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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Schärfe und Unschärfe

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Durch das Spiel mit der Schärfe kann man den Blick des Betrachters fokussieren. Unscharfe Elemente rücken in den Hintergrund, scharfe Elemente in den Vordergrund.

Transkript

Auch mit der Schärfe und der Unschärfe, welche durch unser Objektiv und dessen Blende sowie den Abstand zum Motiv generiert werden, können wir gestalten und den Blick lenken. Unscharfe Elemente rücken in den Hintergrund und verlieren somit an Bedeutung. Scharfe Elemente rücken in den Vordergrund und gewinnen an Bedeutung. Es entsteht eine Gewichtung im Bild. Zudem kann Tiefe suggeriert werden. Wir reduzieren das Bild auf wesentliche Dinge. Gerade mit Schärfe arbeite ich sehr gern. Und hier haben wir ein paar passende Bilder, auch die ich eingehen möchte. Beginnen wir mit dem Kolibri in Costa Rica. Ich war auf einer Costa-Rica-Reise. Habe mich wirklich morgens um 5 Uhr auf die Lauer gelegt, um den perfekten Kolibri zu fotografieren. Hier hat das Thema Bildschärfe eine wirklich elementare Rolle gespielt. Ich habe mit dem 100mm-Objektiv gearbeitet und der Blende 2,8, das heißt wirklich ganz offenblendig gearbeitet, so offenblendig wie es mit dem Objektiv möglich ist, und den Fokus auf den kleinen Kolibri gelegt. Denn wir sehen, hier ist sehr viel drumherum. Der Hintergrund ist eigentlich sehr unruhig. Nur dadurch, dass der Hintergrund in so einer krassen Unschärfe liegt, wird das Bild harmonisch und der Blick des Betrachters überhaupt erst auf den Kolibri, welcher im Zentrum des Bildes liegt, gelenkt. Wäre der Hintergrund hier unruhig und würde in der Schärfe liegen, würde das ganze Bild an Harmonie verlieren und unser Blick würde abgelenkt werden von den ganzen Blüten und Palmen, die drumherum im Bild liegen. Dadurch dass aber der Hintergrund des Kolibris sehr unscharf ist, liegt der Fokus hier wirklich auf dem kleinen Flattermann. Hier haben wir ein weiteres Bild von mir, die Elfe im Wald, sage ich mal. Und hier generiere ich Tiefe durch das Thema Unschärfe. Die Schärfe liegt unweigerlich auf meiner Elfe. Aber im Vordergrund habe ich unscharfe Pflanzen, wodurch Tiefe im Bild generiert wird, quasi dass ich einen Vordergrund habe, einen Mittelgrund, und einen Hintergrund, worauf wir später noch gezielt eingehen werden. Beim nächsten Bild liegt der Fokus, dadurch dass ich mit der Schärfe spiele, unweigerlich auf dem schönen Gesicht des Models. Die Schärfe geht schon weg im Haar und auch im Vordergrund. Und auch hier wird einfach wieder Tiefe generiert und der Blick auf den Ausdruck des Models im Gesicht gelenkt, wo halt wirklich der Fokus liegt. Dasselbe ist bei diesem Bild. Wir haben sogar eine Scharfstellung des Gesichts, und dann wirklich unscharf kreisförmig um das Model die Unschärfe liegen, wodurch die Blickführung wieder kreisförmig auf das Model zugeht, was dann wirklich wieder sehr harmonisch wirken kann. Bei der "Zeit" liegt die Schärfe auf dem Gesicht des Models, bis hin zur Uhr, und verliert sich dann. Denn wir haben ein sehr unruhiges Bild mit sehr vielen Kleinigkeiten und Einzelheiten. Und würden all diese Einzelheiten scharf gestellt sein, würde das Model, der eigentlich Punkt des Bildes, wieder in den Hintergrund rücken. Wir sehen also, wir nutzen das Ganze immer, um etwas hervorzuheben oder etwas zurücktreten zu lassen. Hier haben wir nochmal einen Kolibri in einer Nahaufnahme, auch mit dem 100mm und dann etwas zugeschnitten. Wieder die 2,8-Blende. Und man sieht schon an dem sehr unscharfen Hintergrund, also es ist ja wirklich gar kein Hintergrund mehr erkennbar, dass der Kolibri, wenn dieser Hintergrund scharf wäre, komplett damit verschmolzen wäre und wir ihn vielleicht wirklich gar nicht wahrgenommen hätten. Hier sehen wir jetzt wirklich alle Einzelheiten des Kolibris, die Augen, das tolle Federkleid. Nichts lenkt vom schönen Vogel ab, denn der Hintergrund ist in totaler Unschärfe. Und da der Kolibri so schnell mit seinen Flügeln schlägt, verlieren sich auch noch die Flügel in der Unschärfe, was das Bild dann wiederum sehr spannend und sogar ein bisschen dynamisch wirken lassen kann. Kommen wir zum letzten Bild, wieder der Affenfamilie. Auch hier liegt der Fokus total auf den Äffchen, denn der Hintergrund versinkt in der Unschärfe. Wäre er scharf, würden quasi Äste der Bäume durch die Köpfe der Affen gehen und das Ganze würde sehr unharmonisch und sehr unruhig wirken. Wir haben sogar einen angedeuteten Vordergrund, da hier auch Unschärfe im Vordergrund liegt. So habe ich wieder Dreidimensionalität im Bild. Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund macht Bild gesund, sagt man so schön. Das Bild gewinnt einfach an Spannung. So viel zum Thema Unschärfe und Schärfe. Man sieht, man kann hiermit wirklich sehr viel machen. Und man sieht, wenn man hinterher alle gestalterischen Elemente in Einklang bringt, ist hier wirklich sehr viel möglich.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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