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Resilienz entwickeln

Siebte Säule: Zukunftsorientierung – Hilfestellung 2

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Die Umsetzung von Zielen gelingt den meisten Menschen besser mit konkreten Verhaltenszielen. Dieses Video erläutert dafür sieben Kriterien für sogenannte wohlformulierte Ziele.
09:19

Transkript

„Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt“, das hat Mark Twain, ein amerikanischer Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, gesagt. Und damit weist er auf die Bedeutung konkreter Zielvorstellungen für die Erreichung von Zielen hin. Neben den sogenannten Haltungszielen gibt es auch konkret ausformulierte Verhaltensziele. Im NLP (das steht für Neurolinguistische Programmierung) ist in diesem Zusammenhang von „wohlformulierten Zielen“ die Rede. Und dafür gibt es sieben Kriterien, die ich jetzt mit Ihnen durch­gehe. Dafür ist es gut, wenn Sie sich jetzt kurz Zeit nehmen und drei oder vier Ziele, die Sie aktuell verfolgen, aufschreiben. Das können Ziele im beruflichen Bereich sein, z.B. „Kundenzufriedenheitsquote im Bereich xy um 2 Prozentpunkte steigern“ – es können auch private Ziele sein, z.B. „Aktiveres Freizeitleben haben“. Nehmen Sie sich vielleicht fünf Minuten Zeit, einige Ihrer Ziele aufzuschreiben. So – nun gehen wir mal zusammen die Kriterien für ein wohlformuliertes Ziel durch. Sie können das jetzt gleich auf eines der gerade gesammelten Ziele anwenden – dafür steht Ihnen das Arbeitsblatt „wohlformulierte Ziele“ zur Verfügung. Die erste Frage lautet: Ist das Ziel bedeutsam und attraktiv für Sie? Manchmal sind Ziele vielleicht weniger für Sie persönlich wichtig, sondern vielmehr für Ihren Vorgesetzten, Ihren Lebenspartner oder andere Menschen in Ihrem Umfeld. Dann ist dieses Ziel für Sie vielleicht nur mittelbar bedeutsam. Um das Prinzip zu erläutern, sollten wir jetzt aber bei einem Ziel bleiben, das unmittelbar für Sie wichtig ist. Eines meiner Ziele ist z.B.: Ich möchte meine Zeitplanung so gestalten, dass ich entspannt arbeite. Ist das Ziel bedeutsam und attraktiv für mich? Auf jeden Fall! Entspanntes Arbeiten ist wichtig für mich, um langfristig arbeitsfähig zu bleiben. Und es macht mehr Spaß – also ist es auch attraktiv. Wie steht es um Ihr Ziel? Ist es bedeutsam und attraktiv für Sie? Ziele, die wir nicht attraktiv finden, verfolgen wir in der Regel nicht aktiv! Solche Ziele fristen oft ein Dasein in Ablagekörben und To-do-Listen und fallen der Aufschieberitis zum Opfer. Je attraktiver ein Ziel erscheint, desto mehr Energie wenden wir gerne dafür auf. Wollen ist immer schon ein größerer Motivator als müssen... Für Ziele, die Sie verfolgen müssen, aber nicht attraktiv finden, sollten Sie einen guten Grund finden, warum auch dieses Ziel für Sie Bedeutung hat! Welche guten Gründe gibt es für Sie, an der Erreichung des zunächst unattraktiven Ziels zu arbeiten? Ich gehe z.B. zum Zahnarzt - das ist unangenehm damit ich keine Zahnschmerzen habe - das ist attraktiv. Die zweite wichtige Frage lautet: Liegt die Zielerreichung im eigenen Handlungsspielraum? Ich kann z.B. meine Arbeitszeit so gestalten und planen, dass ich entspannt arbeiten kann. Auch wenn ich es manchmal nicht glauben will – das liegt tatsächlich ausschließlich in meinem Handlungsspielraum! Und wenn Sie jetzt denken: Quatsch – meine Zeit wird vor allem von meinem Vorgesetzten oder von meinen Kunden bestimmt! Da hab ich wenig Chancen! ... dann fragen Sie sich bitte für einen Moment: Ist das wirklich wahr? Sind Sie an Ihrem Arbeitsplatz angekettet und haben Sie wirklich überhaupt keine Einflussmöglichkeiten auf Ihre Planungen? Wenn Sie ganz ehrlich sind – ich bin mir sicher: Dann finden Sie durchaus Dinge, die Sie selber beeinflussen können. Und wenn nicht: Dann fragen Sie sich spaßeshalber mal, was Sie tun können, um die Situation weiter zu verschlimmern! Und wenn Ihnen dann was einfällt, spätestens dann merken Sie, dass Sie Einfluss nehmen können. Manchmal muss man ein wenig nachdenken, um von Zielen, die nicht im eigenen Handlungsspielraum liegen, zu solchen zu finden, an denen man aktiv etwas tun kann. Zum Beispiel könnte jemand das Ziel haben: „Mein Kollege soll endlich mal vernünftig mitarbeiten, wenn wir zusammenarbeiten!