Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Selektiver Scharfzeichner

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Der selektive Scharfzeichner funktioniert prinzipiell wie unscharf maskieren, bietet jedoch weitaus mehr Optionen und Möglichkeiten.
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Transkript

Ein sehr interessanter Scharfzeichnungsfilter ist der Selektive Scharfzeichner und der funktioniert im Prinzip genauso, wie Unscharf maskieren nur ist seine Charakteristik ein wenig anders Das möchte ich Ihnen anhand dieses Schemas zeigen. Ich werde jetzt direkt diesen Filter auf dieses Schema anwenden. Also, Filter Scharfzeichnungsfilter und hier ist er auch schon Selektiver Scharfzeichner. Ich mache den etwas grösser, damit sie das auch sehen können. Die Vorschau kann ich direkt ausschalten, weil ich ja von dem Bild dahinter sowieso nichts sehe, da wir einen so kleinen Aufzeichnungsbereich haben. Aber das reicht ja auch, denn wir sehen hier im Bild das Wesentliche. Auch hier ist wichtig, schauen Sie sich das ganze bei 100% an. Jetzt haben wir hier einige Regler. Ich verberge zunächst einmal diese fortgeschrittenen Regler, so nenne ich sie mal und setze diese auf null. Wir fangen mal oben an. Wir haben die Stärke – kennen wir von Unscharf maskieren, dann haben wir den Radius – auch das kennen wir bereits von Unscharf maskieren und wir haben Rauschen reduzieren. Das kennen wir vielleicht so in der Art noch nicht aber das funktioniert so ähnlich wie der Schwellenwert nur nicht so, dass Sie einen gleichförmigen Bereich von der Schärfung ausnehmen, wie beispielsweise hier diesen Bereich mit dem Verlauf, sondern dass Sie nach der Schärfung diese Bereiche wieder glätten. So funktioniert dieser Rauschen reduzieren-Regler, mehr dazu gleich. Wichtig ist dieser Punkt hier: Verringern. Hier haben Sie drei Optionen. Einmal haben wir den Gaußschen Weichzeichner, wenn Sie den eingestellt haben, dann funktioniert dieser ganze Kram – sage ich einfach mal – genauso wie Unscharf maskieren, das ist genau das Gleiche, denn der Unscharf maskieren-Filter der basiert auf Gaußscher Weichzeichner. Wenn ich also hier den Radius erhöhe und auch die Stärke erhöhe, sodass wir hier schöne Effekte sehen, dann sehen Sie, kennen wir bereits genauso von Unscharf maskieren und wir sehen auch hier wird dieser gleichförmige Bereich im Verlauf mitgeschärft und das kann ich wiederum etwas glätten, indem ich mit Rauschen reduzieren arbeite. So weit, so einfach. Interessant ist dieser Filter vor allem wegen dieser Option: Objektivunschärfe. Achten Sie einmal auf den Verlauf dieser Säume. Einmal hier an dieser Kreisform oder hier an diesem Balken oben. Sie sehen, wir haben hier einen mittleren Bereich, wo Grau an Grau stößt, dort ist dann natürlich keine Schärfung, weil da kein Kontrast vorliegt und wir haben da den Maximalkontrast, das heißt, an dieser Stelle haben wir wirklich breite schwarze und weiße Säume auf beiden Seiten der Kanten, sodass diese Kante betont wird. Jetzt schalte ich mal um von Gaußscher Weichzeichner auf Objektivunschärfe und dann sehen Sie, die Säume sehen ganz anders aus. Die liegen viel näher an dieser Kante hier, sind also etwas schmaler. Das ist wirklich sehr praktisch, wenn Sie mit sehr kleinen Radien arbeiten und wenn Sie Ihre Bilder für das Web schärfen möchten, weil da kriegen Sie viel feinere Ergebnisse, als wenn Sie das mit dem Unscharf maskieren-Algorithmus beziehungsweise mit dem Gaußscher Weichzeichner-Modus machen würden. Hier sehen Sie eine Art Doppelkante, eine Doppelkontur und dadurch wird diese Kante noch einmal etwas mehr hervorgehoben. Bei diesem hohen Radius sieht das natürlich jetzt nicht so toll aus, oder? Deshalb würde ich Ihnen hier empfehlen – und ich nehme erstmal das Rauschen zurück – mit kleineren Radien zu arbeiten. Das sieht dann wirklich fein aus und wenn ich jetzt hier mal umschalte und vielleicht sehen Sie das – ich schalte mal auf 200% – das ist eine angenehm hervorgehobene Kante und wenn ich umschalte auf Gaußscher Weichzeichner, dann wird das etwas breiter. Das gefällt mir dann in diesem Fall nicht so gut. Mit Objektivunschärfe erhalten Sie einen anderen Verlauf dieses Schärfungseffekts entlang der Kontrastkanten. Eine Möglichkeit haben Sie dann noch und zwar