Unsere Datenschutzrichtlinie wird in Kürze aktualisiert. Bitte sehen Sie sich die Vorschau an.

Resilienz entwickeln

Siebte Säule: Zukunftsorientierung – Hilfestellung 1

Testen Sie unsere 2021 Kurse

10 Tage kostenlos!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Ein Aufbruch in die Zukunft gelingt vielen Menschen besser mit sogenannten Haltungszielen. Dieses Video erklärt, was es damit auf sich hat und leitet Sie dazu an, Ihre Haltungsziele zu formulieren.
06:35

Transkript

„Unser wahres Wesen, unsere innere Haltung kommt in jeder noch so unscheinbaren Handlung zum Ausdruck“ – das hat Robert Lerch, ein schweizer Lyriker, Anfang des letzten Jahrhunderts gesagt. Ich mag diesen Ausspruch – denn genau so ist es: Unsere innere Haltung ist der Ausgangspunkt von allem, was wir tun oder lassen – ob es uns bewusst ist oder nicht. Je bewusster und klarer die innere Haltung, desto bewusster und gerichteter auch das äußere Tun. Deshalb spielt die innere Haltung und Ausrichtung eine entscheidende Rolle bei der aktiven Zukunftsgestaltung, durch die sich resiliente Menschen auszeichnen. Zukunftsorientierung hat unter anderem etwas mit Zielen zu tun. Ziele lassen sich danach unterscheiden, ob sie als Haltungsziel oder als Verhaltensziel formuliert sind. Haltungsziele beschreiben – verkürzt gesagt – was oder wie man sein möchte, Verhaltensziele dagegen, was man tun möchte. Beide Ziele spielen für die aktive Zukunftsgestaltung eine wichtige Rolle: Der Aufbruch gelingt gut mit Haltungszielen – die Umsetzung dagegen mit konkreten Verhaltenszielen. Maja Storch und Frank Krause, Begründer des sogenannten Züricher Ressourcen- Modells, vertreten die Auffassung, dass allgemein formulierte Haltungsziele deutlich stärker mit Emotionen verbunden sind als konkret formulierte Ziele. Haltungsziele sind beispielsweise „Ich bin die Ruhe selbst“ oder „Ich bin erfolgreich und zufrieden mit meiner beruflichen Tätigkeit“. Probieren Sie es selbst einmal aus: Welcher der beiden folgenden Sätze ist mit mehr Emotionen verbunden? Satz 1: Ich bin geschätzter und gefragter Experte auf meinem Gebiet. Und dieser Satz kann bei Ihnen sowohl angenehme als auch unangenehme Gefühle auslösen – je nachdem, ob es für Sie erstrebenswert ist, ein gefragter Experte auf Ihrem Gebiet zu sein oder nicht. Also nochmal: Ich bin geschätzter und gefragter Experte auf meinem Gebiet. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, diesen Satz und die damit verbundenen Vorstellungen auf sich wirken zu lassen. Nun der zweite Satz: Ich verfolge die aktuellen Entwicklungen in meinem Fachgebiet, indem ich einschlägige Fachbücher lese und Kongresse besuche. Der zweite Satz beschreibt zweifelsohne geeignetes Verhalten für das im ersten Satz formulierte Haltungsziel. Aber welcher Satz wirkt stärker auf der emotionalen Ebene? Probieren wir es an einem zweiten Beispiel: Satz eins: Ich bin in meinem Job gelassen und entspannt. Satz zwei: Ich gehe zweimal die Woche zum Yoga und meditiere morgens zehn Minuten. Na? Welcher Satz weckt die stärkeren Emotionen? Die meisten erleben allgemein formulierte Haltungsziele als wesentlich stärker mit Emotionen verbunden. Das liegt unter anderem daran, dass Haltungsziele stärker als zum eigenen Selbst gehörend erlebt werden als konkret formulierte Verhaltensziele. Das eine will man sein – das andere will