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Projektmanagement: Qualität

Qualitätsmanagement nach ICB und PRINCE2

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Hier stellt Bernhard Schloß die beiden ersten Projektmanagement-Standards in Bezug auf Wirkungsbereiche wie Produkt, Prozess, Team oder Kosten einander gegenüber.

Transkript

Bislang haben wir uns mit Qualität und Qualitätsmanagement eher allgemein auseinandergesetzt, und dann versucht Qualitätsmanagement, im Projektkontext zu untersuchen. Aber was haben uns die Projektmanagementstandards zum Thema Qualität zu sagen? Grundsätzlich möchte ich vorwegschicken, dass sich insbesondere beim Thema Qualität die Standards von PMI, ICB und PRINCE2 gar nicht zu sehr unterscheiden. Die Unterschiede liegen weniger in den Inhalten als in der Vermittlung der Inhalte. Während PRINCE2 alles in ein Managementsystem packt, fokussiert ICB, wie es von der deutschen Gesellschaft für Projektmanagement umgesetzt wird, auf die Vermittlung von Kompetenzen, und das PMI packt im Rahmen des PMBOK alles in eine Prozessbetrachtung. Aber fangen wir an mit PRINCE2. Hier kommen wir dem Verständnis der ISO-Norm insofern sehr nahe, weil sich PRINCE2 an sich schon als Managementsystem für das Projektmanagement versteht und die ISO-Norm ein Managementsystem zur Sicherstellung der Qualität fordert. Die Philosophie eines eigenen Managementsystems zu Führung auszuprägen, verbindet also die Denke von Qualitätsmanagement im Allgemeinen und ein Projektmanagement nach PRINCE2. Innerhalb des Qualitätssystems von PRINCE2 werden genannt das Qualitätsmanagement an sich, also die Umsetzung der relevanten Funktionen, sowie die Verwaltung, Steuerung und Verteilung der qualitätsrelevanten Informationen. Die Qualitätssicherungsfunktion im Sinne einer analytischen Qualitätssicherung. Die Qualitätsplanung, also die Festlegung von Qualitätszielen, deren Messung und Maßnahmen zur Umsetzung. Und die Qualitätssteuerung. Gewissermaßen die Dosierung der Qualitätssicherung durch eine entsprechende Ressourcenbereitstellung. Der Qualitätsbegriff, wie er hinter dem Qualitätssystem in PRINCE2 steckt, fokussiert auf eine quantifizierbare Eigenschaft des Produkts, die es für seine Zwecke geeignet macht. Kommen wir zur ICB. Auch hier finden wir nichts grundlegendes anderes. Im kompetenzbasierten Projektmanagement werden vier Wirkungsbereiche für Qualitätsmanagement in Projekten genannt. Zunächst wirkt Qualitätsmanagement auf der Ebene des Liefergegenstands des Produkts. Wir haben hier zum einen die Anforderungen an ein Produkt, aber auch die Vermeidung von Fehlern und Risiken. Ein zweiter Wirkungsbereich ist die Produktrealisierung oder der Produktrealisierungsprozess. Hier wird auf die Teilprozesse aus der ISO 9001 verwiesen. Angefangen von der Planung der Produktrealisierung, kundenbezogenen Prozessen, Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Dienstleistungserbringung, sowie der Lenkung von Überwachungs- und Messmitteln. Branchenvorgaben und Branchenstandards können eine Rolle spielen, aber auch generelle Anforderungen, wie Planung und Dokumentation. Der dritte Wirkungsbereich sind die Projektmanagementprozesse. Sofern es in Ihrem Unternehmen keine zentralen Projektmanagementvorgaben gibt, wird hier der Projektleiter in der Pflicht gesehen, die relevanten Vorgaben in einem Projekthandbuch festzuhalten und mit allen Stakeholdern