die Bewegungsunschärfe, die brauchen Sie in der Regel weniger, denn nur wenige Fotos haben eine gerichtete Unschärfe, die Sie hiermit verringern können. Auch hier werde ich den Radius erhöhen, dass Sie sehen was passiert. Wir haben jetzt einen Winkel dieser Bewegungsunschärfe von null Grad, das heißt wir haben eine horizontale Schärfe und das heißt, nur die Säume auf der linken und der rechten Seite der Kontrastkanten werden geschärft und weil die Kante an dem Balken exakt horizontal ist, haben wir da keine Schärfung, aber das können wir schnell ändern, indem ich hier einfach diesen Winkel ändere zum Beispiel auf 90 Grad. Wenn ich dann die Shift-Taste halte, schnappt das ein und jetzt sehen Sie hier den maximalen Effekt in vertikaler Richtung und das Ganze ist natürlich stufenlos einstellbar für jede Richtung. Wenn Sie mal die Polizei fragt, ob ein verwackeltes Kennzeichen vielleicht etwas sichtbarer gemacht werden könnte, dann können Sie sagen, vielleicht mit dem Selektiven Scharfzeichner wenn das Kennzeichen nur in einer Richtung verwischt ist, dann können Sie hiermit wunderbar arbeiten. In der Regel werden Sie mit der Objektivunschärfe arbeiten, weil die ist wirklich sehr gut geeignet für eine feine Schärfung. Diese feine Schärfung sehen Sie hier nicht, weil wir so eine extreme Stärke und einen sehr hohen Radius haben. Ich fahre den Radius mal etwas zurück, denn wir kommen jetzt zu den eigentlichen Knallerfunktionen in diesem Filter und die sind versteckt hier unter Tiefen/Lichter. Sie sehen, da haben wir eine ganze Menge Regler, drei Stück jeweils für die Tiefen und für die Lichter. Und was machen die jetzt genau? Zunächst kümmere ich mich nochmal um die gleichförmigen Flächen, die möchte ich hier nicht so kieselig haben, sondern etwas weicher gestaltet, also erhöhe ich das Rauschen reduzieren. Jetzt schauen wir uns mal diese Säume an und analysieren, wie diese verlaufen. Sie sehen, hier wo wir keinen Kontrastunterschied haben, also wo Grau auf Grau stößt, haben wir keine Schärfung und zu den Enden hin, wo der Kontrast steigt, wird diese Schärfung immer stärker. Hier haben wir einen rein weißen Bereich, das sehen Sie, wenn ich hier ins Bild klicke und hier haben wir einen rein schwarzen Bereich, das ist der maximale Kontrast, mehr geht nicht. Das wird hier dann maximal hervorgehoben durch diese Kontrastverstärkung. Aber was machen Sie, wenn Sie zum Beispiel die Schärfung in den Tiefen gar nicht haben möchten, sondern Sie wollen vielleicht nur in diesen Graubereichen schärfen sagen wir mal von hier bis hier, genau dann haben Sie die Möglichkeit, diese Tiefen von der Schärfung auszunehmen. Photoshop nennt das Verblassen und sie verblassen dann um einen bestimmten Prozentwert von 0 bis 100%. Das heißt nichts anderes, als dass Sie bei einer Tonbreite von 100% und bei Verblassen von 100% alles auf dieser Seite von der Schärfung ausnehmen. Sie können auch mit dem Radius arbeiten, das ist aber sehr komplex und mir ist auch noch kein Bild untergekommen, bei dem die Veränderung dieses Radius einen nennenswerten Unterschied gemacht hätte. Da gibt es natürlich ganz subtile Effekte aber wenn Sie mich fragen, diese Einstellung können Sie ignorieren. Wenn Sie wissen möchten, was der Radius genau macht: Der ist im Prinzip dafür da, die Maske, die dieser Filter aufgebaut hat, also die Maske für die Tiefen beziehungsweise für die Lichter, weichzuzeichnen. Bei einer Weichzeichnung von 1 Pixel, fällt diese eher gering aus, wenn Sie mit 100 Pixeln die Maske weichzeichnen, erhalten Sie theoretisch weichere Übergänge zwischen den Tiefen und den Mitten. Aber wie gesagt, da sehen Sie keinen wirklichen Unterschied und das nicht nur bei diesem Testbild, sondern in den meisten Fällen. Aber ich nehme mal an, so richtig klar ist noch nicht, was Verblassen und Tonbreite bewirken. Die Tonbreite gibt an, welche Töne Sie verblassen. 