Porträt- und Beautyretusche

Raw im Überblick

Testen Sie unsere 1983 Kurse

10 Tage kostenlos!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Die exakten Raw-Entwicklungseinstellungen variieren für jedes Bild. Calvin Hollywood erzählt hier ein wenig aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz, was für mehr "Raw-Verständnis" sorgt. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf den Grundeinstellungen.

Transkript

Ich habe jetzt mal eine Aufnahme im Camera Raw geöffnet und möchte in diesem Film ein paar meiner Erfahrungen vermitteln. Es geht hier weniger darum, mit welchen Einstellungen man die Bilder genau entwickelt, das variiert bei jedem Bild. Mir geht es wirklich im Schwerpunkt darum, wie ich denke, wie ich ticke, und ich denke, das kann für viele hilfreich sein. Und ich werde mich auch nur mit den Grundeinstellungen beschäftigten. Mit einer kleinen Ausnahme im Bereich Schärfen, aber wir konzentrieren uns auf diesen Bereich. Warum? Weil die meisten hier ihre Grundeinstellungen treffen in der RAW-Konvertierung und alle anderen Dinge, wie Farbkorrekturen, Retusche, dann eigentlich in Photoshop durchführen. Das, was ich jetzt vermittle, kann auch ganz einfach mit Lightroom nachvollzogen werden, da es sich wirklich in erster Linie um Prinzipien handelt. Ich werde jetzt zu jedem dieser Regler ein paar Worte verlieren und erklären, wann ich welchen Regler anfasse und was ich mir dabei denke. Und da beginne ich jetzt einfach mal mit dem "Weißabgleich". Hier oben kann man die "Farbtemperatur" beziehungsweise den "Farbton" einstellen und wenn ich mir dieses Bild jetzt mal anschaue, würde ich jetzt einen etwas wärmeren Weißabgleich wünschen oder den kann ich mir vorstellen. Und warum ist das so? Wenn ich mir die Dame anschaue, dann sehe ich einen etwas südländischeren Typ, ich sehe braune Haare, ich sehe braune Augen, auch eine etwas braunere Haut und aus diesem Grund gehe ich definitiv nicht in den kühlen Bereich. Was nicht bedeutet, dass es nicht passen könnte. Man könnte es ja auch so auslegen, dass es sich hier um eine düstere Aufnahme bei Nacht handelt. Aus dem Grund kann man vielleicht auch in diesen Bereich gehen. Wie bei allen Tätigkeiten handelt es sich hier natürlich auch um Geschmack. Ich würde jetzt definitiv etwas mehr in die Wärme gehen. Das ist eher der Farbton, der mir gefällt. Hier gehe ich mal etwas zurück. Schauen wir uns mal einen Vorher-Nachher-Vergleich an. Vorher, nachher. Man sieht es in der Haut, es ist wirklich nur sehr, sehr dezent, aber in dem Fall völlig ausreichend. Und so führe ich meine Weißabgleichung durch, das heißt, ich gehe hier sehr viel nach Geschmack. Ich versuche keine finale Farbgebung zu erzielen, sondern überlege mir einfach im Bild was könnte dem Bild guttun, und verpasse dann eine Grundfarbigkeit. Ich bin auch keiner, der misst oder die Farben neutral bearbeitet. Ich finde, jedes Bild verdient eine gewisse Grundstimmung. Gehen wir weiter zur "Belichtung". Bei der Belichtung ist es so, dass ich hier sehr fotografisch denke. Das heißt in meinem Kopf findet eigentlich Folgendes statt: Calvin, hast du korrekt belichtet, ja oder nein? Und in dem Fall, wenn ich mir das Gesicht jetzt mal anschaue, könnte ich vielleicht fast noch ein bisschen abdunkeln, damit es hier mit der Haut wirklich perfekt ist. Was den "Kontrast" angeht, auch hier habe ich ein Prinzip, das ich verfolge: Kontrast hinzufügen, geht später eigentlich relativ einfach. Aber in Photoshop den Kontrast rausnehmen, das ist manchmal etwas schwieriger. Aus diesem Grund werde ich im RAW jetzt hier vielleicht eher ein bisschen den Kontrast rausnehmen und hinzufügen kann ich ihn später immer noch. Nicht, dass es dieses Bild benötigt, aber einfach, um das Prinzip zu vermitteln: Lieber etwas weniger Kontrast und hinzufügen können wir später immer noch. Wir haben dann noch die Möglichkeit, die "Lichter" und die "Tiefen" sowie die Weiß- und Schwarzwerte separat zu bearbeiten. Den "Weiß"- und den "Schwarz"-Regler fasse ich eigentlich relativ selten an, aber der "Lichter"- und der "Tiefen"-Regler ist nochmal ganz interessant. In