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Projektmanagement: Team, Führung, Zusammenarbeit

Projektformen

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Ob Dimension, Reichweite, Einbindungsgrad oder strategische Bedeutung: Eine ganze Reihe von Kriterien verlangt nach der richtigen Wahl bei der Entscheidung über die Organisationsform für Ihr Projekt.

Transkript

Nachdem Sie nun die Problematik zwischen Linie und Projekt kennen, stellt sich die Frage, wie wir also eine Projektorganisation sinnvoll wählen. Grundsätzlich lassen sich folgende Kriterien für die Wahl der richtigen Projektorganisation festmachen: Erstens, Inhalt, Größe und Komplexität des Projektes. Zweitens, wie hoch ist der Grad der Überbereichlichkeit eines Projektes in einem Unternehmen. Drittens, wie stark soll das Projekt in den organisatorischen Rahmen eingebunden werden. Und viertens, wie stark ist die strategische Bedeutung des Projektes für das Unternehmen. Und fünftens, wie wird die Kompetenzverteilung zwischen Linienvorgesetztem und Projektleiter geregelt. Sehen wir uns also nun die drei grundlegenden Projektorganisationsstrukturen einmal an. Beginnen wir mit der Stab-Linien-Organisation, oder Einfluss-Projektorganisation. Die Projektleiter führen in diesem Konstrukt eine Stabsfunktion ohne Weisungsbefugnis aus. Sie haben im Wesentlichen eine beratende und koordinierende Aufgabe gegenüber dem Auftraggeber, beziehungsweise dem Linienvorgesetzen. Alle Entscheidungs- und Weisungsbefugnis und folglich auch die Gesamtverantwortung für das Projekt, liegen in der Verantwortung der Linienorganisation. Die Vorteile dieser Organisationsform liegen auf der Hand. Umstellungsaufwand für die Organisation ist gleich null, da die Mitarbeiter vollständig in ihren Bereichen verbleiben. Das Personal ist flexibel einsetzbar. Das heißt, wird ein Mitarbeiter temporär nicht im Projekt benötigt, kann dieser wieder Linienaufgaben übernehmen. Aber diese Form bringt auch einige Nachteile mit sich. So fühlt sich häufig niemand verantwortlich, da eine Projektidentifikation nur schwer möglich ist. Des Weiteren sind Koordinations- und Abstimmungsprozesse über Abteilungen mit manchmal unterschiedlichen Interessen oft sehr schwierig und zeitintensiv. Auch die Reaktionszeit bei Störungen ist aufgrund der Linienstruktur oft mangelhaft. In Summe lässt sich festhalten, dass diese Art von Projektorganisation sich für niedrig priorisierte und sogenannte Konsens-Projekte eignen kann. Betrachten wir nun die zweite Form, die Matrixprojektorganisation. Bei der am häufigsten vorkommenden Form, der Matrixprojektorganisation, erfolgt eine Teilung der Weisungsbefugnis zwischen Projektorganisation und Linienvorgesetzen. Die Ausgestaltung der Kompetenzen muss hierbei im Vorfeld klar definiert werden, da bei dieser Form sowohl das vertikale Prinzip der Hierarchie, als auch das horizontale Prinzip der Projekte gleichermaßen gilt. Die Vorteile dieses zeitlich befristeten Mehrliniensystems sind ein schneller Know-how-Transfer, die optimale Kapazitätsauslastung der Mitarbeiter, und die geringen organisatorischen Umstellungsaufwendungen. Daneben behalten die Mitarbeiter ihren fachlichen Heimathafen in der Organisation. Aber auch diese Form birgt einige Nachteile in sich. So besteht eine große Gefahr für Kompetenzkonflikte zwischen Linie und Projekt. Was häufig in einer Verunsicherung von Mitarbeitern und Vorgesetzten endet. Die Matrixprojektorganisation ist folglich aus kommunikationstechnischer Sicht die anspruchsvollste Organisationsform. Auch die Anforderungen an Teamfähigkeit und Sozialkompetenz sind sehr hoch, sowohl für Mitarbeiter als auch für die Führungskräfte. Die letzte Organisationsform für Projekte ist die Reine Projektorganisation. In dieser Projektform sind alle Projekt-Teammitglieder dem Projektleiter unterstellt. Dem Projektleiter werden formell alle Kompetenzen übertragen. Häufig erfolgt bei reinen Projektteams auch eine räumliche Gruppierung der Teammitglieder. Diese Form der Projektorganisation wird auch als autonomes oder abgespaltenes Projektmanagement bezeichnet. Die Vorteile dieser Organisationsform sind, dass sich die Projektmitglieder dem Projekt zugehörig fühlen. Die Kommunikation und Koordination innerhalb des Teams wird vereinfacht und ein adäquater Wissenstransfer leichter etabliert. Negative Aspekte sind hauptsächlich auf Seiten der Mitarbeiter zu sehen. So stellt sich häufig die Frage der Karriere nach dem Projekt. Des Weiteren ist es häufig schwierig die gewünschten Experten aus der Organisation für diese Form von Projekten zu gewinnen. Sei es, dass sie von der Linie nicht freigegeben werden, oder das persönliche Anreizsysteme fehlen. Grundsätzlich eigenen sich Projektorganisationen von diesem Typus für kritische Projekte mit hoher Priorität und für Projekte mit einem hohen Komplexitätsgrad. Agile Projektmanagement-Methoden eignen sich besonders für Reine Projektorganisationen.

Projektmanagement: Team, Führung, Zusammenarbeit

Lernen Sie die Rollen, Organisationsformen und Erfolgsfaktoren in und für Projektteams kennen.

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Erscheinungsdatum:24.03.2017

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