Canon EOS 70D Grundkurs

Richtig belichten – was bedeutet das?

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Transkript

Sicher haben sie schon den Begriff, der richtigen Belichtung gehört oder vielleicht auch, das ist nicht richtig belichtet. Sowas ist schnell gesagt, aber was bedeutet das eigentlich? Die richtige Belichtung und vor allem die Frage, gibt es die überhaupt? Gibt es für jede Situation eine richtige Belichtung und ist es ihrem Wissen oder ihrer Kamera zu verdanken, dass die richtige Belichtung getroffen wird. Ist es ein Glückspiel oder hat es was mit Wissen oder Können zu tun? Ich möchte mit diesem Beitrag ein bisschen Klarheit und Vereinfachung dieser Frage für Sie herüberbringen. Die richtige Belichtung hat aus meiner Sicht zwei Aspekte. Einerseits einen technisch- handwerklichen Aspekt. Was braucht ein Bild, um technisch richtig belichtet zu sein? Und auf der anderen Seite gibt es natürlich einen emotionalen Aspekt, dass ich sage das Bild bringt das rüber, was ich da empfunden habe. Meine Empfindungen, die ich rüberbringen will und das muss nicht unbedingt das sein, was es technisch-handwerklich der Fall ist. Beispiel, Sie haben sicher schon Aufnahmen gesehen, die an einem Kamin aufgenommen wurden und die Bilder völlig gelbstichig, wenn sie es jetzt auf die Farben betragen, irgendwie auch zu dunkel in den dunklen Bildstellen, können sie überhaupt nichts erkennen und doch spricht das Bild Sie emotional an. Und wenn in diesem Motiv vielleicht irgendwo ein weißes Blatt gelegen hat, was jetzt gelb ist, würden Sie sagen na ja ich als Papierhersteller eines weißen Blattes Papier bin da nicht zufrieden, wenn mein Blatt gelb aussieht, aber emotional tolles Bild. Und so gibt es eben diese zwei Aspekte und wir schauen uns jetzt noch ein bisschen genauer an, woran liegt es, dass das eine Bild technisch richtig ist und was ist bei dem anderen vielleicht der Fall. Ich hab hier zwei Beispielbilder vorbereitet. Eine normale Aufnahmesituation bei Tageslicht fotografiert. Das Bild sieht gut aus und wenn wir uns das im Detail technisch angucken, dann zieh ich das Histogramm zu Rate. Und zwar, wenn Sie auf den Infoknopf drücken, mehrfach hintereinander gedrückt, taucht dann, je nachdem wie die Kamera eingestellt ist, erst dieses RGB Histogram auf und dann auch dieses Summenhistogramm. Sie wissen, dass ihre Digitalkamera die Bilder im RGB Modus aufzeichnet, das heißt, es wird ein Signal im Rotkanal aufgezeichnet, eines im Grünkanal und eines im Blaukanal. Und jeder dieser einzelnen Kanäle hat die Information, von der linken Seite kein Signal, ganz dunkel, bis auf der rechten Seite das volle Signal, ganz hell. Und wenn in allen drei Kanälen, dieses Spektrum von ganz dunkel bis ganz hell erfasst ist, dann haben Sie in der Summe, in ihrem Bild die Möglichkeit ganz, ganz dunkel darzustellen. Dann wird das auch dargestellt, nämlich ganz, ganz schwarz und auf der anderen Seite ganz ganz weiß. Soweit so gut. Und das können Sie im Histogramm eben genau auch anschauen. Wird dieses Spektrum von ganz dunkel bis ganz hell erreicht. In diesem Bild ist das der Fall. Wir haben in allen drei Kanälen, wenn auch sehr wenig hier auf der rechten Seite im Rot- und im Grünkanal ein Signal im Blaukanal ist es ein bisschen mehr und auf der linken Seite geht es auch bis an den Rand. Das sehen Sie dann in der Summe dieses Bildes. Beim nächsten Bild sehen Sie ist es ganz anders gelagert. Da sehen sie im Blaukanal das Signal bis nach rechts gehend, aber weder im Grün- noch Rotkanal geht das bis ganz zur Seite das Histogrammbild. Wenn wir uns jetzt das Bild in der Gänze anschauen, dann sehen wir, das ist kein Bild, was tatsächlich ein Weiß hat im Moment. Ich könnte natürlich aus rein handwerklicher Sicht sagen, ich muss die Kanäle aufspreizen, das kann man in jedem Bildbearbeitungsprogramm machen. Entweder mit einer automatischen Tonwertaufspreizung, Tonwertkorrektur oder Degradationskurve. Da gibt es beide Möglichkeiten. Wenn ich aber jetzt hier, in dieser Abendstimmung ein helles Weiß reinbringen würde, dann wäre das technisch gesehen zwar korrekt, aber inhaltlich überhaupt nicht angemessen. Es gibt beispielsweise auch Motive, wie Aufnahmen im Nebel. Da wollen Sie kein wirkliches Schwarz im Bild haben. Das heißt Sie dürfen immer überlegen, was möchte ich darstellen? Möchte ich Stimmung darstellen oder muss es eine gute Sachdarstellung sein? Noch abschließend ein Wort zum Histogramm. Sie nutzen das Histogramm sicherlich auch als fortgeschrittener Anwender für die Belichtungskontrolle. Wenn Sie auf das Histogramm schauen und das Histogramm stößt an einer Seite an, beispielsweise an der linken Seite und es stößt da nicht nur im unteren Bereich an, sondern richtig kräftig dann bedeutet das, dass Sie beide Teile des Bildes stark unterbelichtet haben. Und die sind ohne Zeichnung ohne Differenzierung. Wenn Sie möchten, dass da Differenzierung und Tonwertreichtum sichtbar ist und machbar auch in der Bildbearbeitung, dann sollten Sie reichlicher belichten, damit das Histogramm aus der linken Ecke herauswandert, ein bisschen nach rechts. Wenn das Histogramm auf der linken Seite nicht anstößt, dann haben Sie in allen dunklen Bildteilen Zeichnungen. Wenn das Histogramm auf der rechten Seite anstößt, dann fressen die Lichter aus. Das sagt man. Das heißt Sie haben Zeichnungsverluste in den hellen Bildteilen. Das heißt, da müssen Sie dann knapper belichten. Und idealerweise ist eine richtig belichtete Aufnahme dann so, dass das Histogramm weder auf der einen noch auf der anderen Seite anstößt. Dann haben Sie im Nachgang, in der Bildbearbeitung alle Möglichkeiten aus dem Bild das Optimum herauszuholen. Und dann hätten Sie auch die Möglichkeit, wenn Sie sagen: ,,Ich möchte, dass es vielleicht in den Lichtern das Bild ein bisschen ausfrisst". Das gibt die Stimmung, dann doch besser wieder. Dann könnten Sie es in der Bildbearbeitung nachträglich korrigieren. Dieser Weg ist möglich, aber wenn Sie schon eine Aufnahme haben, wo das Histogramm auf der einen Seite anstößt, dann können Sie in der Bildbearbeitung nachher das nicht mehr rückgängig machen. Darum sollten Sie darauf achten, dass ihre Bilder richtig belichtet sind. Mein Tipp ist, schauen Sie, dass das Histogramm weder auf der einen, noch auf der anderen Seite anstößt. Dann stehen Ihnen nachträglich noch alle Türen offen.

Canon EOS 70D Grundkurs

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Erscheinungsdatum:26.03.2014

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