älteren Versionen ist das mit "Aufhelllicht" betitelt, zum Beispiel dieser "Tiefen"-Regler. Und gerade bei dieser Aufnahme oder bei Aufnahmen, wo auch sehr viel Kleidung zu sehen ist, macht dieser "Tiefen"-Regler sehr viel Sinn, denn mit dem kann ich dann noch mehr Details ins Bild bringen. Achtet mal auf das Bild, wenn ich hier völlig übertreibe. Man sieht, dass man auf einmal mehr Haare hier zur Geltung bringen kann. Ich würde nicht so sehr übertreiben, ich würde ihn jetzt hier mal ganz dezent einbringen. Und das ist auch einer meiner Lieblingsregler in Camera Raw. "Aufhelllicht" in älteren Versionen beziehungsweise "Tiefen" hier in der aktuellsten Photoshop-Version. Und den, empfehle ich, definitiv mal anzufassen, etwas zu experimentieren, was sich im Bild tut. Und gerade seit der Photoshop-Version CS6 ist dieser Regler wirklich sehr, sehr hilfreich. Gehen wir weiter in den Bereich "Klarheit" und "Dynamik". Und hier auch ein paar Worte dazu, der "Klarheit"-Regler ist eigentlich ganz gut, bei Beauty-Aufnahmen würde ich ihn allerdings nicht anfassen. Und nein, ich würde ihn auch nicht in diese Richtung betätigen, wo alles etwas weicher wird. Ich fasse ihn generell nicht an. Bei Charakterportraits, da kann man durchaus mal in den Bereich gehen, gerade dann, wenn man etwas reifere, männliche Modelle hat, dann macht das schonmal Sinn. Aber in dem Fall, definitiv nein, also mit einem Doppelklick auf diesen Anfasser kann ich das wieder auf Null zurücksetzen. Was die Farbe angeht, haben wir einen "Dynamik"-Regler und einen "Sättigungs"-Regler. Mit dem "Dynamik"-Regler kann ich im Bild weniger gesättigte Farben etwas mehr sättigen. Während der "Sättigungs"-Regler alle Farben im Bild gleich stark sättigt. Oft entsättige ich die Aufnahme generell. Habe ich ein sehr farbenfrohes Bild und sehe, dass zum Beispiel die Blau- oder die Grüntöne weniger stark gesättigt sind, dann fasse ich eher den "Dynamik"-Regler an. Soviel zu den Grundeinstellungen und jetzt machen wir noch eine kleine Aufnahme und gehen noch zwei Dialoge weiter zu den "Details". Man kann natürlich in Camera Raw noch viel mehr durchführen, in den meisten Fällen belasse ich es aber wirklich bei den Grundeinstellungen und versuche so viel wie möglich in Photoshop mit Einstellungsebenen durchzuführen. Eine Sache noch, das ist die "Schärfe", die "Details". Ich finde, dass jedes Bild eine gewisse Grundschärfe verdient und dazu werde ich jetzt einfach ein bisschen näher heranzoomen auf mindestens 100 Prozent, um das auch beurteilen zu können. Und hier kann man sich wahrscheinlich auch einen Wert notieren. Ich bin ja kein Fan davon, hier Einstellungen vorzugeben, da diese bei jedem Bild unterschiedlich sind, doch in dem Fall ist das jetzt eine Einstellung, die sich bei fast allen meinen Bildern wiederholt. Ich wähle einen Radius von "0,6", das sorgt für eine sehr feine Schärfe, und den Betrag setze ich meistens auf "16". Ich fotografiere mit einer Canon EOS 5D Mark II, die bewegt sich bei um die 20 Millionen Pixel und da ist ein Wert von 60 bis 70 eigentlich ganz passend. Ich suche hier definitiv keine finale Schärfe, sondern nur eine Grundschärfe. Denn ein RAW ist nicht geschärft und ich finde, wenn man an eine gute Grundschärfe kommt, dann definitiv noch in RAW und nicht später in Photoshop, wenn schon jede Menge Filter und Einstellungsebenen darüberliegen. Und daher: schärfen in RAW. Und das waren jetzt einfach mal so ein paar Prinzipien, Gedanken zur RAW-Konvertierung. Mir war es wichtig, dass die hier in diesem Training definitiv Platz finden. Am Ende bleibt mir nur noch zu sagen, dass ihr selbst nach eurem Geschmack urteilen sollt. Ihr kennt jetzt meine Prinzipien, vergleicht sie mit euren, ergänzt sie, kombiniert sie, wie auch immer. Aber bleibt eurem eigenen Geschmack, eurem eigenen Stil, definitiv treu.

Porträt- und Beautyretusche

Profitieren Sie von Calvin Hollywoods langjähriger Erfahrung als Fotograf und lassen Sie sich detailliert die State-of-the-Art-Techniken zur Porträt- und Beautyretusche erklären.

6 Std. 20 min (66 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!