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LaTeX für Studierende und Wissenschaftler

Schriftfamilien Computer Modern, Latin Modern und die TeX-Gyre-Schriften

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LaTeX verwendet standardmäßig die Schriftfamilie Computer Modern. Dabei auftretende Probleme umgehen Sie mit dem Schriftpaket Latin Modern. Die TeX-Gyre-Schriften bieten eine hervorragende Umsetzung beliebter URW-Glyphen.

Transkript

Generell gilt zum Thema Schiften in LaTeX: Machen Sie sich bitte nicht zu viele Gedanken, denn LaTeX macht ja das Meiste schon für Sie. Wenn Sie nichts speziell angeben, also außer die font encoding und das input encodig, das hier auf utf8 steht, dann verwendet LaTeX die Schriftfamilie Computer Modern. Dies ist soweit in Ordnung, hat jedoch noch einige Nachteile. Wenn Ihnen also nichts anderes einfällt und Sie keinerlei Vorgaben haben, dann geben Sie bitte \usepackage{lmodern} an. Dieses schaltet auf die Latin Modern Schriften. Sie sehen einen leichten Unterschied, der Titel ist jetzt fett, so wie es eigentlich sein sollte und auch sonst passen die Schriften sehr gut zusammen. Wenn Sie also nichts weiter nachdenken wollen, dann verwenden Sie bitte einfach Latin Modern mit dem Paket {lmodern}. Im Folgenden werden wir uns einige Schriften des Tex Gyre-Pakets ansehen. Das Tex Gyre-Paket hat sich zum Ziel gesetzt, viele freiverfügbare URW-Schriften für die Umsetzung mit allen Glyphen, also allen Zeichen in LaTeX zu schaffen. Wir schauen uns dieses Mal an, wie das für einige Beispiele aussieht. Die Tex Gure-Pakete gehen alle los mit tg. Für die Schriftart Adventor adventor, eben {tgadventor}. Damit sehen wir noch nicht viel, außer dass sich hier die serifenlose Schrift, also die ohne diese Eckchen an den Buchstaben geändert hat. Möchten wir das ganze Dokument in diese Schrift setzen, dann brauchen wir noch den Befehl \reneucommand und zwar von {familydefault} und das Ganze setzen wir auf sf, also den Sans Serif, default. Einmal gesetzt und wir haben den ganzen Text in der serifenlosen Schrift aus Tex Gyre namens Adventor. Das ist eine schöne Schrift, die entspricht der URW Gothic L. Die zweite Schrift, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist die Bonum. Für diese brauchen wir das {sfdefault} nicht und wir kopieren mal das ein paar mal und kommentieren das hier noch aus und statt {tgadventor} schreiben wir jetzt einfach {tgbonum}. Das ist im Prinzip die URW Bookman. Schöne Schrift, passt gut auch zu Adventor, wenn wir die Adventor eben nicht als Brotschrift verwenden. So, das hier passt gut zusammen. Sie sehen, die Bonum läuft etwas breiter und ist damit für einspaltigen Satz gut geeignet. Als Nächstes sehen wir uns die Chorus an. {tgchorus} Eine schöne Schrift, die jedoch ohne Mathematikschriften kommt, dafür aber, Sie sehen es hier schon, ein bisschen geschwungen ist. Die Chorus entspricht ungefähr der Zapf Chancery von Hermann Zapf, die dieser 1979 entworfen hat. Für wissenschaftliche Arbeiten eher nicht geeignet, wenn es jetzt einen Brief werden soll, warum nicht? Die nächste Schrift aus dem Tex Gyre-Paket, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist die Cursor, {tgcursor}. Diese Schrift hat lediglich Auswirkungen auf die Festbreitenschrift, also auf das was hier unten in Verbatim verwendet wird. Sie sehen, die läuft etwas breiter und oben wird wieder die Standardschrift geladen, in unserem Fall sogar die Computer Modern, weil wir ja sonst noch nichts geladen haben. Die Cursor, also eine Courier Schrift ein Monofont. Als Nächstes sehen wir uns die Heros an. {tgheros} Das ist wieder eine serifenlose Schrift, das heißt, wenn wir die sehen wollen, dann müssen wir das standardmäßig auf serifenlos umstellen. Das entspricht der Helvetica. Helvetica ist eine sehr verbreitete Schrift. Die kennen Sie wahrscheinlich in der Windows-Variante namens Arial, da hat sie ja ein paar minimale Nachteile. Wenn Sie also sehr nahe an dem setzen wollen, was Sie aus irgendwelchen Standard Windows-Programmen kennen, dann können Sie natürlich die Nimbus bzw. die Heros mit dem Paket {tgheros} einsetzen. Vielleicht wollen Sie auch eine Schrift einsetzen, die der Palladio entspricht, der URW Palladio. Das Tex Gyre-Äquivalent zu Palladio heißt Pagella, zu laden mit {tgpagella}. Hier müssen wir noch den sfdefault wieder ausschalten und Sie sehen, auch diese Schrift, sehr gut zu lesen, läuft etwas breiter, wird auch auf dem Bildschirm hervorragend angezeigt und macht sich dann eben auch sehr gut, wenn den Zeilen relativ lang sind. Ein bisschen englaufender, aber immer noch gut lesbar ist die {tg schola}. Die entspricht der Century Schoolbook und Sie sehen, die ist etwas enger, das heißt, die ist notfalls auch für zweispaltigen Satz gut einzusetzen und kann als Standardschrift über viele Seiten sehr angenehm gelesen werden. Sie sehen aber, die macht die Seite relativ schwarz. Wenn Sie die Augen mal ein bisschen zusammenkneifen, dann sehen Sie, das ist etwas dunkel von der Anmutung. Wenn Sie in den mehrspaltigen Satz gehen wollen, dann empfehle ich Ihnen die {tgtermes}. Das entspricht der Times New Roman und ist eine sehr englaufende Schrift. Wenn Sie das jetzt hier in einspaltigen Satz stehen lassen, haben Sie im Prinzip fast zu viele Zeichen pro Zeile. Die Zeilen werden so sehr lang, das heißt, für zweispaltigen Satz oder dreispaltigen Satz sehr zu empfehlen, nicht jedoch für den einspaltigen Satz. Mit diesen Schriften können Sie sehr viel bereits tun und sollte eigentlich alle Bedürfnisse soweit erfüllen. Wenn Ihnen, wie gesagt, nichts anderes einfällt, wenn Sie sagen, ich möchte einfach eine solide gute Schriftkombination haben, wo alles zusammenpasst und alle Mathematikschriften dabei sind, dann benutzen Sie den Latin Modern-Schrift mit dem Befehl \usepackagelmodern. Es sieht dann so aus.

LaTeX für Studierende und Wissenschaftler

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5 Std. 29 min (54 Videos)
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