“ Bekanntlich ist es aber äußerst schwer, das Verhalten eines anderen zu ändern. Ein besseres Ziel im Sinne wohlformulierter Ziele könnte hier z.B. lauten: „Ich möchte einen Weg finden, mit dem Verhalten meines Kollegen entspannt umzugehen und keine Aufgaben für ihn zu übernehmen. Wird deutlich, worum es geht? Es macht wenig Sinn, Ziele zu verfolgen, für deren Erreichung man nichts tun kann! Wie sieht es mit Ihren Zielen aus? Die dritte Frage lautet: Ist das Ziel konkret genug formuliert oder braucht es vielleicht Unterziele? Für mein Beispiel könnte ich Unterziele formulieren, weil das Gesamtpaket – Zeitplanung gestalten – doch noch etwas groß ist. Ich spreche immer davon, den Elefanten in kleine Scheiben zu schneiden: z.B. könnte ich als Unterziele formulieren: (1) Ich verschaffe mir zu Wochenbeginn einen Überblick über alle Aufgaben und priorisiere sie. (2) Ich plane täglich eine Stunde Zeit ein, die mit keiner Aufgabe belegt ist. (3) Ich überlege mir konkrete Belohnungen, dann macht das Arbeiten mehr Spass. Hier geht es darum, dass die Verhaltensziele konkret und zu meistern sind und nicht abstrakt bleiben. Die vierte Frage lautet: Ist das Ziel positiv formuliert? Mein Ziel lautet ja: „Ich gestalte meine Zeitplanung so, dass ich entspannt arbeite.“ Das ist positiv formuliert. Negativ formuliert würde es z.B. so klingen: „Ich möchte nicht mehr so durch meinen Arbeitstag hetzen und dann völlig erledigt sein.“ Negativ formulierte Ziele wecken aber automatisch negative Vorstellungen, weil unser Gehirn das Wörtchen „nicht“ ein ganz klein bisschen langsamer verarbeitet als den Rest. Mein Hirn verarbeitet also erst mal die Worte „hetzen“ und „erledigt sein“ und bietet mir dafür eilfertig sofort passende Bilder und Gefühle an. Und dann registriert es auch noch die Verneinung etwas zu spät ... Deshalb sind positive Zielformulierungen so wichtig! Sie sind viel geeigneter, positive Bilder, Ideen, Gedanken und Empfindungen auszulösen. Wie ist Ihr Ziel formuliert? Die fünfte Frage lautet: Ist die Zielerreichung messbar? Gibt es Indikatoren dafür? Für mein Ziel trifft das zu: Ich kann z.B. täglich auf einer Skala von 1 bis 10 einschätzen, wie entspannt ich bin. Indikatoren dafür sind ganz eindeutig meine Nackenmuskulatur und meine emotionale Stimmung. Nun wieder zu Ihnen: Wissen Sie, woran Sie erkennen können, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben? Bei quantitativen Zielen ist die Frage leicht zu beantworten – da ist es klar. Aber auch für qualitative Ziele lohnt es sich, nach konkreten Indikatoren zu suchen. Die sechste Frage lautet: Sind die benötigten Ressourcen verfügbar? In meinem Fall ist das eindeutig: Klar habe ich alle Ressourcen! Ich habe einen Terminplaner, eine Telefon für Absprachen und die finanziellen Mittel, mich zu belohnen. Wenn die benötigten Ressourcen nicht auf Anhieb klar sind: Klären Sie für sich, was es braucht, um sie zu beschaffen. Denn eines ist klar: Ohne ausreichende Ressourcen kommt man nicht weit. Und Achtung: Machen Sie daraus kein K.o.-Kriterium – nach dem Motto: Wenn ich mehr Zeit, Geld, Mitarbeiter usw. hätte, dann – ja dann könnte ich was auch immer tun. Resiliente Menschen arbeiten an dem Machbaren und verzweifeln nicht an dem Übrigen. Eine letzte Frage lautet: Verträgt sich mein Ziel mit dem Gesamtsystem, in dem ich mich bewege? Oder – in der Sprache der NLP: Ist das Ziel ökologisch? In meinem Fall ist das mit einem klaren Ja zu beantworten: Meine Kolleginnen und Kollegen profitieren von meiner Entspannung. Es kann zwar sein, dass ich einige Aufgaben delegieren werde und das der betreffende Kollege das nicht so angenehm findet – aber das halte ich für vertretbar. Also: Das letzte Kriterium ist, dass Ihr Ziel nicht in Konflikt gerät mit anderen Zielen. So – jetzt haben Sie eine Checkliste an der Hand, um zu überprüfen, ob Ihre Ziele gut formuliert sind – oder in der Sprache der NLP: wohlformuliert – und damit hilfreich für die Umsetzung. Abschließend möchte ich nicht verschweigen, dass es neben der guten Zielformulierung noch etwas braucht: nämlich Disziplin! Resiliente Menschen verfügen über ein hohes Maß an Disziplin in der Verfolgung ihrer Ziele. Sie geben nicht vorschnell auf, lassen sich von Rückschlägen nicht leicht entmutigen und lassen sich nicht dauerhaft ablenken von ihrem Ziel. Das geht unter anderem aus der bis dato langfristigsten Längsschnittstudie in der Geschichte der Psychologie hervor, die von 1921 bis in das Jahr 2011 über 1.500 Schüler, später Erwachsene Berufstägige, begleitet hat und hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren untersucht hat. Disziplin ist demnach ein zentraler Erfolgsfaktor!

Resilienz entwickeln

Lernen Sie die sieben Säulen der seelischen Widerstandskraft kennen und erfahren Sie, wie Sie aus Krisen gestärkt hervorgehen.

1 Std. 19 min (18 Videos)
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