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LaTeX für Studierende und Wissenschaftler

Satzspiegel

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Der Satzspiegel beschreibt das Layout eines Dokuments. LaTeX berechnet das Layout aus einem bestehenden Dokument automatisch und verwendet hierbei für europäische Papierformate optimierte Klassen.

Transkript

Was ist der Satzspiegel? Der Satzspiegel ist das, was Sie sehen, wenn Sie ein Buch aufklappen und mit zusammengekniffenen Augen hinschauen. Das hier ist der Satzspiegel, das Layout. Sie sehen den Textblock beziehungsweise zwei Textblöcke, einen für die linke, einen für die rechte Seite. Sie sehen Kopfzeilen für die linke und für die rechte Seite. Sie sehen Fußzeilen, in diesem Fall nur mit den Seitenzahlen. Sie sehen, dass jeder Absatz ein Stück eingerückt ist, um anzuzeigen, dass es sich um einen neuen Absatz handelt. Auch wenn die vorige Zeile voll oder fast voll ist. Sie sehen die Durchschüsse zwischen den einzelnen Zeilen, also den Zeilenabstand. Sie sehen einige Auszeichnungen, zum Beispiel fette Auszeichnungen. Was übrigens ein Grund ist, warum Sie fette Auszeichnungen nicht zu viel und oft nehmen sollten, wenn Sie nicht tatsächlich wollen, dass es sehr, sehr stark heraustritt. Das ist der Satzspiegel, das Layout. Sauberes Layout ist ein Handwerk und ein bisschen Kunst. Die meisten von uns können zwar schreiben, aber von Layout verstehen die meisten von uns nicht viel. Und das macht auch gar nichts. Denn mit LaTeX haben Sie ein Programm, das das Layout für Sie übernimmt, das die Berechnung des guten Layouts für Sie übernimmt und Sie an der Hand nimmt und zu einem guten, schönen und gut lesbaren Dokument führt. Speziell die KOMA-Script-Klassen sind da eine große Erleichterung für die europäischen Papierformate. Denn sie verwenden das Konzept der Neunerteilung, das ich hier nun kurz einführen möchte. Neunerteilung heißt, ich teile die Seite horizontal und vertikal in neun Teile ein, wie hier im Diagramm zu sehen. Aus diesen neun Teilen wähle ich horizontal bei einseitigem Textsatz sieben Teile und vertikal sechs Teile aus, die ich mit Text bedrucke. Bei zweiseitigem Satz wähle ich jeweils sechs Teile aus. Nämlich: Einer bleibt oben frei, zwei bleiben unten frei. Einer bleibt links frei, zwei in der Mitte zwischen den zwei Textblöcken und zwei rechts. Dadurch ist erreicht, dass in der Mitte zwischen den zwei Textblöcken genauso viel Platz ist wie links und rechts. Genauso soll es nämlich sein. Am Ende der Seite sollte immer mehr Platz sein als am Beginn, als oben an der Seite. Das ist eine gute Neunerteilung. Und auch, wenn es für Sie vielleicht anfänglich so aussieht, als sei das zuviel Platz rund um den Textblock - das soll so sein und sorgt für einen angenehmen Grauwert und ein angenehmes Lesegefühl auf der Seite. LaTeX erlaubt Ihnen mit KOMA-Script nicht nur die Neunerteilung, sondern die Anzahl der Teile selbst festzulegen. Was dann dazu führt, dass entweder mehr oder weniger Teile der Seite eben mit Text gefüllt sind. Ein weiterer Parameter ist die sogenannte Bindekorrektur, die festlegt, wieviel Platz zwischen den zwei Seiten freibleiben soll. Wenn Sie ein Buch setzen, verlegen, drucken und schließlich dann binden, dann sorgt die Bindung dafür, dass Sie das Buch nicht ganz aufklappen können und ein bisschen von dem Papier für die Bindung aufgebraucht wird. Um das für die Satzspiegelberechnung