Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Retusche

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Gute Retusche, sagt Ralf, beschränkt sich darauf, das Bild gerade so "rund" zu machen, wie es der Betrachter wahrgenommen hat. Wie Sie Hochzeitsbilder dezent, aber wirkungsvoll korrigieren, verrät dieser Film.

Transkript

Kommen wir nun zum Retuschieren der Bilder. Überhaupt das, was wir an den Bildern machen, also wir nehmen generell keine klinischen Operationen vor, d. h. also, wir machen keine Beine länger oder ziehen die Nasen gerade oder - wie jetzt in diesem Fall bei Richard - flicken Haare an; aber der Part ist halt einfach, dass, gerade wenn die Sonne sehr stark am Scheinen ist - wie das hier eben auch der Fall ist - dann ist natürlich der Bräutigam, da er ja in der Regel ungeschminkt ist, oder wir ihn meistens ungeschminkt erleben, schon mal schneller am Schwitzen und bekommt dann natürlich demzufolge einen Glanz. Aber das passiert genauso gut, wenn die Braut sehr nervös ist und auf einmal hektische Flecken auf dem Dekolleté auftauchen oder abends beim Tanzen die Leute am Schwitzen sind. Dann ist, wie gesagt, etwas da, was normalerweise dem Betrachter so gar nicht auffallen würde. Nehmen wir mal Bezug auf die Flecken auf dem Dekolleté. Diese sind nach der Heirat auch wieder verschwunden, sprich: Nach dem die Trauung um ist. Dann wird der Gast die gar nicht wahrnehmen und da die Brautpaare eben mit dem Rücken zur Gesellschaft sind, hat man selber das eben auch nicht gesehen. D. h., der einzige, der es überhaupt sehen konnte, war der Fotograf, der halt in der Höhe des Pfarrers oder des Geistlichen stand. Der konnte eben diese hektischen Flecken sehen. Und wie halt eben die Kameras sind, die sind superscharf und die sehen alles und wenn man etwas fotografiert, dann ist das sozusagen auch eingefroren für die Ewigkeit. Das sind Dinge, die wir retuschieren, also wieder korrigieren, die im Grunde genommen einfach nur das Bild für den Betrachter so rund machen, wie man es selber wahrgenommen hat. Und da - speziell gerade beim Tanzen, da finde ich es sehr prägnant - wenn ich jemanden abends fotografiere, der am Tanzen ist, der schwitzt, der hat aber Spaß bei der ganzen Sache und ich fotografiere ihn und er ist unglaublich am Glänzen, dann würde ich natürlich diesen Glanz da rausnehmen. Weil die Intention, die ich hatte, dieses Bild zu fotografieren war ja, dass er so einen Wahnsinnsspaß hatte beim Tanzen. Wenn das aber fotografiert worden ist, das Bild, und alle dann halt drauf gucken und sehen, "Boah, was ist der am Schwitzen!", dann steht in erster Linie eben: "Guck mal, der war am Schwitzen, wie verrückt. Der hatte aber auch Spaß." Ist die falsche  Reihenfolge. Ich will die Reihenfolge haben, wo die Leute darauf gucken und sagen: "Guck mal, was hatte der für einen Spaß beim Tanzen. Der war aber auch ganz schön am Schwitzen gewesen." Also eigentlich sozusagen wieder in das Bild meine Intention reinbringen, warum ich sozusagen dieses Bild fotografiert habe. Das sehen wir nicht als klinische Operation an, sondern einfach nur um etwas darzustellen; wie es sich sozusagen für den Betrachter auch am Tage der Feier dargestellt hat. Hier in diesem Fall, wie beim Richard gerade zu sehen: Wir hatten einen wunderschönen Tag, die Sonne schien und die Sonne knallte demzufolge auch auf das lichte Haar; also auf die Glatze kam sie drauf. Ich drücke einmal hier die Strg+1, um eine 100-Prozent-Ansicht in Photoshop zu bekommen, weil alle Retuschen, die Ihr vornehmt, solltet Ihr natürlich bei 100 Prozent machen. Das ist eine ganz dumme Sache sonst, wenn man nachher es in klein macht; dann sieht man vielleicht Übergänge oder dergleichen, das wollen wir natürlich vermeiden. Das heißt also, hier - wie man sieht - hier oben ist es hell und ist auch nicht ganz so schlimm; kennen