Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Saumfreie Strukturverstärkung: Mikrokontraste

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Mit einem kleinen Umweg erzeugen Sie eine bessere "Hochpass"-Ebene, die keine Säume erzeugt. Das erweist sich als ideal für das Verstärken der Mikrokontraste.
08:47

Transkript

In diesem Film zeige ich Ihnen eine fortgeschrittene Methode, mit der Sie sehr einfach und unkompliziert, also relativ unkompliziert Strukturen in einem Bild verstärken können. Diesen Würfel kennen Sie bereits. Und Sie haben gesehen, dass man mit dem Hochpassfilter hier die Strukturen wunderbar verstärken kann, aber dass der Hochpassfilter auch dafür sorgt, dass wir unschöne Kontrastsäume erhalten, und zwar entlang von Kanten, die bereits einen ziemlich hohen Kontrast haben. Das kann man umschiffen, indem man sich eine eigene Hochpassebene baut. Das geht mit Weichzeichnungsfiltern. Der Hochpassfilter basiert beispielsweise auf der Gaußschen Weichzeichnung. Die Gaußsche Weichzeichnung zeichnet Kanten einfach pauschal weich. Das möchten wir nicht, also brauchen wir einen Weichzeichnungsfilter, der genau das nicht macht. Das macht beispielsweise der Matter-machen-Filter. Das zeige ich Ihnen, also die einzelnen Schritte, die Sie dazu benötigen. Zuerst müssen Sie diese Ebene zweimal duplizieren mit Command+J. Also Command+J, +J. Dann müssen Sie die obere Ebene invertieren. Also Command+I. Diese Ebene brauchen wir jetzt in der Füllmethode Lineares Licht. Damit wir hier eine graue Fläche haben, wie Sie sie beispielsweise vom Hochpassfilter kennen, brauchen wir eine Deckkraft von 50 Prozent. Dafür müssen Sie einfach nur bei aktivem Verschieben-Werkzeug die Taste 5 drücken. So müsste das jetzt aussehen. Also, Sie müssten eine graue Fläche sehen. Wenn ich jetzt, nur um Ihnen das zu zeigen, den Weichzeichnungsfilter Gaußscher Weichzeichner aufrufe, erhalten Sie genau das, was Sie vom Hochpassfilter kennen. Also hier diese Säume und die typische Struktur. Aber das wollen wir nicht, also nehmen wir den anderen Filter, den ich erwähnt hatte. Das ist der Weichzeichnungsfilter Matter machen. Der hat nicht nur einen Regler, sondern zwei. Der erste, Radius, macht genau das Gleiche wie im Gaußschen Weichzeichner, zeichnet also das Bild weich um einen Betrag, den Sie hier festlegen können. Der Schwellenwert dagegen schließt Flächen von der Weichzeichnung aus. Wenn ich den auf 255 setze, heißt das, dass jeglicher Tonwertunterschied hier im Bild ignoriert wird, und das bedeutet, dass der Filter jetzt genauso wirkt wie der Gaußsche Weichzeichner. Das sehen Sie hier, wir haben die typischen Kontrastsäume. Ihre Zielstellung ist es jetzt, diese Säume mit dem Schwellenwertregler zu eliminieren. Ist der Wert zu klein, haben Sie kaum eine Scharfzeichnung. Ist der Wert zu groß, haben Sie gesehen, dann haben Sie die Säume. Wenn Sie von mir eine Pauschalempfehlung möchten: Nehmen Sie hier einen Schwellenwert von 15. Das funktioniert erstaunlich gut für alle möglichen Bildgrößen. Das hier ist ein sehr kleines Bild. Das funktioniert aber auch bei recht großen Bildern ganz gut, weil hier zählt wirklich nur der Kontrastunterschied zwischen den einzelnen Flächen, die dann diese Kontrastkante bilden. Der Radius wiederum ist stark abhängig von der Bildgröße, die Sie verwenden. Den