zu korrigieren, gibt es die sogenannte Bindekorrektur. Wir schauen uns jetzt an, wie das Ganze in LaTeX funktioniert. Als Beispieldokument sehen Sie hier einen Artikel und damit ich nicht viel Text selber schreiben muss, hab' ich das Paket "blindtext" eingebunden und mit "Blinddocument" hier einfach für viel Text gesorgt. Schauen wir uns die verkleinerte Darstellung der Seite an und legen als erstes die Schriftgröße fest. Standardmäßig verwendet KOMA-Script 11 Punkte. Mit einer 11-Punkte-Schrift-Angabe hier oben ändert sich also nichts. Ich kann jetzt hier auch 12 Punkte angeben. Dann wird's eben ein bisschen größer und es ändert sich auch schon der Satzspiegel. Sie sehen, es wandert mehr an den Rand. Oder eben bei 10 Punkten haben wir etwas mehr Freiraum. Warum ist das so? Eine Zeile sollte immer ungefähr gleich viele Buchstaben enthalten, nämlich nicht mehr als ungefähr 70 Zeichen. Danach wird es für das Auge schwierig, die nächste Zeile wieder sauber zu finden. Deswegen berechnet KOMA-Script den Satzspiegel entsprechend der Schriftgröße. Wir bleiben bei 11 Punkten und ändern jetzt die Teilung. Standardmäßig wird eine Neunerteilung verwendet, angegeben mit "DIV9" als Parameter für die Dokumentklasse. Wir könnten jetzt auch durch 11 Teile teilen. Sie sehen, es wandert nach außen. Ganz extrem bei 13 bis 15 hoch, da haben Sie nicht mehr viel Platz. So sehen leider viele Arbeiten aus, die heutzutage geschrieben werden, um vielleicht Seiten zu sparen oder ich weiß es nicht. Tun Sie das nicht, machen Sie's bitte besser und bleiben Sie bei der Neunerteilung. Wenn überhaupt, dann vielleicht noch zur Elferteilung. In der Regel fahren Sie mit der Neunerteilung sehr gut. Eine Bindekorrektur, wenn also hier links etwas Platz verloren geht, vielleicht für die Lochung oder fürs tatsächliche Binden, dann geben Sie den Parameter "BCOR" an und dann entsprechend eine Angabe von Millimetern. Vielleicht sieben Millimeter. (Tippgeräusche) Sie sehen, der Textblock wandert nach innen und wird auch etwas kleiner, weil's ja proportional wieder kleiner werden muss. Vielleicht schreiben Sie ein Konferenzpapier, das zweispaltig gesetzt werden soll. Dann geben Sie hier einfach die Option mit an für zwei Spalten, die lautet "twocolumn". (Tippgeräusche) Gesetzt. Sie sehen: wird zweispaltig gesetzt. Wenn Sie explizit einspaltig setzen wollen, schreiben Sie hier einfach "onecolumn". Oft sind Sie nun aufgefordert, am Anfang eines einzelnen Absatzes nicht die Einrückung vorzunehmen, so wie es layoutmäßig gut und typografisch gute Praxis ist, weil Sie nämlich dann, auch wenn die vorige Zeile voll ist, immer gut erkennen können, wann ein neuer Absatz beginnt. Oftmals sind Sie nun aufgefordert, stattdessen immer vorne anzufangen, auch bei neuen Absätzen, und zwischen Absätzen einen Platz zu lassen. Ich halte das für schlechte Praxis und viele Typografen auch. Nichtsdestotrotz ist oft die Forderung da. Und so unterstützt Sie natürlich KOMA-Script auch bei dieser Aufgabe, indem Sie die Option "parskip" mitgeben. Was Sie nun sehen, ist, es wird eine Zeile Platz gelassen und ganz links angefangen. Ist Ihnen das zuviel, so gibt es auch die Option "halfparskip". Das Standardverhalten, das ich Ihnen sehr ans Herz legen möchte, ist "parindent". Schreiben Sie nicht nur ein Konferenzpapier, sondern vielleicht eben Ihre Masterarbeit (Tippgeräusche) mit "scrreport". Wir verkleinern etwas, damit Sie was