Hochzeitsfotografie – Grundlagen

"Retro"-Filter

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Retro - so nennt Nicole diesen von ihr erstellten Filter, mit dem Sie kräftig in den Farben rührt, und auf diese Weise fast "antiken" Bild-Stil zaubert.

Transkript

Ich möchte jetzt mit euch zusammen einen Filter erstellen, einen mir sehr liebgewonnener Filter - ich nenne ihn einfach mal den Retrofilter - in dem ich schon sehr stark auf Farben und Farbwirkung eingehe und die sehr stark verändere. Ich nehme jetzt erst einmal ein unverfängliches Foto. Ich würde euch das auch empfehlen, daran zu spielen und nachher erst an Hauttöne und dergleichen zu gehen, wenn man mit so extremen Filtern arbeitet. Ich suche mir einfach mal das Bild hier aus, weil ich das schön finde. Bei diesem Foto ist es so, dass ich im ersten Moment natürlich die Vorarbeiten treiben würde. Das heißt, ist der Bildausschnitt perfekt wie er ist oder muss ich was verändern? Ich würde mein Schneidewerkzeug nehmen, würde darauf achten, dass ich im Bildformat bleibe. Wenn ich das Schloss aufmache, hier an der Seite, dann würde ich das Bildformat natürlich anders setzen können, hätte aber das Problem, dass ich nachher nicht 1:1 bei einem Fotoabzug auf den Standardformaten landen würde. In unserem Fall bleiben wir einfach mal in den Standardformaten und ich nehme einfach nur die drei  Fingerchen, die da oben etwas angeschnitten waren, raus. Diesen Teil Hand lasse ich drin, das stört mich nicht; ich glaube, da ist jedem klar, was es ist. Hier oben bei der Braut sah es einfach uncharmant aus. Ich gehe wieder aus diesem Tool heraus, mache für meine Bearbeitung das Bild daneben, damit ihr besser seht, was ich tue. Das ist in diesem Falle nicht ganz so wichtig. Bei Gesichtern wäre es sehr, sehr wichtig, aber es ist trotzdem schöner zu sehen, wo man gerade sich aufhält. Für meinen Retro-Look möchte ich die Farben natürlich sehr stark verändern. Ich starte im Normalfall von oben nach unten in meiner Liste durch. Das mag daran liegen, dass ich mit Lightroom relativ viel arbeite und ungefähr schon im Kopf habe, wo ich hin möchte. Wenn ihr euch kreuz und quer da einpendelt, ist das nicht weiter schlimm. Ich starte mit der Temperatur und muss in der Temperatur - will in der Temperatur - viel wärmer werden als das, was ich bin und gehe erst einmal ein bisschen hoch. Wir können - und wir wissen das alle - in Lightroom jederzeit wieder an die Regler, können ein bisschen nachjustieren, das Ganze ein bisschen verändern. Da sind wir relativ frei im Arbeiten. Dadurch, dass ich die Wärme nachgezogen habe,  möchte ich das Grün ein bisschen stärker-- also diese Tönung sozusagen ein bisschen mehr in dieses grünliche reintauche und ziehe das also runter. In der Belichtung möchte ich heller werden, weil ich den mittleren Teil nachher brauche, wenn ich meine Pigmentierungssätze hochnehme, also sozusagen obwohl ich schon überbelichtet fotografiert habe, noch ein bisschen rein. Der Kontrast, dadurch dass ich auf jeden Fall hier eine sehr starkte Verfremdung haben möchte, ziehe ich sehr hoch, dass ich nach und nach jetzt hier oben die Zeichnung in meiner Hose verlieren werde. Stört mich persönlich gar nicht, da diese Filter auch einfach eine ganz andere Intention birgt. Die Lichter, da nehme ich mir ein bisschen mit dazu, dass dadurch, dass ich jetzt in Belichtung hochgegangen bin, hier nicht alles ausbricht, das möchte ich hier drin behalten. Die Tiefen möchte ich natürlich auch intensiv haben. Wie gerade schon erwähnt, ich verliere die Zeichnung in der Hose. Das ist mir aber, wie gesagt, gänzlich egal. Ganz im Gegenteil, ich finde es sogar sehr schön, da ich dadurch das Auge gleich sehr viel Stärker zentriere. Danach gehe ich an meinen Weiß, da werde ich nachher mit Sicherheit noch ein bisschen nachregeln. Das ist sozusagen immer mein Feintuning, ob ich dann alles so habe, wie ich es gerne haben möchte oder ob ich es