Fotografieren mit der Lochkamera

Unendliche Tiefenschärfe

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In dieser Szene bilden Sie eine frisch gemähte Wiese samt Gänseblümchen vor dem Hintergrund eines Backstein-Industriegebäudes ab. Was normalerweise nicht gelingt, zeigt, wie man mit der absoluten Tiefenschärfe der Lochkamera gestalterisch sinnvoll umgeht.
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Transkript

Wer mit normalen Kameras, spricht mit normalen Linsen bzw. Objektiven fotografiert, der weiß, dass der Bereich in dem wir die Schärfe abbilden können von zwei Dingen abhängt. Erstensmal natürlich die Brennweite. Je kürzer meine Brennweite, desto größer wird der Bereich, wo sich die Schärfe drin ausdehnen kann. Zweitens logischerweise auch die Blende. Je weiter ich die Blende schließe, je kleiner das Loch für das Licht wird,, desto länger muss ich zwar belichten, aber desto größer wird auch der Bereich, in dem sich die Schärfe ausdehnen kann. Das ist bei einer Lochkamera fundamental anders. Denn die Lochkamera hat eine nicht relativ große Tiefenschärfe, sondern sie hat eine absolute Tiefenschärfe. Das bedeutet, sie ist von vorne, vom Beginn, also direkt da, wo sich das Loch-Objektiv befindet, bis hinten hin also bis in die Unendlichkeit, die mathematische Unendlichkeit kann es nicht sein, es ist die physikalische Unendlichkeit, also etwas was quasi unendlich weit weg ist, wie zum Beispiel dieses Backstein- Gebäude, was wir dahinten sehen. Bis dahin dehnt sich diese Schärfe aus und das ist etwas womit wir natürlich großartig toll gestalten können. Schauen wir uns an, was wir aufgebaut haben. Wir haben hier ein schönes altes Backstein-Gebäude im Hintergrund. Wir haben im Vordergrund eine relativ unspektakuläre Wiese, eine sogar relativ frisch gemähte Wiese, jetzt nicht was man sofort als ein tolles Fotomotiv ins Auge fassen würde, trotzdem ich habe genau hier an dieser Stelle mal unsere Kamera aufgebaut und möchte jetzt genau diese beiden Dinge miteinander in Relation setzen, den unspektakulären Vordergrund und den spektakulären Hintergrund. Das würden Sie mit einer normalen Kamera so machen, dass Sie einen grünen unscharfen weißlich gelben, wegen diesen Gänseblümchen, Vordergrund bekommen, während im Hintergrund hoch wahrscheinlich auf das Backstein-Gebäude scharf gestellt wird. Das geht, kann man machen, ist mehr oder weniger lustig, aber ich würde mal sagen, jeder kennt das so ungefähr. Wenn Sie das mit einer Lochkamera machen, dann haben Sie von vorne, wie gerade eben erwähnt, bis hinten, also bis zum Gebäude, einen kompletten Schärfe-Durchgang. Das heißt, es gibt keine unscharfen Bildteile, und das wiederum bedeutet, dass dieses Gänseblümchen, was wir hier sehen, dieses kleine unscheinbare Gänseblümchen, aussieht wie eine riesengroßer dicker Baum mit einer wahnsinnigen Blüte im Vordergrund, wie wir auf dem Bild hier auch gerade mal eben sehen können. Also man sieht schon, dass das Gänseblümchen genau so scharf ist, wie das Haus im Hintergrund. Natürlich haben wir diese typische Lochkamera-Unschärfe. Die besitzt sich über das gesamte Bild, egal, wie weit ein Gegenstand weg ist und nicht auf dem Abstand, den das Objekt bzw. der Gegenstand, in diesem Fall das Gänseblümchen oder das Haus vom Objektiv hat. Gerade das, diese absolute Tiefenschärfe, ist natürlich ein unglaublich toller Gestaltung-Spielplatz, könnte man sagen, weil Sie viele Dinge, die Sie kennen, die Sie schon mal so oder so ähnlich fotografiert haben, nochmal komplett neu interpretieren können, neu fotografieren können und Vordergründe mit Hintergründe in eine Relation bringen können, in die Sie sonst wahrscheinlich nie in dieser Relation sehen würden. Eben durch diese komplette absolute Tiefenschärfe, die Sie mit einer Lochkamera zu Stande kriegen.

Fotografieren mit der Lochkamera

Erfahren Sie, wie eine Lochkamera funktioniert. Von der Konstruktion über die Film-Entwicklung bis zur digitalen Nachbearbeitung erfahren Sie, wie Bilder "ohne Objektiv" entstehen.

2 Std. 17 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:27.07.2016

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