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Projektmanagement: Team, Führung, Zusammenarbeit

Praktische Tipps für Ihren Führungsalltag

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Eine Handvoll Zitate wird Ihnen ebenso wie der Hinweis auf verschiedene Delegationsstufen bei der Projektleitung helfen. Gleiches gilt für das vorgestellte "Kartenspiel" oder den Hinweis, die Sinne zu schärfen.

Transkript

Da dieses Training Ihnen auch praktische Tipps für Ihren Alltag in der Projektleitung geben soll, verrate ich Ihnen in diesem Kapitel ein paar Tipps und Tricks zum Thema Führung, die ich für Sie bereits mehrfach erfolgreich in der Praxis erprobt habe. Mein erster Tipp eins lautet, nutzen Sie das magische Dreieck mit den drei Gesichtern. Sie kennen ja bereits das magische Dreieck des Projektmanagements mit Kosten, Zeit und Umfang. Ich habe ein Modell von Nadja Petranovskaja auf dieses Modell adaptiert, und die Ecken des Dreiecks mit drei berühmten Persönlichkeiten versehen. Oben sehen Sie Dwight D. Eisenhower, dessen Leitspruch lautete: delegieren, delegieren, delegieren! Links sehen Sie Vilfredo Pareto, den ich Ihnen ja bereits ans Herz gelegt hatte. Er vertrat die Ansicht, dass 20 Prozent der Arbeit 80 Prozent des Ergebnisses erzeugen. Und zu guter Letzt, darf Käpt´n Edward A. Murphy nicht fehlen. Er ist weltbekannt für seinen Spruch: Wenn etwas schiefgehen kann wird es auch passieren. Warum also diese drei? Nun, wenn Sie sich auf die wichtigen Dinge in Ihrem Projekt konzentrieren und Aufgaben abgeben, können Sie gelassen dem Herrn Murphy entgegentreten. Sie haben dann nämlich genügend Zeit, sich mit dem Unvorhersehbaren zu beschäftigen. Verhaspeln Sie sich hingegen in Mikromanagement und bestehen darauf alles zu 100 Prozent zu erledigen, werden Sie kaum Zeit finden sich mit den unerwarteten Ereignissen in Ihrem Projekt zu beschäftigen. Tipp zwei: Delegation Poker. Diese Methode stammt von Jurgen Appelo und hilft Ihnen, mit Ihrem Team gemeinsam zu entscheiden, welche Aufgaben wie stark delegiert werden sollten, und welche nicht. Das Spiel hat drei primäre Lernziele. Erstens, Delegation ist keine binäre Entscheidung. Das bedeutet, dass es beim Delegieren oft mehr Zustände als: Ich mache es, oder Du machst es, gibt. Zwei, Delegation ist ein schrittweiser Prozess. Dies bedeutet, dass einem Mitarbeiter sukzessive mehr Verantwortung übertragen werden kann. Drittens, Delegation ist situationsabhängig. Es muss immer der Kontext in Erwägung gezogen werden. Alles zu delegieren kann auch über das Ziel hinausschießen. Aber welche Delegationsstufen gibt es nun? Appelo orientiert sich hierbei an den sechs Führungsstilen, die Sie bereits kennengelernt haben. Diese Delegationsstufen sind auf Karten symbolisiert. In der Stufe eins treffen Sie die Entscheidung und weisen die Mitarbeiter an. In der Stufe zwei verkaufen Sie Ihre Entscheidung, das heißt, Sie treffen die Entscheidung, versuchen aber Ihr Team von der Korrektheit der Entscheidung zu überzeugen. Bei Stufe drei holen Sie sich die Meinung aus dem Team ein, entscheiden aber letztendlich selbst. Bei der vierten Stufe, der Vereinbarung, treffen Sie Entscheidungen gemeinsam mit Ihrem Team. In Stufe fünf beraten Sie das Team, die Entscheidung trifft allerdings das Team. Auf der vorletzten Stufe informieren Sie sich im Nachhinein. Also, nachdem das Team die Entscheidung getroffen hat. In Stufe sieben delegieren Sie vollständig und müssen auch nicht über das Ergebnis informiert werden. Kommen wir zum Spielaufbau. Führen Sie das Spiel in Gruppen von drei bis acht Personen durch. Jeder Teilnehmer erhält ein Kartenset, mit den oben beschriebenen sieben Karten. Ein Teilnehmer stellt nun beispielsweise ein Arbeitspaket vor. Anschließend wählen die Teilnehmer aus ihrem Kartenstapel, die Ihnen als adäquat erscheinende Delegationsstufe für diese Aufgabe und legen diese umgedreht vor sich auf den Tisch. Wenn