Storytelling für Marketing und PR

Transmedial: Das Ende traditionellen Erzählens

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Dieser Film zeigt die Unterschiede zwischen traditionellem, crossmedialem, transmedialem und dynamischem Storytelling auf.
09:14

Transkript

Gute Geschichten sind viral. Viralität ist keine Erfindung des Internets. Gute Geschichten werden seit Beginn der Menschheit immer weiter und weiter erzählt. Daher eignet sich Storytelling als Marketing und Kommunikationstechnik auch hervorragend für das Social Web. Und da es dort immer neue Möglichkeiten gibt, ist es auch unerlässlich für Corporate Storyteller multimedial und gar transmedial zu erzählen. Gute Geschichten werden von sich aus weitererzählt. Aber wir sollten ihnen auch den nötigen Anschub geben, um im Netz erfolgreich zu werden. Daher sehen wir uns im Folgenden diesen letzten der fünf Erfolgsbausteine etwas genauer an. Die multimediale Erzählweise. Denn für den Erfolg Ihres Storytelling ist letztendlich entscheidend, welche Kommunikationsstrategie Sie zugrunde legen, und diese sind meist ja nicht offensichtlich. Die Geschichten, die wir kennen, die Sie sich im Netz ansehen, zum Beispiel auf Youtube oder Instagram, diese Ergebnisse sind ja nur die Spitze des Eisberges. Die Corestory ist das Herzstück einer Kampagne und muss dementsprechend gut aufgebaut sein, aber mindestens genauso entscheidend sind die Schichten darunter. Zum Beispiel die Formate, in denen Sie Ihre Inhalte anbieten, und selbstverständlich die Medienstrategie, die Auswahl der richtigen Kanäle, um Ihre Zielgruppe zu erreichen. An dieser Stelle könnte man jetzt behaupten, dass gute Geschichten eigentlich gar keine aktive Verbreitung nötig haben. "Pull over push" heißt hier das Zauberwort. Im Gegensatz zum herkömmlichen Marketing, dessen Strategie "push" heißt. Inhalte werden also hinausgeschoben und gestreut, aber das Storytelling mit dem "pull"-Effekt. Sie kennen das von der Tür, die man entweder nach außen "push-t", also rausschiebt, oder "pull-t", zu sich herzieht. Geschichten sind so attraktiv, dass die Zielgruppe diese an sich heranzieht -- ein Magnet-Effekt. Die richtige Geschichte zieht die richtigen Kunden an. Doch allein darauf zu vertrauen wäre naiv. Daher nutzen Sie alle Ihnen zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel und Kanäle, um Ihre Geschichte zu verbreiten. Und mit allen, meine ich wirklich alle! Sicher, auch heute noch werden Kunden-Geschichten, zum Beispiel Anwenderberichte ausschließlich für ein Kundenmagazin oder einen Newsletter produziert. Doch wer so arbeitet, vergibt unglaublich viele Chancen und schöpft Synergien, die multimediales Storytelling bietet, schlicht nicht aus. Warum zum Beispiel sollte ein Anwenderbericht nicht gleich auch als Blog-Beitrag auf dem firmeneigenen Blog genutzt werden oder auf einen Themenblock in Xing oder LinkedIn? Warum nicht gleich das Interview mit dem Kunden filmen und im Intranet für die eigenen Mitarbeiter oder auch auf der Webseite als Videobeitrag zur Verfügung stellen? Warum nicht gleich eine Infografik passend zum Thema produzieren, die man auch auf Twitter posten und teilen kann? Sie sehen, die Möglichkeiten des transmedialen Storytelling sind vielfältig, man muss ein bisschen seiner Fantasie freien Lauf lassen und alle Kommunikationsmöglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen, einbeziehen. Der Marketingfachmann nennt dies "Converged Media". Das heißt, eine gute Story muss auf allen Kommunikationsplattformen funktionieren und dort auch gespielt werden, also in "Paid Media", damit ist der Platz in Medien gemeint, für die man zahlen muss, wie etwa Werbeplatzierungen, Online-Banner, Printanzeigen, TV-Spots und so weiter. Dann in "earned media", das ist der Platz in den Medien, den man sich gewissermaßen verdient, indem man so gute Inhalte präsentiert, dass sie von Multiplikatoren wie Journalisten oder Bloggern aufgenommen werden. Dies betrifft die Arbeit der PR, Blogger Relations, aber auch Social Media Kampagnen, in denen Inhalte dann geliket und geshared werden. Und schließlich in "Owned Media", also den eigenen Medien, wie Webseite, eigene Social Media Kanäle, Kundenmagazin aber auch Firmenevents oder interne Medien wie Intranet, Mitarbeitermagazin oder schwarze Bretter. Eine gute Geschichte sitzt im Zentrum der Kommunikationsstrategie. Sie definiert die Inhalte, die alle Kommunikationsmittel nutzen, unabhängig von den unterschiedlichen Abteilungen im Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Mitarbeiter- oder Führungskommunikation oder auch HR, oder Vertrieb. Heute sind sind noch viele Unternehmen traditionell organisiert, das heißt, zahlreiche Kommunikationsabteilungen arbeiten getrennt und unabhängig voneinander. Doch schon viele