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Typografie: Schriftzüge und Wortmarken gestalten

Schriften kombinieren

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Die Kombination von zwei bestehenden Schriften ermöglicht es, komplett neue und bislang ungesehene Formen zu kreieren. Hierfür zeichnet der Trainer die Schriften auf Transparentpapier nach.
06:19

Transkript

In diesem Video möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie auf analogem Wege zwei bestehende Schriften miteinander kombinieren können. Der Mix aus beiden Seiten, aus der oberen und der unteren Schrift, kann Formen erzeugen, die etwas Neues kreieren, etwas Ungesehenes. Und das wollen Sie ja mit Ihrer Wortmarke erreichen. Dazu nutze ich Transparentpapier, das ich über beide Schriften lege, um sie abzupausen. Als allererstes sollten Sie sich entscheiden: Soll der Schriftzug eher in Richtung der Fraktur tendieren, oder eher in Richtung Helvetica? Eine exakte Mitte aus beiden Entwürfen zu kreieren, ist äußerst schwer. Es ist immer einfacher, eine Richtung festzusetzen. Wenn Sie etwas für einen Kunden machen, wäre es auch denkbar, dass Sie erst die Fraktur mit ein bisschen Helvetica kreuzen, und in einem zweiten Schritt viel Helvetica mit ein bisschen Fraktur. So haben Sie gleich zwei Richtungen, und können den Kunden auswählen lassen, in welchem Bereich er sich am besten aufgehoben fühlt. In unserem Beispiel würde ich mich jetzt gerade auf die Fraktur stürzen, weil die Formen ein bisschen interessanter sind. Schauen wir jetzt beide Schriften mal im Detail an. Im "g" in der Fraktur gefällt mir ganz gut, dass hier unten so ein Schwung ist, den möchte ich auf jeden Fall behalten. Das "a" ist interessant, aber das, was man hier aus der Helvetica kennt, ist doch ein bisschen gewöhnlicher, ein bisschen moderner. Das heißt, ich merke mir: das "a" ist gut, der "g"-Schwung gefällt mir auch, das hier unten gefällt mir auch, das hat einen ähnlichen Schwung wie das "g", das könnte interessant ausschaun, merk ich mir auch vor, ja, und jetzt zeichne ich hier oben die Fraktur im Skelett nach, also eine gerade Linie mit klaren Kanten. Im "a" wiederum erinnere ich mich, ich wollte ja eigentlich mehr von der Helvetica haben. Also gehe ich runter, und zeichne mir hier unten die Formen nach. In diesem Fall mit kantigen, gebrochenen Formen. Ich halte das mal hoch, damit Sie sehen, was passiert ist. Kantiges "m", Helvetica "a", aber auch wieder kantig ausgedrückt. So, dann mach ich das im "g" auch wieder. Die Kanten nicht vergessen, aber hier unten den Schwung, der mir am Anfang in der Analyse so gut gefallen hat. Dann kommt wieder ein "a", das kennen wir, brauchen wir nicht lange nachüberlegen, wie man das zeichnen soll, dann kommt das "z". Was mir bei der Helvetica gut gefällt, ist dieser "z"-Bogen hier oben, also dieses sehr Scharfkantige, aber das mag ich auch sehr gern. Also nehme ich mir hier oben das Kantige aus der Helvetica und den Schwung aus der Futura, und man siehts sogar: beide Schwünge, also der im "g" und der im "z", passen sogar ganz gut zusammen. Und jetzt noch das "i", eine recht einfache Kiste, und das "n", das wir bereits kennen. Dann ziehe ich meine Schriften weg, und konzentriere mich auf meine Grundform. Jetzt überlege ich, dass ich noch ein bisschen Strichstärkenkontrast brauche. Entweder könnte ich mich, dazu holen wir uns den Zettel nochmal zurück, wieder an der Fraktur orientieren, wo ich einen gewissen Strichstärkenkontrast zwischen kräftigen Balken und dünnen Haarlinien habe. Allerdings ist der Entwurf, wenn man ihn so sieht, durch die scharfkantigen Formen dann doch sehr weit in die Fraktur gegangen. Ich denke, in diesem Fall ist es besser, wenn wir uns für den modernen, gleichbleibenden Kontrast aus der Helvetica entscheiden. Also zeichne ich die Form nochmal nach, und arbeite damit mit kräftigen Strichen. Wenn Sie nicht genau wissen, welchen Strichstärkenkontrast Sie hier wählen sollen, können Sie natürlich auch einfach die Helvetica dahinterlegen, und so die Stämme abpauken. Ah, man sieht schon, es ist ein bisschen kleiner geworden, das Ganze, aber so die groben Stämme, denke ich, kann man recht gut übernehmen. Auch hier im "a". Vielleicht übernehme ich jetzt, wenn ich schon dabei bin, hier unten noch diesen leichten Schwung, ich halt's nochmal hoch, damit Sie sehen, was ich meine. Genau hier, der kleine Abstrich. Jetzt braucht es noch etwas Zeit, bis man das Ganze ausschraffiert hat. Aber man merkt schon, man kommt so auf Formen, in die man im Rechner nicht gekommen wäre. Digital hätten sie wahrscheinlich versucht, das eine "a" aus der Helvetica in die Fraktur zu kopieren oder irgendetwas anderes, es wäre wahrscheinlich nicht wirklich geglückt. Aber auf analogem Wege können Sie so eigentlich sehr schnell und sehr praktisch Ideen übernehmen und sie kombinieren. Es muss auch nicht echt, echt nicht perfekt sein, es geht wirklich eher um so eine grobe Idee, oder um mal abzuklären, ob das eine Richtung ist, die dem Kunden gefällt, oder die einem selbst hilft, das was man über das Design transportieren will, auszudrücken. Im Groben und Ganzen schaut das jetzt so aus. Damit kann man eigentlich schon fürs Erste zufrieden sein und es jetzt digital nochmal richtig nachbauen. Ich hoffe, das Video war informativ für Sie, und Sie haben verstanden, wie einfach es ist, zwei Schriften miteinander zu kombinieren, und wie wichtig es dabei ist, dass Sie immer einen Schwerpunkt auf eine der beiden Schriften legen.

Typografie: Schriftzüge und Wortmarken gestalten

Lernen Sie, worauf es bei der Erstellung einer Wortmarke oder eines Schriftzugs ankommt.

1 Std. 28 min (29 Videos)
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