alle Teilnehmer gewählt haben, werden die Karten umgedreht. Sollte eine einhellige Meinung bezüglich der Delegationsstufe vorherrschen, wird dieses Arbeitspaket oder Aufgabe mit diesem Delegationslevel umgesetzt. Sollte eine große Diskrepanz in der Gruppe herrschen, sollten die Teilnehmer mit dem höchsten und niedrigsten Delegationswert erklären, weshalb sie diesen gewählt haben. Anschließend wird das Prozedere so lange wiederholt, bis sich die Teilnehmer annähern und ein Konsens in der Gruppe erzielt wird. Nun meine dritte Empfehlung. Entscheiden Sie auch Unentscheidbares! In Ihrem Leben als Projektleiter wird es Situationen geben wo Sie nicht zwischen falsch und richtig wählen können. Entscheiden Sie dennoch und schieben Sie die Entscheidung nicht auf die lange Bank. Machen Sie Ihre Entscheidung transparent und stehen Sie dazu. Selbst wenn Ihre Entscheidung falsch gewesen sein sollte, ist es besser als keine Entscheidung zu treffen. Denn schließlich können Sie aus Fehlern am besten lernen. Denken Sie zum Beispiel an einen Kapitän auf hoher See, wenn ein Sturm aufzieht. Er muss sich entscheiden, ob links, rechts, vorwärts oder zurück. Nicht zu handeln wäre unter Umständen tödlich. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich plädiere keinesfalls für Aktionismus. Nur gibt es in Projekten Situationen, in denen gehandelt werden muss. Wenn Sie also in solch eine Situation kommen, verfallen Sie nicht in die "Aufschieberitis", sondern handeln Sie. Mein vierter Tipp für Sie lautet: Schärfen Sie Ihre Sinne! Lernen Sie ein besserer Beobachter zu werden. Nehmen Sie Ihr Umfeld besser wahr und versuchen Sie nicht in Schubladen zu denken. Hierzu ein einfaches Beispiel. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Besprechung. Der Mann neben Ihnen hebt mehrfach recht offensichtlich seinen Arm und blickt auf seine Uhr. Was denken Sie? Vermutlich, dass der Mann sich langweilt und hofft, dass das Meeting bald zu Ende ist. Ist dem zwingend so? Es könnte doch auch sein, dass der Mann neben Ihnen wichtige Medikamente einnehmen muss, und diese in seinem Büro liegen. Sie können Ihre Wahrnehmung ganz einfach trainieren, indem Sie zum Beispiel Noticing betreiben. Wenn Sie beispielsweise einen Vortrag halten müssen, gehen Sie 15 Minuten vor dem Beginn in den Vortragsraum, sehen Sie sich um, hören Sie sich um und versuchen Sie die Umgebung konzentriert wahrzunehmen. Sie werden sehen, dass Sie viel wacher und konzentrierter an Ihre Aufgaben herangehen werden. Auch Ihr Umfeld wird es registrieren und vor allen Dingen honorieren, wenn Sie aufmerksamer durchs Leben schreiten. Sie werden Ihre Mitmenschen besser kennenlernen, und daher als deutlich emphatischer gelten. Apropos Empathie. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl? Auf Ihre Intuition? Wahrscheinlich schon. Aber auch diese können Sie trainieren. Betrachten hierzu das nächste Mal, wenn Sie Bus oder U-Bahn fahren, die Personen in Ihrer Nähe. Versuchen Sie zu ermitteln, an wen Sie die jeweilige Person erinnert und welche Gefühle das in Ihnen auslöst. Fassen wir zusammen. Eine bessere Beobachtungsgabe hilft Ihnen Unterschiede zu erkennen, nicht Gesagtes festzustellen und somit Veränderungen zu ermöglichen. Oder anders formuliert: Gute Beobachtung ist Kernkompetenz eines jeden Projektleiters, handeln Sie, wenn es darauf ankommt, konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und schenken Sie Ihrem Team Vertrauen. Führen Sie situativ und seien Sie mutig, seien Sie ein Vorbild für Ihr Team. Also der Kapitän, der sich auch bei einem aufziehenden Sturm nicht im Maschinenraum verkriecht.

Projektmanagement: Team, Führung, Zusammenarbeit

Lernen Sie die Rollen, Organisationsformen und Erfolgsfaktoren in und für Projektteams kennen.

1 Std. 22 min (16 Videos)
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Erscheinungsdatum:24.03.2017

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