Grundlagen der Fotografie: Zeitraffer

Technische Grundlagen: Die Bildwiederholfrequenz

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Wer den Zusammenhang zwischen dem Aufnahme-Intervall und der Wiedergabedauer der fertigen Zeitrafferaufnahme verstehen will, muss sich mit den technischen Hintergründen befassen: In diesem Video geht es um die Anzahl der Bilder pro Sekunde, bps bzw. fps, die beim Abspielen wiedergegeben werden.
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Transkript

In diesem Video beschäftigen wir uns jetzt einmal mit den technischen Grundlagen der Zeitrafferfotografie. Diese technischen Grundlagen sind wichtig, damit wir später genau wissen, wie lang wir aufnehmen müssen, und wie lang unser fertiges Video dann am Ende sein wird. Und die erste Grundlage, mit der wir uns beschäftigen, ist die sogenannte Bildwiederholfrequenz. Die wird abgekürzt durch Kürzel FPS oder BPS, je nachdem, ob es Englisch oder Deutsch ausgesprochen wird. FPS steht für Frames Per Second und BPS dann entsprechend für die Bilder pro Sekunde. Die Bildwiederholfrequenz beschreibt die Anzahl der Bilder, die pro Sekunde abgespielt werden in unserem Video. Wichtig für die Zeitrafferfotografie ist jetzt der Zusammenhang zwischen diese Bildwiederholfrequenz beim Abspielen des Videos und der Frequenz der Bilder beim Aufnehmen unserer Sequenz, dem sogenannten Intervall. Stellen Sie sich einmal vor, eine Filmkamera, die 1 Sekunde Film aufnimmt, spielt diesen in der Regel auch in genau dieser 1 Sekunde wieder ab. Das ist die sogenannte Echtzeit. Die Aufnahmezeit entspricht genau der Abspielzeit im späteren fertigen Video. Filme laufen immer mit einer festen Bildwiederholfrequenz ab. Und genau das können wir uns zu Nutzen machen, um den Abstand zwischen diesen einzelnen Fotos der Bildwiederholfrequenz anzupassen, und damit eben die Bewegung in unserem Zeitraffer zu beschleunigen oder zu verlangsamen. Vergrößern wir den Abstand der Einzelbilder, beschleunigen wir dadurch die Zeit. Um das Ganze etwas greifbarer zu machen, habe ich hier eine entsprechend Grafik vorbereitet. Wir sehen hier auf der Y-Achse, dass in beiden Fällen immer 1 Sekunde fertiges Video abgespielt wird. Auf der X-Achse sehen wir aber, dass beim Film mit einer Filmkamera für diese 1 Sekunde Abspielzeit auch eben nur 1 Sekunde aufgenommen wird. Beim Zeitraffer kann das quasi beliebig lange werden. In diesem Beispiel haben wir für die 1 Sekunde Abspieldauer insgesamt 25 Sekunden aufgenommen. Wir haben also nur 1 Bild pro Sekunde aufgenommen und nicht, wie bei einem Film mit einer Filmkamera üblich, 25 Bilder pro Sekunde. Auf diese Art und Weise können wir also die Zeit im Zeitraffer beschleunigt ablaufen lassen. Um das Ganze nochmal beispielhaft mit einer Rechnung zu begleiten, nehmen wir einmal an, wir wollen am Ende 10 Sekunden Video haben. 10 Sekunden Zeitraffervideo. Wir werden das Ganze mit 25 Bilder pro Sekunde abspielen, und das bedeutet, wir nehmen die 10 Sekunden Video, mal die 25 Bilder pro Sekunde und erreichen damit eine Summe von 250 Bildern, die wir in unserer Zeitrafferfrequnez schießen müssen. Und jetzt ist die spannende Frage: Wie lang lassen wir den Abstand zwischen jedem dieser 250 Fotos? Um es einfach zu machen, in der Rechnung, gehen wir nur von 1 Sekunde aus. Und das bedeutet wir müssen um 250 Fotos aufzunehmen, insgesamt 250 Sekunden lang vor Ort sein und eine Szene fotografieren. Umgerechnet sind das dann 4 Minuten und 10 Sekunden. Das heißt, wir brauchen 4 Minuten und 10 Sekunden, um am Ende ein 10-sekundiges Video zu haben. Das Kino benutzt typischerweise 24 Bilder pro Sekunde. Die schon angesprochene 25 Bilder pro Sekunde sind etwas, was vor allem in Europa verbreitet ist, das ist ja sogenannter PAL-Standard und vor allem für das TV verwendet. In den USA findet sich dagegen der sogenannte NTSC-Standard, der mit 29,97 Bildern pro Sekunde daher kommt. Zur einfacheren Rechnung sagen wir in der Regel 30 Bilder pro Sekunde. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die doppelte Bildwiederholfrequenz zu benutzen. Also beispielsweise 50 Bilder pro Sekunde oder 60 Bilder pro Sekunde. Das sorgt noch einmal dafür, dass der Look des Zeitraffers sehr viel flüssiger wird. Auf der anderen Seite sorgt es aber auch dafür, dass unser Arbeitsaufwand doppelt so hoch wird. Denn wir müssen für die gleiche Zeit, die der Zeitraffer später im Video einnehmen wird, doppelt so viele Fotos schießen. Deshalb ist HFR, also die High Frame Rate in der Zeitrafferfotografie, eher selten benutzt. Das Konzept der Bildwiederholfrequenz kann man sich noch sehr gut am Bild des Daumenkinos darstellen. Bei Daumenkino werden ja auch verschiedene Bilder, wo die Bewegung immer ein Stückchen versetzt ist, nacheinander angeschaut. Und je nachdem wie schnell man diese einzelnen Blätter, dieser einzelnen Bilder durch den Daumen durchlaufen lässt, ja so vor sich sieht, umso schneller das geht, umso flüssiger ist am Ende die Bewegung die mit diesen einzelnen Fotos dargestellt wird. Ab ungefähr 16 Bilder pro Sekunde ist es so, dass das menschliche Auge die einzelnen Fotos nicht mehr voneinander trennen kann und das Ganze als Bewegung wahrnimmt. Je mehr Bilder pro Sekunde es werden, umso flüssiger wird diese Bewegung auch. Die Bildwiederholfrequenz ist damit maßgeblich dafür verantwortlich, wie viele Fotos wir am Ende für unsere Sequenz schießen müssen. Man sollte deshalb im Vorfeld vor dem Schießen des Zeitraffers bereits festgelegt sein.

Grundlagen der Fotografie: Zeitraffer

Lernen Sie, wie Sie selbst spannende Zeitrafferaufnahmen erstellen, bearbeiten und als Video ausgeben, und erfahren Sie, welche Motive sich besonders für diesen Effekt eignen.

2 Std. 43 min (39 Videos)
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Erscheinungsdatum:30.05.2018

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