Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Top-Tipps fürs perfekte Schwarzweiß-Bild

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Hier stellt Eberhard Schuy eine Reihe von Bildbeispielen zur Bildgestaltung bei Schwarzweißfotos vor.

Transkript

Grundsätzlich gibt es in der Schwarzweiß-Fotografie ein paar Dinge zu beachten, die dadurch zustande kommen, dass eben keine Farbe in den Bildern ist und ich habe hier nochmal ein paar Beispiele herausgesucht, die, finde ich, ganz schön zeigen, wie man mit Schwarzweiß ganz besonders arbeiten kann und wie man Möglichkeiten hat, die man eindeutig in der Farbfotografie nicht hat. Also Schwarzweiß-Fotografie kann auch ein Vorteil sein und ich habe aus einigen Bereichen ein paar Bilder herausgesucht und da schauen wir vielleicht einfach mal gemeinsam drauf. Man muss ja gar nicht so viel zeigen, also das ist so ein klassisches Still-Life aus dem Schmuckbereich. Im Prinzip gibt es nicht nur fast zwei Farben, sondern man könnte fast meinen auch nur zwei Graustufen. Also es ist alles eine graue Maße und ein spezielles Objekt, ein spezielles Detail sticht hervor dadurch, dass es eben sehr brillant, sehr deutlich gezeigt wird. Obwohl im gesamten Bild sehr viel Struktur ist und sehr viele feine Details zu sehen sind, ist das Bild ruhig, weil es eben sehr klar aufgebaut ist und letztendlich mit wenig Ton-Kontrasten arbeitet. Und da können wir nochmal ein solches Bild dazuholen und da sieht man, es ist ein ganz anderes Bild, aber im Prinzip funktioniert das ganz ähnlich. Wir haben hier die Scheune im Hintergrund, die mit sehr vielen Details, Sie erinnern sich an die Kette von eben, mit ganz vielen kleinen Strukturen, das haben wir hier auch wieder im Hintergrund, zwar ein bisschen größer und eindeutig bestimmt das Licht, die hellen Bereiche, das Bild. Grundsätzlich ist es immer so, dass das zwar für alle Bilder gilt, aber in der Fotografie nun mal helle Bereiche immer besonders den Blick auf sich ziehen. Dunkle Bereiche gehen immer in den Vordergrund und diesem Fall werden die sehr massiv, aber der helle Bereich ist das, der den Blick auf sich zieht. Und damit kann man grundsätzlich immer spielen auch bei ganz einfachen reduzierten Motiven, das ist wieder so eins. Im Prinzip sieht man fast nur die Feder, aber sie wird gehalten durch den Bildaufbau, es ist sogar ein weiterer heller Bereich da, aber der trägt im Prinzip wirklich nur den eigentlichen Aufbau, das eigentliche Bild. Und eine Spezialität, die immer wieder gut zu machen ist bei der Bildgestaltung, dass man auf der linken Seite dem Betrachter Möglichkeit gibt, ins Bild zu kommen. Das mache ich sehr gerne, indem ich dort helle Bereiche platziere, aber hier habe ich es einfach mal ganz schwarz werden lassen und ganz klar ein Punkt erzeugt, wo man hinschaut, die Feder. Von dort aus beginnt der Blick über das Bild zu wandern und man erkundet so das Bild. Also das ist in der Schwarzweiß-Fotografie wichtig, dass man da ganz klar Punkte sucht, die das Bild bestimmen. Und jetzt sehen wir genau das Gegenteil. Hier haben wir ein bisschen gepfuscht, wir haben ein bisschen Farbe reingelegt, obwohl wir von einem Schwarzweiß-Bild ausgehen und wir haben gar nicht mehr auf Anhieb den klaren Punkt, wo wir hinschauen. Natürlich könnte man jetzt sagen: "Okay, hier oben im Mais, da ist schon so ein Punkt, der ist sehr scharf, da passiert etwas mit den Details, da schaut man hin." Aber das ganze Bild ist eben so aufgebaut, dass durch den Bildaufbau eindeutig hier so ein Bereich erzeugt wird, der im Vordergrund ist. Es ist der helle Bereich im Bild und das ist der bildbestimmende Teil. Ich nehme mal die Markierung wieder weg und dann sieht man, man hat fast den Eindruck, der Rest ist unscharf, aber wenn man genau hinschaut, ist das gar nicht, es ist einfach nur in den Hintergrund gedrückt, weil dort die bildbestimmten Lichter fehlen. Also würden wir -- ich kann das mal ein bisschen hell machen -- hier für irgendein Licht sorgen, in diesem Bereich oder hier oben noch für Lichter sorgen, würde man sehen, dass das Bild eindeutig unruhiger wird, weil man mehrere Bereiche hat in denen man hinschaut. Also da wirklich in der Schwarzweiß-Fotografie noch mehr drauf achten wie in der Farbfotografie, dass wir klare Dinge suchen. Jetzt hatte ich eben so ein bisschen Farbe unterlegt, damit die Anmutung des Maises besser kommt und hier habe ich jetzt genau das Gegenteil gemacht. Das ist so eine [Werbeaufnahme], die wir gemacht haben und man sieht jetzt ganz zufällig gibt es diesen Füller sowieso in vielen Farben, aber man sieht auch hier eindeutig, es gibt wirklich keine Farbinformation und der Betrachter bekommt sie auch nicht durch irgendwelche klare, bekannte Dinge. Also dieses Schreibgerät kann jede Farbe haben, der Untergrund auch jede, es geht hierdrum, wirklich nur ein plakatives Motiv zu erzeugen und Sie als Betrachter könnte ich jetzt fragen: Was meinen Sie, welche Farbe das hat? Und ich könnte wetten, dass Sie wahrscheinlich