man tun. In der psychologischen Forschung werden Haltungsziele treffenderweise auch als „Identitätsziele“ mit richtungsweisendem Charakter bezeichnet. Das macht Haltungsziele besonders zu Beginn eines Veränderungsprozesses zu einem hilfreichen Ausgangspunkt. Vielleicht nehmen Sie sich einmal Zeit, Ihre Ziele zu erkunden: Sammeln Sie im ersten Schritt frei alle Ziele, die Ihnen in den Sinn kommen. Legen Sie sich keine Beschränkung auf – schreiben Sie alles nieder, was Ihnen einfällt. Nehmen Sie sich dafür ruhig etwas Zeit. Was für Ziele verfolgen Sie privat, beruflich, in diesem Jahr? Im aktuellen Lebensabschnitt? Vielleicht braucht es dann ein wenig Sichtung und Sortierung der Ziele. Wenn das geschafft ist, schauen Sie mal, welche Haltungsziele Sie formuliert haben. Oder, wenn Sie eher konkrete Verhaltensziele aufgeschrieben haben: Welche Haltungsziele sich dahinter verbergen. In einem letzten Schritt können Sie überprüfen, wie attraktiv sich diese Ziele anfühlen. Automatisch werden Sie wahrscheinlich auch schon in den Blick nehmen, wie weit Sie schon gekommen sind. Darum geht es an dieser Stelle aber nicht: Es geht vor allem darum, attraktive, motivierende Haltungsziele, die mit positiven körperlichen Signalen verbunden sind und mit positiven Vorstellungsbildern aufgeladen sind, zu formulieren. Sie können dafür das Arbeitsblatt „Haltungsziele“ in den Übungsdateien nutzen. In Zusammenhang mit Haltungszielen ist ein weiterer Aspekt der inneren Grundausrichtung interessant: Nämlich die Frage nach dem Sinn! Resiliente Menschen sind in hohem Maße dazu in der Lage, in dem, was ihnen widerfährt, und in dem, was sie tun, Sinn zu sehen. Das Wort Sinn leitet sich von dem altdeutschen Begriff „sin“ mit einem N ab, der so viel bedeutet wie „eine Fährte suchen“. Das Erleben von Sinn gibt dem eigenen Handeln Bedeutung und Ausrichtung. Viktor Frankl, ein österreichischer Neurologe und Psychiater, der mit seinem Erlebnisberichten als Überlebender deutscher Konzentrationslager im zweiten Weltkrieg viele Menschen berührt hat, der hat gesagt: „Wer um einen Sinn in seinem Leben weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“ Vor dem Hintergrund seiner Geschichte bekommt dieser Ausspruch eine besondere Glaubwürdigkeit, finde ich. Tatjana Schnell, Professorin für Persönlichkeitspsychologie an der Universität Innsbruck, erforscht das Phänomen „Sinn“ wissenschaftlich und unterscheidet verschiedene Sinndimensionen: Ich möchte hier nicht näher auf diese Dimensionen eingehen – das würde den Rahmen dieser Einführung sprengen. Vielleicht nutzen Sie aber die Übersicht als gedankliche Anregung, um sich zu fragen, welche Dimensionen in Ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen. Dafür können Sie das bereitgestellte Arbeitsblatt „Sinndimensionen“ nutzen. Zusammenfassend kann man sagen: Ziele geben eine klare Ausrichtung. Haltungsziele sind emotional aufgeladen und deshalb besonders in der Phase eines Aufbruchs motivierend. Resiliente Menschen haben meist klare Ziele im Sinne von Haltungszielen vor Augen und damit eine innere Ausrichtung, die Orientierung und Halt gibt.

Resilienz entwickeln

Lernen Sie die sieben Säulen der seelischen Widerstandskraft kennen und erfahren Sie, wie Sie aus Krisen gestärkt hervorgehen.

1 Std. 19 min (18 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!