Grundlagen der Fotografie: Filter

Schraubfilter vs. Steckfilter

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Die Art der Befestigung der Filter vor dem Objektiv hat entscheidenden Einfluss auf den Workflow. In diesem Video erhalten Sie einen Überblick über die unterschiedlichen Filtersysteme.
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Transkript

Für Filter gibt es Stecksysteme und Schraubsysteme. Das System gibt an, wie der FIlter eigentlich am Objektiv montiert wird, also wie er daran befestigt wird. Bei runden Filtern wird er geschraubt, und bei eckigen Filtern wird er gesteckt. Also in den Halter eingeschoben. Die Art der Befestigung finde ich sehr wichtig, denn sie hat einen ganz starken Einfluss auf meinen Workflow. Also wie angenehm, und wie schnell, wie kompliziert oder unkomplizert ich die Werkzeuge verwenden kann. Wenn etwas leicht und spielerisch passiert, wird man das wohl öfters einsetzen und dann macht es natürlich auch viel mehr Spaß. Das ist wichtig. Hier also ein Überblick über die verschiedenen Filtersysteme. Kommen wir erstmal zum Schraubfilter. Schraubfilter werden, wie der Name schon sagt, vor das Objektiv geschraubt. Die Filter werden meistens aus schwarzem Messing gefertigt und mittels Gewinde am Objektiv eingedreht. Somit passt also der Filter nur für diesen einen Objektivdurchmesser. Der ist meistens in Millimeter angegeben. Jetzt hat man natürlich wünschenswerterweise vielleicht viele Objektive oder mehrere Objektive, die wiederum unterschiedliche Durchmesser haben. Da kann man einen Trick machen und Adapterringe kaufen, die wenige Euros kosten und ich würde das - oder ich habe das immer so gemacht, oder werde das auch immer so beibehalten, dass ich für mein größtes Objektiv, also den größten Objektivdurchmesser mir Filter zulege und dann mit Reduzierstücken, mit diesen Adaptern, sozusagen den großen Durchmesser auf den kleinen reduzieren kann und somit passt das, zum Beispiel jetzt auch hier für dieses Objektiv und was auch ein sehr großer Vorteil ist, ist erstmal: Ich muss mir weniger Filter kaufen, und der Vorteil ist, dass dadurch, dass der Filter größer ist, in dem Augenblick keine Vignettierung, oder sehr spät Randabschattungen ins Bild kommen können. Wenn Sie sich das so vorstellen, wenn wir einen Filter direkt am Objektiv befestigen, entsteht dadurch ja so ein Vorbau, und dieser Vorbau kann, je nach Optik, zu Randabschattungen führen. Das heißt, man fotografiert schon in diesen Filter, in den Ring hinein. Und deshalb gibt es da einfach eine Verdunklung, was ganz oft bei Extremweitwinkeln vorkommt. Also ich habe hier zum Beispiel ein Objektiv, was ich früher sehr oft benutzt habe, heute auch noch, aber bevor ich Steckfilter hatte, habe ich Schraubfilter benutzt und diese Schraubfilter... Bei einem 16mm hat mich das immer total genervt oder gestört, dass wenn ich den Filter direkt draufgeschraubt habe, ich nie 16mm fotografieren konnte, weil ich lauter sehr starke Randabschattungen hatte und dann musste ich oft über 20mm gehen um diese Vignettierung wegzubekommen und für was habe ich denn eigentlich ein 16mm-Objektiv, also ich wollte ja Weite zeigen. Bei Landschaftsaufnahmen will man das ja vielleicht oft oder egal für was für eine Gelegenheit, möchte man diese extremen Winkelpositionen einsetzen, kann man jetzt nicht, weil ja das Ganze vignettiert. Ist natürlich extrem schade. Wenn ich jetzt größere