Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Raw-Fotografie

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Das Raw-Format umfasst die reinen Daten, die der Kamera-Chip aufzeichnet - speicherplatzfressend, aber auch am umfangreichsten, was das bestmögliche Ausgangsmaterial für die spätere Bildbearbeitung darstellt.

Transkript

Bildqualität – das ist so ein Thema, da werden wir immer wieder darauf angesprochen, von wegen: Wie fotografiert ihr, wie nehmt ihr auf? Wir fotografieren generell im Raw-Format. Das ist also das Roh-Format der Daten, die diese Kamera halt eben kann. Mit unterschiedlicher Benennung – also, Nikon verwendet hinten das NEF-Format, Canon hat das CR2-Format. Verschiedenste Kameras, verschiedenste Dateiformate. Das Raw-Format ist das Format, was am meisten Platz auf der Karte schluckt. Also, die Daten sind am größten, haben aber für uns natürlich den Vorteil, dass sie auch die gesamten Informationen des Bildes speichern. Bleiben wir mal bei so einem schönen Beispiel, wo wir jemanden fotografieren und wir nehmen das Gesicht in sehr groß auf, aber wir belichten zu sehr über. Das heißt also, es werden gerade an den Stellen – vielleicht bei mir ein bisschen zu sehen, wenn ich den Hut heben würde, mache ich jetzt nicht –,  gerade an der Stirn sind dann vielleicht weiße Flecken zu sehen, richtig weiße Flecken zu sehen. Im Raw wäre es so, dass weiterhin die Hautstruktur da wäre. Sie wird zwar weiß dargestellt, weil ich als Fotograf ja wollte, dass sie als weiß dargestellt werden soll. Die Kamera entscheidet ja nicht darüber, wie ich das entscheide, sondern die Kamera bildet es nur ab. Das heißt, die Kamera weiß, da ist eigentlich eine Hautstruktur drunter, der hat also eine bräunliche Haut, aber die ist momentan weiß. Im Raw wird das dann einfach nur weiß dargestellt. Ist ein ganz entscheidender Unterschied, weil wenn ich umschalte, z.B. die Kamera in einen schwarz-weiß Modus, dann fotografiert die Kamera nicht, wie wir es herkömmlich wissen, in schwarz-weiß, ganz im Gegenteil, sie fotografiert weiterhin in Farbe, sie zeigt es uns nur in schwarz-weiß an. Ich habe also später am Rechner die Möglichkeit, einfach zu sagen "Nee, das will ich-- Das Bild möchte ich gar nicht in schwarz-weiß haben, ich stelle es um und ich habe wieder ein Farbbild. Das heißt also, eigentlich gaukelt mir die Kamera etwas vor, weil ich es gerade so haben möchte, ich möchte es halt eben anders sehen. Und das ist bei diesem Raw-Format momentan nichts anderes. Und der große Vorteil ist letztendlich, dass sie eben diese anderen Informationen auch hat. Das heißt also, ich habe später zwar die größere Datei, aber auf jeden Fall die Möglichkeit, wenn ich sage, "Mensch das an der Stirn mit dem Weiß, das ist nicht so toll, das möchte ich doch eigentlich lieber wieder in der Hautfarbe haben", dann habe ich die Möglichkeit, diese Hautfarbe auch wieder zurückzuholen. Also im Raw-Format haben wir tatsächlich die Möglichkeit über zwei Blenden, zwei Blenden überbelichten, zwei Blenden unterbelichten - diese Dynamik-Range, die haben wir, um das Bild sozusagen wieder zu verändern. Ein ganz wesentlicher Unterschied nämlich zum JPEG-Format. Und ich schalte einmal um, also, wir haben hier, das nennt sich auch an der Kamera "Schön-Qualität". Ich schalte einmal um und gehe jetzt hier auf ein JPEG-Format, jetzt in diesem Fall "JPEG fein". Also, auch die Kamera weiß noch zu unterscheiden. Es gibt also noch kleinere, es gibt diese feinen und dann gibt es, glaube ich, Medium und es gibt halt Small, also, wo die JPEG-Daten, die Bilddaten, noch stärker komprimiert werden. Im Grunde genommen komprimiere ich nämlich viele Dateninformationen