Berichte schreiben

Thema finden und eingrenzen

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Bevor Sie einen Bericht schreiben, müssen Sie das Thema eingrenzen und abstecken. Wie das gelingt und wie Sie Relevantes von Unbedeutendem unterscheiden, zeigt die Trainerin in diesem Film.
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Transkript

Zuallererst müssen Sie das Thema für Ihren Bericht finden, es genau benennen und eingrenzen. Das ist oft nicht leicht, gerade wenn es um komplexe Zusammenhänge geht. Wollen Sie ein Thema, jedoch in einen verständlichen Text verwandeln, kommen Sie nicht drum herum, es genau zu definieren. Was ist die Hauptaussage, welche Aspekte sind zentral, welche eher nebensächlich? Was muss hinein, was sollte hinein und welche Infos sind zwar ganz nett, werden aber nicht unbedingt zum Verständnis der Thematik gebraucht. Im Journalismus hilft man sich mit dem sogenannten Küchenzuruf. Das ist die Kernbotschaft eines Beitrages. Die Regel lautet: kein Beitrag ohne Küchenzuruf, also auch kein Bericht ohne einen solchen. Den Begriff Küchenzuruf hat der große Publizist Henri Nannen, der auch Chefredakteur der "Stern" war, geprägt. Er hat dazu ein Beispiel genannt, dass etwas bieder klingt, aber gut beschreibt, um was es geht: Hans und Gretel sind in der Wohnung. Hans liest im Wohnzimmer Zeitung, während Gretel in der Küche beschäftigt ist. Als Hans den Artikel in der Zeitung fertig gelesen hat, ruft er zu Gretel in die Küche: "Die spinnen doch in Berlin, die wollen schon wieder die Steuer erhöhen." Das ist der Küchenzuruf. Er ist die Kernaussage des Textes in einem einzigen Satz verpackt. Jeder Bericht sollte einen solchen Küchenzuruf haben. Versuchen Sie also, das Thema Ihres Berichtes auf möglichst eine Kernaussage runterzubrechen. Der Bericht ist dann gelungen, wenn der Leser am Ende den Inhalt in möglichst einem Satz zusammenfassen kann. Es hilft, sich beim Schreiben eines Berichtes immer wieder die Kernaussage, beziehungsweise das Thema vor Augen zu führen, denn das erleichtert den Aufbau und die Struktur des Textes. Notieren Sie sich alle Informationen rundum das Kernthema, die zum Verständnis des Sachverhaltes wichtig sind. Unterteilen Sie die zentralen Aspekte anschließend in muss- soll- und kann-Informationen. Muss-Informationen sind solche Aspekte, die der Leser unbedingt braucht, um das Thema des Berichtes zu verstehen. Soll-Informationen sind all jene Aspekte, die die Verständlichkeit des Berichtes erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel eine gute Einleitung, Zusatz- und Hintergrundinformationen, Expertenwissen, Zitate, Zahlen, oder vielleicht auch Grafiken und Bilder. Kann-Informationen sind all jene Informationen, die Ihren Küchenzuruf zwar untermauern, aber nicht unbedingt notwendig sind, um das Thema zu verstehen. Zum Beispiel Detailinfos, Vergleiche, weiterführende Beispiele oder Einordnungen und Erklärungen. Je komplexer Ihr Thema, umso mehr Kann-Infos werden Sie finden. Prüfen Sie daher genau, welche Kann-Informationen wirklich relevant sind oder welche zu weit vom Thema wegführen. Wichtig dabei, schreiben Sie nie einen Bericht über ein Thema oder einen Sachverhalt, den Sie nicht vollkommen durchdrungen und verstanden haben. Wenn Sie das Thema Ihres Berichtes selbst wählen müssen, Sie sich aber nicht sicher sind, welche Kernaussage Sie nehmen sollen, orientieren Sie sich an den journalistischen Nachrichtenwerten. Wenn Journalisten entscheiden, welche Meldung veröffentlicht werden, bewerten Sie die Ereignisse unter anderem nach diesen Kriterien. Einige will ich Ihnen hier nennen. Je aktueller, je exklusiver und je mehr Nutzwert ein Thema hat, umso interessanter ist es für die Leser. Auch Emotionen, örtliche Nähe oder überraschende Fakten sind Nachrichtenwerte, die Ihre Leser zum Weiterlesen motivieren. Aber auch wenn Sie das Thema vorgegeben bekommen, klopfen Sie es nach möglichen Nachrichtenwerten ab. Heben Sie diese in Ihrem Text hervor, denn sie machen Ihren Bericht spannender.

Berichte schreiben

Lernen Sie Berichte so zu verfassen, dass sie leicht verständlich sind und die Leser fesseln – von den Vorüberlegungen bis zur Schlussredaktion.

52 min (15 Videos)
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