Filter habe, wie jetzt in dieser Relation, kann diese Vignettierung natürlich erst viel später auftauchen. Was auch noch passieren kann - oder sagen wir mal so: Was der Vignettierung entgegenwirkt, ist die Tatsache, dass es dicke und dünne Filter gibt, die geschraubt werden. Jetzt mal hier von einem Hersteller. Das ist die Normalversion. Und das ist die dünne, die Slim-Version. Und das kann zum Beispiel schon helfen, um dieser Vignettierung vorzubeugen. Ganz wichtig: Wenn es funktioniert, super. Wenn es bei Extremweitwinkeln - da kommt es auch wirklich, da bin ich mir ziemlich sicher, auf wenige Millimeter an - da kann das ein Problem bleiben. Also als Schraubfilter finde ich absolut ND-Filter super, Polfilter sowieso und wenn ich mir jetzt vorstelle, ich würde einen Verlaufsfilter benutzen in geschraubtem Zustand, das kann schwierig werden, weil ich ja diesen Verlauf nicht beeinflussen kann. Der Verlauf ist immer in der Mitte. Das hier ist ein Schraubfilter und der ist in der Mitte und wenn der jetzt direkt aufgeschraubt wird, habe ich natürlich ein Problem. Dann ist der Verlauf in der Mitte, aber der Verlauf - es ist nicht wichtig, dass der Verlauf in der Mitte ist, sondern der Verlauf muss zu meinem Motiv passen und oft ist da der Horizont oder da, wo abgedunkelt werden soll, das ist eben nicht in der Mitte, sondern vielleicht ist es im oberen oder im unteren Drittel und dann habe ich mit dem Filter ein Problem, wenn er aufgeschraubt ist. Aber wenn ich den jetzt zum Beispiel bei kleineren Objektiven benutze, zum Beispiel bei dieser Kamera, die benutze ich ganz oft wenn es dann auch schnell gehen soll, wenn ich wenig Gewicht mit mir herumtrage und sehr flexibel arbeiten möchte, kann ich den Filter direkt vors Objektiv halten mit den Händen und kann dann dadurch, dass er ja größer ist als das eigentliche Objektiv, kann ich das wunderbar dem Motiv dann anpassen. Das ist so eine kleine Hilfestellung. Natürlich brauche ich dazu eine freie Hand. Ganz klar. Aber da das alles in sehr überschaubaren Dimensionen abläuft und Gewichten funktioniert, weil bei größeren Kameras ist mir das zu kompliziert, da brauche ich was anderes. Und wenn ich das jetzt nochmal zusammenfasse, der Überblick sozusagen nochmal über die Schraubfilter: Sie sind besonders leicht, sie haben einen geringen Anschaffungspreis, sie können mittels Adapterringe für viele Objektive geeignet sein und wenn man sie verschraubt, kann auch zum Beispiel kein Streulicht einfallen und aus Glas gefertigte Filter können eine Vergütung haben, das finde ich schon mal super. Der Nachteil des Ganzen ist: Es kann schnell zu Vignettierungen kommen. Unschön. Bei Slim-Versionen, das hatte ich auch schon sehr oft, kann es natürlich sein, dass beim Montieren das Gewinde verkantet und der Filter nicht zerstört, aber dabei nicht montierbar ist. Und der Verlaufsfilter passt oft nicht, wenn er geschraubt ist, zum Motiv. So, jetzt kommen wir zu dieser anderen Variante, zu den Steckfiltern. Hier ist es so, dass quadratische oder rechteckige Filterscheiben, die meistens aus Glas oder Kunststoff gefertigt werden, in eine Halterung geschoben werden. Das ist jetzt so ein Haltesystem, eine Halterung. So ähnlich wie bei den Schraubfiltern wird die eigentliche Aufnahme am Objektiv befestigt. Das sind zwei Teile, diese Aufnahme. und das eigentliche Haltesystem. Diese Aufnahme muss natürlich zum Objektivdurchmesser