Ideation: Visuelles Denken und Ideenfindung

Tricks: Grundelemente zeichnen

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Striche, Linien, Kreise und Rechtecke – mehr Elemente brauchen Sie nicht zu beherrschen, um grundlegende Anschriften zu meistern und übersichtlich zu strukturieren.
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Transkript

Niemand kann gerade Linien zeichnen, nur mehr oder weniger krumm. Mit Lineal sehen Zeichnungen aber oft leblos aus. Und ein Lineal führt dazu, zu viel auf das Detail zu achten. Wer sich aber sonst für seine krummen Linien schämt, der nutzt für die langen Linien das Lineal. Ein Trick ist das Lineal nur als optische Führungshilfe zu nutzen und nicht direkt lang zu zeichnen. Ich lege es mir, zum Beispiel, hier so auf mein Blatt und zeichne dann darunter meine Linie. Und so ein bisschen lang zittern sieht auch ganz natürlich aus. Das hat einfach eine ganz andere Qualität, als wenn ich die Linie einfach hier gerade mit dem Lineal dadrunter setze. Und nachdem es darauf ankommt, natürliche Ideen zu entwickeln und es auch viel schneller geht, wenn ich ohne Lineal zeichne, empfiehlt es sich, immer mal auf solche Tricks zurückzugreifen. Ich kann auch die Blattkante als Lineal nutzen. Das heißt, ich kann mein Blatt ja auch drehen. Es ist überhaupt nicht verboten, da ein bisschen hin und her zu drehen, und mein Blatt, wenn ich mir da leichter tue, etwas schräg zu stellen, und ich habe hier diese natürlichen Kanten mit denen ich immer zeichnen kann. Und wenn ich jetzt hier diese Linie zeichnen will, kann ich das auch zum Beispiel umdrehen, meinen Finger hier ansetzen am unteren Rand und dann den Finger hier als Führungshilfe verwenden und da versuchen eine gerade Linie mit hinzubekommen. Und das sieht man eindeutig, ist nicht mit dem Lineal entstanden. Es hat ein paar schiefe Ecken hier. Das geht nicht ganz gerade raus und rüber, aber das ist der Look, den wir normalerweise auch haben wollen. Eben einen ganz natürlichen Look. Ich kann genauso gut ein anderes Blatt verwenden. Das heißt, wenn ich jetzt hier in dem mittleren Bereich bin und da etwas zeichnen möchte, dann ist es schwierig hier möglich den Finger anzusetzen an die Kante. Das schafft keiner mehr, auch mit langen Fingern nicht mehr. Da kann ich aber mir ein anderes Blatt holen, was ich immer da habe, und das kann ich hier ganz perfekt gerade ausrichten, indem ich es natürlich hier unten ansetze, an die untere Blattkante. Ja, dann kann aber nur hier in dieser Höhe was zeichnen, aber ich habe ja auch diese Kante an der Seite und da kann ich es wirklich hier hoch und runter schieben und kann sagen, hier nutze ich eben mein Blatt als Lineal. Entweder hier wirklich richtig mit Aufsätzen oder wieder nur als optische Hilfe und ziehe es mir dadrunter und ziehe die Linie quasi freihand obendrüber. Jetzt hätte ich hier meine Linie lang, und das hat dann eben auch wieder diesen natürlichen Look, den ich gerne habe möchte, und das mit diesem Blatt geht auch wahnsinnig schnell, und ein Blatt hat man auch immer dabei. Ein Lineal hat man nicht immer zu Hand. Was man genauso machen kann, ist, dass man sich Papierstückchen zurecht schneidet. Also ich bastle mir so kleine Schablonen. Die kann man natürlich entweder hier, wie ich es jetzt mache, mit dem Papier herstellen, das man einfach gerade so zur Verfügung hat, oder man holt sich ein bisschen dickeres Papier. Das hat den Vorteil, das gibt schönere Kanten. Also das trägt dann ein bisschen mehr auf und das hat dann quasi so was wie eine kleine Schablone. Wenn ich das Papier jetzt nur so dünn habe, dann ist das tatsächlich eher wieder was, was so die visuelle Schablone macht, und nicht so das, wo ich richtig gut ansetzen kann. Das ist ein bisschen leicht. Das schiebt so ein bisschen weg, wenn ich da dran lang ziehe, meine Linie. Aber das Schöne ist, ich habe das wirklich immer dabei und kann das in jeder Größe mir herstellen. Wie gesagt, drehen ist immer erlaubt, und habe dann ganz viele kleine Kästchen, die alle exakt groß werden, wenn ich die immer jetzt hier mit meiner Schablone mache. Das