arbeiten an einer Neuorganisation. Sie legen Abteilungen zusammen und agieren gemeinschaftlicher. Sie testen neue Arbeitsweisen, wie Newsdesk-Strukturen, Storyrooms und Multimedia-Plattformen. Führen neue Titel ein, wie "Chief Storyteller" oder "Content Owner", um Geschichten mehr Raum zu geben und ihr Potential besser ausspielen zu können. Dabei geht es jedoch nicht darum, die Geschichten immer und immer wieder gleich zu wiederholen, so funktioniert traditionelles Storytelling. Die Wiederholung einer Geschichte in unterschiedlichen Medien garantiert Ihnen zwar, dass Sie immer intensiver wahrgenommen werden. Im Vertrieb kennen Sie sicher die Regel "five's alive, seven is heaven" Also erst wenn die Zielgruppe eine Botschaft fünf bis sieben mal gehört hat, wird Sie diese erst tatsächlich verinnerlichen. Die immer gleiche Wiederholung von Stories funktioniert jedoch nur bei ausgewiesenen Fans. Nehmen Sie zum Beispiel Batman-Fans. Eingefleischte Fans lesen die Original-Comics immer und immer wieder. Doch wer würde die Kunden-Story eines Unternehmens immer und immer wieder lesen oder sich ständig wieder ansehen? Machen Sie jetzt Ihrem Publikum leicht und bieten sie ihr die Geschichte zumindest crossmedial an. Das heißt, dass Sie Ihre Geschichte in verschiedenen Formaten präsentieren. Die Batman-Comics wurden schließlich verfilmt, und man kann sogar Batman-Fanartikel kaufen. Grundlage ist zwar immer noch die gleiche Story. Doch nun wird sie in veränderter Form angeboten und bekommt damit neuen Reiz. So konnten DC Comics und Warner Brothers für Batman jede Menge neue Fans hinzugewinnen. Überlegen Sie also schon vor der Produktion Ihrer Geschichte, mit welchen unterschiedlichen Formaten Sie Ihre Story erzählen wollen. Als Textbeitrag für Ihr Kundenmagazin, als Bildreportage für Ihre Webseite, oder als Videobeitrag für Ihren Youtube-Kanal. Die gleiche Story kann verschiedene Ausprägungen haben, und somit mehr Zielgruppen intern und extern erreichen. Doch wenn Sie schon so weit sind, dann können Sie gleich auch transmediales Storytelling andenken. In unserem Beispiel mit Batman bedeutet dies, dass sich die ursprüngliche Geschichte, die im Batman Comic oder auch im ersten Batman Film erzählt wird, nun ausgeweitet wird. Die Grundelemente der Core-Story bleiben erhalten und werden ausgeweitet. Zum Beispiel mit "Batman begins", wie alles begann. Es werden Geschichten addiert, die zeitlich vor oder nach der ursprünglichen Geschichte spielen und die Core-Story aus einer anderen Perspektive erzählen. Immer neue Geschichten ranken sich um die Core-Story. Es entsteht ein Story-Universum mit vielen facettenreichen, unterschiedlichen Blickwinkeln auf die einst traditionelle, linear erzählte Comicgeschichte. Transmediales Storytelling gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Zielgruppe auf unterschiedliche Aspekte einer Geschichte aufmerksam zu machen. Zum Beispiel präsentiert Siemens seine Video-Stories der Kampagne / "answers" auf einem eigenen Youtube-Kanal. Auf der Facebook-Seite der Kampagne hingegen gab es die "Making of"-Stories dazu. Hier konnte man mit dem Regisseur oder Kamerateam Kontakt aufnehmen und Fragen stellen. Auf der firmeneigenen Webseite wiederum präsentierte Siemens Hintergrundinformationen zu der Technologie, die in den Geschichten zum Einsatz kam. Oder nehmen Sie Bosch als Beispiel. Der Automobilzulieferer hat eine eigene Website für alle seine Stories, die dort mit Filmen, Texten und Bildmaterial präsentiert werden. Parallel zu den Filmgeschichten verschickt Bosch auch Infografiken via Twitter, die das Thema der Geschichte flankieren. zum Beispiel erzählte Bosch zur Fußball-WM in Brasilien die Story "Sound of the Game", eine Geschichte über einen brasilianischen Stadionsprecher und seine Passion für Fußball. Das kann man sich ja lautstark vorstellen. Anlass der Story ist ein Lautsprecher-System von Bosch, das unter anderem für Stadien geeignet ist. Die Infografiken, die parallel zur Video-Story verschickt wurden, mit dem Namen "Stadium Stories", präsentierten "fun facts". Zu Fußball in Brasilien, zu Stadien und Stadiensprechern. Transmediales Storytelling ist also mehr als die Veränderung des Formates einer Geschichte. Transmediales Storytelling bezeichnet die Ausweitung einer Story über ihre Core-Story hinaus. Dadurch bekommt das Publikum, Ihre Zielgruppe, einen Mehrnutzen, zusätzliche Informationen und neue Blickwinkel. Der Rezipient soll damit Spaß am Entdecken der Geschichte und all seinen Nebenaspekten bekommen.

Storytelling für Marketing und PR

Lernen Sie die Kraft des Storytellings für Ihre Kommunikation zu nutzen und finden Sie mit den passenden Kreativtechniken die richtigen Geschichten.

2 Std. 19 min (21 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!