterhöhung, und zwar eine lokale Kontrasterhöhung. Hier gilt es im Prinzip, den größtmöglichen Wert zu erzielen, der das Bild nicht verschandelt, und das wäre hier schon zu viel. Ich fahre also zurück, und versuche einen Wert zu finden, der die Formen des Bildes gut verändert, und es plastisch wirken lässt. Hier wären einige Teile zu dunkel, die müsste man dann noch maskieren, aber das sind im Prinzip die Funktionsweisen dieser beiden Regler. Als Richtschnur: Wenn Sie einen Wert erhöhen, dann verringern Sie den anderen, damit das Ganze nicht unschön wird. Und dann haben wir noch den Schwellenwertregler, und den zeige ich Ihnen auch bei maximalen Einstellungen, damit Sie schön sehen, was der macht. Ich nehme diese Einstellungen, die völlig ungeeignet sind, die Ihnen aber zeigen, dass durch diese Schärfung nicht nur die Details verstärkt werden, sondern auch die eigentlich homogenen Flächen. Wenn ich die Vorschau ausschalte, sehen Sie das ist eigentlich nichts, was wir schärfen wollen. Der Himmel soll natürlich blau und gleichmäßig bleiben, und da kommt der Schwellenwert ins Spiel. Wenn ich die Vorschau wieder einschalte, dann ist es möglich, mit dem Schwellenwert, die flächigen Bereiche von der Schärfung auszunehmen. Mit dem Schwellenwert legen Sie fest, wie hoch ein Kontrastunterschied sein muss, damit die Schärfung noch angewendet wird. Bei einem Schwellenwert von null wird alles geschärft, also auf jedem Pixel werden die eingestellte Stärke und der Radius angewendet. Wenn ich den Regler ganz nach rechts ziehe, dann muss es einen Kontrastunterschied von 255 Tonwertstufen geben, und wir sind in einem 8-Bit-Bild. Aber auch bei einem 16-Bit-Bild gibt es keinen so großen Kontrastunterschied. Das wäre dann wirklich ein Schwarz zu Weiß, den Sie dann noch schärfen könnten, und wenn Schwarz und Weiß aneinander liegen,können sie keine Säume mehr hinzufügen, weil der Maximalkontrast bereits vorliegt, und deshalb hat das hier keine Auswirkung. Mit einem hohen Schwellenwert schalten Sie "Unscharf maskieren…" quasi aus. Wenn ich mal ein Vorher-Nachher mache, dann sehen Sie an einigen, sehr hellen Stellen noch eine leichte Kontrasterhöhung. Aber das war es dann auch schon. Wenn Sie den Schwellenwert wieder auf null setzen, dann ist die Grundstrategie, dass Sie diesen nur soweit erhöhen, bis Sie die unerwünschten Schärfungen los sind, also niemals von rechts anfangen, sondern von links. Jetzt ziehe ich den solange nach rechts, bis hier der Himmel nicht mitgeschärft wird. Das wäre jetzt also mein Ergebnis, wenn mir das so gefallen würde, aber da es das nicht tut, verringere ich mal zunächst den Radius auf ein erträgliches Maß und dann natürlich auch noch die Stärke, weil ich diese Säume nicht so heftig haben möchte. Hier würde ich mich dann bei einem Stärkewert zwischen 70 und 100 bewegen, wobei das bei einem Radius von zwei Pixeln meist schon zu viel des Guten ist. Wenn wir uns hier zwischen 60 und 70 bewegen, dann sollte das ganz gut passen. Das wäre dann vorher und das wäre nachher. Da haben wir also eine subtile Schärfung, ohne den Himmel mitzuschärfen. Wenn ich den Schwellenwert auf 0 setze, dann sehen sie wie hier wiederum die leichte Körnung beziehungsweise das Rauschen des Himmels ebenfalls mitverstärkt wird. Das sehen Sie sogar, wenn ich mal ein Testbild öffne, und zwar dieses hier. Wir haben hier einen Verlauf von Schwarz zu Weiss in 255 Stufen, und da wende ich mal jetzt den "Unscharf maskieren…"-Filter drauf an. Das ist dann der hier wiederum. Wenn ich hier den Schwellenwert auf null setze und die Stärke auf 500, dann sehen Sie wie hier diese Streifen verstärkt werden. Zwischen jedem einzelnen Tonwert kommt es zu einer Kontrasterhöhung, die umso ausgeprägter ist in diesem Fall, je höher dieser Radius ist. Beziehungsweise sie können damit auch hier die Formen verstärken. Das macht ein hoher Radius, das sehen Sie hier bei dieser Kreisform in der Mitte, und beim kleinen Radius haben Sie diese Schärfung. Diese Streifen, die entfernen Sie jetzt durch Erhöhen des Schwellenwerts. Also, ziehen Sie nicht einfach den Regler auf Anschlag nach rechts, oder in die Mitte, sondern versuchen Sie wirklich, die optimalen Einstellungen zu finden, und dazu muss der Schwellenwert so gering wie möglich sein. Das ist hier jetzt schon der Fall, wenn wir vergleichen Vorher-Nachher, dann haben wir hier entlang der Kontrastkanten eine schöne Schärfung, auch hier haben wir eine Schärfung. Hier, wo Grau und Grau aneinandertreffen, gibt es natürlich keine Schärfung, und durch die Erhöhung des Schwellenwerts, werden hier auch diese einzelnen Tonwertstufen, also die flächigen Bereiche, nicht mitgeschärft. Das ist im Prinzip die Funktionsweise des "Unscharf maskieren…"-Filters. Ein sehr praktischer Filter, wie ich finde, aber nicht der modernste. Dennoch ist er immer noch eine sehr gute Wahl, vor allen Dingen, wenn Sie sehr schnell und unkompliziert schärfen möchten.

Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Lernen Sie, wie Sie Schärfe und Details Ihrer Bilder mit Photoshop optimieren. Schärfen Sie vor der Bearbeitung oder gezielt für die Ausgabe, und heben Sie Details kreativ hervor.

4 Std. 6 min (30 Videos)
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