aus dem Bild heraus. Zeige sie zwar noch schön–– Das Bild selber sieht noch schön aus, hat aber im Grunde genommen diese Informationen nicht mehr, die das Raw-Format hat. Und ich zeige jetzt einfach mal gerade jetzt hier den Unterschied und ich hoffe, Ihr könnte es ganz gut sehen: Wir hatten gerade das JPEG-Format eingestellt und man sieht hier gerade, es ist mir momentan noch möglich, 593 Bilder zu fotografieren im JPEG-Format. Ich werde gleich noch mal wieder umstellen zum Raw-Format und dann werdet ihr sehen, dass ich eben nicht mehr 593 Bilder fotografieren kann, sondern erheblich weniger. Das heißt, selbst diese "JPEG fein" – was an der Nikon die größte oder noch die beste und geringste Komprimierung darstellt – ist etwas, das erlaubt mir 593 Bilder. Ich stelle einmal gerade zurück in das Raw-Format, was wir eingangs hatten, schwenke die Kamera wieder, damit ihr es sehen könnt. Und ihr seht: 214. Also, wir haben weniger als die Hälfte der Bilder noch möglich, das heißt, man kann sich jetzt ungefähr vorstellen, wie groß so ein Raw-Format ist. Das heißt also, wir haben natürlich weniger Platz. Aber das JPEG, was wir also jetzt komprimiert haben – und selbst in dieser Feineinstellung – wäre es bei unserem Beispiel mit dem Bild so, dass das Weiß, was abgebildet wird auf der Stirn, für ein JPEG natürlich ein Weiß ist. Das heißt, hier merkt sich das Bild nicht, dass wir eigentlich dahinter eine Hautstruktur haben, sondern hier ist ganz klar: Das ist eine weiße Fläche, das ist diese Komprimierung JPEG. Und je stärker ich das Bild komprimiere, desto weniger Information ist da. Das geht dann teilweise nachher auch zu Lasten als erstes natürlich zur Bildgröße. Die Bilder sind natürlich kleiner. Das heißt also, wenn ihr das Bild in einer gewissen Größe nachher ausdrucken möchtet oder es vielleicht für Anzeigen verwandt wird oder vielleicht sogar für Plakate oder Poster, dann ist natürlich eine größere Bildmenge wesentlich einfacher. Weil sonst bekommt ihr das, was man dann teilweise sieht, dann bekommt man so Fraktale, diese Aufrasterung, die kleinen Pixel, sehr unscharfe Kanten. Das ist hier stärker, wenn ich halt eben ein Bild komprimiere. Es ist zwar vorteilhaft, dass ich mehr fotografieren kann, weil natürlich mehr auf eine Speicherkarte drauf geht – aber die Bildinformation fehlt. Für uns, die ja im Grunde einen sehr diffizilen Job haben – wir haben eben nicht Tausende Fotografen auf einer Hochzeit, sondern wir sind diejenigen, die diesen Event festhalten –, wenn wir das Bild nicht sauber hinkriegen, können wir davon ausgehen: Es gibt keinen Zweiten, der das dann hat. Das heißt also, wenn wir das Bild nicht geschafft haben, dann ist dieses Bild verloren, dann ist aber - viel schlimmer - dieser Moment verloren. Und wenn ich mir dann ganz bedeutende Momente vorstelle, wie eben z.B. die Ring-Übergabe oder halt eben der Kuss oder, oder, oder, wenn diese Momente verloren gegangen sind, die kann ich nicht wieder holen. Und wenn ich dann das einfach nur gemacht habe, weil ich einfach sage: "Mensch, ich wollte doch viel, viel mehr fotografieren und deswegen habe ich das JPEG-Format gewählt", das Bild ist jetzt aber über- oder unterbelichtet, in dem Moment habe ich später keine Möglichkeit mehr, eine vernünftige Korrektur vorzunehmen. Und diese wiederum habe ich aber im Raw-Format. Aus diesem Sicherheitsgrund heraus verwenden wir natürlich dieses Raw-Format, damit wir immer ein bisschen noch so auf der sicheren Seite sind.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

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Erscheinungsdatum:27.09.2012

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