sehen hier. Dann möchten Sie vielleicht laufende Kopf- und Fußzeilen haben. Darauf gehen wir später noch ein. Soviel sei jedoch hier schon gesagt: Sie geben an "pagestyle", (Tippgeräusche) "headings". Wir lassen uns das Ganze wieder ausgeben und sehen, es gibt jetzt hier oben eine Kopfzeile mit sogenanntem lebendem Kolumnentitel. Es wird jeweils die aktuelle Kapitelüberschrift hier angegeben. Wenn Sie Ihre Arbeit als Buch verlegen wollen, jedoch nicht die Buchklasse verwenden wollen, können Sie dennoch mit linken und rechten Seiten arbeiten, indem Sie die Option "twoside" angeben. (Tippgeräusche) Sie sehen, es gibt jetzt linke und rechte Seiten. Sie sehen das daran, dass der Textblock von links nach rechts springt und dass auch die Fußzeile, die Seitenzahlen, jeweils links und rechts angegeben werden. Die Seitenzahlen sollten immer außen stehen, damit Sie beim schnellen Durchblättern die Seitenzahlen schnell sehen können. Das gleiche Verhalten können Sie auch erreichen ohne dieses "twoside", indem Sie gleich die Buchklasse verwenden: "scrbook", (Tippgeräusche) die sich genauso verhält. Vielleicht möchten Sie auch ein anderes Papierformat verwenden. Speziell, wenn Sie ein Buch setzen, schreiben Sie vielleicht in DIN-A5 oder in B5. Wenn wir das nun einfach so hier setzen, sehen Sie, es ist zwar der Textblock kleiner geworden, aber die Papiergröße im PDF ist immer noch genauso groß. Um PDF LaTeX mitzuteilen, dass Sie auch die Papiergröße angepasst haben wollen, laden Sie bitte das Paket (Tippgeräusche) mit "usepackage" namens "geometry". (Tippgeräusche) Das "geometry"-Paket dient auch dazu, den Satzspiegel vollkommen frei anzupassen. Darauf werden wir hier jedoch jetzt nicht eingehen, sondern einfach die Wirkung von "geometry" so überprüfen. Sie sehen, die Seitengröße hat sich nun geändert und der Satzspiegel passt wieder gut auf die Seite. Möchten Sie die Lage von Kopfzeile beziehungsweise Fußzeile in den Satzspiegel mit einberechnen, geben Sie die "headinclude"-Parameter an und "footinclude" und passen hier noch auf, dass Ihnen die Autokorrektur nicht die Befehle auseinanderreißt. Um jetzt alle Berechnungen entsprechend noch mit einzubeziehen, brauchen Sie noch einen Befehl, und zwar den "typearea"-Befehl; "typearea" mit der Option "current", das heißt, mit den momentanen Einstellungen soll er nochmal berechnen, wie der Satzspiegel ausschauen soll. Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie die Schriftformen, die Schriftarten ändern. Also, mit "headinclude" und "footinclude" und das Ganze nochmal ohne "headinclude" und "footinclude". Wenn Sie vor dem Kapitel das Präfix "chapter" haben möchten, dann geben Sie "chapterprefix" an. Sie sehen den Unterschied: Kapitel eins. Wenn Sie das so haben möchten, können Sie einfach "chapterprefix" davor schreiben und dann bekommen Sie das entsprechende Verhalten. Sind Ihnen die Überschriften zu groß, wie sie so gesetzt werden, dann können Sie auch "normalheadings" angeben. Voreingestellt ist ein Befehl namens "bigheadings"; (Tippgeräusche) wenn Sie das kleiner haben möchten, geben Sie "normalheadings" an. (Tippgeräusche) Nun wird's ein bisschen kleiner oder, wenn's Ihnen immer noch zu groß ist, geben Sie "smallheadings" an. Auf diese Weise setzen Sie das Layout Ihres LaTeX-Dokuments.

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5 Std. 29 min (54 Videos)
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