drin habe. Da gehe ich jetzt erst einmal ein bisschen hin, nehme ich das ganze ein bisschen rein. Da muss ich nachher noch mal gucken, ob ich noch ein bisschen nachziehe oder es ein bisschen rausnehme - ihr seht, wenn ich es einmal in die ganz andere Richtung ziehe, was passiert. Das heißt, die ganzen weißen Teile in meinem Bild werden sehr hell bzw. werden nachgeschoben. Und von daher ist das so meine kleine Feinjustierung für dieses Bild oder für diesen Filter. Schwarz soll natürlich sehr intensiv sein, d.h. auch da gehe ich ziemlich massiv rein. Ihr müsst selber sehen, ob ihr das machen möchtet oder nicht. Ihr habt diesen Filter nachher mit im Bonusmaterial, sodass ihr einfach anhand des Filters euch in eure Richtung schieben könnt, wo immer ihr hinmöchtet. Bei der Klarheit ist es ähnlich wie bei den anderen Kontrasten, ich möchte die Klarheit schon sehr stark dort noch dazunehmen. Wir haben durch Lightroom 4 die Möglichkeit, mit der Klarheit wirklich ganz hart ranzugehen. Ich zieh es mal kurz auf 100 hoch, damit ihr das seht. Wir bekommen keine weißen Kanten mehr um die Sachen herum, wie wir das früher bei der Klarheit bekommen haben. Wir hatten sonst immer kleine weiße Blitzer. Also, das ist ganz super toll geworden in 4, also da bin ich sehr dankbar drum, weil ich sehr gerne in diesen Extremen arbeite. Wer das auch tut, der wird das ebenfalls zu schätzen wissen und für alle anderen ist es vielleicht einfach mal wert, es zu testen, wo man da hinkommt. Die Dynamik möchte ich auch noch ein bisschen aufreißen, auch hier werde ich nachher gucken, ob mir das dann vielleicht zu viel oder zu wenig ist - da muss ich einfach sehen, wo ich dann lande. Ich arbeite mir meine Farbwelten, die ich haben möchte, über die Teiltonung zusammen. Hier suche ich mir einfach einen Farbton, den ich ganz schön finde, gehe über die Sättigung bei den Lichtern - ich ziehe auch diese mal ganz hoch, damit ihr seht, wo sich die Farbe jetzt ansetzt, die ich wähle - und gehe natürlich wieder runter, so stark möchte ich sie dann doch nicht drinne haben. Suche mir mein Plätzchen, wo ich meine, dass mir das ganz gut gefällt, gehe auf die Schatten und wähle auch in den Schatten einfach ein -- da möchte ich in dieses lila rein, ich hatte ja gesagt, ich möchte da so ein bisschen diesen Retrolook da reinbringen. Da möchte ich hier hinten, glaube ich, bei diesem Lila-Bereich sein, ich ziehe euch die Sättigung rein... Bei mir passiert vieles im Kopf, ihr merkt das gerade schon, das tut mir Leid, ich muss das anders herum machen. Also erst die Sättigung rein, damit ihr seht, was ich mache - so. Ich ziehe das hier hinten einfach mal schön hoch. Die Farben mischen sich natürlich wunderbar und hier bin ich eigentlich schon in einem Farbbereich, der mir persönlich ganz gut gefällt. Jetzt kann ich höchstens noch überlegen, ob ich  jetzt die Farbenmischung noch ein bisschen verändere. Jetzt fehlt mir natürlich die Vignettierung, wenn ich mit so harten Dingen arbeite - die Luminanz können wir uns noch anschauen, ich mache jetzt erst einmal die Vignettierung. Genau, ich gehe als "Vignette nach Freistellen", da ich ja schon beschnitten habe und eventuell noch einmal beschneiden würde, möchte ich, dass die Vignettierung drinbleibt. Ich gehe zu "Farbrioritäten", da ich möchte, dass er die Vignettierung auf die Farbwelten anwendet. Ich habe hier auch die Möglichkeit, ich denke, jeder von Euch hat das schon mal gesehen, über "Farbprioritäten" zu gehen. Es ist dann viel weicher. Das macht Sinn, wenn man eine Vignettierung setzen möchte, die nur ganz eben auf das Bild eingeht; als wäre sie sozusagen mit reingekommen beim Fotografieren. Es gibt Überlagerung, da bin ich jetzt bei diesem Filter völlig fehl am Platze, weil ich einfach die Farben überlagere. Das macht hier natürlich keinen Sinn, weil ich fast auf zwei reduziert habe durch meine -- ich wandere noch mal hoch [Kichern]; durch meine Lichter und