sollten Sie so einstellen, dass Sie hier im Bild die Details sehen, die sie verstärken möchten. Also in diesem Fall ist das 50 Pixel. Wenn ich das ein bisschen kleiner setze, dann habe ich hier die Mikrodetails. Nehme ich es ein bisschen größer, betone ich damit eher die Form. Der Filter braucht immer ein bisschen. Gerade wenn Sie in 16-bit arbeiten, müssen Sie dem Filter etwas Bedenkzeit geben, weil der schnellste ist er nicht. Wir nehmen hier 50 Pixel für dieses Bild. Dann klicke ich auf OK und lasse das fertig rechnen. Gut, und jetzt würde ich gern die Füllmethode ändern, und zwar wieder in Lineares Licht, aber die steht ja schon in Lineares Licht. Ich möchte aber diese Ebene mit der darunter liegenden verrechnen lassen. Also werde ich zuerst diese beiden Ebenen zusammenfassen. Das war der einzige Grund, warum diese Ebene zweimal dupliziert werden musste, damit ich jetzt einfach hier Command+E drücken kann, um diese beiden Ebenen zu vereinigen. Den gleichen Befehl finden Sie auch hier: Ebene Mit darunter liegender Also Command+E. Und die Füllmethode ändere ich jetzt wieder auf Lineares Licht. Das ist die stärkste Variante von diesen hier. Sie können auch Ineinanderkopieren oder Weiches Licht benutzen. Ich nehme hier Lineares Licht, damit Sie direkt den Effekt sehen. Ohne weiteren Eingriff sieht das Ganze schonmal vorher so aus und nachher so. Das können Sie jetzt nochmal verstärken. Und wieder entweder mit der Korrektur Tiefen/Lichter, wo Sie alles auf 0 setzen, nur den Mittelton nach rechts ziehen. Jetzt schauen Sie mal, ist das nicht cool. Achten Sie mal auf diese Kanten, da sind keine Säume. Also wenn Sie eine Art HDR-Look möchten, ist das die Methode Ihrer Wahl. Wenn Sie etwas mehr Beeinflussung brauchen der einzelnen Komponenten hier, nehmen Sie nicht diesen Mitteltonregler, sondern machen das mit einer Gradationskurve. In Schnittmaske zu dieser grauen Ebene, und dann haben Sie hier die Möglichkeit, wieder den Mittelpunkt zu fixieren und hier den Kontrast verstärken. Hier sollten Sie natürlich auch den Modus Luminanz benutzen für die Kurve, damit die Farben nicht verstärkt werden. Sie könnten hier auch die hellen Bereiche von dieser Schärfung ausnehmen. Also hier sind die Möglichkeiten wirklich unbegrenzt. Wichtig ist, dass Sie hier nicht den Mittelpunkt verändern. Der sollte in der Mitte bleiben, weil sonst haben Sie eine Helligkeitsverschiebung. Das war jetzt ein theoretisches Beispiel. Schauen wir uns das Ganze an diesem Bild an. Ich würde gern die Strukturen deutlich sichtbarer machen. Also das gleiche Spiel, zweimal Command+J. Command+I, um die Ebene zu invertieren. Dann drücke ich die Taste 5, um 50 Prozent Deckkraft einzustellen. Und ich drücke Shift+Alt+J, um hier den Ebenenmodus auf Lineares Licht zu verändern. Dann rufe ich Weichzeichnungsfilter Wo ist er? Da ist er. Lasse das direkt bei 50 und 15 wiederum, klicke auf OK. Vereinige dann gleich diese beiden Ebenen mit Command+E und versetze diese Ebene wiederum in Lineares Licht. Also Shift+Alt+J. Das gibt jetzt noch nicht so viel her. Aber schauen Sie mal. Im Vorher-nachher-Vergleich sieht man hier schon deutlich mehr Strukturen. Jetzt werde ich den Kontrast noch erhöhen mit Tiefen/Lichter. Ziehe den Mittelton auf Anschlag nach rechts. Das ist schon ziemlich extrem, oder? Also können wir hier