nicht die richtige Farbe treffen. Es ist auch unerheblich. Wir haben hier keine Verbindung zum eigentlichen Objekt und wir versuchen ganz bewusst, diese Verbindung auch gar nicht herzustellen und dafür eignet sich auch die Schwarzweiß-Fotografie. Hier können Sie ahnen, welche Farbe das hat. Es ist noch hell genug, sodass man davon ausgehen kann, dass es nicht gerade eine Zartbitterschokolade, also zartbitter Trüffel sind, sondern, dass es wirklich sehr helle Trüffel sind und das funktioniert auch relativ gut ohne Farbinformation, aber nur deswegen, weil Sie als Betrachter ziemlich genau wissen, wie das aussehen wird. Im Detail nicht, aber Sie haben eine klare Vorstellung und machen sich wahrscheinlich in Ihrer Vorstellung die Pralinen so, wie Sie sie jetzt gerade gerne essen möchten. Ja, dann nochmal so auf die Gestaltung, auch da kann man pfuschen -- auf den zweiten Blick. Das ist ein Bild, was eins meiner absoluten Lieblingsbilder [ist] und ich es höre auch immer wieder von anderen Leuten, die sagen: "Ja, das ist wirklich mal ein schönes Bild.", also es gelingt mir hin und wieder mal ein tolles Bild zu machen. Und trotzdem gibt es hier ein ganz fatalen Fehler, den wir in der Still-Life-Fotografie machen dürfen: Dieses Bild hat drei Sonnen. Und wenn ich die mal einmale, man sieht, dass es hier überstrahlt. Ich hoffe, dass Sie auf dem Monitor auch sehen, wie hier eigentlich auch nochmal eine Sonne ist und hier ist die dritte Sonne. Da kann man sich natürlich jetzt schon fragen: "Wo in der Natur gibt es das?" Irgendwann in einem fernen Land, auf einem fernen Planet wird es vielleicht mal so weit sein, noch sind wir nicht so weit. Es ist auch gar nicht relevant; dieses Bild besticht durch ganz klare Flächen und Formen und Verbindungen, die sie im Prinzip zu diesem Bild machen. Also der untere Bereich wirkt, wie eine Straße, wie ein Weg, den Sie mit dem Blick entlang gehen. Damit der nicht ins Unendliche geht, haben wir hier wirklich ganz bewusst dieses kleine Haus aufgebaut -- ist natürlich kein Haus, ist ein Brett -- und genau hier haben wir das gleiche gemacht. Es entsteht wirklich die Flucht wie eine Häuserflucht, in die man geht und das haben wir im Bild nachgebaut und da wir Gläser fotografieren sollten, haben wir dann noch die zwei Gläser da reingestellt. Glauben Sie mir, es könnte auch alles mögliche andere sein, es würde genauso in diesem Aufbau funktionieren. Ja dann nochmal People. Auch da habe ich mich dazu entschieden, auch im Schwarzweiß wirklich mit den Flächen zu arbeiten. Dieses Bild würde als schmales Hochformat in sich überhaupt nicht so wirken, also hier braucht das Motiv wirklich seinen Platz und da darf man auch mal ganz viel Freiraum haben und das eigentliche Motiv nur rechts anordnen. Dass die Dame sich jetzt bewegt, war ein netter Nebeneffekt, muss gar nicht so sein, aber ich glaube man sieht schon, wie Sie das Bild hält und die Bewegung dem eigentlich noch so ein bisschen Dynamik ins Bild gibt. Ja, noch eins. Hier sieht man, dass die Kontraste sehr reduziert sind und auch das ist etwas, was man in Schwarzweiß durchaus mal versuchen kann. Also es müssen nicht immer die harten Schwarzweiß-Kontraste sein, achten Sie dadrauf, dass Sie wirklich Bildweißen haben, wie hier zum Beispiel oder hier auf dem Teller oder hier in der Flasche, das ist, wenn ich es ausmesse, absolut weiß und ich habe dafür gesorgt, dass auch Bildschwärzen sind. Hier gibt es eine absolute Schwärze, da, hier und ich könnte sie jetzt mal so grob markieren, da sind sie. Und wenn man jetzt mal meine Markierung sieht, dann sieht man, dass die sehr gleichmäßig verteilt ist und trotzdem, dass das Bild zur rechten Seite hin deutlich dunkler, markanter wird. Also auch hier durch solche kleinen Dinge kann man dafür sorgen, dass ein Bild gestaltet wird und dass der Blick im Bild geführt wird, von links nach rechts, rechts wird es gehalten, es sind immer wieder diese kleinen Gestaltungstricks, die ganz besonders dann Wirkung zeigen, wenn wir keine Farbe im Bild haben. Und zum guten Abschluss noch mal eins mit ganz harten Kontrasten, fast schwarzweiß, ganz wenige Mitteltöne, nur im Hintergrund sind die zu finden und da sieht man, wie die Dinge in den Vordergrund kommen, das was ich eben schon mal sagte. Also schwarze Dinge werden immer massiv und weiße kommen immer in den Vordergrund, das sind die Bildbereiche, in denen wir zuerst hinschauen. Und auch da haben wir in diesem Foto ganz klar mit gespielt, indem wir immer gesagt haben, das Weiße muss einem entgegen fliegen, also die Seiten, das Heft kommt einem entgegen, es blättert sich auf dabei und so simpel sind es letztendlich die Gestaltungsregeln, die ganz besonders im Schwarzweiß wirken.

Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Lernen Sie, was die Schwarz-Weiß-Fotografie ausmacht – von der Bildgestaltung über die richtige Motivsuche und Aufnahme bis hin zur Bildbearbeitung.

2 Std. 15 min (25 Videos)
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