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Recht am eigenen Bild

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Das Recht am eigenen Bild besagt, dass Aufnahmen von Personen nur mit deren Zustimmung erlaubt sind. Allerdings gibt es von diesem Grundsatz verschiedene Ausnahmen. Außerdem gelten für Fotos von minderjährigen oder prominenten Personen eigene Voraussetzungen.

Transkript

Ein Blog ohne Fotos ist kaum vorstellbar. Dabei ist jedoch einiges zu beachten, sofern auf den Fotos Menschen erkennbar abgebildet werden. Denn jeder Mensch hat das Recht am eigenen Bild. Das bedeutet, dass bereits vor Anfertigung der Aufnahme die Einwilligung der betreffenden Person eingeholt werden muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Foto- oder Videoaufnahmen handelt. Es macht auch keinen Unterschied, ob die Aufnahme für private oder für gewerbliche Zwecke gedacht sind, ob sie veröffentlicht werden oder nicht. Doch wann ist eine Person erkennbar abgebildet? Eine erkennbare Abbildung liegt dann vor, wenn die Person grundsätzlich identifizierbar ist. Also jedenfalls dann, wenn sie direkt in die Kamera schaut. Die Erkennbarkeit kann aber auch aus anderen Gründen gegeben sein, zum Beispiel aus dem Kontext, anderen mit abgebildeten Personen, dem Ort, Datum und/oder Uhrzeit, der Bildunterschrift oder sonstigen Umständen, wie zum Beispiel einer Tätowierung. Gäbe es keine Ausnahmen vom Einwilligungsgrundsatz, dann wäre der Alltag für Fotografen, Kameraleute und so weiter wohl extrem schwierig zu bewältigen. Bei diesen Ausnahmen handelt es sich um die folgenden: Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte, zum Beispiel ein Foto eines amtierenden Politikers bei seiner Rede, Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen, zum Beispiel Fotos von Touristen vor dem Kölner Dom, Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben, zum Beispiel also Fotos von Teilnehmern, beziehungsweise Fans bei Sportveranstaltungen. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient, zum Beispiel im Rahmen einer Kunstausstellung. Da das Vorliegen dieser Ausnahmesituationen unter Umständen nicht in jedem konkreten Einzelfall eindeutig bewertet werden kann, sollte im Zweifel die Einwilligung eingeholt werden. Ideal sind natürlich schriftliche Erklärungen, eine mündlich erteilte ist aber prinzipiell auch ausreichend. Bei Promi-Fotos gilt ebenfalls eine Einschränkung des Einwilligungsgrundsatzes. Personen des öffentlichen Lebens müssen, auch ohne Ihre Zustimmung, Aufnahmen erdulden, wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegen, denn ihre Rechtsposition wird durch das berechtigte Informationsinteresse der Allgemeinheit eingeschränkt. Anhand eines 3-Stufen-Modells kann man abschätzen, ob und wann man prominente Persönlichkeiten auch ohne Zustimmung ablichten darf. Absolute Personen der Zeitgeschichte, zum Beispiel Franz Beckenbauer, Angela Merkel oder Helene Fischer, deren Ablichtung in der Öffentlichkeit ist zulässig, nur die Privat- beziehungsweise Intimsphäre ist geschützt. Relative Personen der Zeitgeschichte, zum Beispiel Olympiateilnehmer, Überlebende einer Katastrophe etc. Es sind nur Aufnahmen im Zusammenhang mit dem Ereignis zulässig, durch das sie bekannt geworden sind. Und letztlich Menschen wie du und ich, es gilt der normale Einwilligungsgrundsatz und dessen Ausnahmen. Diese Einteilung dient lediglich als Orientierungshilfe. Faustregel: Je höher der Bekanntheitsgrad einer Person, desto eher sind Fotos ohne Zustimmung erlaubt. Besondere Spielregeln gelten auch bei Aufnahmen von minderjährigen Personen, denn der Jugendschutz ist als hohes Gut an zahlreichen Stellen im Gesetz verankert. Es ist in diesen Fällen zunächst zwischen der Anfertigung und der späteren Verwendung der Aufnahme zu unterscheiden. Minderjährige können selbst ihre Zustimmung zur Anfertigung von Aufnahmen erteilen, denn hierbei handelt es sich nicht um Rechtsgeschäfte, sondern um tatsächliche Vorgänge. Hinsichtlich der Frage, wer in die Verwendung der Fotos einwilligen kann, also der Minderjährige oder seine Erziehungsberechtigten, ist wie folgt zu unterscheiden: Bis 14 Jahre, hier müssen zwingend die Erziehungsberechtigten entscheiden. Zwischen 14 und 18 Jahren, hier muss auf die individuelle Einsichtsfähigkeit abgestellt werden, so dass generell auch der Minderjährige selbst entscheiden kann. Älter als 18 Jahre, die betreffende Person kann selbst entscheiden. Auch diese Unterteilung ist nicht in Stein gemeißelt, sie dient ebenfalls als Orientierungshilfe. Im Zweifel sollte bei Personen im Alter zwischen 14 und 18 die Zustimmung der Erziehungsberechtigten eingeholt werden. Bei Personen unter 14 ist dies ohnehin Pflicht. Das Alter 14 ist nicht festgeschrieben, auch hier muss auf den konkreten Einzelfall abgestellt werden.

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Erscheinungsdatum:22.02.2017

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