ist ein ganz einfacher Trick, jederzeit in jedem Büro eigentlich durchzuführen, und damit sieht das dann auch alles schon recht schön aus, und wenn ich, zum Beispiel, hier Scribbles entwickle für verschiedene Screens, dann sehen die dadurch auch schon recht professionell aus. Es gibt natürlich auch Schablonen zu kaufen, die zum Beispiel eben hier so Screen-Elemente schon mitbringen, aber selbst machen, da ist man sehr viel flexibler. Und noch ein letzter Trick für Linien: Ich kann den Anfang und das Ende von der Linie kann ich auch abdecken mit einem Blatt. Und dann habe ich die Möglichkeit, da muss ich nicht so genau draus achten, wie hören die auf, sondern ich zeichne hier einfach so ein bisschen drüber hinaus und dann weiß ich, dass die linke Kante immer perfekt ausgerichtet ist. Das ist so wieder die ganz Low-Tech-Variante. Es geht natürlich noch ein bisschen High-Tech-mäßiger. Das ist ein sogenanntes Abdeckband was ich hier verwende. Das ist wie ein Tesafilm nur hat er die schöne Eigenschaft, dass er zum einen hier, wie Sie gleich sehen werden, direkt mit dem Finger abzureisen ist. Ich brauche also keine Schere oder irgendwas, und ich kann den aufkleben auf das Papier und ich kann ihn genauso wieder absetzen. Der hinterlässt keine Spuren und der nimmt auch nichts mit von meiner Farbe nicht und vom Papier nicht, und wenn ich jetzt hier einen Bereich abdecke, den ich mit schönen Linien, die ein definiertes Ende und einen definierten Anfang haben will, wenn ich das abdecke, dann sieht das so aus, und jetzt kann ich da einfach ganz locker drüber malen und weiß, jede Linie hat ein ganz definiertes Ende und einen ganz definierten Anfang, ohne dass ich mich darauf konzentrieren muss. Ich kann mich darauf konzentrieren, die Abstände hier gleich zu machen. Das parallel zu machen. Und am Ende ziehe ich hier diese Abdeckbänder wieder runter und Sie sehen, die Linien sind links und rechts alle perfekt ausgerichtet. Sie hören an der selben Stelle auf, und es sieht aus, als hätte ich das alles einfach so von Hand gezeichnet. Denken Sie immer daran, dass die Linien nicht alle gleich aussehen müssen. Sie können dicker oder dünner sein, indem Sie stärker oder weniger stark aufdrücken mit dem Stift. Oder natürlich auch, indem Sie mit unterschiedlichen Stiften arbeiten. Für Beschriftungen, da können Sie geschwungene oder gewellte Linien nehmen. Das sieht oft besser aus, als hier noch mal gerade Linien zu machen. Das heißt, ich mache hier so einfach eine geschwungene Linie oder ich mache eine gewellte Linie, und da ist es dann auch völlig egal, wie die gerade ist oder ob sie zittrig ist. Völlig egal. Ans Ende setze ich meistens noch so einen Punkt oder einen Pfeil. Man sieht, das sind meine Beschriftungen. Ich habe jetzt hier auch mit Absicht eine dünnere Linie gemacht. Also mit einem feineren Stift gearbeitet. Sie können natürlich aber genauso gut eine andere Farbe nehmen für Ihre Beschriftungen. Nicht ganz ohne ist es einen Kreis zu zeichnen. Ein Zirkel kommt für eine schnelle Skizze natürlich nicht in Frage. Das sieht immer zu perfekt aus. Daher gibt es eine Reihe Tricks, die funktionieren aber bei den meisten nur, wenn sie das auch fleißig üben. Einer ist, ich markiere mir mit einem Bleistift den Umfang von dem Kreis, den ich haben will. Und sagen wir, ungefähr so groß soll der werden. Und dann fange ich an, hier drüber zu fahren. Und ich setze hier noch nicht auf, sondern ich versuche meinen Muskeln die Gedächtnis hier einzuprägen: So geht ein Kreis. Und dann senke ich ganz langsam den Stift ab und male hier eine Linie. Und sehe: Ah, das trifft noch nicht so ganz, und kann meine Linie noch ein bisschen korrigieren währenddessen. Das kriegt dann hier so diesen Look. Wird so ein bisschen schief. Wenn es mir jetzt genau darauf angekommen wäre, dass der Kreis diesen Umfang hat, wäre ich so ein bisschen daneben, aber ich will jetzt ja einfach nur einen schönen Kreis machen, und jetzt habe ich hier eine gute Orientierung und ich sehe, zum Beispiel, hier funktioniert es. Auf der Seite funktioniert der Kreis ganz gut, mit dem was ich hier