Grundlagen der Fotografie: Zeitraffer

Sterne im Zeitraffer

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Mond und Sterne bewegen sich auch recht schön – allerdings deutlich langsamer als das meiste, das auf der Erde passiert. Die richtigen Kameraeinstellungen führen zu den besten Bildern.
04:39

Transkript

Ein besonders spannendes Motiv für die Zeitrafferfotografie ist das Aufnehmen von Himmelskörpern und Sternen, denn deren Bewegung ist typischerweise sehr viel langsamer als das, was wir noch mit unserem Auge erkennen würden. Die erste Sequenz, die ich Ihnen hier einmal zeigen möchte, zeigt die Bewegung des Mondes. In diesem Fall sehen wir also wie der Mond sich wirklich, vergleichsweise schnell natürlich in der Sequenz, über den Himmel bewegt. Und um das zu erreichen, ist die Sequenz mit einem Intervall von 5 Sekunden aufgenommen worden. Am Ende waren das gerade 12 Sekunden Video bei den typischen 30 Bildern pro Sekunde mit der wir es abspielen, waren das also 360 Bilder, die ich aufgenommen habe, und bei 5 Sekunden Intervall macht das eine Aufnahmezeit von 30 Minuten. Der Mond ist ein relativ dankbares Motiv, weil er am Nachthimmel sehr klar zu sehen ist, und dadurch, dass er vergleichsweise groß ist, sich auch noch schnell über den Himmel bewegt, sodass wir keine sehr langen Intervalle brauchen, mit 5 Sekunden kommen wir da gut zurecht. Sehr viel aufwendiger, aber auch sehr viel spannender ist es, da die Milchstraße als Zeitraffer einzufangen. Vorweg vielleicht einmal, Milchstrassen-Fotografie ist generell ein anspruchsvolles Thema in der Fotografie und bedarf mehr Vorbereitung als es für die Zeitraffer am Tag zum Beispiel der Fall ist. Auch die Ausrüstung muss auf die Aufnahme der Milchstraße ausgelegt sein. Das bedeutet, die Kamera muss auch hohe ISO-Empfindlichkeiten möglichst rauscharm abbilden, das Objektiv sollte möglichst lichtstark sein, und um das gesamte Band der Milchstraße einzufangen, ist natürlich ein Weitwinkelobjektiv von Vorteil. Außerdem ist es nötig, um die Milchstraße als solche überhaupt sichtbar zu machen, mit einer langen Belichtungszeit zu agieren. In diesem Fall wurde jedes einzelne Bild der Sequenz mit 25 Sekunden Belichtungszeit belichtet. Der Intervall lag natürlich etwas höher, und zwar bei 30 Sekunden in diesem Fall. Das bedeutet, wenn wir das auf die 22 Sekunden Video umrechnen, die ich Ihnen gleich zeigen werde, war ich insgesamt fünfeinhalb Stunden an dieser Lokation, um die Milchstraße dort aufzunehmen. In der Sequenz können wir jetzt sehen, wie sich das Band der Milchstraße langsam vom linken Rand über den Himmel bewegt. Wir sehen auch, welchen Einfluss die Lichtverschmutzung der Städte im Hintergrund noch hat. Die hellen Bereiche am unteren Bildrand sind Städte, die zwar sehr weit weg sind, aber für die Aufnahmen, die wir dort bei Nacht machen, immer noch viel zu hell sind, als dass wir ein komplett dunklen Nachthimmel dort sehen können. Die Milchstraße wandert dann langsam weiter und gegen Ende der Sequenz hier können wir jetzt auch sehr deutlich das Zentrum der Milchstraße sehen, das, was eigentlich aus fotografischer Sicht immer das Interessanteste ist. Dieses Milchstraßenzentrum ist nicht das ganze Jahr über sichtbar, sondern dafür gibt es optimale Zeiträume, um das einzufangen, und wie auch an dieser Sequenz gut sichtbar war, ist auch das Milchstraßenzentrum nicht die ganze Zeit über dem Horizont, sondern wander eventuell auch erst im Laufe der Nacht, im Laufe der Sequenz so weit über den Horizont, dass es von der Aufnahme überhaupt eingefangen werden kann. Michstaßen-Zeitraffer sind auch deshalb kritisch, weil sie so lange dauern. Es kann durchaus sein, dass im Laufe einer Aufnahme, die über 5 Stunde dauert, der Kamera-Akku schlapp macht. Das bedeutet, der Akku muss während der Aufnahme getauscht werden. Sie sollten also üben, den Akku mit möglichst schnellen Handgriffen aus der Kamera zu entnehmen, ohne die Kamera dabei zu verwackeln. Wir haben dann ein Intervall, also in dem Fall 30 Sekunden Zeit, um den Akku der Kamera zu tauschen, die Kamera wieder einzuschalten und die Aufnahme dann weiter laufen zu lassen. Hier wird auch noch mal deutlich, warum es wichtig ist, dass das Intervalometer ein externes Gerät ist und nicht in der Kamera. Dadurch dass es eine externes Gerät ist, läuft das Intervalometer einfach stur weiter, selbst wenn sie den Akku aus der Kamera entfernen. Beim wieder Einsetzen des Akkus wird die Kamera nur angeschaltet und das Intervalometer erledigt dann automatisch wieder die nächste Auslösung. Bei Sternen bewegen wir uns also mit dem typischen Intervall irgendwo im Bereich 20 bis 30 Sekunden, um überhaupt die einzelnen Bilder so lange zu belichten, dass die Sterne erst sichtbar werden. Bei nahen Himmelskörper, wie zum Beispiel der Sonne oder dem Mond reichen dann auch 5 bis 10 Sekunden. Generell ist es aber für den Nachthimmel immer empfehlenswert eher länger zu belichten, um möglichst viel Licht auch einzufangen.

Grundlagen der Fotografie: Zeitraffer

Lernen Sie, wie Sie selbst spannende Zeitrafferaufnahmen erstellen, bearbeiten und als Video ausgeben, und erfahren Sie, welche Motive sich besonders für diesen Effekt eignen.

2 Std. 43 min (39 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
Software:
Exklusiv für Abo-Kunden
Erscheinungsdatum:30.05.2018

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!