passen. Das ist ähnlich wie bei den Schraubfiltern, gibt es hier verschiedene Adapter mit unterschiedlichen Größen, sozusagen. Und hier wird es dann einfach nur draufgeklickt. Und man sieht schon, dadurch, dass das in so einer Hohlkehle sozusagen befestigt ist, und einschnappt, kann ich das wunderbar befestigen und ich kann das Ganze drehen. Und das kann sehr wichtig werden und was ich hier ganz toll finde, und ich wirklich Feuer und Flamme für bin, ist zum einen das Hundertersystem, das ist wohl eins, was am meisten gefertigt wird, schätze ich mal, weil das eine Riesen-Range an Objektiven abdeckt. Bei mir ist es so, ich habe hier ein 2470, 1635, dann habe ich ein 70200 und ein 28-300, die den gleichen Objektivdurchmesser haben, wo dieser Adapter also passt. Und das sind 77cm. Haben ganz viele. Und dadurch habe ich viele Möglichkeiten, das einzusetzen, einfach durch diese Range und die Scheiben sind auf 10cm. Wenn das ein ND-Filter ist, also 100x100 gefertigt, in Glas oder Kunststoff und die Verlaufsfilter sind in 100x150 gefertigt in Glas oder Kunststoff, und was hier auch noch eine Besonderheit ist, ist, dass ich mehrere Filter gleichzeitig benutzen kann. Ich habe meistens eine Dreierhaltung montiert. Das gibt es hier mit zwei oder drei Einschüben und hier kann ich jetzt zwei ND-Filter, ein ND-Filter und einen Verlaufsfilter und einen Polfilter zusammen benutzen und diese Systeme werden in unterschiedlichen Grundgrößen angeboten. Wie gesagt, das ist ein Hundertersystem. Dann gibt es ein Sechziger, Achtziger für andere Objektive oder kleinere Kameras mit kleineren Objektiven und es gibt natürlich auch noch größere Systeme für Extremweitwinkel. 150er und im Augenblick gibt es auch ein System, was ein 180er anbietet. Das heißt, das sind dann sehr große Scheiben, und ich habe ein Buch geschrieben und die Recherche ging über zwei Jahre und da hatte ich wirklich zwei Tapeziertische voll Material zuhause stehen und hatte von Cokin, von Haida, Lee, Lensinghouse und Lukra, ganz viele Hersteller, Filter und Filterhalter, die ich da benutzt habe um einfach auch zu gucken: Was ist für mich am besten geeignet? Wo gibt es Vorzüge, wo gibt es Nachteile? Nochmal zusammenfassend das Pro und Kontra für das Stecksystem. Mittels Objektiv-Adapterringen kann ich das an ganz vielen Objektiven befestigen. Glasvarianten sind oft vergütet, was ich super finde, weil sie dadurch einfach nicht so empfindlich sind. Ganz wichtig: Vignettierungen werden kaum sichtbar sein. Dadurch lassen sich natürlich auch gewisse Brennweiten erst einsetzen durch so ein Stecksystem. Ganz wichtig für mich, dass ich damit auch wirklich tolle Bilder machen kann in dieser Brennweite und es ist ein sehr schnelles Wechseln möglich. Anbringen und Abnehmen, was auch nicht unwichtig ist. Also, ich kann das schön verschließen, kann das in den Rucksack reinlegen und dann auch wieder schnell auspacken. Und was ist Kontra. Ja, der höhere Anschaffungspreis, das etwas höhere Gewicht, weil einfach mehr Material dran ist. Dadurch ist er aber auch stabiler. Und die größeren Glasflächen tragen mehr im Rucksack an Gewicht bei. Aber gerade Glas finde ich sehr wichtig, weil es vergütet ist, und dadurch unempfindlicher ist. Deshalb setze ich es gerne ein.

Grundlagen der Fotografie: Filter

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3 Std. 43 min (39 Videos)
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