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Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Farbe

Transparente Farben

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Hier werden die Möglichkeiten aufgezeigt, wie ansprechende Layout-Effekte mit transparenten Farben und Farbüberlagerungen erzielt werden können.

Transkript

Jetzt möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie mit transparenten Farben schön und überraschende Layoutlösungen erarbeiten können. Die farbige Überlagerung von Bildern hat in den letzten Jahren wieder ein Boom erlebt. Was in den 1950er bis 1970er Jahren selbstverständlich war, zwischenzeitlich aber vergessen wurde, ist heute wieder en voge. Nur mit dem Unterschied, dass heute, im Gegensatz zum letzten Jahrhundert, eher mit transparenten als mit volltönigen Farben gearbeitet wird. Vielleicht liegt es daran, dass es mit der heutigen Elektronik sehr einfach ist, Transparenzen zu erzeugen und ihre Intensität zu steuern. Als erstes Beispiel möchte ich Ihnen eine Postkarte zeigen, die ich für ein Verlagshaus als Wurfsendung für Jugendromane gestaltet habe. Sie erinnern sich an das Motiv, dem wir mit der Pipette-Methode Farben entnommen haben? Wieder eines meiner Urlaubsfotos und es passt perfekt zum Thema. Fangen wir an und ich nutze erneut die Pipette-Methode. Dieses Mal picke ich das Grün der Blätter aus dem Blumenstrauß, schiebe es auf mein Bild und spiele mit den Flächen. Der Kreis in dieser Größe an dieser Position gefällt mir am besten. Warum? Weil er das Grün, das ich dem Bild entnommen habe, wieder überlagert. Dadurch entsteht eine optische Verwandtschaft zwischen dem Bildmotiv und dem neu hinzugekommenen Gestaltungselement. So hätte man das wahrscheinlich vor 30, 40 oder 50 Jahren gelassen. Heute habe ich aber die Möglichkeit überlagernder Flächen mit geringsten Aufwand transparent zu stellen. Das Schöne an Transparenzen ist auch, dass die Verwandtschaft, die Beziehung zwischen Motiv und Gestaltungselementen noch intensiver wird, weil der harte Kontrastbruch aufgehoben wird. Ich füge den Text ein, das Logo und fertig ist eine schlichte schöne Karte. An diesem Anzeigenbeispiel sehen Sie ein weiteren großen rein formalen Vorteil von Transparenzen. Sie erlauben mir eine nahezu ungebundene Positionierung von Texten auf Bildern. Man muss weder darauf achten, dass es einen Bildbereich gibt, in den sich Schrift gut einpassen lässt, noch besteht das bekannte Problem mit zu geringen Farbkontrasten, also dass die Schrift nicht ausreichend vom Hintergrund abgeben. Ich stelle die Transparenz einfach so hell oder dunkel ein, wie ich sie für die gute Lesbarkeit brauche, dennoch bleibt das Motiv mehr oder weniger voll erhalten. Auch wieder ein rein formaler Vorteil. Mit Transparenzen kann man auf Bilder einwirken, ohne sie zurechtstutzen zu müssen. Dieses Motiv hier erscheint zunächst viel zu hoch. Es lässt sich aber durch eine geschickt eingesetzte Transparenz oben subjektiv verkürzen. Das würde auch mit derselben Fläche unten funktionieren aber in diesem Fall entscheide ich mich für eine geschwungene Form, weil sie hier eine schöne Antwort auf die Bewegung im Bild gibt, nämlich auf die gebogenen Linien und Pfeile und so die Bewegung noch verstärkt wird. Durch das Zusammenspiel von Bildmotiv und transparenten Farbflächen ist jetzt, wie ich finde, ein homogenes ästhetisches Visual zu einem eher problematischen Thema gelungen. Transparente Flächen lassen sich auch hervorragend als Bildkonzept für längere Bildstrecken anwenden, nämlich wenn Bilder nicht besonders gut zusammenpassen. Dann bilden Transparenzen eine visuelle Klammer, die den Bildern wieder einen Seriencharakter verleihen. Natürlich lassen sich auch Schriften transparent darstellen und schöne Farbeffekte in schwarzweiß Bildern zaubern. Oder Transparenzen lassen sich zusammenfügen und es ergeben sich interessante Schnittmengen. Auf diese Art und Weise ist zum Beispiel das Logo für eine Führungskräfte-Akademie entstanden. Der Name der Akademie ist LD21 Academy, LD21 steht für Leadership Development in the 21 Century, also Führungskräfte-Entwicklung in 21. Jahrhundert. Idee und Konzept der Akademie ist, dass Führungskräfte ihre persönlichen Potenziale zunächst spielerisch im Trainings entwickeln und dann in ihren Unternehmen zur Wirksamkeit bringen. Das ist das kurze und knappe Briefing zum Auftrag. Spielerisch entwickeln? Dann darf das Logo auch verspielt sein, denke ich. Nachdem ich mir die Wirkung der vier Zeichen LD21 in allen möglichen unterschiedlichen Schriften anschaue, entscheide ich mich für diese feste Akzidenz Grotesk. Sie macht einen Punkt, kommt selbst bewusst daher und ist unübersehbar. Dann denke ich an spielen, an Kreativität. Oder vielleicht sogar an Kinderspielzeug? Und färbe die Lettern und Ziffern knall bunt ein. Mir geht aber auch die Verschmelzung der unterschiedlichen persönlichen Potenziale untereinander und die Wirksamkeit der Führungskraft auf das jeweilige Unternehme durch den Kopf. Das möchte ich im Logo darstellen. Also will ich eine Verbindung zwischen den Zeichen schaffen. Dazu stelle ich die dunkleren Farben, außer dem Gelb, etwas transparent und schiebe sie zusammen. Eine perfekte Verbindung, finde ich. Was mir besonders an der Idee gefällt, sind die neuen Farbfelder, die durch die Schnittmengen der Transparenzen entstehen. Sie können auch ein Sinnbild dafür sein, dass durch die Wirksamkeit der Führungskräfte, neues in einem Unternehmen entstehen kann. Als Unterstreichung füge ich noch das Wort Academy hinzu in einer ganz fein leichten Schrift, die wieder ein Spannungsverhältnis zu den sehr fetten Lettern und Ziffern entstehen lässt. Mein Kunde war happy und ich natürlich auch. Also denken Sie in Ihren Gestaltungen und Layouts auch an transparente Farben und Flächen. Spielen Sie mit den Möglichkeiten und nutzen Sie die ästhetischen und rein formalen Vorteile, die Ihnen Transparenzen bieten können. Und zum Schluss dieses Films zeige ich Ihnen noch eine transparente Farbfläche die im Laufe der Jahre vom selbst entstanden ist. Für mich ein schöne Synonym für Zeit.

Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Farbe

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1 Std. 11 min (15 Videos)
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