abzustimmen. Stakeholder-Zufriedenheit wird hier gesehen und ein Lieferantenmanagement wird explizit erwähnt. Damit kommen wir auch schon zum vierten Wirkungsbereich des Qualitätsmanagements, dem Projektteam. Auch die Ziele des Teams, wie Wissenszuwachs, Arbeitsfreude und Gesundheit finden Berücksichtigung. Sie wollen Ihr Team doch nicht verbrennen. Natürlich sind Ausnahmesituationen im Projekt, besonders fordernd gegenüber Ihrem Team, aber das sollte eben die Ausnahme sein und nicht die Regel. Die Teammitglieder sollten für ihre Tätigkeiten entsprechend qualifiziert sein, entsprechend ihrer Fertigkeiten eingesetzt werden, sich ihrer Verantwortung und Rollen bewusst sein und keinen gesundheitlichen Schaden nehmen. Selbstverständlich benötigt das Team auch die notwendigen Voraussetzung für seine Arbeit, wie den Zugriff auf die erforderliche Infrastruktur. Als Teilaufgaben im Qualitätsmanagement werden genannt die Qualitätsplanung, die Qualitätslenkung mit Blick auf die Anforderungen einerseits und andererseits mit dem Thema Ausführungskorrektur. Der Qualitätssicherung, also der Ausführungsüberwachung und zu guter Letzt der Qualitätsverbesserung und Erfahrungssicherung. Einem Lernen für die nächsten Schritte im Projekt und über die Projektgrenzen hinaus. Bevor wir zum Ende dieses Films kommen, lassen Sie uns noch einen Blick auf das Thema Qualitätskosten werfen. Auch hier findet sich eine Aufschlüsselung im kompetenzbasierten Projektmanagement. Qualitätsmanagement kostet Zeit, Arbeit und Ressourcen, aber auch kein Qualitätsmanagement kostet Zeit, Arbeit und Ressourcen. Wir werden deswegen auch beim Qualitätsmanagement nicht um eine Kostenbetrachtung umhinkommen. Die Qualitätskosten setzen sich zusammen aus den Präventionskosten, also Fehlervermeidungskosten schon im Vorfeld. Prüfkosten, also den Kosten, um die Qualität überhaupt beurteilen und messen zu können. Hierzu gehören die Kosten die anfallen, bei der Identifikation von Fehlern. Tritt ein Fehler ein, egal ob ein Prozessfehler oder ein Produktfehler, werden Fehlerkosten entstehen zur Fehlerbeseitigung oder für korrektive Maßnahmen. Wir können dabei unterscheiden, ob diese Fehler bereits vor der Auslieferung an den Kunden auftreten und erkannt werden, dann sprechen wir von internen Fehlerkosten, oder ob diese erst nach der Auslieferung auftreten. Dann handelt es sich um externe Fehlerkosten. Zum Beispiel, im Falle einer Kundenreklamation. Aber denken Sie auch an eine sinkende Kundenzufriedenheit. Imageverlust oder künftige Auftragsverluste. Die Summe dieser Kosten ergibt die gesamten Qualitätskosten Ihres Projekts. So viel zu den ersten beiden Projektmanagementstandards und was sie uns zum Qualitätsmanagement zu sagen haben. Bei PRINCE2 habe ich Sie auf den grundsätzlichen Charakter als Managementsystem hingewiesen. Aus dem ICB-Umfeld habe ich insbesondere die vier Wirkungsbereiche, Produkt, Produktrealisierungsprozess, Projektmanagementprozess und Team für Sie herausgepickt, und wir haben uns das Thema Qualitätskosten und wie sich diese zusammensetzen angeschaut.

Projektmanagement: Qualität

Lernen Sie, wie Sie gezieltes Qualitätsmanagement für Ihre Projekte betreiben: Standards, Werkzeuge und Unternehmenskontext spielen hier eine zentrale Rolle.

1 Std. 29 min (21 Videos)
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Erscheinungsdatum:19.07.2017

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