habe, auf der anderen Seite, da bin ich ziemlich weit rausgekommen, aber das macht nichts, weil ich kann ja jetzt hier mit dem Stift langsam nachziehen, und sagen, hier male ich meinen Kreis. Und das ist eben der Vorteil vom Bleistift natürlich. Bleistift kann ich radieren. Und am Ende radiere ich diese ganzen Führungsgeschichten weg. Wäre natürlich sinnvoll, den Stift vorher ein bisschen trocknen zu lassen. Jetzt verschmiert es so ein bisschen. Aber für die schnelle Skizze reicht es. Jetzt sieht es schon sehr viel besser aus, als wenn ich selber versucht hätte, hier den Kreis freihand zu zeichnen. Eine zweite Methode, die mir persönlich nicht so viel bringt, aber andere Leute kommen damit ganz gut zurecht, ist die: Ich zeichne mir vorher mit Lineal Punkte an, die haben den gleichen Abstand zur Mitte, und mache auf 12 Uhr, 3 Uhr, 6 Uhr und 9 Uhr jeweils einen kleinen Punkt. Und dann vielleicht auch noch mal bei der Hälfte. Und dann fülle ich diese Segmente einfach mit Linien auf. Das heißt, ich sage -- hier kommt das Lineal zum Einsatz --, ich will, zum Beispiel, hier einen 3 Zentimeter großen Kreis machen und nehme mir hier auch noch mal den Mittelpunkt. Und ich weiß, dass das hier auch korrekt ausgerichtet ist. Gehe auf 1,5 Zentimeter, damit ich wieder auf meine 3 komme und habe jetzt hier die beschriebenen Punkte. Dann kann ich hier noch mal hingehen und sagen, ich mache aber in der Mitte noch mal jeweils einen, dann habe ich am Ende in der Summe acht solche Punkte. Eineinhalb muss ich, und dann habe ich jeweils diese 3 Zentimeter, und kann jetzt anfangen, hier einfach da diese Verbindungslinien zu ziehen, die mir, wie gesagt, persönlich nicht so wahnsinnig leicht fallen. Auch wenn man das Papier dreht, geht es ein bisschen besser, aber da strichelt man sich dann so ein bisschen hin zu seinem Kreis. Wenn man das jetzt auch wieder mit dem Fineliner dann nachzieht nachher, dann ist es eigentlich auch schon mal gar nicht so schlecht. Und das Schöne ist, das Ganze hat eben wieder den natürlichen Look, und Sie haben keinen Zirkel oder so was, und können auch freihand, nach einiger Übung, einen einigermaßen geraden Kreis zeichnen. Zu den weiteren Elementen, den Rechtecken, die wir öfter brauchen, die sind zum Glück relativ einfach. Die sind nicht so komplex, wie so ein Kreis. Der einzige Trick, den man dabei berücksichtigen sollte, ist, man macht sie am besten nicht aus einem Stück, sondern man setzt sie aus einzelnen Linien zusammen. Das klingt relativ naheliegend, aber witzigerweise, wenn man guckt, wie die Kollegen Rechtecke machen, die machen es meistens so. Das sieht schlecht aus. Ich habe hier total schiefe Kanten. Ja, alles irgendwie hier. Das ist so ein bisschen krumm. Und offen ist es da. Und es ist viel besser, wenn ich mir eben mal wieder die Zeit nehme und mein Rechteck so mache, dass ich sage, ich mache einzelne Linien. Drehe mein Blatt immer so, dass es für mich gerade angenehm ist. Also so, wie ich am besten gerade Linien ziehen kann, und ziehe die Linien dann auch ein bisschen drüber raus. Das heißt, ich setze mein Rechteck zusammen aus einzelnen Linien und mache die auch immer ein bisschen länger. Das absichtlich hier ein bisschen Überzeichen. Aber es sieht immer besser aus, die länger zu machen, als wenn ich sage, ich mache sie etwas zu kurz. Das sieht dann immer so ein bisschen unfertig aus und macht keinen guten Eindruck. Den besseren Eindruck habe ich immer, wenn ich die Linien eben etwas überzeichne. Und damit haben Sie die allerwichtigsten Grundelemente für Zeichnungen beisammen und alles andere können Sie daraus zusammensetzen. Klappt das bei Ihnen jetzt noch nicht so gut, dann lassen Sie sich nicht entmutigen. Denken Sie dran: Von nichts kommt nichts. Daher, einfach ein bisschen dran bleiben. Sie werden sehen, Sie werden sehr schnell besser.

Ideation: Visuelles Denken und Ideenfindung

Lernen Sie, mit visuellem Denken an neue Lösungsansätze zu kommen. Jens Jacobsen zeigt Ihnen dafür die notwendigen Fertigkeiten am Whitboard.

2 Std. 40 min (33 Videos)
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