vielleicht zurückfahren auf Ineinanderkopieren. Das ist dann etwas subtiler. Aber wenn Sie es so surreal mögen, ist im Prinzip Lineares Licht der Modus Ihrer Wahl. Ich würde dann hier vielleicht etwas mit der Fläche oder der Deckkraft zurückgehen. Sagen wir mal so. Und vielleicht den Himmel von dieser Korrektur ausnehmen. Also gehe ich auf den Hintergrund, wähle dann Auswahl Farbbereich. Nehme hier den Himmel auf mit der Pipette und gehaltener Shift-Taste. Klicke auf OK, gehe hier rein und hänge eine Maske dran. Die Maske kehre ich um, weil jetzt der Himmel ausgewählt ist, mit Command+I, und dann habe ich hier mein Ergebnis. Also vorher, nachher, und das Ganze ist saumfrei. Also Sie sehen hier keine Helligkeitssäume. Das ist wirklich eine reine Verstärkung der Strukturen im Bild. Natürlich können Sie das jetzt auch kombinieren. Sie können jetzt hierüber nochmal eine Hochpassebene verwenden, um beispielsweise die Form hier noch mehr zu betonen und nicht nur die Strukturen. Also in dem Fall würde ich hier die Hintergrundebene nochmal duplizieren mit Command+J und diese dann im Modus Ineinanderkopieren verwenden, und auf diese Ebene beispielsweise den Hochpass-Filter anwenden. Dann nehme ich einen Radius, der hier diese Steine vor allem schön betont, klicke auf OK. Muss dann diese Ebene noch entsättigen, zum Beispiel über Bild Korrekturen, und dann, Shift+Command+U, also Sättigung verringern. Da geht das. Dann haben wir hier den Hochpassfilter. Den würde ich natürlich nur selektiv einmalen. Also hier eine Maske dranhängen. Sie können eine schwarze Maske hinzufügen, indem Sie die Alt-Taste halten und dann einmal auf das Maskensymbol klicken. Da kann ich mit einem weichen Pinsel und mit weißer Farbe mit einer geringen Deckkraft hier drübermalen und diese Strukturen dort verstärken, wo ich sie gern verstärkt hätte. Machen kann man mit dem Bild noch eine ganze Menge, zum Beispiel Fotofilter drüberlegen oder die Sättigung erhöhen und so weiter. Wir schauen an, wie das aussieht mit einer Erhöhung der Dynamik. Die Sättigung vielleicht auch noch hoch. Dann sieht das nämlich schön surrealistisch aus. Wenn mir das alles zu kräftig ist, packe ich einfach alles in eine Gruppe. Mit gehaltener Shift-Taste markiere ich das, drücke Command+G und senke dann die Deckkraft dieser Gruppe auf ein erträgliches Maß. Das wäre jetzt vorher, das wäre nachher. Und das Ganze passiert saumfrei und zusätzlich in den Formen verstärkt durch den Hochpassfilter. Am besten experimentieren Sie ein bisschen mit diese Methode. Die wirkt sich bei unterschiedlichen Motiven sehr unterschiedlich aus. Wenn Sie Personen benutzen, sollten Sie in der Regel die Gesichter ausmaskieren, weil das dann doch sehr kontrastreich wird. Und bei Landschaften und vor allen Dingen auch bei Architektur erreichen Sie damit eigentlich ganz schöne Effekte. Vor allem wenn Sie das noch in Schwarzweiß umwandeln, erhalten Sie eine interessante Konstellation, bei der Sie die Strukturen im Bild wunderbar herausarbeiten können.

Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Lernen Sie, wie Sie Schärfe und Details Ihrer Bilder mit Photoshop optimieren. Schärfen Sie vor der Bearbeitung oder gezielt für die Ausgabe, und heben Sie Details kreativ hervor.

4 Std. 6 min (30 Videos)
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