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Erfolgreiche Kommunikation

Sprachliche Filter

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"Gedacht ist nicht gesagt", so beginnt ein bekanntes Zitat von Konrad Lorenz. Wenn wir unsere Gedanken in Worte fassen, bleibt mancher Inhalt auf der Strecke. Das liegt unter anderem an sprachlichen Filtern.
04:58

Transkript

Jeder von uns macht sich sein eigenes Bild von der Wirklichkeit. Unser Bild von der Wirklichkeit gleicht einer Landkarte, die man von einem Gebiet erstellt. Wenn wir nun jemand anderem von unserer Landkarte erzählen, kommen sprachliche Filter zum Tragen. Sie werden sehen: Jetzt wird bewusste Kommunikation zu einer wahren Herausforderung. Deshalb möchte ich Sie damit vertraut machen. Es gibt drei sprachliche Filter: Tilgungen sind Informationen, die in einer Aussage fehlen. Folglich können Außenstehende sie nicht richtig verstehen. Bei Generalisierungen oder Verallgemeinerungen übersetzt der Sprecher eine einmal gemachte Erfahrung in eine überall gültige Regel. Schlüsselwörter für Generalisierungen sind z.B. "Alle“, "Nie“, "Keiner“, "Immer“, "Jeder“ – das kennen Sie bestimmt. Bei Verzerrungen wird der Inhalt einer Aussage durch unausgesprochene Vorannahmen verzerrt. Das Gleiche passiert, wenn man Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge einfach annimmt und wenn man Gedanken liest. Lassen Sie mich das an Beispielen deutlich machen. Fangen wir mit "Tilgung" an. Bitte stellen Sie sich einmal vor, Sie sind zu sechst im Restaurant. Jeder hat etwas andere zu essen bestellt. Sie unterhalten sich angeregt und der Kellner kommt irgendwann mit den ersten beiden Gerichten. Der Ober sagt: "Schwein?", der erste Gast antwortet: "Das bin ich", der Ober sagt: "Kalbshaxe?", "Die hatte ich". Eine ganz normale Situation, oder? Aber wenn man das Gesagte wörtlich nähme, wären die Botschaften ausgesprochen absurd. Natürlich macht das nichts, denn alle Beteiligten wissen ja genau, was gemeint ist. Was aber passiert, wenn das nicht der Fall ist, wenn jemand die Aussage oder Frage eines anderen nicht ergänzen kann? Oder schlimmer noch: Er kann sie nicht ergänzen, weiß das aber nicht und tut es also fehlerhaft. Ich gebe Ihnen noch drei Beispiele für Tilgung, die Ihnen bekannt vorkommen dürften. Da sagt jemand: "Das hat noch nie funktioniert. Was fehlt? "Na, was genau hat nicht funktioniert?" Oder, "Der neue Projektleiter ist viel besser." Hier fehlt die Information des Bezugsrahmens: Inwiefern ist der Projektleiter besser und besser als wer? Oder dieser Satz: "Es sollte wirklich etwas unternommen werden." Hier ist es offensichtlich, welche Information fehlt, oder? Was sollte unternommen werden und wann und vor allen Dingen, von wem? Kommen wir zum zweiten sprachlichen Filter, der Generalisierung oder Verallgemeinerung. Da sagt jemand z.B. "Es geht doch immer nur um die Kosten." Als geübter Kommunikator fragen Sie jetzt nach: "Geht es immer nur um Kosten?" und "Geht es NUR um Kosten?" Oder, vielleicht sagt jemand: "Das dankt Ihnen sowieso niemand?" Wirklich niemand? Und nie? Kommen wir zum dritten sprachlichen Filter der Verzerrung. Informationen können z.B. durch unausgesprochenen Vorannahmen verzerrt werden. z.B. sagt jemand, "Wir machen endlich Fortschritte im Projekt." Hören Sie die Vorannahme, die implizit mit transportiert wird? Die lautet hier: "Vorher haben wir keine Fortschritte gemacht." Ist das wirklich so? Von Verzerrung spricht man, weil diese Vorannahmen nicht ausgesprochen werden und damit auch nicht überprüft werden. Sie stehen unterschwellig als Behauptung im Raum. Das gilt auch für die nächste Form beliebter Verzerrungen. Häufig transportieren Aussagen auch unausgesprochene Ursache-Wirkungsbehauptungen mit. Nehmen Sie diesen Satz: "Die Budgetanpassung wird die Qualität verschlechtern." Kling plausibel, oder? Man könnte aber Fragen, wovon noch hängt die Qualität ab? Ist das eine feste Ursache-Wirkungsbeziehung, dass Budgetanpassung immer die Qualität verschlechtert, notwendigerweise? Diese Fragen stellt man sich dann gar nicht mehr. Eine ebenfalls beliebte Form der Verzerrung ist auch das Gedankenlesen. z.B. "Mein Kollege mag mich sowieso nicht". Oder "Der Kunde hat sich doch schon längst entschieden, ich bin mir sicher". Nur, manchmal lesen wir die Gedanken eben falsch und reden dann aneinander vorbei. Also all diesem leiten nun Empfehlungen für Sie ab, für Ihre Kommunikationspraxis. Sprachliche Filter führen zu unvollständigen Aussagen, die der Gesprächspartner meist stillschweigend ergänzt. Überlassen Sie es Ihrem Gesprächspartner nicht, Ihre Aussagen zu vervollständigen. Geben Sie ausreichende Hintergrundinformationen. Schildern Sie Ihre konkreten Erfahrungen und teilen Sie Ihre Vorannahmen mit und erkunden Sie die Landkarte Ihres Gesprächspartners. Fragen Sie bei Bedarf nach.

Erfolgreiche Kommunikation

Machen Sie sich mit grundlegenden Gesprächstechniken vertraut und lassen Sie sich konkrete Hilfestellungen für den erfolgreichen Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern geben.

1 Std. 41 min (33 Videos)
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Erscheinungsdatum:12.12.2013

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