wir tatsächlich auch noch schlimmer. Aber um zu erklären, wie wir in solchen Fällen ganz schnell reagieren können, das kann ich eben mal zeigen, das ist überhaupt gar kein Problem. Ich nehme mir eine neue Ebene hinzu, allein schon aus der Tatsache, dass ich ein bisschen flexibler bin. Ganz einfach gehe ich auf den Pinsel, den ich hier an der Seite auswähle. Mit der anderen Maustaste gucke ich mal gerade nach, was hier eingestellt ist - einmal kann ich die Größe, wie gesagt, variieren, wie groß will ich meinen Pinsel haben? Und auf der anderen Seite dann die Härte verstellen. Es gibt ja auch diese vorgefertigten Presets, die von 0, überhaupt nicht halt, also ein ganz weiches Auslaufen zur Seite, bis hin zur anderen Seite, 100 Prozent, wo es eine ganz scharfe Abgrenzung ist. Ich brauche ja einen leichten Verlauf, das ist also hier mal der Pinsel, ich gehe nochmal zur Kontrolle in das Bild rein. Hier geht es bei 75 Pixel stehen und Härte 0, das heißt also, er wird ganz weich zu den Seiten auslaufen. Das ist das, was ich benötige. Der Clou an der ganzen Sache, den ich halt eben anwende, ist, dass ich jetzt auch noch die Deckkraft verändere; weil die Deckkraft  ist im Grunde genommen etwas, da möchte ich schon nur wie ein Puder auch, was ich sozusagen auftupfe oder aufbringe -- das ist etwas, was die Hautstruktur durchlässt aber ansonsten nur leicht abdeckt. Genau das möchte ich auch machen. Ich möchte also im Grund genommen einfach nur etwas leicht abdecken, aber nicht komplett einfärben. Deswegen wäre mir jetzt hier eine Deckkraft von 100 viel zu hoch. Da gehe ich viel, viel kleiner rein. Da lasse ich hier mal 15 stehen oder die 18, wie in diesem Fall jetzt gerade. Da kommt es auf die ein oder andere kleine Zahl nicht an. Was ich jetzt benötige, ist die Pipette. Die versteckt sich hier. Das Coole an Photoshop aber ist, wenn ich hier reingehe und meinen Pinsel eigentlich habe, ich aber die Alt-Taste am Keyboard drücke, dann bekomme ich die Pipette ausgewählt. Die Pipette erlaubt es mir in angrenzenden Bereichen der Haut hier einmal einen Farbton aufzunehmen. Das mache ich jetzt hier auch; ch halte mal länger gedrückt. Jetzt nehme ich gerade mal eine andere Farbe, sonst sieht man es nicht so schön. Das heißt, er zeigt es mir unten  an, welche Farbe ich vorher hatte und zeigt mir oben innerhalb des grauen Kreises an, welche Farbe ich jetzt wähle. Das heißt also, ich habe jetzt einen annähernden Hautton, also einen Hautton, der aus diesem Bereich ist. Wenn ich auf die - hier oben, wo ich gerade war, da ist er ja ein bisschen rosa, der Bereich - wenn ich hier unten hingehen würde, wäre der natürlich ein bisschen kräftiger. Man sieht das aber auch nur ganz fein. Dass er sozusagen immer an der Stelle, wo ich hinklicke, er halt eben die Farbe direkt neu einlädt und zwar hier unten rein, in meine Vordergrundfarbe. Das heißt also, ich gehe jetzt mal hier gerade rein, ich nehme einfach einen Bereich, wo ich sage, "Ja, ich glaube, das würde vom Verlauf her so in diesen Bereich übergehen", also hätte ich entweder hier oder dort, kann ich die Farbe nehmen. Ich wähle also sozusagen eine Farbe, einfach aus dem Bereich, die hat er hier unten jetzt aufgenommen, und mit der pinsel ich jetzt hier einfach mal rein und ihr seht es halt eben schon - der Fleck ist weg. Das, was also vorher weiß war, da ist er weg. Wenn es mir jetzt noch immer  zu hell ist, dann klicke ich jetzt hier 2, 3 Mal rein und habe das weg. Wenn mir das zu stark ist, wenn ich immer noch das Gefühl habe, "Hm, das hätte ich gar nicht so haben wollen", dann habe ich natürlich nach wie vor die Möglichkeit, entweder das wegzuradieren, also es komplett aus der Ebene wieder herauszunehmen - oder aber, und deswegen arbeite ich hier mit einer zweiten Ebene, ich kann natürlich auch die Deckkraft in der Ebene dann verstellen. Und