Schatten, die ich einfach sehr prägnant über das Bild drüber gelagert habe. Ich gehe wieder runter zu meiner Vignettierung und gehe bitte wieder dahin, wo ich sie einsetzen möchte, in der Lichterpriorität. Damit sitzt meine Vignettierung für mich sehr schön; ich mag das, ich finde das gut, dass sie so hart ist wie sie ist. Eventuell ziehe ich sie sogar noch ein bisschen stärker. Das kann ich aber, wie gesagt, jederzeit ändern. Jetzt gehe ich einmal in die 100-Prozent-Ansicht. Das kann ich entweder mit dem Klick auf die Leertaste machen oder aber mit dem Klick der Hand ins Bild oder wieder raus. Das Ganze habt Ihr hier oben, auch das sind, denke ich, Dinge, die Ihr alle kennt. Ich erwähne es nur noch einmal am Rande, weil ich denke, manchmal ist es ganz gut, das zu wissen. So, dann habe ich gesagt, ich wollte die Luminanz noch anschauen. Bei diesem Bild - jetzt muss ich tatsächlich suchen - ist das Meckern auf sehr hohem Niveau. Hier ist ein bisschen Luminanzrauschen drin. Die Farbe nehme ich heraus, vielleicht kann ich dann mehr Rauschen zeigen, auch nicht wirklich. Dadurch, dass ich sehr, sehr harte Kontraste gezogen habe, schwarz nachgezogen habe und dergleichen - hier seht ihr, das ist im Original eigentlich nicht drin - habe ich hier ein leichtes Farbrauschen drin. Das kann ich in Lightroom 4 mit einem Klick hier darauf wunderbar herausnehmen. Jetzt habe ich nur noch ein normales Luminanzrauschen drin. Wenn mich das stört, dann klicke ich einfach hier herein oder ziehe den Regler an eine Stelle, wo das dann aufhört und mir das Erscheinungsbild gefällt. Wie gesagt, für mich wäre es in diesem Bild sogar nicht nur erlaubt, sondern fast gewünscht, dass ein gewisses Rauschen drin ist. Also gehe ich wieder ein kleines Stück zurück. In dem Moment, wo ich diesen Filter später auf Gesichter anwende, würde ich natürlich da ein bisschen feiner darauf achten. So, der Filter gefällt mir wunderbar . Für mich wäre das ein Bild, das würde ich gern so an mein Brautpaar weitergeben. Da er mir gefällt, geh ich jetzt hin und sage, ich speicher mir diesen Filter. Ihr habt an der linken Seite -- bei mir ist das jetzt sehr klein, deswegen muss ich gucken -- hier unter Vorgaben sind eure ganzen Ordner, in denen ihr euch Filter abspeichert. Ihr seht, ich habe schon eine ganze Menge hier drin. Ich werde einfach mal einen neuen Ordner ansetzen, indem ich einfach mitten rein klicke, rechte Maustaste, auf "Neuer Ordner" klicke, den Ordner benenne. Ich nenne das jetzt einfach mal "Schulung", damit wir ihn wiederfinden, erstelle diesen Ordner und schon erscheint er ganz normal in dieser Liste unter "S" wie Schulung. Da ist er. Jetzt muss sich hier wieder ganz nach oben und gehe auf das "+" um meinen Filter abzuspeichern. Ich gebe meinem Filter einen Namen, in diesem Fall "Retrorot", damit ich ihn jederzeit wiederfinde. Ich achte darauf, dass der richtige Ordner gewählt ist. Das hat diesmal schon geklappt, dass ich nämlich auf Schulung bin, weil den habe ich mir angelegt, da möchte ich rein. Ich möchte, dass er alles, was ich eingestellt habe, übernimmt. Das Verlaufsfilterwerkzeug, das spare ich aus, weil das für mich ein sehr punktuell gesetztes Werkzeug ist. Hätte ich es angewandt, würde ich es auf keinen Fall im Filter drin haben wollen. Alles andere soll bleiben wie es ist. Ich sage "Erstellen" und schon taucht der Filter unter Schulung in meinem Ordner auf. Somit konnte ich euch, denke ichin kurzer Zeit, ich glaube wir haben nicht mehr als fünf oder sechs Minuten gebraucht, einen Filter zeigen, den man sehr schnell erstellen kann, auf viele andere Bilder vielleicht anwenden kann und damit einfach so seinen Spaß durch die Bilder finden kann.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

5 Std. 51 min (52 Videos)
Tolles Training!
Alexander F.
Danke für die vielen Tipps. Hat Spaß gemacht, euch bei der Arbeit zuzusehen.
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!