100% steht für die Tonwerte von Schwarz bis zur Mitte also von Schwarz bis 128 und eine Tonbreite von null würde dann nur die dunkelsten Tonwerte betreffen also würde diesen Effekt quasi ausschalten. Sie sehen, wenn wir hier auf 100% bleiben, dann ist die Schärfung weg dort, wo dieser Bereich schwarz ist und wenn ich die Tonbreite auf 100% setze, dann wird dieser Effekt ausgeblendet bis hier. Das betrifft jetzt wirklich nur die Tiefen, also Sie sehen den Effekt nur auf dieser Seite, nur auf der dunklen Seite der Kontrastkante. Genau das Gleiche stellen Sie auch hier fest, wenn ich Verblassen zurücknehme, dann kommen sofort diese Säume wieder, wenn ich Verblassen wieder reinnehme, dann sind die wieder da. Im Prinzip legen Sie hiermit fest, was ausgeblendet werden soll. Jetzt möchte ich wirklich nur das Grau schärfen und ich möchte auch die Lichter nicht mitschärfen. Ich setze Verblassen um auf 100 für die Tiefen und für die Lichter und die Tonbreiten auf die Mitte setze – das ist immer eine gute Idee – dann sehen Sie auch wie die Schärfung effektiv abgemildert wurde. Sie müssen etwas aufpassen, wenn Sie diese Option zuklappen, dann werden diese Parameter nicht einfach ausgeschaltet, sondern die bleiben vorhanden im Bild. Wenn Sie das wieder loswerden möchte, dann setzen Sie einfach Verblassen auf null Prozent und wenn Sie die Schärfung wieder etwas zurücknehmen wollen in den Tiefen und den Lichtern, dann können Sie das hier ebenfalls tun. Sie müssen aber auch sehen, wenn ich hier alles auf 100% setze – also die Verblassen und die Tonbreite – dass dann die Schärfung komplett ausgeschaltet ist. Das liegt ganz einfach daran, dass jetzt einmal die Tiefenbereiche bis zur Mitte ausgeblendet werden, bis zur Mitte, weil 100% Tonbreite, also von Tonwert 0 bis 128 ist ausgeschaltet und dann habe ich die Lichterschärfung ebenfalls ausgeschaltet von Weiß bis zur Mitte, also von 128 bis 255. Jetzt kann ich diese Werte wieder holen für bestimmte Bereiche, indem ich die Tonbreite wieder zurücknehme und dann über den Verblassen-Regler das Ganze abstimme. Bei diesem Schema macht das natürlich nicht so richtig einen Sinn, damit Sie den Vorteil des Ganzen sehen, zeige ich Ihnen das an einem praktischen Beispiel. Das ist das hier. Ich dupliziere also zunächst wieder die Ebene. Für den Selektiven Scharfzeichner gilt genau das gleiche wie für Unscharf maskieren oder den Hochpass-Filter, er erzeugt Farbsäume, also setzen Sie diese Ebene am besten gleich in die Methode Luminanz. Ich rufe den nochmal Filter auf. Scharfzeichnungsfilter Selektiver Scharfzeichner und will jetzt hier eine extreme Scharfzeichnung bewirken. Zunächst setze ich die Stärke auf den Maximalwert, und nehme mir einen Radius von 2 Komma irgendwas Pixeln. Jetzt haben wir eine extreme Schärfung und jetzt kann ich mit dem Rauschen reduzieren diese flächigen Bereiche wieder etwas glätten. Wir haben also jetzt schon eine ganz kräftige Schärfung und jetzt möchte ich diese Lichter, diese Härchen, die doch sehr stark geschärft wirken, wieder etwas von der Schärfung ausnehmen. Das war bereits ein wenig der Fall, weil der Verblassen-Wert hier bereits auf 100% steht, aber ich kann mit der Tonbreite noch etwas eingreifen. Das sehen Sie, wenn ich die Tonbreite auf 0 setze, dann haben wir eine sehr grobe Schärfung in diesen Bereichen, wenn ich die Tonbreite nach rechts ziehe, dann haben wir hier nur eine subtile Schärfung. Ebenso kann ich die dunklen Bereiche, die hier sehr pixelig geworden sind, etwas zurücknehmen, indem ich hier Verblassen nach rechts ziehe und dann hier ebenfalls mit der Tonbreite spiele. Bei 100% ist die Schärfung quasi wieder außer Gefecht gesetzt, bei 0% ist sie noch maximal drin und so können Sie sehr einfach und schnell abstimmen, wie Sie das Bild schärfen möchten. Jetzt vergleichen Sie mal, das ist vorher und das ist nachher. Der Schärfeeindruck ist deutlich verbessert worden, ohne dass das Bild extrem überschärft wird. So funktioniert der Selektive Scharfzeichner, mit dem Rauschen reduzieren glätten Sie Flächen, Stärke/Radius funktioniert so wie Unscharf maskieren, wenn Sie den Verringern-Modus auf Gaußscher Weichzeichner gestellt haben. Im Modus Objektivunschärfe sind die Säume etwas schmaler aber mit kleinen Zusatzkanten versehen und mit den Tiefen- und Lichter-Reglern können Sie die Verteilung der Schärfung im Bild noch feiner abstimmen.

Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Lernen Sie, wie Sie Schärfe und Details Ihrer Bilder mit Photoshop optimieren. Schärfen Sie vor der Bearbeitung oder gezielt für die Ausgabe, und heben Sie Details kreativ hervor.

4 Std. 6 min (30 Videos)
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