zwar dahingehend, dass ich einfach sage - na ja, 0 macht halt hier jetzt keinen Sinn. Ich erzähle immer und ziehe dabei den Regler. Und mit so einer kleinen Verzögerung habe ich hier natürlich immer das Problem, dass ich es noch nicht angezeigt bekomme, aber es schon sozusagen verstellt ist. So, dann gehe ich mal hier in der Deckkraft runter auf 60 - und ihr seht schon, immer im Kopf behalten, wir sind bei 100 Prozent, d. h. also, ihr seht, hier ist der Glanz raus. Der ist de facto raus, das ist völlig verändert. Ich mache mal einfach nur - was ich normalerweise nicht mache - ich mach hier einfach mal gerade ein Foto und das ist dann leichter, mit dem Vorher-Nachher zu  zeigen, hier hatten wir den Glanz, jetzt ist er raus. Ihr seht, es ist ist marginal gewesen, es ist wirklich nicht viel, aber es sieht nach wie vor völlig natürlich aus, als hätte ich eigentlich gar nichts daran gemacht - und trotzdem ist der Glanz weg. Eine ganz leichte, einfache Angelegenheit. So, und ich kann jetzt die Ebene hier einmal zusammenpacken, also sprich auf die darunterliegende reduzieren oder jetzt in diesem Fall wird es natürlich auch funktionieren, wenn ich sage, "Auf die Hintergrundebene reduzieren". Mache ich jetzt einfach mal und kann jetzt das Bild einfach abspeichern. Und so, wollte ich euch einfach mal zeigen, ist es ganz schnell gemacht. D. h. also wir gehen hier, wirklich dadurch, dass es sehr viele Bilder sind, gehen wir halt hier durch. Jetzt hatte der Richard hier noch die eine Stelle, ich schaue noch mal ganz schnell zur Jutta - ihr kennt das ja wahrscheinlich, man drückt die Space-Taste, dann bekommt man die Hand in Photoshop. Auch hier, vielleicht gehe ich da gerade noch mal rein, also zurück auf meinen Schnappschuss, und da habe ich hier meine Ebene wieder - und wie wir es eben gerade auch hatten: Ich nehme die Farbe auf, ich gehe mit meinem  Pinsel, der hier ein bisschen zu groß ist für diesen Bereich - werde ich ein bisschen kleiner; drücke hier 2, 3 mal rein, klicke hier so rein. Jetzt muss ich ein bisschen mehr machen, weil ich hatte ja auch schon die Ebenenkraft reduziert, aber Ihr seht auch schon: Das verschwindet hier und trotzdem wirkt es nicht unnatürlich. Ich habe sogar, obwohl in den Bereichen, wo wir hier die Haare haben, was immer so ein bisschen diffizil ist, habe da trotzdem das rausnehmen können. Wie Ihr seht, wie gesagt - einmal noch ein Bild gemacht hier, Vorher-Nachher - wir hatten vorher den Glanz, nachher fällt es tatsächlich super leicht, super weich aus. Es wirkt überhaupt nicht unnatürlich und schon habe ich hier den Glanz herausgenommen. Ist bei den beiden jetzt gar nicht so viel gewesen, aber letztendlich machen wir das bei allen Bildern; das heißt also, unabhängig davon. Ich gehe jetzt hier mal auf 50 Prozent, was ja im Grunde genommen schon wieder ein bisschen dem entsprechen würde, wenn ich jetzt einen 10x15-Abzug mache, die sind ja nicht bei 100 Prozent. Das heißt also, es sieht absolut natürlich aus, der Glanz ist raus. Wenn man das Gefühl hat, man will wieder mehr rein haben, wie gesagt: Die Ebenenkraft wieder ein bisschen hochziehen. Also eine sehr, sehr schnelle Angelegenheit. Ihr wisst: Bei uns geht es immer auf Zeit. Aber ich denke mir, ganz einfach zu verstehen; ganz simpel zu machen; keine große Angelegenheit. Sozusagen wirklich für jeden schnell zum Nachmachen und die Effekte sind um so viel schöner, wenn man Bilder sieht, wo die Leute nicht drauf glänzen; wenn man partout nur Bilder besitzt, die wirklich einfach in dem Moment gut belichtet aussehen; das ist ein Traum, das unterscheidet Euch dann nachher ganz stark von den Leuten, die einfach nur ein Bild knipsen und immer diesen Glanz drin haben.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

5 Std. 51 min (52 Videos)
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