Six Sigma: Green Belt

Prozessleistung messen

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Nur was wir messen, können wir verbessern. In diesem Film stellt der Trainer Ihnen anhand von einfachen Beispielen sechs Kennzahlen zum Messen der Prozessleistung vor: DPU, DPO, DPMO, RTY, COQ und COPQ.
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Transkript

Der Managementexperte Peter Drucker pflegte zu sagen, dass man das, was man nicht messen kann, auch nicht verbessern kann. Das gilt auch für Six-Sigma-Projekte. Sprechen wir also über Prozesskennzahlen. Hierzu gehören DPU – Fehlerrate pro Einheit –, DPO – Fehlerrate pro Fehlermöglichkeit –, DPMO – Fehlerrate pro eine Million Fehlermöglichkeiten –, RTY – Gesamtausbeute einer Prozesskette –, COQ – Qualitätskosten – und COPQ – Kosten durch schlechte Qualität. Lernen Sie hier jede Kennzahl anhand eines Beispiels kennen. Angenommen, Ihr Job ist es, Kunden Gutschriften zu schicken. Drei Dinge können dabei schiefgehen: Name, Adresse und Betrag. Das sind drei Fehlerquellen in jeder Gutschrift oder drei Fehlermöglichkeiten. Wenn bei der Überprüfung von 1.000 Gutschriften 600 fehlerhaft sind, dann ist die Fehlerrate pro Einheit die Anzahl der Fehler geteilt durch die Anzahl der Einheiten. Die DPU ist hier also 600 geteilt durch 1.000. Das macht eine Fehlerrate oder DPU von 0,6. Die Kennzahl DPO oder Fehlerrate pro Fehlermöglichkeit ist die Anzahl die Fehler geteilt durch die Anzahl der Fehlermöglichkeiten. Sie erinnern sich, in unserem Beispiel gibt es drei Fehlermöglichkeiten: Name, Adresse und Betrag. Bei 1.000 Gutschriften beträgt die Anzahl der Fehlermöglichkeiten 3 mal 1.000, das heißt 3.000 Fehlermöglichkeiten. In der Überprüfung gab es 600 Fehler. Die DPO ist also 600 geteilt durch 3.000. Das ergibt eine Fehlerrate pro Fehlermöglichkeit oder DPO von 0,2. DPMO bedeutet einfach eine DPO multipliziert mit einer Million. Das heißt, 0,2 mal 1 Million macht 200.000 DPMO. Wenn wir diesen Wert in einer Six-Sigma-Umrechnungstabelle nachschlagen, bedeutet 200.000 DPMO 2,34 Sigma. Das heißt, diese Prozessleistung liegt bei 2,34 Sigma, weit entfernt von sechs Sigma. Die nächste Kennzahl ist die Gesamtausbeute einer Prozesskette oder RTY. Mit RTY wird die End-to-End-Performance gemessen. Nehmen wir für diese Kennzahl ein Golfbeispiel. Golfer wollen Par spielen oder weniger. Par ist die vorgesehene Anzahl von Schlägen für ein Loch. Wenn Sie Par spielen, haben Sie es gut gemacht. Spielen Sie unter Par, sind Sie super. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie jedes Loch Par spielen? Angenommen, Sie haben eine 95%ige Chance, jedes Loch mit Par oder besser zu spielen. Die Ausbeute pro Loch beträgt also 95% oder 0,95. Es gibt 18 Löcher auf dem Golfplatz. Wie groß ist Ihre Chance, alle 18 Löcher mit Par oder besser zu spielen? Das sind 0,95 mal 0,95 mal 0,95. Machen Sie das 18 Mal und Sie erhalten 0,3972 oder 40%. Die Gesamtausbeute der Prozesskette beträgt also nur 0,40 oder 40%. In den meisten Prozessen gibt es mehrere Schritte. Im Golfbeispiel gibt es 18 Schritte. Während die Ausbeute für jeden Schritt noch stolze 95% beträgt, liegt die Gesamtausbeute, die RTY, nur bei 40%. Die Gesamtausbeute einer Prozesskette vermittelt also ein präziseres Bild der gesamten Prozessleistung. Diese Prozesskennzahlen sind interessant, aber bedeutungslos, wenn das Management sie nicht versteht oder wertschätzt. Sie müssen sie in die Sprache des Managements übersetzen, und das ist Geld. Das führt uns zu den Qualitätskosten, die vier Kategorien haben. Die erste sind die Präventionskosten für alle Präventionsaktivitäten wie Planung, Schulung und Designprüfung. Als Nächstes kommen die Prüfkosten für Gutachten und Inspektionen. Dann gibt es die Kosten für interne Fehler. Das sind Kosten für Mängel oder Fehler, die in der Organisation auftreten, bevor das Produkt den Kunden erreicht. Beispiele sind Mängel, Ausschuss und Nacharbeit. Und zuletzt noch die Kosten für externe Fehler. Das sind die Kosten für Fehler, die die Kunden erfahren und wahrnehmen. Hierzu gehören Gewährleistungsansprüche und Rückrufe. Bei diesen vier Kostenarten sind die Präventionskosten keine Verschwendung. Damit klar ist, was Verschwendung ist und was nicht, gibt es die Kennzahl COPQ, die Kosten durch schlechte Qualität. Zu den COPQ gehören alle Kosten für interne und externe Fehler, alle Prüfkosten, die anfallen, weil der Prozess nicht gut genug ist, um fehlerfreie Ergebnisse zu liefern. Kosten durch schlechte Qualität sind mit schlechter Leistung verbunden. Und wenn Sie die Dinge gleich richtig machen, fallen sie erst gar nicht an. Die Prozesskennzahlen DPU, DPO, DPMO, RTY, COQ und COPQ sind sehr nützlich in Six-Sigma-Projekten. Damit können Sie messen und dann verbessern.

Six Sigma: Green Belt

Lernen Sie das, was Sie als Green Belt brauchen: Messsystemanalyse, beschreibende Statistik, Hypothesenprüfung, statistische Versuchsplanung, statistische Prozesssteuerung usw.

1 Std. 43 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:31.07.2018

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